Cliffhanger

cliffhangertasse

Freundlicherweise hatte ein Leser eine Liste von Geschichten, die seiner Meinung nach unvollendet sind, in die Kommentare geschrieben.
Cliffhanger sind episodenhaft erzählte Geschichten, bei denen der Leser am Ende einer Episode mitten im Erzählfluss hängen gelassen wird. Er muß dann auf die Fortsetzung warten.

Nach Auffassung des Lesers (u.a.) waren folgende Geschichten noch offen:

  • – die Fee der Nacht
  • – der Goldfisch
  • – Birgitt
  • – Die Kuckucksuhr
  • – In der Psychiatrie
  • – Henning
  • – Herr Maurer
  • – Bodo
  • – die Mumie
  • – Opa Gleisberg
  • – Koma
  • – und jetzt neu: Die Nachtigall
  • – Fett
  • – die Brücke

Nachträge:

  • – Sandy und die Kaminkehrerin
  • – Sandy und die Burg

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Gibt es weibliche Sargträgerinnen?

Auf der Suche nach einem Aushilfsjob bin ich über eine Anzeige von einem Fuhrunternehmen gestolpert, das Aushilfskräfte für Abholungen, hygienische Versorgung der Verstorbenen sowie das Tragen der Särge sucht.
Jedoch ist mir aufgefallen, dass ich noch nie gehört oder gesehen habe, dass Frauen als Sargträgerinnen fungieren.
Nicht einmal Google spuckt etwas dazu aus.
Haben Sie schonmal eine Sargträgerin in ihrer beruflichen Laufbahn erlebt?

Ich finde es eigentlich schade, dass es für eine Frau schwierig sein könnte, so einen Job zu bekommen. Es fallen ja auch andere Aufgaben an, bei denen man nicht allzuschwer heben muss. Aber zugegebenermaßen ist das mit dem Sargtragen ja trotz aller “Gleichberechtigung” nicht immer im Bereich des Möglichen.

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anonymisiert auch im Blog beantworten werde.
Natürlich gibt es Sargträgerinnen. Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, daß auch Frauen das machen können.
Allerdings haben Sie Recht, wenn Sie schreiben, daß das normalerweise überwiegend von Männern gemacht wird.
Das hat sicherlich etwas mit dem körperlichen Kraft zu tun.
Auch die Körpergröße hat früher beim Tragen eine Rolle gespielt. Es sollten beim Tragen von Hand schon alle Personen halbwegs die gleiche Größe haben, damit das gleichmäßig geschehen kann.

Ein Bestatter, der eine solche Stelle ausschreibt, darf eine Bewerberin nicht aufgrund ihres Geschlechts abweisen. Heutzutage sollte sich jeder Bestatter freuen, wenn Frauen sich für diese Arbeit bewerben.
Ich selbst habe in meinem Unternehmen stets auch Frauen als Bestatterinnen bzw. Bestattungshelferinnen beschäftigt. Und das war nicht das Ergebnis einer Quotenregelung, sondern aufgrund der Erfahrung, daß Frauen diese Arbeit mindestens genauso gut, wenn nicht gar besser können, als Männer.

Bestatter werben und informieren zeitgemäß

Das mit der Werbung ist bei Bestattern ja so eine Sache. Meist im alltäglichen Leben von den Menschen kaum wahrgenommen, weil verdrängt, bemühen sich Bestatter, die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu lenken.
Damit das Unterfangen nicht zu einer pietätlosen Reklame verkommt, ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Gut, wer sich da einer Agentur bedient, die ein Rundum-Paket anbieten kann.
Jürgen Wolf hat so eine Agentur und berät unter anderem sehr erfolgreich Bestattungshäuser.

Auf einer seiner Webseiten schreibt er locker vom Fleck weg, wie er arbeitet und was ihn so bewegt. Hier stellt er die Geschichte und den Werdegang eines Videos vor, das -wie ich finde- sehr gelungen ist.
Ein Video, das nicht für die große mediale Verbreitung gedacht ist, sondern im auftraggebenden Bestattungshaus quasi in Endlosschleife im Kundenwartebereich bzw. Eingangsbereich läuft.
Daß auch noch die Inhaber selbst den Text dazu eingesprochen haben, finde ich eine sehr gute Idee und gerade weil sie keine professionellen Sprecher sind, wirkt das Video so authentisch.

Es ist alles verboten, hier war schon immer alles verboten und das bleibt auch so!

Seit geraumer Zeit hatten wir einen ausrangierten Bestattungswagen auf dem Hof stehen. Für 4.000 Euro konnte ihn jeder haben, der ihn wollte.
Eines Tages kam dann auch ein Interessent.
Wir unterhielten uns eine Weile und dann hatte ich verstanden, wozu der Mann den Bestattungswagen braucht, und warum er ihn wahrscheinlich nicht nehmen würde.

Der junge Mann war im Nebenberuf DJ. So ein Diedschäi legte früher Schallplatten auf und überbrückte die Pausen durch gefällige Moderationen.
Das tun die DJs auch heute noch, nur geht das eben digital und die Musik kommt mehr oder weniger vom Computer, und je berühmter die DJs werden, umso weniger bewirkt das Drehen an den Knöpfen irgendwas.
Und dieser DJ, nennen wir ihn Olaf, bewohnte in einer beschaulichen Kleinstadt, nicht weit von hier entfernt, eine Eigentumswohnung.

Ja, und mit solchen Eigentumswohnungen ist das ja bekanntlich so eine Sache. Die Wohnung gehört einem zwar, aber so richtig schalten und walten, wie man es gerne möchte, kann man eben doch nicht, weil einem eben nur ein kleiner Teil des Ganzen gehört.
In diesem speziellen Fall gehörte das Haus insgesamt 15 Parteien mit sicherlich ebenso vielen unterschiedlichen Meinungen.
Und zu dem Haus gehörte praktischerweise eine ebenerdig ins Haus gebaute Garagenanlage. Aus der ehemals großen Anlage waren im Laufe der Jahre mehrere kleinere Garagen abgeteilt worden und eine davon nutze unser DJ als Lagerraum für sein Musik-Equipment.
Sehr gelegen kam ihm, daß sich hinter der Garage, und nur von dort aus zugänglich, noch ein weiterer nur 12 qm großer Raum befand.

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Herr Maurer IV

Wie kommt man solchen Leuten bei? Meine Frau meint, die seien karrieregeil und geldgeil: “Solchen Leuten kannst Du nur beikommen, wenn Du die an ihrem empfindlichsten Zipfelchen packst, am Geldbeutel!”

Schwiegertochter Maurer ist weder entsetzt, noch erschüttert, auch nicht traurig oder wenigstens erstaunt. “Die waren ja auch schon alt”, ist alles was sie dazu zu sagen hat. “Wegen der Kosten machen Sie sich keine Gedanken. Ich habe meinen Mann vorhin zwischen zwei Terminen mal eben auf dem Handy gekriegt, er legt das alles in meine Hände. Die Mutter soll in Spanien eingeäschert werden und die Urne dann mit dem Vater meines Mannes ins Grab. Sagen Sie, wann und wo können wir einen Erbschein bekommen?”

“Erbschein …”, plappere ich erstaunt ob so viel Herzenskälte. Sie nickt: “Ja, das mit dem Haus meiner Schwiegereltern muß ja jetzt schnell über die Bühne gehen. Wir lassen den Kasten abreißen, ohne Gebäude ist das Grundstück viel mehr wert.”

“Abreißen? … Meine Güte, das geht aber schnell”, staune ich.

“Das muß so schnell gehen. Solche Villen in der Oststadt darf man gar nicht abreißen. Wir haben aber einen Abrißunternehmer gefunden, der das für uns macht und hinterher wird es heißen, meine Schwiegereltern hätten den Auftrag zu Lebzeiten noch erteilt.”

Sie entblößt eine Reihe makelloser und tippex-weißer Zähne und lacht laut. “So schaffen wir Tatsachen. Die Denkmalbehörde kann ja dann das Grab verklagen, ha ha ha.”

“Das kostet aber extra”, sage ich.
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Herr Maurer III

Was soll ich mit solchen Angehörigen?
Die Schwiegertochter meint, sie habe schon mehr als genug getan “für diese Leute”. Seit Jahren geben sie sich so viel Mühe, den Kontakt auf ein Mindestmaß zu beschränken: “… und jetzt involvieren Sie mich, jawohl, Sie involvieren mich!”
Ihr Mann, der Sohn des Verstorbenen, ist zu geschäftlichen Terminen in die neuen Bundesländer gefahren. Wann der wiederkommt, das weiß seine Frau auch nicht. “Der ist IT-Experte und macht in Solar! Sie wissen ja, was das bedeutet.”

“Nö, was bedeutet das denn?”

“Das sind Zukunftstechnologien, das Programm ist von der EU gefördert und mein Mann ist an vorderster Front.”

“Ja, aber jetzt liegt da ein toter Mann bei uns im Kühlraum und Ihr Mann ist dessen Sohn. Ich finde, er müßte sich jetzt mal so ein ganz kleines bißchen um seinen Vater kümmern.”

“Wieso das denn? Der ist doch tot! Der läuft uns nicht weg.”

Ich denke an die Verwesungsvorgänge, die trotz Kühlung früher oder später einsetzen werden und verkneife mir, zu sagen “Irgendwann schon”…

Ihr Mantel weht weit hinter ihr her, als sie mit buchstäblich wehenden Fahnen unser Haus verläßt.
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In der Psychiatrie – XXII –

Opa Kleiber ist Feuer und Flamme. Gleich am nächsten Tag besuche ich ihn und wir schmiedeten Pläne. Zunächst einmal wollen wir einen 20-Euro-Schein auf der Kommode im Flur liegen lassen. Mal sehen, ob Susanne den nimmt.
Einen Tag später wollen wir einen größeren Geldbetrag aus dem Geldbeutel von Opa Kleiber herausschauen lassen, und hoffen, daß Susanne in die Falle tappt. Ich soll vor dem Haus auf der anderen Straßenseite im Auto warten und Opa Kleiber will vom Wohnzimmerfenster aus winken, wenn es soweit ist.

Doch es kommt anders. Der erste Tag vergeht nämlich, ohne daß Susanne auch nur im Traum daran gedacht hat, nach ihren gut 15 Minuten langen Auftritt, die 20 Euro mitzunehmen. Na ja, vielleicht ist das nicht genug, vielleicht macht die feine Dame sich für so wenig Geld die Finger nicht schmutzig. Doch es bleibt ja noch die Hoffnung auf den nächsten Tag.
Susanne kommt, im Flur liegt Opa Kleibers Portemonnaie und es schauen zwei Hunderteuroscheine heraus. Ich sitze brav auf der anderen Straßenseite im Auto und ducke mich tief, als Susanne wieder aus dem Haus kommt. Kurz darauf winkt Opa Kleiber am Fenster.

“Ihr Plan taugt nichts!”, schimpft der alte Herr. “Ich glaub’ Ihnen ja, daß das eine gemeine Frau ist, aber sie hat mir wirklich nur Gesellschaft geleistet und heute hat sie sogar Kaffee gekocht, das macht sie sonst nie.”

Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren! Ich weiß ganz genau, was Susanne und ihr Scheich, dieser Hardy vorhaben. Frau Steidler hat zwar das Schriftstück nicht unterschrieben, aber das hat die beiden nicht davon abgehalten, an dem Tag, als ich bei Opa Kleiber die 20-Euro-Nummer versucht habe, mit etlichen Umzugskartons bei Hardy Mutter aufzutauchen. “Macht Dir keine Gedanken, Mama”, hatte Susanne gesagt: “Wir ziehen nach oben in die kleinere Wohnung, Ronja hat so Sehnsucht nach Dir.”

Frau Steidler ist völlig überfahren worden und hatte keine Kraft, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Die Einzige, die bei dem ganzen Schmierentheater nicht mitspielte, war Ronja. “Ich will zur Oma Berg! Ich zieh hier nicht ein!”

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Skandal! Grusel-Fund: Särge mit Leichen in Supermarkt in Berlin gefunden

Diese Schlagzeile aus dem “Express” geisterte neulich durch die Medien. Was denkt der Leser? Er denkt, in einem Lebensmittelsupermarkt habe man entweder zwischen dem Dosengemüse in den Regalen oder im Lager bei Gemüse und Obst Särge mit Leichen entdeckt.
Doch schaut man sich selbst die Meldung im Express näher an, so kommt man schnell dahinter, daß hier rein gar nichts passiert ist und der Skandal nicht einmal für ein müdes Kopfschütteln taugt.

Ein Bestatter hat nichts weiter getan, als einen leerstehenden Supermarkt anzumieten und als Lager zu verwenden. Punkt.
Auf einem “Symbolfoto” im Express wird eine supermarktähnliche Halle mit vielen Särgen gezeigt, was beim Leser zusätzlich Empörung hervorrufen soll. Tatsächlich räumt der Express aber im Bericht ein:

“Aus rein hygienischer Sicht könne dem Bestatter aber kein Vorwurf gemacht werden, hieß es vom Landkreis weiter. Die insgesamt fünf Leichen waren demnach in einem Kühlraum untergebracht, auch die Papiere seien einwandfrei gewesen. Das Unternehmen habe Teile des Supermarktes in der Gemeinde Wandlitz angemietet, der schon längere Zeit leer gestanden habe.”

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