Fett 2

Mit sieben Leuten waren wir am Einsatzort und unsere Aufgabe sollte es sein, den verstorbenen dicken Mann ins Bestattungshaus zu transportieren. Mir gingen mehrere Sachen gleichzeitig durch den Kopf. Ich dachte daran, wie ich noch mit dem Sarghändler über die breite Riesentruhe gelacht hatte, die er in seiner Ausstellung stehen hat, und wie gesagt hatte: “Jau, is’ groß genug für drei Zimmer, Küche, Bad …”. Ich dachte an den Teddy auf dem Bett des Toten und malte mir vor meinem geistigen Auge aus, wie er auf den großen Fernseher auf der gegenüberliegenden Wand starrend, eine Pizza nach der anderen in sich hineinschob, während Mutti im Küchenkittel um ihn herumwuselte und ihn mit einer weiteren Familienflasche Cola versorgte.
Und ich dachte an die vier Treppen, die vor uns lagen.

Die beiden Polizisten waren sehr hilfsbereit, sie lehnten sich an den Türrahmen, der eine links, der andere rechts, und amüsierten sich über unsere vergeblichen Versuche, den dicken Martin zu bewegen.
Wir, das waren die beiden Fahrer, die an diesem Abend Dienst hatten, zwei weitere Aushilfen, Manni, Sandy und ich.
Sandy war ein paar Mal durchs Treppenhaus gelaufen und hatte dann auf der anderen Straßenseite mit einem Schreibblock Stellung bezogen. Viele der Gaffer hielten sie für wichtig und bald schon hatte sich um sie eine Traube von Menschen gebildet.
Keine Ahnung, was sie den Leuten für Bestattergeschichten erzählte, vermutlich die vom Madenauge oder die von der zerplatzten Mumie; sie hatte einige solcher Schauergeschichten auf Lager.
Aber wenn man meint, durch diese Maßnahme hätten weniger Menschen die Fensterbretter, die Bürgersteige und auch das Treppenhaus belagert, dann täuscht man sich.

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Fett 1

Es ist eine ganz einfache Geschichte. Jeder Mensch hat einen gewissen Grundumsatz zu dem er Kalorien verbrennt. Nimmt er weniger Brennstoff zu sich, wird er abnehmen, der Körper wird seine Tätigkeit reduzieren und irgendwann wird der Mensch vielleicht verhungern. Nimmt man zuviel Kalorien zu sich, freut sich der Körper und spart die für schlechte Zeiten als Reserve in Form von Fett auf.
Um nun ein bestimmtes Gewicht zu halten oder zu erreichen, hat man grundsätzlich und vereinfacht gesprochen, zwei Stellschrauben. Zum einen ist das die Erhöhung des Umsatzes bzw. der Verbrennung durch mehr mehr Bewegung und zum anderen ist das die Reduktion der Kalorienzufuhr.
Durch sportliche Betätigung werden zudem Muskeln aufgebaut bzw. zur Mehrverbrennung angeregt und man nimmt zunächst durch die schwereren Muskeln zu, im Laufe der Zeit durch die erhöhte Verbrennung wieder ab.

Ganz einfach, oder?

Nur funktioniert das eben bei vielen Menschen nicht. Abgesehen von denen, die aus gesundheitlichen Gründen davon betroffen sind, werden die Menschen immer dicker.
Darauf hat sich die Bestattungsindustrie genauso einzustellen gehabt, wie Krankenhäuser und Pflegedienste.

Vor vielen Jahren war das noch anders. Stark übergewichtige Menschen waren eine absolute Ausnahme und man kannte Berichte über solche vor allem aus dem Ausland.

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Frage zu MB Mercedes Benz Bestatter Leichenwagen Kombi 230 E 123

Lieber Herr Wilhelm,

wir haben in den letzten drei Monaten unser Schätzchen, einen MB Mercedes Benz Bestatter Leichenwagen Kombi 230 E 123, wieder flott gemacht.
Nun sind wir uns nicht sicher bezüglich des Reifenluftdrucks.
In der Tankklappe sind die Drücke angegeben, aber nur für die Grundlimousine, nicht für den Bestatter.
Wie soll da die Einstellung sein?

Wäre toll, wenn Sie da was wüßten.

Vorne 2,2 bar, hinten 2,5 bar.

Percy Sledge verstorben

“Percy Sledge (* 25. November 1941 in Leighton, Alabama; † 14. April 2015 in Baton Rouge, Louisiana) war ein US-amerikanischer Rhythm and Blues- und Soul-Sänger. Internationale Bekanntheit erlangte er mit dem Song “When a Man Loves a Woman” im Jahr 1966.

Der Sänger feierte vor allem in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre Erfolge mit gefühlvollen Liebesballaden zwischen Country und Soul, die er mit nasaler Intonation vortrug.
Sledges sanfte, eindringliche Stimme eignete sich perfekt für eine Serie von Soulballaden, die von Ivy und Marlin Greene produziert wurden und Rockkritiker Dave Marsh einmal „gefühlvolle Klassiker für Romantiker jeden Alters“ nannte.
“When a Man Loves a Woman” war seine erste Aufnahme, und sie wurde 1966 nicht nur ein internationaler Hit (US Platz 1, UK Platz 4, Bundesrepublik Deutschland Platz 13), sondern auch die erste Goldene Schallplatte für Atlantic Records. Diese bedeutende Soulhymne war der Grundstein für Percy Sledges Karriere, und Titel wie “Warm and Tender Love”, “Take Time to Know Her” und “Cover Me” festigten seinen Ruhm.
percy-sledge

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Ich packe meinen Koffer

Wir möchten eine Bestattungsvorsorge für uns abschließen, bitte kommen Sie doch mal vorbei!”

Ein schöner Satz, den man als Bestatter gerne hört. Schließlich entscheiden sich Leute schon zu Lebzeiten dazu, dereinst von uns bestattet zu werden, und sorgen so dafür, daß auch in den kommenden Jahren die Auftragsbücher voll sind.
Außerdem ist der Ton, aufgrund des fehlenden aktuellen Traueranlasses, bei Vorsorgegesprächen entspannter und das gesamte Gespräch verläuft streßfreier.

Dachte ich.

Gegen Abend fuhr ich zu den Kunden. Es öffnet eine Frau Mitte-Ende sechzig und und bittet mich herein.
Im Wohnzimmer darf ich mich an den Eßtisch setzen, die Frau nimmt mit gegenüber Platz.
Der Herr des Hauses sitzt mit dicken Kopfhörern vor seiner Stereoanlage und lauscht innig seiner Musik, zu der er mit den Zeigefingern mitdirigiert.
Uns hat er den Rücken zugekehrt und er weiß auch offensichtlich nicht, daß jemand gekommen ist.

“Möchte Ihr Mann nicht zu dem Gespräch dazu kommen?”

“Wir sind nicht verheiratet!”

“Oh, Entschuldigung! Möchte Ihr Lebenspartner nicht dazu kommen?”

“Wir sind auch nicht homosexuell, das ist mein Gatte.”

“Äh, was? Wie? Ich dachte …”

“Ja, das denken viele, aber da denken Sie halt falsch. Herr Wiegand ist mein Gatte und ich bin Frau Löffler. Frau Dr. Löffler.”

“Gut, dann sind Sie also nicht verheiratet …”

“Sie kennen sich aber schon aus, oder?”

“Ich mache meine Arbeit schon viele Jahre.”

“Nicht, daß ich zweifeln würde, aber besonders kompetent wirken Sie nicht auf mich.”

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TV-Tip: 3SAT, 14. April 2015, 22.25 Uhr “Nach mir die Sintflut – Der Ärger mit den Toten”

“Der Tod nahestehender Menschen wird hauptsächlich mit Verlust und Trauer in Verbindung gebracht. Aber oft kommen da noch ganz profane weltliche Probleme auf die Trauernden hinzu. Was ist, wenn der letzte Wille nicht klar ist oder gar nicht existiert? Hat der Verstorbene womöglich Schulden hinterlassen? Wie geht man mit Bestattungswünschen um, wenn der Verstorbene seine Asche auf der Spitze eines 4.000 Meter hohen Bergs verstreut haben will? Müssen die letzten Wünsche, auch wenn sie noch so exotisch sind, eingehalten werden? Ein tragisch-komisches Thema, das uns alle betreffen könnte.” Quelle: ARD

22:25 Uhr Nach mir die Sintflut – Der Ärger mit den Toten Film von Florence Fernex und Géraldine Genetti | 3sat

eingesandt von Doris

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