Babyleiche 21 Jahre eingefroren

21 Jahre schon liegt die Leiche eines Babys im Tiefkühlabteil eines Leichenschauhauses in London. 1987 war Christopher Blum, nur vier Monate alt, verstorben. Seitdem verweigern die Eltern eine Beisetzung, da sie die vom Arzt damals diagnostizierte Todesursache ‚plötzlicher Kindstod‘ anzweifeln und glauben, die Ursache sei ein verdorbener Impfstoff gewesen.

Nun haben die Behörden die Eltern als Bestattungspflichtige ultimativ aufgefordert, die Babyleiche bestatten zu lassen, anderenfalls würde die Beisetzung zwangsweise durch die Behörden veranlaßt.

Der heute 61-jährige Vater zahlt jede Woche umgerechnet 19 Euro für die Aufbewahrung des tiefgekühlten Körpers und hofft auf eine Klärung der wirklichen Todesursache. Dafür würde er die Leiche so lange aufbewahren lassen, wie es irgend möglich ist.

Dies ist aber in England kein Einzelfall. Noch acht Jahre länger liegt eine 1979 verstorbene Krankenschwester auf Eis, weil auch ihr Vater seine Zustimmung zur Beerdigung nicht erteilt. Helen Smith war 23-jährig in Saudi-Arabien über eine Balustrade gestürzt und der heute immerhin schon 81-jährige Vater will erst dann die Zustimmung zur Beisetzung erteilen, wenn die saudischen Behörden eingestehen, daß seine Tochter ermordet worden ist.

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  • Veröffentlicht am: 28. Juli 2008
  • 29 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

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Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
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Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

29 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Balustrade, wenn schon.

    Manche Leute können nicht loslassen.

    Salat

  2. ‚Ballustrade‘ schreibt sich ‚Balustrade‘ und ist kein normales Geländer, sondern eines aus ‚Balustern‘, also kleinen Säulchen aus Stein, Holz oder Metall.

    In Saudi-Arabien wären normale ‚Geländer‘ bestimmt viel zu trivial – da würde man sich glatt weigern, über sowas simples in den Tod zu stürzen.

  3. Wie absurd! Lebendig werden die „Opfer“ dadurch auch nicht mehr …

  4. @10: Wenn der Papa recht hat, dann hat wohl nicht sie losgelassen. :P

    Salat

  5. Frage an den Undertaker: Dass sich die Verwesung durch eine Kühlung aufhalten lässt, ist klar. Aber geht das wirklich soweit, dass man nach 20 Jahren noch soetwas wie eine Leiche hat? Ich hätte gedacht, dass in diesem Fall die Verwesung zwar sehr langsam, aber trotzdem voranschreitet.

  6. Ich denke da an Ötzi, der sah nach 6000 Jahren ja noch ganz menschlich aus, oder?

    Trotzdem sehr sehr traurig, wenn die Angehörigen nicht loslassen können und einige Trolle nix besseres zu tun haben, als um Futter zu betteln

  7. [quote=von Buchstabensalat]Manche Leute können nicht loslassen.[/quote]
    Diejenige, die über die Balustrade gestürzt ist, schon.

  8. Ursache hin oder her. So kann man ja nie damit abschließen. Mich würd auch mal interessieren, wie so eine Leiche nach 20 Jahren aussieht, wenn sie gekühlt wird.

  9. Ich finde die Geschichte mit dem Baby ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Sicherlich, eine Beerdigung kann der Abschluss sein, aber wenn die Eltern von einem Impffehler ausgehen wird sie das ganze auch nach einer Beerdigung noch lange verfolgen. Es kann bekanntermaßen bei Impfungen zu Komplikationen kommen, die Wahrscheinlichkeit dafür ist bei den wirklich empfehlenswerten Impfungen zwar gering, aber bei hunderttausend Säuglingen jedes Jahr allein in GB ist es nur eine Frage der Zeit, bis wieder Probleme auftreten.

    Tom, du hast leider keine Quelle verlinkt, aber vielleicht weisst du zu dem Fall ja noch mehr:
    Mit welcher Begründung wird denn dem elterlichen Vorwurf nicht nachgegangen? Impfkomplikationen muss man doch feststellen können, was die Frage längst hätte beantworten können.

  10. Leg doch ne tote Maus in dein Eisfach dan weist du wie so was aussieht …. mache leute muss man echt mit ner Wasserleiche in eien Raum stellen damit sie endlich das sehen was sie sehen wollen.

    Ist nicht bös gemeint aber diese „Schaulustigen“ Mentalität geht einen doch echt auf den … jede Bergung immer an die 10 Leute die umbeding gucken wollen.

    Deswegen gehen auch so viele leute zu „Hagen“ …. deswegen müssen wir auch Gardinen am Auto haben, deswegen werden das TV und PC Spiele immer Brutaler ….

    und und und … In deuschland ist das Thema Tod noch so ein Mysterium …schade das wir da so an die Sache rangehen.

    Aber zur Frage: Eine tiefgekühlte Leiche sieht relativ normal aus es kommt auf die Feuchtigkeit an in der Kühlung daruch bilden sich Eiskristalle wie in einen Tiefkühlfach. Duch das wegbleiben von wärme und mangel von Sauerstoff ist der Verwesungsprozess natürlich gehemmt. Es bildet sich eher eine Austrocknung und langsames eintrocknen. (Meine ferfahrung ist aber nur an die 3 Jahre einer tiefgekühlten Leiche).

    In Deutschland ist das Aufbewahren einer Leiche nur solange befristet bis die 48 Stunden (event. länger mit Genemigung) abgelaufen sind. Danach ist die unverzügliche Bestattung (Einäscherung) durchzuführen. Ausnahmen sind Leichen für phatologische, anatomische Zwecke und beschlagnahmte Leichen von der Staatsanwaltschaft oder Kripo. In Deuschland herrscht Bestattungszwang ;-D

  11. „48 Stunden“ Ist frühestens und 8 Tage spätestens !

  12. @Nr. 15 (mac): da man bekanntlich aus allem und jedem eine Verschwörung basteln kann, dürfte es auch kein Problem sein, jede Untersuchung, die *keine* Todesursache durch Impfkomplikation nachweist, als falsch/nachlässig/voreingenommen abzuweisen. Ich weiß es nicht, aber ich kann mir vorstellen, daß nach so langer Zeit auch kein wirklicher Nachweis mehr möglich ist, auch Impfstoffe verändern sich ja im Körper etc etc. Da nachzuweisen, falls überhaupt noch was nachzuweisen ist, daß der Impfstoff bei der Impfung schon hin war und es nicht etwa Veränderungen post mortem sind, die man da findet…

    So oder so: das Kind wird es nicht wiederbringen, und diesen Kampf könnte man auch kämpfen, ohne diese kleine Leiche jahrelang zu kühlen.

    IMHO eben ein Fall von nicht bewältigter Trauerarbeit.

    Salat

  13. @Lichtbinger: Gelten diese Fristen Deutschland weit? Oder kann das von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein? Als vor 10 Jahren meine Mutter verstarb wurde sie 15 Tage später beigesetzt. Wir hatten den Bestatter damals gebeten, sie so spät wie nur irgendmöglich zu beerdigen, weil unser Vater mit einer schweren OP im Krankenhaus lag, und nicht absehbar war, ob er rechtzeitig zur Beisetzung entlassen werden konnte. Es hat zum Glück auch geklappt, aber wenn ich jetzt lese, dass längstens 8 Tage gewartet werden kann, verwirrt mich dass jetzt sehr…

    Gruss
    S.

  14. @ jemand : von bundesland zu bundesland da bestattungsgesetzt ländersache ist. und die fristen beziehen sich lediglich auf die einäscherung bzw bei erdbestattung die bestattung. sprich bei einer feuerbestattung kann ohne probleme 2 wochen später beigesetzt werden

  15. Ja in jeden Bundesland ist es etwas verschieden

    Hier mal ein auszug aus Bayern:

    § 10 Bestattungs- und Beförderungsfrist

    (1) Eine Leiche muß spätestens 96 Stunden nach Eintritt des Todes bestattet sein oder, wenn sie nach der Bekanntmachung über die Beförderung von Leichen vom 10. Juni 1942 (BayBS II S. 141) überführt werden soll, auf den Weg gebracht werden. Trifft eine Leiche nach Ablauf dieser Frist am Bestattungsort ein, so ist sie dort unverzüglich zu bestatten. Sonntage, gesetzliche Feiertage und Samstage bleiben bei der Berechnung der Bestattungsfrist unberücksichtigt. Können die zur Bestattung oder Beförderung erforderlichen Unterlagen nicht rechtzeitig beschafft werden, so ist die Bestattung oder Beförderung unverzüglich vorzunehmen, sobald die Unterlagen vorliegen.
    (2) Die Gemeinde kann Ausnahmen von Absatz 1 zulassen, wenn gesundheitliche Gefahren nicht zu befürchten sind. Sie kann anordnen, daß eine Leiche früher zu bestatten oder auf den Weg zu bringen ist, wenn gesundheitliche Gefahren zu befürchten sind.
    (3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn Leichen zu medizinischen oder wissenschaftlichen Zwek- ken in ein Krankenhaus oder in eine wissenschaftliche Einrichtung gebracht werden. Die Leichen sind jedoch zu bestatten, sobald sie nicht mehr diesen Zwecken dienen.

  16. Danke für die schnelle Antwort. Bei unserer Mutter war es eine Erdbestattung. Dann ist das in Niedersachsen wahrscheinlich etwas grosszügiger.
    Vielen Dank nochmal für die schnellen Antworten.

    Gruss
    S.

  17. In Sibiren werden immer wieder Mammuts entdeckt, die jahrtausendelang tiefgefroren im Permafrost lagen und dann durch Auftauen freigelegt werden. Es tritt dann ein Verwesungsprozeß ein und durch den Geruch werden Tiere angelockt, die das aufgetaute Fleisch dann essen.
    Entsprechend tiefe Temperaturen vorausgesetzt, dürften menschliche Körper ähnlich lange halten.

  18. Stimmt in medizinischen Einrichtungen werden sehr viele Proben eingefroren !

    Auch für eine bestattung jan ein leichnahm kurzfristig eingefrohren werden (Grund: Unterbrechung der Verwesung)

    Jedoch nicht zulange sonst nimmt die Zell und Hautstrucktur schäden.

    Derzeit zwar sehr selten aber möglich

    In Kühlungen ist es auch bis zu +1°

    Wir stellen den Verstorbenen kurz vor offenen Abschiedsnahmen immer so 10 min davor in den Raum um die Angehörigen nicht zu sehr zu erschrecken wen der Verstorbene zu kalt ist.

    Zum Thema: Das eingefrorene Baby ist natürlich ein heikles Thema … was ich nicht verstehe ist das normalerweise ein Arzt die Todesursache feststellt ist das ihm nicht möglich wird ein Phatologe oder Rechsmediziner eingeschaltet um die Todesursache zu ermitteln ist da wirderum nicht möglich wird der Leichnam in D mit der begründung „Es besagt, dass die Todesursache konkret nicht feststellbar ist, dass aber gleichzeitig keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden vorliegen“ bestattet.

    Auch wen die Eltern zwar nicht wollen das das Baby ohne Todesursache bestattt wird so denke ich ist es auch einezumutund das Kind das sicherlich seinen Frieden eher unter der Erde findet als in einer Tiefkühltruhe …

    In England ist das natürlich vermutlch ganz anders …

  19. 19€ mal 52 Wochen sind 988€ im Jahr, sind 20.748€ sichere Einnahme für das Institut, bei wenig zusätzlichem Energiebedarf. Da sieht man es mal wieder, auch kleine Dinge summieren sich. Von Seiten des Instituts ist bestimmt niemand hinterher, dass sich dieser Zustand ändert. Vermute ich einfach mal.

  20. Das Baby wird doch nach dem Tod doch aber sicherlich untersucht worden sein?

    Vielleicht wollten die auch einfach nur kein Abschied nehmen…

  21. Plötzlicher Kindstod ist eine unvorhersehbare Sache, die die Eltern sehr belastet. Nicht wenige Kinder bekommen aus „Versehen“ den plötzlichen Kindstod als Todesursache eingetragen.
    Impfschäden wird es immer geben. Wer sich damit beschäftigt, weiß dass das „Immunisieren“ immer Risikobehaftet ist. Ohne hier eine Lawine lostreten zu wollen, wo steht geschrieben, das der Vater des Kindes unter Umständen zu den umgangssprachlichen Impfgegnern gehört?
    Da kann man schon sehr viel Geld rausschlagen.
    Sogenannte impfmuffel schicken ihre Kinder zu Masernpartys, um eine natürliche (lebensbedrohliche Ansteckung) zu provozieren.

    Wer einmal ein an Masern erkranktes Kind gesehen hat, der hat was gesehen.

    Die WHO gibt immer wieder in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch Institut die Impfraten bekannt.

    Aus der Sichtweise kann ich für den Vater schon Verständnis aufbringen. Nicht wenige IMPfungen hinterlassen ein leichtees brennen, oder eine Pustel, was nach wenigen Tagen verschwindet.
    In aller Regel liegen die Impfkomplikationen trotzdem unter dem Risiko, sich unwiderruflich anzustecken.
    ——
    In D werden jedes Jahr zig Tausend Menschen kremiert, die nicht eines natürlichen Todes gestorben sind. Daher forden die Rechtsmediziner eine einheitliche zweite Leichschau an. In Hessen reicht der vom Arzt ausgestellte Totenschein. In RLP muss vor der Beisetzung eine neutrale Leichenschau vorgenommen werden.

    Was TOM nie geschrieben hat, fällt mir bei der Gelegenheit ein, ist die Arbeit eines Bestatters nach dem Transport in die Kapelle.
    Meine Großmutter wurde von einem Bestatter einige 100 km zum heimischen Friedhof gefahren.
    Der Bestatter war sehr alt und schmächtig. Das Auto uralt lavendel. Ein echter Dorfbestatter, den meine Eltern auswählten. Lange Rede, ich wills kurz machen: zum Ausladen des schweren Sarges sollte ich mich zu einer bestimmten Zeit am Friedhof einfinden. zu dritt, der einzige gemeindearbeiter, der Bestatter und ich schleppten den sauschweren Sarg in die Kapelle. Einen Wagen oder so gibts dort nicht.
    Als ich fragte, ob ich meine Oma noch sehen darf, wurde ich vom Bestatter wohlmeinend raus gebeten.
    Grübelnd rauchte ich eine hinter der Kapelle.
    Als man mich rief, ging ich zurück, und sah meine doch so winzige Großmutter in dem recht großen Sarg.
    ——-
    Der Bestatter meinte dann zu mir: Wir mussten ihre Großmutter erst in Form bringen, durch den Transport sähen die Verstorbenen nicht besonders gut aus.
    Eigentlich schon logisch. Bis zu dem Tag hatte ich nie darüber nachgedacht.

  22. Ich verstehe schon gut, wenn Menschen ihre Angehörigen, Freunde usw. nicht loslassen können, aber irgendwann wird es zum Selbstläufer. Über so viele Jahre hat es mit Besessenheit zu tun und nutzt am wenigsten demjenigen, der sich in die Besessenheit stürzt.

  23. Es geht hier doch weniger um das „nicht loslassen können“, als darum, daß man nicht eine Sterbeurkunde mit einer falschen Todesursache unterzeichnen möchte.
    Leider weiß man zu wenig über die Hintergründe. Möglicherweise ist bei einem oder beiden Fällen alles korrekt abgelaufen, das Gegenteil ist auch möglich (1979 in Saudi-Arabien – hmmm…).
    Der Baby-Vater wird von der BBC mit „My son did suffer from blood poisoning. I just didn’t want to put my name to something I knew wasn’t true.“ zitiert. In der englischen WP findet man zu Helen Smith, daß es 6 Untersuchungen der Leiche gab, „with varying conclusions“.
    Da kann man schon verstehen, daß man seinen Willi nicht auf ein Dokument mit zweifelhaften Angaben setzen mag.

  24. @Hoschi: Ja, so ist das.
    Mein erster Gedanke war: Warum setzt man die Armen nicht einfach endlich bei. Es ändert doch nichts an den bisherigen Geschehnissen und steht auch einer möglichen künftigen Aufklärung nicht im Wege. Gewebeproben dürften ausreichend entnommen sein, im Fall der Krankenschwester liegen sicherlich Röntgenaufnahmen vor. Also: Warum nicht endlich die Totenruhe einkehren lassen?

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