DIREKTKONTAKT

Sozialbestattungen – Aufruf an die Bestatter

Von
Was verdienen Bestatter was verdient ein bestatter: Viele Banknoten Euro

In Deutschland geht ein dunkler Geist um. Die Sozialbehörden zahlen immer weniger an die Bestatter aus.
Bestatter übernehmen Bestattungsaufträge auch in sozial schwierigen Situationen, bei denen die Bezahlung später durch die Sozialämter/-behörden übernommen werden muss.
Dabei wissen die Bestatter sehr genau, wie sie kostengünstig arbeiten und in welcher Höhe abgerechnet werden kann.

Allerdings zeigt sich in der letzten Zeit zunehmend, dass die Ämter nur 25 % der ohnehin schon gedeckelten Kosten übernehmen. Den Rest sollen die Bestatter dann aus eigener Tasche drauflegen, bzw. sie bleiben auf den Kosten mangels Handhabe einfach sitzen.

Einige Kollegen sind inzwischen so verzweifelt, dass sie kurz davor stehen, „in einen Streik einzutreten“, d.h. sie werden dann Sozialbestattungen ablehnen müssen.

Es gibt keinen Bestatter, der nicht in besonderen Fällen auch schon mal eine Bestattung pro bono gemacht hat. Es gehört dazu, dass man manchmal über seinen Schatten springt und auch einer mittellosen Familie eine schöne Bestattung ermöglicht.
Das kann aber nur gelegentlich mal so gemacht werden. Ansonsten sind Bestatter kaufmännische Unternehmen, die wie jeder Kaufmann eine Gewinnerzielungsabsicht haben.

Die verzweifelten Bestatter bitten nun um Erfahrungsberichte von Kollegen.

Ich bitte alle Bestatterkollegen, die etwas dazu beitragen können, sich zu melden. Wie läuft das bei Euch? Wird reibungslos bezahlt? Wenn ja, wieviel? Gibt es auch bei Euch Probleme? Wie geht Ihr damit um?
Bitte nutzt dieses Kontaktformular hier, ich leite Eure Erfahrungen an den Sprecher der Gruppe weiter, der sich ja dann mit Euch in Verbindung setzen kann.


Veröffentlicht von

Hier veröffentlicht der Publizist Peter Wilhelm Informationen und Geschichten rund um den Bestatterberuf.
Mehr über den an Allerheiligen geborenen Autor finden Sie u.a. hier und hier.
Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Texte rein zur Unterhaltung. Keine Rechts-, Steuer- oder Medizinberatung!


    



Wenn Sie meine Arbeit unterstützen möchten, können Sie dies mit einer Spende tun. Klicken Sie dafür links auf den Button oder hier.

Peter Wilhelm 30. Juni 2022

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin freier Trauerredner in Duisburg (NRW). Mein Honorar wird bei Sozialbestattungen vom Sozialamt der Stadt Duisburg NICHT bezahlt. Anders im Kreis Kleve: Dort bekommen freie Trauerredner ein Honorar von bis zu 300,00 € (sämtliche Kosten inkl. Anfahrt, Vorbereitung, persönliche Gespräche, etc.).
    Ob und wieviel also ein Trauerredner an Honorar für Sozialbestattungen bekommt, hängt in NRW vom Zufall ab.

  2. Komisch das es so wenig Beteiligung zu dem Thema gibt. Ich muss hier dann dich mal ausdrücken wie erbärmlich unser Sozialstaat manchmal ist. Gehört eine Rede, egal ob Kirche oder freier Redner nicht zu einer Ortsüblichen Bestattung? Wollen die uns das wirklich weiß machen?! Und warum wird einem privatwirtschaftlichen Unternehmen sozialstaatliche Aufgaben zugeschoben?! Es werden Milliarden verbrannt beim Thema Soritpreisbremse die vorher allgemein als untauglich deklariert wird (reiche profitieren überproportional gegenüber armen) und vor den Ölkartellen gewarnt wird, was locker 30% wiederum versickern lässt, ich schätze eher mehr. Und dann wird bei 1Million Beerdigungen pro Jahr, wovon der kleinste Teil Sozialbestattungen sein werden, der Geldhahn zugedreht?! Klar, Kommunale und Bundesweite Ausgaben bla bla… aber warum ist das Sterben nicht bundesweit geregelt, denn das tut jeder, und egal wo sollte dies würdevoll möglich sein. Sorry, ich hör besser auf, denn zu dem Thema kann ich gar nicht so viel essen wie ich mich auskotzen will…

Schreibe einen Kommentar

.


Nutzungsbedingungen | Trollhilfe | Kommentar fehlt? | So gehen Abstände!


Datenschutzerklärung