Die Rechnung ist zu hoch, ich will Ihre Einkaufspreise wissen

Wenn die Bestatterrechnung zu hoch ausfällt, dann kann der Kunde reklamieren.
Wann ist eine Rechnung zu hoch?

  1. Wenn die Preise unerwartet hoch und absolut überzogen sind. (Wucher: Vereinfacht gesagt, wenn vorsätzlich unter Ausnutzung einer Schwächeposition mehr als das Doppelte des üblichen Preises verlangt wird.)
  2. Wenn der Rechnungspreis erheblich vom Kostenvoranschlag abweicht. (Wer aus dem Beratungsgespräch ohne Kostenaufstellung oder zumindest einer Vorstellung von den Kosten herausgeht, begeht einen Fehler.
  3. Wenn Warenlieferungen und/oder Dienstleistungen abgerechnet, aber nicht erbracht/geliefert worden sind.

Eine Bestatterkundin übersendet mir die Rechnung eines Bestatters. Freundlicherweise hat der ihr neben der eigentlichen Rechnung auch noch eine Excel-Tabelle mit den Rechnungspositionen mitgeschickt.
Das nimmt die Kundin zum Anlaß, zu nahezu jeder einzelnen Position eine Reklamation oder eine Nachfrage zu stellen.

Dazu schreibe ich der Fragestellerin folgendes:
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Irgendwo im Hessischen

Frau Amelie Pluster schreibt mir im Februar über meine Webseite peterwilhelm.info
Sie möchte gerne einen Nachmittag für Arztfrauen veranstalten und es sei ihr in den Sinn gekommen, es könne eine heitere Abwechslung sein, wenn ich der Stargast der Veranstaltung sein würde.
Geld spiele keine Rolle und ich soll doch mal schreiben, was ich davon so halte.

Carina, die sich hier um das Veranstaltungsmanagement kümmert, schreibt ihr nett zurück und bittet sie, das Veranstaltungsformular auf der Webseite auszufüllen und uns zuzusenden.
Da steht dann alles drauf, das Wann, das Wo und das Wie.
Für mich ist immer eine genaue Ortsangabe wichtig, denn Aussagen wie: „Das ist im Hubertussaal, den kennt hier jeder“, helfen mir nicht weiter. Denn bis jetzt war es immer so, daß dann vor Ort keiner was mit dieser Bezeichnung anfangen konnte. Schließlich ist dann im Hubertussaal eine Hammelausstellung und ein kleiner Zettel gibt mir den Hinweis darauf, daß meine Veranstaltung „aus organisatorischen Gründen“ im 12 Kilometer entfernten Vereinshaus der Viktoria 1872 stattfindet…
Nee, ich will meinen Zettel, auf dem alles genau draufsteht, vor allem die Handynummer des Veranstalters.
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Peter Wilhelm im Radio

Morgen werde ich im Deutschlandfunk gemeinsam mit anderen geschätzten Experten über das Thema Tod/Trauer und Bestattungen diskutieren.
Die Sendung wird live ausgestrahlt. (In der Mediathek hier zu finden: http://www.deutschlandradio.de/audio-archiv.260.de.html?drau:broadcast_id=158

Donnerstag, 2.11.2017 von 10.10 Uhr bis 11.30 Uhr, Deutschlandfunk.

Gäste:
Pfarrer Eckart Schwab, Kirchenrat Evangelische Kirche im Rheinland, in Köln
Alexander Helbach, Pressesprecher ‚Aeternitas e.V.’, Verbraucherinitiative Bestattungskultur, in Köln
Peter Wilhelm, Ex-Bestatter, Kabarettist, Autor, Youtuber, Webblogger, zugeschaltet aus Mannheim
Jan Möllers, Bestatter bei memento Bestattungen, zugeschaltet aus Berlin

Sieben Thesen gegen Denglisch und Genderei

PRESSEMITTEILUNG

Sprachwelt-Aktivist Wolfgang Hildebrandt mit den „Sieben Thesen gegen
Denglisch und Genderei in den Kirchen“ an der Wittenberger Schloßkirche

Aktivisten der DEUTSCHEN SPRACHWELT haben heute an der Wittenberger Schloßkirche Thesen zur Kirchensprache veröffentlicht. In einem „Laß-ab-Brief“ stellen sie „Sieben Thesen gegen Denglisch und Genderei in den Kirchen“ auf. Hintergrund ist das bevorstehende 500. Reformationsjubiläum am 31. Oktober. Die Sprachzeitung ruft die Kirchen dazu auf, „ihre Sprache gründlich zu überdenken“. Die Thesen in voller Länge kann man hier herunterladen:

http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/7_Thesen_Flugblatt.pdf

Martin Luther habe „mit seiner Bibelübersetzung die Grundlage für eine einheitliche deutsche Schriftsprache“ geschaffen, heißt es in dem Thesenpapier. Diese sei durch Denglisch und Genderei in Gefahr. Statt gegenzusteuern, mischten die Kirchen selbst kräftig mit. Der Zeitgeist habe mit denglischen Bezeichnungen wie „After-Work-Gottesdiensten“ den Heiligen Geist vertrieben. Die „Zeitgeistlichen“ machten mit Ausdrücken wie
Pfarrer*innen“ und „Kinderinnen“ die Kirche lächerlich.

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Fats Domino ist gestorben

Der Musiker und Texter und Komponist Fats Domino ist gestorben.

Antoine „Fats“ Domino Jr. wurde am 26. Februar 1928 in New Orleans geboren und verstarb am 24. Oktober 2017 in Harvey, Jefferson Parish.
Er war ein US-amerikanischer Pianist, Sänger und Songwriter im Bereich Rock ’n’ Roll, Rhythm-and-Blues, Piano-Blues und Boogie-Woogie.

Domino, der sein Klavier im Boogie-Stil spielte, wurde 1949 von dem Produzenten Dave Bartholomew in einem Club in New Orleans entdeckt, wo er für drei Dollar in der Woche auftrat.
Seine erste Aufnahme The Fat Man entwickelte sich zu einem der ersten Millionenseller des Rhythm & Blues und stieß in den R&B-Charts bis zum zweiten Rang vor.
Der Titel war selbstironisch zu verstehen, denn „Fats“ (d. h. „der Dicke“) brachte schon damals erhebliches Übergewicht auf die Bühne. Diese erste Single brachte ihm den Durchbruch.
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Sonntag mit Leiche

Familie Sonntag kam an einem Sonntag.
Innerlich mußte ich damals wegen dieser Parallelität etwas schmunzeln, verkniff es mir aber, denn die drei Personen waren richtig fertig.
Gekommen waren Martha Sonntag und ihr Mann Herbert, beide so knapp über sechzig. Mit dabei war auch noch die etwa 35-jährige Juliane, ihre Tochter.

Ich bat die tränennassen Besucher in unser Kaminzimmer. Das ist jener Raum, den wir im Stil eines englisches Salons haben einrichten lassen, mit schönen dunkelgrünen Chesterfield-Sitzmöbeln und krummbeinigen Kommoden.
Seinen Namen hatte das Zimmer von einem großen offenen Kamin, der allerdings nicht angeschlossen war. Einige Scheite angekokelten Holzes gaukelten aber vor, daß man ihn jederzeit in Betrieb nehmen könnte.
Der dicke Teppich schluckte die Geräusche und der ganze Raum strömte Behaglichkeit und Geborgenheit aus. Dorthin ging ich mit Trauernden immer, wenn mir einer unserer nüchternen Beratungsräume zu kalt und büromäßig vorkam.
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