Hilfe, das Grab soll weg!

Hallo,
ich brauche dringend hilfe.
Der Bruder von meiner Oma will ihre gemeinsame Mutter ausgraben lassen also bzw.das grab aufgeben.Meine Oma will das aber nicht sondern will das Grab behalten und will dann selbst dafür bezahlen und sich um die grab Pflege kümmern.So der Mann von der Friedhofs Verwaltung sagt dazu muss der Bruder ihr auf so einen schreiben Unterschreiben das sie das Grab übernehmen kann etc.Der Bruder will aber das nicjt unterschreiben weil er ziemlich gehässig ist und gönnt seiner Schwester nichts.Was sollen wir da tun? Hat man da irgendwelche Möglichkeiten das sie das Grab übernehmen kann und sie die Möglichkeit hat sich darum.zu kümmern bzw. Es aufrecht zu erhalten ansonsten wird das Grab nämlich weg gemacht. …und man könnte es ja auch nochmal 20 Jahre verlängern…..wir brauchen dringend hilfe…..bitte…..

Hallo,

herzlichen Dank für die Zuschrift.

Wenn ich die Sachlage richtig verstanden habe, hat Ihr Großonkel damals für das Grab bezahlt und ist Grabnutzungsberechtigter.
Zumindest ist er mal als solcher bei der Friedhofsverwaltung eingetragen.
Er kann damit bestimmen, wie das Grab gepflegt und ob es aufgelöst wird.

Das Grab der Urgroßmutter steht also vor der Auflösung. Die Nutzungszeit dürfte abgelaufen sein.
Damit wird der Grabnutzungsberechtigte zumeist angeschrieben und gefragt, ob das Grab aufgelöst werden soll oder ob er noch einmal Geld für 10 oder 20 Jahre investieren will.

Das es sich bei dem Großonkel um den Bruder Ihrer Großmutter handelt, nehme ich mal an, daß es sich um einen älteren Herrn handelt, dem die Grabpflege inzwischen zuviel oder gar lästig geworden ist. Das Grab dürfte ja auch schon Jahrzehnte bestanden haben.

Die Entscheidung, nun einen Schlußstrich zu ziehen, und das Grab wegmachen zu lassen, kann man also grundsätzlich nachvollziehen.

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Warum werden Toten Münzen auf die Augen gelegt

hallo, mich interessiert ob heute noch münzen auf die augen der toten gelegt werden? In früherer zeit war dies als lohn für die überfahrt gedacht. Heute glaubt ja fast niemand mehr daran. freue mich auf die antwort.

Die Sitte, einem Verstorbenen eine Münze auf jedes Augenlid zu legen, hat seinen Grund darin, daß die Augen geschlossen bleiben sollen.
So wird es auch heute noch in sehr traditionellen Familien getan. Allgemein üblich war das nie und ist es auch nicht. Es kommt eher ganz selten vor.

charonMir wurde einmal von einem Historiker erklärt, daß es sich eben nicht um das Wegegeld für den Fährmann Charon handelt, da dies erbracht werde, indem man dem Verstorbenen eine Münze in den Mund gibt. Genauergesagt wird diese Münze auf dem Mund oder unter die Zunge gelegt.

So steht es auch richtig im Wikipedia-Artikel Charon, während der Artikel “Tod in der Antike” wiederum davon spricht, die Münzen werden in den Mund oder auf die Augen gelegt.

Ich vermute, daß ein Restwissen über das frühe Wegegeld für Charon mit der Sitte des Augenschließens vermischt wurde und so als urbane Legende fortlebt.

Was kostet ein Trauerredner?

Immer mehr Familien bestellen für die Traueransprache auf Beerdigungen einen professionellen Trauerredner.
Manchmal möchte man einfach keinen Geistlichen dabei haben, manchmal hat man auch durch Mundproaganda oder eine andere Beerdigung von einem Trauerredner gehört, der seine Sache besonders gut macht.

Wie dem auch sei. Immer wieder wird über den Preis, den Trauerrednerinnen und -redner verlangen, viel diskutiert.
Da ich selbst schon viele Reden auf Friedhöfen gehalten habe, weiß ich, mit welchem Aufwand das verbunden ist.

Ich schildere mal zwei Fälle von Rednern, die ich sehr gut kenne:

Herr Mohr

Herr Mohr ist Rentner. Er hat jahrzehntelang als promovierter Kunsthistoriker bei einer Behörde gearbeitet.
Wie die Jungfrau zum Kinde kam er vor 10 Jahren zum Beruf des Trauerredners. Es war einfach so, daß man ihn gebeten hatte, auf der Beerdigung eines guten Freundes zu sprechen.
Das hat ihm und den Anwesenden gut gefallen und bald schon bat man ihn, das bei einer anderen Beerdigung wieder zu tun.
Im Laufe der Zeit wurden die Anfragen mehr und Herr Mohr überlegte sich, das von nun an beruflich zu machen.

Zunächst einmal legte er sich Literatur zu. Vor allem Werke, aus denen er schöne Zitate und sprachliche Bilder übernehmen konnte.
Dann belegte er einen Kurs für Trauerredner (damals bei mir) und lernte und übte mit vier anderen in einer Kleingruppe das kleine ABC des Beerdigungswissens.
Fast ein Jahr lang feilte und schrieb er an über vierzig verschiedenen Musterreden, denn einen roten Faden muß ein guter Trauerredner haben.

Danach begann die Phase, daß er Bestattungshäuser besuchte, sich vorstellte, Beispielreden hielt und somit viele Monate Klinken putzte.
Zuvor hatte er ein Gewerbe angemeldet, sich Briefbögen, Werbezettel und Visitenkarten machen lassen.

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Sind wir doch mal nicht kleinlich -2-

Da stehe ich da und sperre für einen kurzen Moment den Mund auf.
Ist mir so etwas an Dreistigkeit schon einmal untergekommen?
Hat dieser Herr Fuchs mir eben gesagt, daß er mich immer und immer wieder behupst, behumbst und bedaddelt?

Während in mir Gedanken über Abmahnung, Kündigung und was weiß ich Purzelbaum schlagen, drängt sich eine andere Geschichte aus den Tiefen meiner rindfleischverseuchten Gehirnwindungen nach oben.

Es war ein sonniger Tag, die Männer aus der Werkstatt und die Aushilfsfahrer hatten alle unsere Wagen aus der Tiefgarage hoch geholt und gründlich ausgeräumt, gewaschen und poliert.
Herr Fuchs lag zu diesem Zweck quer über den beiden Sitzen eines Bestattungswagens und klaubte irgendetwas unter einem der Sitze hervor.
Manni kam um den Wagen herum, sah die Beifahrertür offenstehen und wußte nichts vom quer im Wagen liegenden Herrn Fuchs.
Ja und dann? Dann haute Manni die Tür mal ordentlich zu und dem armen Herrn Fuchs vor den Schädel.
Deshalb ging die Tür auch nicht richtig zu, weshalb Manni nochmals ordentlich Schwung nahm und die Tür nochmals und nochmals zuwerfen wollte.
Natürlich hatte Herr Fuchs schon beim ersten Mal geschrien, aber das hatte Manni nicht gehört, weil die Männer eines der Autoradios aufgedreht hatten.

Erst beim vierten oder fünften Mal sah Manni nach und bemerkte den armen Kollegen, der sich den Kopf hielt.

“Ach Gott, ist Dir was passiert?” fragte Manni.

Und was macht Herr Fuchs? Er hebt den schmerzenden Schädel und ruft: “Manni, Manni, ich bin sowas von bewußtlos, man könnte sagen ohnmächtig!”

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Müssen wir das Abräumen des Grabes bezahlen?

guten tag, ich habe mit sehr viel interesse ihre seite über grabpflege und kosten gelesen, danke erstmal. meine frage ist, die kidnerlose tante meines mannes ist im heim und mein mann ist der betreuer.
die grabstelle ihres mannes endet 2016. muß der mein mann als betreuer und neffe dann diese grabstelle fürs glattmachen bezahlen? es ist ein normales grab. Uns wurde gesagt, er muß nicht dafür aufkommen und was kostet es ungefähr?
würde mich über eine antwort freuen, dankeschön im voraus.

Die Frage kann Ihnen ohne weiteres das zuständige Friedhofsamt sofort beantworten.
Von hier aus kann ich nicht sagen, ob das etwas kosten wird und wie viel.
Denn auf manchen Friedhöfen ist es üblich, daß die Verwaltung Gräber einebnet und alles entsorgt, während auf anderen Friedhöfen akribisch nach Angehörigen gesucht wird, die die Kosten übernehmen sollen.

Wenn Kosten anfallen, dann setzen diese sich in erster Linie aus den Kosten für die Beseitigung der gärtnerischen Anlage und dem Entfernen von Einfassung und Grabstein zusammen.
Nun kann man natürlich die Blümchen und Sträucher auf dem Grab selbst entfernen und sie entweder anderen Grabpflegenden auf dem Friedhof schenken oder sie auf den Kompost werfen.
Anders sieht das mit Grabstein und Grabeinfassung aus.

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Bestatter klagt über Zahlungsmoral der Sozialbehörde

Leser Stefan ist Bestatter und hier im Bestatterweblog ein treuer Leser und Kommentator. In einem Kommentar schreibt er einiges über seine Erfahrungen mit den Sozialbehörden in seiner Stadt/Gegend.
Es wäre zu schade, diese Erfahrungen nicht mit allen Lesern zu teilen, deshalb veröffentliche ich seine Zuschrift einmal hier als Blogbeitrag:

Es gibt inzwischen genug Kollegen, die hier gar keine Sozialfälle mehr annehmen oder wirklich nur das allernotwendigste tun.

Übertragen wir das Zahlmodell mal auf eine Pizzalieferung:

Hier im Kreis läuft das so, dass ich (wenigstens moralisch) verpflichtet bin jemandem der “Sozialamt” sagt, dieselbe 14.00 Euro Familien-Pizza zu liefern, die jeder Selbstzahler auch bekommt. Aufgrund von (einseitig durch das Kreis-Sozialamt aufgestellten) “Vereinbarungen” ist das so rabattiert, dass für die 14,00 Euro Lieferung mal gerade so 10,00 Euro bezahlt werden. OK, damit kann ich leben, sind ja nur Einzelfälle. Blöderweise dauert es dann mal so 3 bis 18 Monate bis so ein Fall bearbeitet ist – und je nach Einzelfallprüfung bekomme ich dann 4,00 bis 8,00 Euro.

Für meine Bestatterleistung kann ich ca. 1000,00 Euro abrechnen – und erfahre dann nach den genannten 3 bis 18 Monaten ob ich dafür 400 – 500 oder sogar 800 Euro bekomme.
Damit soll dann Sarg, Ausstattung, Deckengarnitur, Personal, Überführung, Hygienische Versorgung, Einsargung, Überwachen der Trauerfeier, Kühlraum usw. abgegolten sein.
Bergungskosten wegen Unfall? Erstattung 0,00 Euro
Eine zweite Überführung vom zentralen Kühlraum zur Kapelle / Trauerfeier? Erstattung 0,00
Besonderer Aufwand, z. B. eine Leichenhülle gegen Gerüche? Erstattung 0,00
Ich schreibe also von vornherein ein Minus – und soll ausserdem noch Fremdleistungen vorab auslegen: Hier mal Normpreis vorne und Erstattung hinten:
Sargträger: 182,00 Euro / 120,00 (Angemeldet und versichert)
Sargesteck: 120-140,00 euro / Erstattung 40,00
Kranz 120, Euro / Erstattung 0,00
Trauerredner: 185,00 bis 380,00 / Erstattung: 110,00

Das Sozialamt hier im Kreis betreibt Rechtsbeugung – und die Angehörigen wehren sich nicht. Derzeit finden die ja immer noch genug “blöde” Bestatter, die das aus Gutmütigkeit machen.
Aber um das mal auf den Punkt zu bringen:
Ich knöpfe meinen “Normalkunden” nciht genug Geld ab, umd damit die ganzen Sozialdinger zu subventionieren. Diesen Aufwand, den Tom oben beschreibt und der in vielen Fällen einfach nötig wäre, kann ich nicht zu diesen Bedingungen treiben.

Theoretisch hat auch ein Mittelloser den Anspruch auf eine anständige Erd- oder Feuerbestattung – aber die Sozialämter scheren sich einen Dreck drum und drücken die Erstattungen wo immer es geht.
Bestattung durch das Sozialamt heisst in vielen Fällen wirklich nur noch Entsorgung im Armengrab.

Sind wir doch mal nicht kleinlich

Im Laufe der Jahre sind viele Mitarbeiter durch mein Unternehmen gegangen.
Eigentlich bin ich stolz darauf, daß meine Stammbesatzung beinahe Ewigkeiten bei mir beschäftigt war und nie einer gekündigt hat, weil es ihm nicht mehr gefiel.
Aber beim Fahrpersonal hat man immer eine gewisse Fluktuation, weil man gerade im Bereich der Aushilfsfahrer oft auf diejenigen zurückgreifen muß, die von anderen Unternehmen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt wurden.
Von ein paar Pflänzchen aus diesem Teil der Beschäftigungsbotanik habe ich ja schon erzählt (Siehe die Henning-Geschichte oder der berühmte Herr Sommerfeld).

Einmal hatten wir einen Herrn Fuchs. Immer ein Grinsen auf den Lippen, das bei ihm zur Physiognomie gehörte und keinerlei Ursachen im Frohsinn hatte, und ansonsten stets freundlich und arbeitsam, ist mir der Mann nie weiter aufgefallen.
Er erledigte seine Fahraufträge, schrieb seine Stunden auf den Zettel, kam am Monatsende zum Kassieren und das war’s dann auch schon.
Eher unauffällig.

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