Es hatte ja alles seinen Grund

Zum Beispiel, daß ich dieses Weblog einst begonnen habe.
Der Grund war ja, daß die Menschen, wenn sie eines Angehörigen eines seltenen Berufes angesichtig werden, vor allem wenn es sich bei diesem seltenen Beruf um den des Bestatters handelt, immer, aber auch wirklich immer mit zahlreichen Fragen aufwarten.
Jeder Bestatter kennt das, kaum hat er seinen Beruf genannt, weiß jemand von einer Bestattung etwas zu berichten und dann schließen sich die Fragen aller Anwesenden an.

Mir war also klar, daß das Interesse an dem, was angeblich an Geheimnisvollem, Makabrem und Schrecklichem hinter den Kulissen eines Beerdigungsinstitutes vorgeht, recht groß sein dürfte, als ich hier mit dem Schreiben begann.
Wahrscheinlich gibt es längst kaum noch einen Aspekt dieses Berufes, den ich hier noch nicht beleuchtet habe; und es gibt auch kaum noch eine Frage, die noch nicht gestellt und beantwortet wurde.

Dennoch reißt das Interesse nicht ab und es kommen tagtäglich neue Fragen an. Per Kontaktformular, per Kommentar, per Mail und per Telefon.
Erste Nebenbeibemerkung: Über den einen oder anderen Anruf mehr würde ich mich freuen, da diese Anrufe ja etwas Geld einbringen und ich froh bin, wenn wenigstens die Kosten für die Servicenummer wieder hereinkommen.
Zweite Nebenbeibemerkung: Per Kommentar zu fragen, ist die denkbar ungünstigste Variante, da ich nicht immer alle Kommentare lese.

Aber grundsätzlich freue ich mich über das anhaltende Interesse, wenn auch nicht mehr jede Anfrage Eingang ins Bestatter-Weblog findet, da sich sonst vieles wiederholen würde.

Manchmal sind auch ganz verwunderliche Fragen dabei, die selbst mich an meine Grenzen bringen; sei es, daß sie auf eine kriminelle Tat hinwirken, bei deren Begehung ich durch meinen Rat nicht mitmachen möchte, oder sei es, daß man aufgrund der zerebralen Defizite des Anfragenden aus der Frage gar nicht schlau wird.
Weiterlesen →

Bestatter wirbt mit Udo Jürgens († 80)

Am 21. Dezember 2014 starb Udo Jürgens im Alter von 80 Jahren. Auch nach seinem Tod wird mit dem großen Entertainer geworben und versucht, Geld zu machen.
Das Beerdigungsunternehmen Salm in Düsseldorf hat sich eine “Udo Jürgens Schaufenster-Dekoration” einfallen lassen.
Über einem Stuhl ist ein weißer Bademantel drapiert, darüber baumelt als Kopf eine Langspielplatte mit dem Gesicht des Sängers.

Jürgens Tochter Jenny (48) war entsetzt, als ihr sie von der außergewöhnlichen Deko erfährt. «Um Gottes Willen, das ist ja total geschmacklos.»
Erst nach ihrem Anruf beim Bestatter wurde die Deko entfernt.
Die Aktion war eigentlich nett gemeint gewesen, wie die Bestatterin versicherte. Die Dekoration sei als «Hommage an einen großen Künstler» gedacht gewesen.

Auf rechtliche Schritte will die Familie verzichten.

Mehr hier bei bluewin.ch

Schüler tanzen auf Beerdigung eines Lehrers

Zu Ehren ihres verstorbenen Lehrers Dawson Tamatea performen die Schüler einer neuseeländischen Lehranstalt den traditionellen Kriegstanz „Haka“. Ein Video zeigt die beeindruckende Aufführung.

Lehrer haben ein schwieriges Schicksal. Sie werden entweder gehasst oder geliebt. Dass der verstorbene Lehrer Dawson Tamatea an seiner High School in Palmerston auf der Nordininsel Neuseelands sehr beliebt war, lässt sich anhand der beeindruckenden Szenen von der Beerdigungszeremonie erahnen.

Als der Leichenwagen in die Straße einfährt, sind Hunderte von Schülern zu sehen, die streng aufgereiht und in Schuluniformen bereit stehen, um den „Haka“ aufzuführen, einen traditionellen Kriegstanz der neuseeländischen Māori. Zunächst ist alles still, dann setzen laute Sprechgesänge ein, die von aufstampfenden Füßen und exaltierten Gesten begleitet werden. Nach etwa drei Minuten ist alles wieder still, die Menge driftet auseinander und lässt den Wagen vorbei fahren.

Quelle: https://de.nachrichten.yahoo.com/…beerdigung-auf-120128307.html

Mein Mann war völlig entstellt

Mein Mann war noch keine 50 Jahre alt, als er vor einigen Wochen verstorben ist. Die letzte Zeit vor seinem Tod konnte ich Tag und Nacht bei ihm sein.
Sein Leidensweg begann überraschend und der Tod kam erschreckend schnell. Ich bin untröstlich über meinen Verlust, bin aber geistig klar.
Der Bestatter hat mich angerufen und gefragt, ob ich Fotos von meinem Mann haben möchte, ich sagte ja.
Nun habe ich die Bilder erhalten und völlig meine Fassung verloren. Mein Mann ist völlig entstellt zu sehen, das Make-Up ist so aufgetragen das an jeder Seite ca. 2 cm frei sind, die rechte Mundseite hängt herunter – alles in allem unerträglich -.
Mein Mann ist in meinen Armen friedlich eingeschlafen und ich durfte noch 4 Std. bei ihm bleiben, bevor er in die entsprechende Abt. des Krankenhauses kam.

Anderthalb Tage später wurde er vom Bestatter abgeholt, damit dieser ihn für die Beisetzung vorbereiten konnte.
Natürlich ist mir bewußt, dass verstorbene Menschen anders aussehen, aber was ist passiert, dass mein Liebster so aussah, als hätte er einen Unfall gehabt?
Der Bestatter sagt mir, ich hätte meinen Mann nur kraftvoll und lebendig in Erinnerung, mein Blick sei getrübt. Ich bin so untröstlich, ich meine, er hätte meinen Mann doch so behandeln müssen, dass dieses letzte Foto erträglich anzuschauen wäre. Oder sehe ich dies falsch?

Das ist natürlich wirklich kein schönes Erlebnis für Sie.
Gerade diese letzten Fotos sollen ja eine ganz besondere bleibende Erinnerung sein und werden von den Angehörigen sehr stark verinnerlicht.
Also wird ein guter Bestatter alles daran setzen, hier kosmetisch sehr gut zu arbeiten und dann ein gutes Foto abzuliefern.

Zunächst einmal muß ich den Bestatter ein wenig in Schutz nehmen:

Der Bestatter kennt in aller Regel die Verstorbenen nicht und weiß nicht, wie sie zu Lebzeiten ausgesehen haben. Es ist aus diesem Grund schon schwierig, selbst wenn Fotos vorliegen, ein Bild zu rekonstruieren, daß der lebensnahem Realität entspricht.
Außerdem ist Ihr Mann an einer zehrenden Krankheit gestorben, die den Einsatz sehr starker Medikamente notwendig macht. Diese haben die Aufgabe das Leben zu verlängern und den Schmerz und das Leiden erträglich zu machen. Hierfür nimmt man oft starke Nebenwirkungen in Kauf. Eine dieser Nebenwirkungen kann ein besonders schneller Zerfall nach dem Tode sein. Der Mensch verändert sich schneller, als es andere Verstorbene tun.

Weiterlesen →

Der leise Tod der Sarghersteller

Die Kölnische Rundschau berichtet:

Erich Allescher ist der letzte seiner Zunft in Köln – er zimmert aus einzelnen Brettern Särge zusammen. Doch seine Arbeit ist bedroht. Zwei Drittel des Geschäftes fließen mittlerweile nach Osteuropa.

Quelle

Bei dieser Nachricht erinnere ich mich an die Chefin einer tschechischen Sargfabrik, die mir auf einer Messe feixend sagte, sie liefere im Jahr soundsoviel tausend Särge nach Deutschland und sei sicher, daß die weitaus überwiegende Zahl der Bestattungen in osteuropäischen Särgen stattfinde. “Die Bestatter sagen zwar, daß sei deutsche Wertarbeit, aber die Särge kommen fast alle von uns.”

Ein Wunder ist das nicht.
Ich erinnere mich gut daran,

Weiterlesen →

Sie sind zu alt für ein Grab

Ja, auch so etwas gibt es. Man kann als Angehöriger zu alt sein, um ein Familiengrab (nach)mieten zu können.
In all den vielen Jahren, in denen ich mich mit dem Thema Bestattung beschäftige, ist mir so etwas noch nicht zu Ohren gekommen.
Da gibt es tatsächlich Friedhofsträger (in diesem Fall einen kirchlichen), die in ihrer Friedhofssatzung für den Ankauf bzw. die Verlängerung eines Wahl- bzw. Familiengrabes (oft auch Gruft genannt), ein Höchstalter festsetzen.
Nachfolgend gebe ich dazu auszugsweise einen Zeitungsartikel aus Thüringen wieder.

Tatsächlich besagt die Friedhofssatzung eines evangelischen Friedhofs, daß Grabnutzer höchstens 60 Jahre alt sein dürfen. Sonst sei, so heißt es, nicht gewährleistet, daß der Grabnutzer über 20 Jahre hinweg die Standfestigkeit des Grabmals und der Grabplatte absichern könne.

Die Thüringer Allgemeine berichtet dazu:
Weiterlesen →

Ratings – Sternchen – Daumen hoch

Seit einigen Tagen kann man die Kommentare im Bestatterweblog mit einem Daumen hoch oder einem Daumen runter bewerten.
Das war von einigen Leserinnen und Lesern gewünscht worden.
Versuchsweise habe ich das jetzt mal eingeschaltet.

Weil die Software das kann, hatte ich diese Bewertung auch für meine Artikel angeboten, hier in Form von Sternchen.
Das hat aber die üblichen Idioten angezogen, die sich die Mühe gemacht haben, nächtelang online zu sein, um jedem meiner Artikel ein “schrecklich” als Bewertung zu geben (und das dann 24 Stunden später wiederholten).
Für so einen Kinderkram böswilliger Neider habe ich keine Zeit.

Natürlich kann ich mit Kritik umgehen. Ich bin aber der Meinung, daß jemand, dem meine Artikel nicht gefallen, unter einem oder zwei Artikeln eine schlechte Bewertung anklickt und dann normalerweise nicht weiterliest.
Die Geschmäcker sind ja verschieden und es gibt bestimmt viele, die meine Sachen nicht gut finden, so what?
Aber sich nun hinzusetzen und ein paar tausend Mal “schrecklich” anzuklicken, das hat mit Meinung und Kritik nix zu tun.

Frau wacht in Kühlkammer von Bestatter auf – Nachtrag

Vor geraumer Zeit hatte ich im Bestatterweblog über eine 92-jährige berichtet, die beim Bestatter wieder aufgewacht war, obwohl sie ein Arzt zuvor für tot erklärt hatte.
Hier der Originalbericht:

http://bestatterweblog.de/92-jaehrige-von-den-toten-wieder-auferstanden/

Jetzt hat die Sache ein Nachspiel, der Arzt, der damals den Totenschein ausgestellt hat, muß sich nun wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Und weil die Überschrift und das Thema gut ins Sommerloch passen, machen viele Zeitungen und Online-Portale die Nachberichterstattung zu diesem monatealten Vorfall so auf, als sei jetzt gerade wieder eine Frau fälschlicherweise für tot erklärt worden.

Eine alte Dame, die von einem Arzt für tot erklärt worden war, (hatte) mehrere Stunden im Kühlraum eines Bestattungsinstituts verbracht, bis der Bestatter feststellte, dass sie noch lebt, berichtet die „Berliner Morgenpost“ am Dienstag.
Weil er eine 92-Jährige fälschlicherweise für tot erklärt hatte, muss sich ein Arzt aus Gelsenkirchen nun wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Eine Pflegerin hatte die 92-jährige schwerkranke Frau im März in einem Seniorenheim ohne Puls und ohne Atmung in ihrem Bett vorgefunden, so die Zeitung. Der Arzt bescheinigte den Tod der Frau. Nachdem die Angehörigen sich von ihr verabschiedet hatten, holte ein Bestattungsinstitut sie ab.

Einige Stunden später hörte der Bestatter Schreie aus dem Kühlraum und alarmierte den Notarzt. Die Frau kam in ein Krankenhaus, wo sie dann zwei Tage später tatsächlich starb. Angeblich gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Tod der Frau und ihrem mehrstündigen Aufenthalt in der Kühlkammer.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/panorama/20150728/303505250.html#ixzz3hCRMcJHz

Aus der Waltroper Zeitung:

Beim Bestatter aufgewacht: Arzt angeklagt

Gelsenkirchen (dpa/lnw) Weil er eine 92-Jährige fälschlicherweise für tot erklärt hat, muss sich ein Arzt aus Gelsenkirchen wohl vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Essen hat Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Seite 1 von 1.04812345...102030...Last »