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Dank Bestatterweblog Opa gut verabschiedet

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LESERZUSCHRIFT:

Ich war acht als mein einer Opa starb und habe deutlich geäußert, dass ich mich verabschieden möchte und durfte es nicht, weil man mich beschützen wollte. Zur Beerdigung durfte ich auch nicht mit, weil meine Oma eine Tour durch Norddeutschland daraus gemacht hat (drei Stationen, 250 Kilometer Fahrt, mitten im tiefsten Winter… Es wäre organisatorisch nicht gegangen uns mitzunehmen).

Ich habe da SEHR lange dran geknuspert. Als besagte Oma gestorben ist, war ich im Krankenhaus bei ihr. Ich war überfordert, die Schwester in Eile. Ich habe mich dann nur getraut den Arm freizulegen und ihre Hand zu halten. Aber auch das war besser als nichts.

Bei meinem anderen Opa haben wir (jetzt gerade) einen ganz tollen Bestatter, bei dem ich die Möglichkeit hatte mit ihm zusammen Opa anzuziehen, einzusargen und zu kämmen. Das war erst gestern und ich merke trotz all des akuten Schmerzes wie gut mir das getan hat. Ich hätte das im Nachhinein bereits beim ersten Opa gerne gemacht. Und wenn es vielleicht nur die Socken gewesen wären oder kämmen. Aber halt mithelfen.

Das ist genau das gewesen, was ich mir als Kind schon gewünscht habe, aber erst dank dieses Blogs so formulieren konnte

Wer kann eigentlich einen Hospizverein in Anspruch nehmen?

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In ambulanten Hospizvereinen arbeiten Ehrenamtliche, die schwer kranke und sterbende Menschen besuchen und sie und ihre Angehörigen unterstützen. Doch wer kann diese Unterstützung eigentlich beantragen? Wann ist ein sinnvoller Zeitpunkt? Und wie lange „darf“ so eine Begleitung dauern?

Hospizvereine sind für alle da

Zunächst einmal das Wichtigste: Ziel der ambulanten Hospizvereine ist es, ihre Unterstützung allen Menschen zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet: Alter, Herkunft, finanzielle Mittel und Religion spielen keine Rolle. (Vielleicht mit kleinen Einschränkungen bei den wenigen kirchlich getragenen Hospizvereinen. Wie stark diese auf die Religion schauen, kann ich nicht einschätzen.) Die Begleitung ist komplett kostenlos und soll dadurch für jeden erreichbar sein. Weiterlesen

Jede Mühe verdient ihren Lohn, ist doch so!

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Ein Magister ist er und weil er Österreicher ist, ist das auch wichtig. Ich bin auch was, aber mir ist das nicht wichtig. Aber er möchte etwas von mir, schrieb er in seiner Mail. Er möchte, um es abgekürzt und brav ausgedrückt zu sagen, ein Unternehmen im Bestattungswesen eröffnen. Ja, und weil ich doch ach so bekannt sei und so einen guten Ruf habe, wolle er mich so gerne als Mitglied seines Beirats gewinnen.

Da ich von solchen Sachen nichts verstehe, habe ich den Herrn, der immer für mich verhandelt und meine Verträge macht, gebeten, sich das alles einmal genauer erklären zu lassen. So sprachen die beiden auch mehrfach miteinander und es zeigte sich, dass es als Entlohnung für diese Tätigkeit ein paar schmale Prozente als Unternehmensbeteiligung geben solle.

Nun ja, dachte ich, so als Beirat hat man nicht viel zu tun, man hört sich alles an, man prüft eventuell Unterlagen, man berät und dafür bekommt man ein paar Firmenanteile. Die sind im schlechtesten Fall überhaupt nichts wert und im besten Fall entwickelt sich das neue Unternehmen so wie Apple, Facebook oder Amazon und schon ein paar Prozentchen sind dann irgendwann Milliarden wert…
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Knapp verpasst

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Eine meiner ersten Begleitungen dauerte über ein Jahr. Herr Steinmann war 84 und bettlägerig. Nach einem Schlaganfall vor über zehn Jahren konnte er nicht mehr sprechen und war auch zunehmend geistig verwirrt. Von Herrn Steinmann lernte ich, wie man sich ohne Sprache verständigt. Kleinste Signale zeigten mir, wie es ihm ging und ob er etwas mochte oder nicht. Es war oft schwierig, aber ich denke, in den meisten Fällen verstand ich das Wichtigste. Er brachte mir viel über Würde und bedingungslose Liebe bei. Von ihm lernte ich, dass es mir egal ist, was jemand noch kann oder nicht kann. Das ist der große Vorteil von mir als Hospizbegleiterin im Vergleich zu den Angehörigen: Ich habe keine Vergangenheit mit den Menschen, die ich begleite. Ich sehe sie nicht, wie sie früher waren, sondern lerne sie so kennen, wie sie jetzt gerade sind. Und so nehme ich sie an und mache das Beste daraus.

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Diana Rigg verstorben

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Mit Schirm, Charme und Melone, so hieß die britische TV-Serie, die im Original „The Avengers“ hieß und in den 60er Jahren erstmals über die Bildschirme flimmerte.
Hauptfigur der Serie war der etwas blasiert wirkende Agent John Steed, dargestellt von Patrick Macnee. Neben ihm spielte Diana Rigg die Agentin Emma Peel. Die Figur war intelligent, unabhängig und wehrhaft und deutlich lässig angelegt. So hatte gerade Emma Peel einen großen Fankreis.

Die Darstellerin Diana Rigg ist nun im Alter von 82 Jahren gestorben.

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„Warum machst du das?“ (Podcast mit mir)

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Wenn ich erzähle, dass ich ehrenamtlich in der Hospizbegleitung arbeite, dann bekomme ich oft zwei Reaktionen: Bewunderung und Unverständnis. Und ehrlich gesagt ist beides dasselbe. Denn auch in der Bewunderung steckt eigentlich immer drin: „Das könnte ich nicht!“ oder „Dafür muss man ja schon geschaffen sein!“ oder „Faszinierend, dass es Menschen gibt, die das können.“ Ich finde das schade. Denn dahinter steckt sehr viel Unwissenheit. Natürlich ist nicht jeder Mensch als Hospizbegleiter geeignet (oder daran interessiert). Es kann und will ja auch nicht jeder Kinderpfleger, KFZ-Mechaniker oder Eiskunstläufer werden. Aber ich bin sicher: Wenn die Menschen mehr wüssten darüber, wie das mit dem Sterben ist, dann würden sich auch viel mehr Leute die Begleitung von Angehörigen, Freunden oder sogar Fremden zutrauen. Doch dafür müsste das Thema Tod und Sterben wieder an den Platz rücken, an den er eigentlich gehört: in unseren Alltag, in unsere Gesellschaft, in unser Bewusstsein und unsere Erfahrung. Daran mitzuarbeiten, das ist einer der wichtigsten Gründe, warum mir die Hospizarbeit so wichtig ist. Und damit bin ich zum Glück nicht alleine. Weiterlesen