Die respektlose Kiste

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Noch ´ne Kiste…

Mein Schwager verstarb sehr plötzlich an einem Herzinfarkt. Allerdings nicht in Deutschland, sondern in Kinshasa, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, wo die Familie meiner Schwester damals lebte.

Meine Schwester kam dann sobald wie möglich in ihr hiesiges Domizil, von wo aus wir die Überführung ihres Gatten nach Deutschland und die Bestattung auf dem lokalen Friedhof organisierten. Ein Umstand allerdings gefährdete unerwartet unsere Planungen: Der Arzt in Kinshasa hatte im Totenschein als Todesursache etwas angegeben, was die deutschen Behörden mit „Herzversagen“ aus dem Französischen übersetzten. Herzversagen wird aber hierzulande nicht mit Herzinfarkt gleichgesetzt und gilt damit nicht als Nachweis einer natürlichen Todesursache, denn Herzversagen kann auch durch Vergiftung, Gewalteinwirkung o. Ä. hervorgerufen werden.

So nahm der Leichnam meines Schwagers nach seiner Ankunft in Deutschland einen unvorhergesehenen Umweg über das zuständige Rechtsmedizinische Institut. Meine Schwester rief, nachdem der Bestatter uns diesen Umstand mitgeteilt hatte, dort an, um zu erfahren, wie lange die Prozedur dauern würde. Sie hatte auch gleich Herrn P., den Leiter des Instituts, am Telefon. Seine ersten Worte: „Hab schon gehört, dass da noch ´ne Kiste kommt heute!“ Zum Glück gehört meine Schwester zu den Menschen, die auch in einer solchen Situation eine gewisse Bodenständigkeit und vor allem den Humor nicht verlieren…

Zum Glück ging´s alles recht schnell, so dass Trauerfeier und Beerdigung dann doch zügig organisiert werden konnten.

©Gerrit Gätjens 2016

Berlin: Urne wird einfach nicht bestattet – seit 12 Jahren

Rainer Hildebrandt war Widerstandskämpfer gegen Hitler, Publizist und Gründer des Mauermuseums.
Am 9. Januar ist er verstorben. Seine Urne wurde bislang nicht beigesetzt.
Man mag denken, der 9. Januar sei ja noch nicht so lange her, aber es war der 9. Januar 2004.

Die Witwe des Verstorbenen hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den letzten Wunsch ihres Mannes zu erfüllen. Und der klingt zunächst sehr bescheiden:
Rainer Hildebrandt wollte gerne neben einem Freund bestattet werden.
Dieser Freund ist Albrecht Haushofer. Albrecht Georg Haushofer (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin; Pseudonyme: Jürgen Dax, Jörg Werdenfels) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Die SS erschoss Haushofer in den letzten Kriegstagen am 23. April 1945.
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Interview mit einer Bestatterin

Es gibt ein paar fiese Sätze, die man nicht sagen darf: „Ihr seid ja noch jung.“ Oder: „Wird schon seinen Grund haben.“ Oder: „Ist vielleicht auch besser so.“ Auch wenn alte Menschen sterben, waren sie ein LebenspartnerIn und der andere bleibt einsam zurück. So was wie: „Es geht ihm jetzt auch besser“ oder „Jetzt muss sie nicht mehr leiden“. Diese Sätze sollte man einfach streichen, sie helfen niemandem in der Situation.

Das ist ein Zitat aus einem Interview, das Mareice Kaiser mit Bestatterin Lea Gscheidel führte.

Das komplette Interview findet man aktuell hier:

http://www.zeit.de/…bestatterin-job…

gefunden von Judith

Der andere Mann

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Ein Anruf in unserem Bestattungshaus ist mir noch gut in Erinnerung.
Das Telefon klingelt, ich will mich melden, doch der Anrufer am anderen Ende legt gleich los:

„Guten Tach, ich ruf Sie an.“

„Ja, guten Tag, das merke ich, um was geht es? Wie kann ich Ihnen helfen?“

„Ich bin der, der schon mal da war. Erinnern Sie sich an mich?“

„Nicht auf Anhieb.“ Weiterlesen →

Bestattungskosten zahlen, obwohl zur Adoption freigegeben?

Frau Müller hat 1980 zwei Töchter als Baby zur Adoption freigegeben. Jetzt ist sie alt und die beiden Töchter fragen sich, ob sie eines Tages für die Bestattung der Frau aufkommen müssen.

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Erstmal vielen Dank für den Blog!
Also ich schildere hier mal eine Begebenheit aus meinem Freundeskreis, auch wenn ich hier die Namen und Städte geändert habe.
Frau Müller hatte zwei Töchter Monika und Elke, die sie beide als Babys zu Adoption frei gegeben hat, so kam Elke nach Köln und Monika nach Bremen…
Beide Mädchen haben seit 2005 wieder Kontakt mit Frau Müller…
Nun ist Frau Müller gestorben, und hat außer einer alten Tante, die im Heim wohnt, keine Familie mehr…
Die Töchter sind ja nur noch biologisch mit Frau Müller verwandt.
Wer zahlt also?
Frau Müller ist selber mittellos gewesen, und hat Hartz 4 bezogen…
Monika und Elke sind beide verheiratet,und haben beide Kinder die noch recht klein sind…
Tante Ilse ist wie gesagt 88 Jahre alt, und ihre Rente wird vom Heim aufgefressen…

Das ist im Bürgerlichen Gesetzbuch eindeutig geregelt:
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Grausamer Unfall: Arbeiter in Tierfleischmühle zerhäckselt

In einer Tierkörperbeseitungsfirma ist ein 49-Jähriger in den Kadavershredder gefallen und getötet worden.

Tierkörperbeseitungsunternehmen erfüllen eine wichtige hygienische Aufgabe. Schlachtabfälle, an Krankheit verstorbene Kühe, Schafe und Pferde, aber auch eingeschläferte Haustiere werden dort beseitigt.
Dazu gehört es, daß die Kadaver in einer großen Fleischmühle zunächst zerkleinert werden.
Am Ende des Produktionsprozesses steht meistens Tiermehl, das wiederum als Tierfutter oder Düngemittel verwendet werden kann.

Am vergangenen Dienstag kam es in einem solchen Betrieb in Brögbern/Emsland zu einem grauenvollen Unfall.
Arbeiter entdeckten den Arbeitshandschuh eines Kollegen an der Klappe des Schüttbunkers. Bei einer Suche wurden dann nur noch Teile der Arbeitskleidung des Mannes im Räderwerk der Häckselmaschinerie gefunden.

Die Polizei schließt Fremdverschulden aus.
Es scheint ein Arbeitsunfall vorzuliegen.

Es heißt:
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Komplette Bestatterfamilie ausgelöscht

Die 5000-Seelen-Gemeinde Otterberg in Rheinland Pfalz steht unter Schock. Sie verlor beim Crash am Gotthard die beliebte Bestatterfamilie Familie S.

Bestatter Kurt S. (43), seine Frau Petra (43) und die beiden Töchter Luise (8) und Emely (12) waren am Gardasee in Urlaub und fuhren am vergangenen Dienstag in Richtung Heimat.
Als Bestatter konnte er jedes Jahr immer nur eine Woche Urlaub machen.

Am Rückreisetag geriet die Familie in einen Stau. Am Stauende fuhr ein LKW mit voller Wucht auf.
Der Van der Bestatterfamilie aus Rheinland-Pfalz wurde bis zur Unkenntlichkeit zwischen zwei LKW zusammengedrückt.
Alle vier starben auf der Stelle.

Kurt S. (43) war der Bestattungsunternehmer des Ortes Otterberg/Rheinland-Pfalz.
Nun trauert die 5230-Seelen-Gemeinde um den bekannten Schreinermeister und seine Familie.

Mehr hier:

http://www.blick.ch/…starb-beim-crash….html
gefunden von Jobst

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