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Wie möchte Erwin beerdigt werden?

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„Ich weiß doch gar nicht, wie er beerdigt werden will!“ Sonja sitzt vor mir in ihrer Küche. Im oberen Stockwerk liegt ihr Vater Erwin, den sie bis zu seinem Tod gepflegt hat, im Bett. Erwin war 96 Jahre alt, hatte seit über 15 Jahren mit verschiedenen Krebsarten zu kämpfen und war am Schluss schwer dement. Doch er hatte sich immer geweigert, über den Tod oder seine Beerdigung zu sprechen. „So weit ist es noch nicht!“, waren seine Worte, wenn seine Tochter doch mal vorsichtig auf dieses Thema kommen wollte, und damit war das Gespräch dann zu Ende. Vor einer Stunde ist Erwin verstorben. Und nun sitzt Frau F. hier und weiß nicht, was sie tun soll. Weiterlesen

Was macht eigentlich ein Hospizverein (und was kostet das)?

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Ich stelle immer wieder fest: Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass es Hospizvereine gibt, geschweige denn, was sie tun. Das ist auch kein großes Wunder: So häufig hat man ja zum Glück nicht mit dem Sterben von nahen Freunden und Verwandten zu tun. Trotzdem: Schade ist es. Denn wenn mehr Leute davon wüssten, könnten manche Situationen leichter werden. Deshalb gibt es heute einen Erklär-Bär-Artikel über die Aufgaben eines Hospizvereins.

Begriffsklärung: Hospiz, Hospizverein, Palliativstation, Palliativdienst

Den Begriff „Hospiz“ haben die meisten Menschen schon mal gehört und eine grobe Vorstellung davon. Ein Hospiz ist ein Haus, in dem Menschen ihre letzten Lebenstage, -wochen oder manchmal auch -monate verbringen können. Sie ziehen dort ein, manchmal mit dem Ehepartner oder einer anderen nahen Bezugsperson, und werden so gut wie möglich umsorgt.

Ein Hospizverein hat nicht zwingend mit einem Hospiz zu tun, folgt aber dem gleichen Grundgedanken. In Hospizen arbeiten häufig auch Ehrenamtliche aus den Hospizvereinen. Die Hauptaufgabe ist in vielen Vereinen jedoch eine andere: Sie leisten ambulante Hospizarbeit. Das bedeutet, dass Hospizbegleiter*innen zu den Sterbenden nach Hause, ins Pflegeheim oder ins Krankenhaus gehen, um sie und ihre Zugehörigen zu unterstützen.

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Vom Umgang mit der Schuld

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Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Heute wurde ein 93-jähriger Mann zu zwei Jahren Gefängnis Jugendhaft auf Bewährung verurteilt. Während der Zeit des Dritten Reichs war er als Wehrmachtsangehöriger zur Bewachung eines Konzentrationslagers abkommandiert worden. Gegen den hochbetagten Greis wurde dennoch nach Jugendrecht verhandelt, denn zum Zeitpunkt der Tatbegehung war er erst 17 Jahre alt gewesen.

Mir ist bewußt, dass viele anders darüber denken, mir ist die Meinung der KZ-Überlebenden bekannt. Ich schätze und verstehe und respektiere andere Meinungen, habe aber auch meine eigene.
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Konzentration auf das Wesentliche

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Aufräumen hilft bei der Konzentration auf das Wesentliche. Seit letztem Jahr praktiziere ich ein striktes „Empty-Desk-System“. Nichts was ablenken kann, die Tischplatte leer und nur das Wichtige griffbereit. Will ich mal die Gedanken fliegen lassen, so lehne ich mich etwas zurück und genieße die Farbinstallation an der Wand und betrachte die Fotos. Anders, als das Bild es glauben macht, liegt die Wandinstallation oberhalb meines Blickfelds, sodass sie mich beim Arbeiten nicht ablenkt.

Frau S stirbt

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Als ich ins Zimmer komme, merke ich es sofort: Frau S stirbt. Bald. Sicher irgendwann in den nächsten Tagen.

Sie atmet schwer und sie scheint schon weit weg zu sein mit ihrem Bewusstsein. Wie jemand, der in tiefem Schlaf liegt und sich kaum wecken lässt. Nein, eigentlich doch ganz anders. Es ist schwer zu beschreiben. Ich begrüße sie, auch wenn ich schon ahne, dass ich keine Reaktion bekommen werde. Ich setze mich an ihr Bett, streiche ihr sanft über den Arm und erzähle ein bisschen. Ich habe den Eindruck, dass sie sich noch ein bisschen mehr entspannt, aber sicher bin ich mir nicht. Dann schreibe ich eine SMS an meinen Mann. „Wird später heute, ich bleibe länger.“

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Die „Neue“ stellt sich vor

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Peter hat es ja schon angeteasert: Ich darf ihn ab sofort im Bestatterweblog unterstützen, damit er sich in Ruhe anderen Aufgaben und dem Gesundwerden widmen kann. Wer ich bin und was euch erwartet, erzähle ich euch hier.

Ich heiße Birgit Oppermann, bin beruflich Texterin und lebe mit meiner Familie in der Nähe von *trommelwirbel* Forchheim. Vom Bestatterberuf habe ich nur sehr wenig Ahnung, dafür bringe ich ein bisschen Expertise zu dem Zeitraum davor mit: dem Sterben.

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Sie tanzen Dir den Sarg zu Grabe

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Ob nun städtische Friedhofsarbeiter, Mitarbeiter eines Bestattungshauses oder ob Wiener Pompfüneberer, sie alle tragen oder fahren den Sarg feierlich zum Grab. In Ghana ist ja bei Beerdigungen vieles anders; wir erinnern uns an die bunten Särge in Form eines Autos, einer Cola-Flasche oder eines Flugzeugs. Das alles hängt mit der ghanaischen Tradition zusammen, Beerdigungen oft als großes Fest mit Musik, Tanz, Gesang und Bewirtung zu veranstalten.

Vor diesem Hintergrund zu sehen sind auch die Auftritte der Dancing Pallbearers, der tanzenden Sargträger. Im Folgenden gibt es ein Video und einen erklärenden Text dazu:

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