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Bewerbung beim Bestatter; Anzug?

Hallo Undertaker. Ich habe mal eine Frage. Mein Cousin möchte gerne bei einem Bestatter arbeiten. Er weiß nicht so richtig was er bei den Bewerbungsfotos und beim Vorstellungsgespräch anziehen soll. Er würde die Fotos gern komplett in einem dunklen Anzug machen lassen und zum Vorstellungsgespräch ebenfalls im Anzug gehen. Wäre das ok? Welche Fragen würden denn beim Vorstellungsgespräch auf ihn zukommen und kann er sich besonders darauf vorbereiten? Mit welchem Gehalt könnte er denn rechnen wenn er den Beruf nicht erlernt hat. Er war bei der freiwilligen Feuerwehr und hat Sozialassistent gelernt. Deswegen glaube ich schon das er damit zurechtkommt, oder was meinen sie? Ist ja nicht immer einfach. Vielen dank im voraus für die Beantwortung der fragen.

Eine saubere und ordentliche Kleidung ist in jedem Fall angemessen. In einem Beruf in dem später das Tragen eines Anzugs erwartet wird, würde ich mich auch in einem solchen vorstellen.
Beim Vorstellungsgespräch wird er Fragen zu seiner Motivation und zu seinen Vorkenntnissen zu erwarten haben. Darüberhinaus wird der Arbeitgeber versuchen herauszufinden, ob der Bewerber den besonderen Anforderungen des Berufes gewachsen ist. Stichworte wären hier: Pietät, angenehme Ausdrucksweise, zurückhaltender Umgang, Umgangsformen usw.

Als Anfangsgehalt könnte er mit etwa 1.300 Euro rechnen, aber das ist sehr schwer zu sagen, da ich nicht genau weiß als was er sich dort bewirbt. Bei Fahrern kann eine Schichtzulage hinzukommen oder sie werden nach der Zahl der Einsätze bezahlt. Je nach Eignung und Lernbereitschaft kann das Gehalt auch durchaus schnell ansteigen, etwa dann wenn der Mitarbeiter z.B. eine Filiale alleinverantwortlich führen kann oder wenn er neben der Fahrertätigkeit auch Beratungen durchführen kann.

Es ist aber ein Trugschluß, zu glauben, man könne heute etwa in kurzen Hosen, Badelatschen oder im Sportdress zu einem Bewerbungsgespräch gehen.

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Peter Wilhelm13. Juni 2015

16 Kommentare von 140448.

  1. 1300€ netto? Für einen ungelernen… heftig. 200€ mehr verdient man anfangs als Krankenschwester in OP/Anästhesie/Intensiv inkl. aller Zulagen. Wohlgemerkt nach 3-jähriger Ausbildung.

  2. Netto. Es ist sehr schwierig da einen Betrag zu nennen.
    Ich zahle so, daß die Leute unterm Strich auf jeden Fall deutlich über 1.000 Euro übrig behalten, sonst kann man da nicht davon leben, geschweige denn noch Frau und Kinder ernähren.

    Ich zahle nicht gerne Löhne und Gehälter, aber noch weniger gerne zahle ich zu wenig.

  3. Bei der Summe frage ich mich doch wieder einmal, wofür ich eigentlich studiert habe… mein Einstiegsgehalt (Ingenieurbüro im Umweltschutzbereich) lag unter der genannten Summe.

    TOMs Einstellung gefällt mir.

  4. Als Ingenieur hast du was falsch gemacht.
    Es hat mit Toms Einstellung nichts zu tun, dass du dich über den Tisch ziehen lassen hast.

  5. Brrr, entweder ihr lasst euch in Deutschland was das Gehalt geht, völlig übern Tisch ziehen oder #5 is hoffentlich nur ne Ausnahme. Hier in Ö kriegt man als Akademiker im technischen Bereich eher 2.1-2.5k Brutto – siehe http://diepresse.com/home/bildung/unilive/455573/index.do u.Ä.

    Ne Mini- Umfrage unter – recht vertrauenswürdigen – Mitstudenten/Absolventen angeht (Informatik/Mechatronik, dafür halt nen recht niedriges n..), is das auch eher niedrig gegriffen. Aber das Thema is wohl immer mit Vorsicht zu genießen.

    Für nen ungelernten Mitarbeiter, würde ich meinen sind 1k+ netto aber durchaus großzügig. Aber man muss ja auch von was leben und Mitarbeiter die man nicht „ausbeutet“ leisten sicher um einiges bessere Arbeit und sorgen sicher für ne bessere Atmosphäre..

  6. von 2.1 bis 2.5 brutto bleiben in D auch nicht mehr als 1,2 – 1,5 netto übrig. Je nach Familienstand. Aber vielleicht sind die Abgaben in Ö ja niedriger? – Ö, ich komme ….

  7. Und außerdem ist das mit dem „ungelernten Mitarbeiter“ mit Vorsicht zu genießen. Es gibt schlichtweg keine Akademie für Leichenwagenfahrer oder Bestattungshelfer. Die Betriebe müssen ihre Mitarbeiter weitestgehend selbst ausbilden und es liegt somit in meiner Hand wie weit die Qualifikation und damit Einsatzfähigkeit des Angestellten reicht und ob das Gehalt aus meiner Sicht dann angemessen ist.

    Natürlich gibt es den Berufsweg der Bestattungsfachkraft, aber ich habe mittlerweile den Eindruck, daß die Absolventen eher in die Geschäftsführung oder Selbständigkeit streben. Jedenfalls kann man ihre Gehaltsvorstellungen in den meisten Fällen gar nicht erfüllen.

    Zwar wird man auf Dauer eine große Zahl hochausgebildeter Fachkräfte bekommen, doch ist fraglich, ob man die alle braucht. Ich habe fast ein bißchen das Gefühl, daß in ein paar Jahren da noch ein dickes Ende kommt.

    Jedenfalls kann ich keine vollausgebildete Bestattungsfachkraft nur in einen Leichenwagen setzen und fahren lassen. Für was anderes brauche ich sie aber nicht, denn das machen schon die vorhandenen Leute.

  8. dazu sage ich nur eins…… es steht jedem, ja so schlecht bezahltem hochschulabsolventen, die möglichkeit offen sich als bestatterhelfer zu bewerben und so ein (unter Umständen) besseres gehalt zu beziehen.

    er sollte sich aber gleich bewusst sein das…

    der bestatter kein besonders hohes ansehen geniest,

    er auch nachts, am wochenende, feiertags und zu jeder nur denkbar ungünstigen zeit SOFORT zum dienst muß,

    er dinge erlebt die er lieber nicht erleben möchte,

    er sachen sieh die er nie sehen wollte,

    er gerüche in die nase bekommt, die ihn erbrechen lassen,

    er personen anfassen muß, die als solche kaum noch zu erkennen sind, und sie auch zu berühren (anheben etc.)

    leute …… last lieber diese geld-diskusion sein

    ach ja, ich kenne bestatterhelfer die bekommen 1500€ NETTO.

    nebenbei, was die berufsausbildung anbelangt…ich sehe das so wie Tom. da kommt was auf uns zu.

  9. @11
    Der Job eines Bestatters mag manchmal echt unangenehme Seiten haben, aber Polizisten werden auch nicht besser bezahlt. Die muessen vielleicht keine Leichenteile wegpacken, dafuer stehen sie im Zweifelsfall in der Schusslinie, sehen dieselben Leichen wie ein Bestatter, haben schlechten Umgang, sehen die Abgruende hinter den Fassaden …
    Mein Vater hat selbst in diesem Bereich gearbeitet und hat seinen Kindern strengstens verboten, dies ebenfalls zu tun.
    Ehrlich? Ich arbeite lieber als Putzfrau als als Polizist. Da muss man nur den physikalischen Dreck wegraeumen.

  10. @9
    Die Abzüge hier in Österreich sind tatsächlich niedriger.
    Beispiel: von Deinen für DE angesetzten ca. 28.000 Jahresbrutto blieben Dir hier ~20.000 Jahresnetto. Ein Berechnungstool findest Du z.B. auf http://www.bmf.gv.at/service/Anwend/Steuerberech/BruttoNetto/BruttoNetto.htm

    Allerdings gehe ich mal davon aus, dass hier die Bruttogehälter einfach generell entsprechend niedriger angesetzt werden. Bei mir ist es jedenfalls so.
    Meine Verwandten & Bekannten in der „Heimat“ (DE) waren ganz entsetzt, als sie nach meinem Bruttogehalt gefragt haben. *g*

    Was ganz nett ist sind die angeblich allgemein üblichen 14 Monatsgehälter (= 12 Monate + Weihnachtsremuneration (heißt wirklich so) + Urlaubsgeld), aber wenn’s auf 12 Monate umgerechnet nicht mehr ausmacht als in Deutschland kann man halt auch gleich dort bleiben – sofern man denn einen Job findet… Der Spaß steht mir nun kurzfristig auch wieder bevor. -.-

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