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Stehen Leichen beim Verbrennen auf?

Hallo Tom !
Eine Frage beschäftigt mich schon sehr lange…
Ich habe hier schon nach einer Antwort gesucht, aber nichts entsprechendes gefunden. Das Netz gibt nichts zu diesem Thema her.
Als Kind wurde mir erzählt, dass Leichen, wenn sie verbrannt werden „aufstehen“ bzw sich „aufsetzen“/aufrichten.
Stimmt das oder ist das völliger Schmarrn ?

Vielen, vielen Dank im voraus für eine Antwort !!

Feuerwehrleute und Polizisten können „ein Lied davon singen“, wie stark sich Menschen verändern und verkrümmen, wenn Sie dem Feuer ausgesetzt waren. Im Wesentlichen hängt der Grad der Entstellung von der Höhe der Temperatur und der Zeitdauer der Einwirkung des Feuers ab. Hart gesagt: Es macht einen Unterschied, ob einem Menschen ein Flammenmeer kurz entgegenschlägt und ihn tötet oder ob er regelrecht mitverbrennt.
Das unterschiedliche Verhalten von Fett, Muskeln, Haut, Sehnen und Knochen sorgt für die Verkrümmung der Leichen bis hin zur Embryonalstellung und der Feuchtigkeitsentzug sorgt für die Schrumpfung bis hin zur Größe eines großen Kindes.

Aufgrund von Inaugenscheinnahme ist eine Identifizierung nicht mehr ohne weiteres möglich. Aber es gibt genügend Retter hier unter den Lesern, die das noch viel besser schildern können.

Im Krematorium werden Leichen verbrannt und so kommt es unter gewissen Umständen auch zu einer entsprechenden Verkrümmung, die man als Aufrichten interpretieren könnte. Tatsächlich ist es aber so, daß durch die Temperaturführung im Ofen eine ziemlich rasche Verbrennung der weichen Teile gewährleistet ist, sodaß dieser Effekt nicht grundsätzlich eintritt.
Aber er tritt mitunter ein und das ist ganz normal. Es gibt keinen Grund, sich hierüber aufzuregen oder deshalb schlimme Befürchtungen zu haben. Bei den Einäscherungen ist niemand dabei und man bekommt das auch nicht zu sehen.

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Peter Wilhelm 13. Januar 2017


16 Kommentare von 141192.

  1. Äh – ich lass mich eh nicht verbrennen. Nene, besser nicht. Die Vorstellung, überhaupt verbrannt zu werden, find ich schon furchtbar. Und dann soll ich da auch noch Situp’s bei machen? :-)

  2. @1: warum man sowas einem Kind erzählt? Noch nie in einem Ferienlager gewesen? :) Da hörte man mit 10 – 12 Jahren schon so allerhand Gruseliges und beeilte sich, es weiter zu erzählen …

  3. Zitat: „Aber es gibt genügend Retter hier unter den Lesern, die das noch viel besser schildern können.“
    – Oder sie lassen es einfach.
    Eine sachliches Fachgespräch zu Informations- und Ausbildungszwecken im Kollegenkreis mag ja noch angehen. Doch die, die stammtischmäßig Auftrumpfen und
    (auf Stichwort und Nachfrage: Erzähl mal) Fälle zum Besten geben, welche grausigen Dinge sie schon sahen, haben mich eher nachdenklich gemacht.

  4. Kann es sein daß man dir gesagt hat er würde „auferstehen“
    als mein Opi gestorben ist habe ich auch die ganze Zeit gewartet,daß er wieder aufsteht…

  5. @MacKaber

    Gerade dieses Reden hilft aber ungemein bei der Verarbeitung. Nur mit Kollgen zu reden hilft nicht immer und gerade Freunde mit denen ich über sowas reden kann helfen ungemein.
    Dazu gehört dann aber auch, dass man mal auf Eiern etc. gefragt wird, was man so erlebt hat und da erzählt man auch gerne, weil es Leute hilft, sich ein Bild über den Beruf zu machen und was einem im Alltag passieren kann.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich verstehe nicht, was daran verwerflich sein soll.

  6. @Knurr: OK, wenn es hilft, sich ein Bild über meinen Beruf zu machen: Ich hab da mal einen gehabt, das war voll geil gruselig, das Blut stand uns in den Schuhen und der war total Matsche. Wie ich das verkrafte? Ich rede mir das am Stammtisch so von der Seele……
    Verstehst Du nun was und wie ich das gemeint habe? Auf die Art WIE und WO kommt es an, und dann kommt ja auch noch die Schweigepflicht hinzu.

  7. Schon mal daran gedacht, dass bei der Einäscherung der Verstorbene im Sarg liegt und somit wenig „Bewegungsfreiheit“ zum „Aufsetzen“ etc. hat?

  8. Mir wurde genau das Gleiche als Kind von unserem alten Nachbarn erzählt.Er begründete das mit dem Vergleich,das Spack sich in der Pfanne auch zusammen zieht.Fand ich ziemlich gruselig damals.
    Mein Opa mußte im Krieg einige Leute aus einem abgebrannten Haus raus holen.Die sollen alle nur noch klein wie Kinder gewesen sein und das schlimmste war der Geruch,so sagte er. Die lagen auch in der Embryonalhaltung.

  9. So eine Krümmung hab ich bei einem toten Fisch gesehen, der gegrillt werden sollte, aber dann ins kleine Lagerfeuer gefallen ist, der sah dann wie ein „U“ aus, wenn man ihn von oben bzw. von der Bauchseite her angeschaut hat.

  10. -Da ich vorhin in einem Gespräch mit meiner Mutter bzgl. meiner Arbeitssuche äußerte dass ich (aufgrund eines Tv bzw Youtube-Beitrags) über die Tätigkeiten im Krematorium überrascht bin und evtl. mir diesen Arbeitsplatz auch vorstellen könnte.
    -Darauf bekam ich von meiner Mutter WORT WÖRTLICH IHRE WORTE die Antwort dass ICH MICH ganz schön ERSCHRECKEN WÜRDE WENN SICH „AUFEINMAL“ ein LEICHNAHM VOR DEM KREMATIONSVORGANG „AUFSTÄMMT“

    Da Ihre Worte der Antwort sich für mich sehr makaber anhörten & nach unwissenheit/hören-sagen klang bin ich durch meine Informationsneugier hier drauf gestoßen & NUN WEISSS ICH WAS SIE MEINTE.

    – @Trixi : Da hat dir dein Opa definitiv die Wahrheit erzählt
    (Menschliche Schutzfunktion im Schadensfall ist die Embryohaltung)
    ganz intressantes Video dazu : (ab 8 Min – 11:30 Min)

  11. Mir wurde das als Kind auch erzählt, aber mit dem Vergleich eines Streichholzes…

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