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War Dschingis Khan schwul?

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Irgendwie scheint ja das Singen von Weihnachtsliedern aus der Mode gekommen zu sein. Früher war eben doch mehr Lametta.
Auch im Radio wird außer dem unsäglichen „Last christmas“ von wham! nicht besonders viel Weihnachtliches gespielt.
Es sei denn, man hört Frau Büsers Heimatwelle Ahr, Eifel und Kölner Bucht.
Da laufen den ganzen Tag Weihnachtslieder aus Tirol, Oberbayern, Österreich und dem übrigen alpenländischen Gekrösel.
Jedenfalls wird zwischendurch viel gealphornt und gejodelt.

Na ja, jeder so, wie er es mag.

Antonia mag diese volksmusikalische Weihnachtsdudelei nicht, sie ist ganz modern. Sie hört Boney M.

„Boney M. ist retro!“, motzt Sandy, die nur „Dead, bloody Christmas-Massacre“ von den Slaughterhouse Menbutchers kennt.

Aber Antonia läßt sich nicht beirren und singt schon den ganzen Tag leise „Mary’s boychild Jesus Christ“ von Boney M.
Irgendwann im Laufe des Vormittags hat der Wurm auch mein Ohr erreicht und ich werde ihn nicht mehr los. Ja, schlimmer noch, ich ertappe mich dabei, wie ich mitsinge.
Doch der Schalk in meinem Kopf hat Hochzeit und fügt statt „Jesus Christ“ die Textstelle „Dschingis Khan“ ein.

„Mary’s Boychild Dschingis Khan…“, krähe ich inzwischen mit. Das wiederum wurmt sich Frau Büser und Sandy ins Ohr, die ebenfalls die Mongolenvariante bevorzugen und Dschingis Khan schöner finden.

Antonia ärgert das nicht, sie ist viel zu gemütlich. Sie nimmt es hin und singt umso mehr und umso lauter.
Sandy ist es, die aus dem Boychild das Wort Gayboy macht. Und da weder Frau Büser, noch Antonia eine Ahnung von der Bedeutung des Begriffes Gayboy haben, feiert wenig später „Mary’s Gayboy Dschingis Khan“ bei uns fröhliche Urständ.

Nun wird ja bei Boney M. Mary’s Boychild Jesus Christ „on Christmas Day“ geboren. Daraus macht Sandy „on a highway“…

Jetzt ist es so, daß die Büserin und Antonia wohl meinen, wenn jemand etwas mehr von der englischen Sprache versteht, dann unsere Deutsch-Amerikanerin Sandy. Also glauben sie, Sandy singe den eigentlichen und richtigeren Text.

Nachmittags sind unsere Männer aus der Werkstatt damit beschäftigt, die Krippe in der Eingangshalle aufzubauen. Natürlich geht das kakophonische Gesinge nicht spurlos an ihnen vorüber und als meine Frau so gegen 17 Uhr ins Büro runter kommt und zehn Leute bei zwei, drei Tässchen Glühwein lauthals singen: „Mary’s gayboy Dschingis Khan, was born on a highway…“, tippt sie sich nur an die Stirn und murmelt so etwas wie: „Was Alkohol aus Menschen macht!“

Peter Wilhelm 23. Dezember 2014


5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Nie wieder werde ich das Lied hören können, ohne an den neuen Text mitzusingen.

    Wer weiss vielleicht hat Frau Büser Glück und der blonde Österreicher-Hansi wird ihn demnächst schmettern.

    Ihnen Herr Wilhelm, Ihrer Familie und der Superbelegschaft Ihres Hauses wunderschöne Festtage.
    Danke für die amüsanten Beiträge und weil Weihnachten ist, darf man sich etwas wünschen, oder? Bitte ein neues Buch!

    Liebe Grüsse

  2. Hallo,

    Schöne geschichte, ich war aber etwas enttäuscht, dass ich Dead, bloody Christmas-Massacre nicht auf Youtube oder sonstwo finden konnte.

  3. Von mir auch alles Liebe und Gute zu Weihnachten, schöne Feiertage und allen ein schönes Fest … mit welchen Liedern man es auch besingen mag … „Mary’s gayboy“ also sooo abwegig finde ich das nun auch wieder nicht … 30 Jahre und zieht mit einer Herde Kerle durch die Gegend … und DAS zu DER Zeit … und alle haben keine Frau … also … und wenn man bedenkt … die Kerle, die den „Nachlass“ führen … haben alle Kleider an … und auch keine Frauen … naja, wie auch immer … lieber gay als gar keinen Sex … in diesem Sinne Fröhliche Weihnachten …

  4. muhahahha…. gut, dass Weihnachten vorbei ist, so ist die Gefahr, das versehentlich laut mitzusingen, nicht allzu groß… 😀

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