Frag den Bestatter

Was ist denn ein Wasenplatz?

orgel

Meine Oma sagte immer, neben dem Friedhof gebe es einen Acker auf dem die Selbstmörder beerdigt werden. Sie nannte das den Wasenplatz. Hast du den Ausdruck schon mal gehört?

Da hat die Oma vielleicht sogar recht.
Ein Wasenplatz ist ein behördlicherseits bereitgehaltener Bereich, auf dem im Katastrophenfall (Tierseuche, Unglücke etc.) die Mengen an Tierkadavern begraben werden können, derer man in den Tierkörperbeseitigungsanstalten nicht mehr Herr wird.
Der Vorläufer dieser modernen Variante war der Schindanger oder Schindacker.

Über den heißte es in Wikipedia:

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„Der Schindanger diente auch zur Verscharrung von Menschen, die hingerichtet worden waren oder denen nach christlichem Verständnis keine christliche Bestattung zuteilwerden durfte (z. B. Suizidenten und Prostituierten).“

In der Bevölkerung geläufiger ist der Ausdruck Schindanger/Schindacker. Es kann also durchaus der Fall sein, daß vor vielen Generationen der Platz neben dem Friedhof ein solcher Acker war.
Woher die Oma den Ausdruck Wasenplatz hat, das weiß ich auch nicht, falsch ist er nur insoweit, als das auf den modernen Wasenplätzen keine Suizidenten mehr bestattet werden.


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Lesezeit ca.: 2 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: | Peter Wilhelm 10. September 2014

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Micha I
9 Jahre zuvor

Wasen? Da saufen se sich jetzt wieder die Hucke voll.
Auf dem Canstatter Wasen findet jedes Jahr das schwäbische Oktoberfest statt…..
(mir fällt der richtige Begriff grad nicht ein)

ein anderer Stefan
Reply to  Micha I
9 Jahre zuvor

Das heißt, da wird auf dem Schinderplatz fröhlich gefeiert… Na denn: Prost!

Daniela
Reply to  Micha I
9 Jahre zuvor

Das „schwäbische Oktoberfest“ in Stuttgart heißt wie der Platz – Cannstadter Wasen (Bad Cannstadt mit zwei nn). In kleinerer Form so etwas „Hocketse“ (weil da hocketse).

Rona
9 Jahre zuvor

Ich komme aus dem Alemanischen Raum.
Das ist ein Wasen ein Grasbüschel – eine Wiese/Acker.

Vielleicht kommt der Name daher?

Petrus
9 Jahre zuvor

„Wasenplatz“ – dieses Wort kannte ich bisher nicht. danke.

was ich kenne, sind die sog. „Katastrophenfelder“ – d. h., die örtliche Kommune muss auf dem Friedhof immer „Felder“ freihalten, wo dann im Fall einer Katastrophe viele Tote begraben werden können.

Revo
9 Jahre zuvor

Ich hätte auf Vasenplatz getippt. Weil rund um eine Gemeinschaftsanlage so viele Baden stehen. Aber siehe da, falsch gedacht.




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