Fahrrad

Gestern war ich auf dem Friedhof um nach langen Monaten einmal wieder das Grab meiner Eltern zu besuchen. Auf diesen Besuch hatte ich mich sorgsam vorbereitet und sogar Blumen besorgt. Das Grab liegt im hinteren Teil des Friedhofes und auf meinem Weg dorthin fiel mir auf, dass die Bänke auf dem Friedhof von älteren Menschen regelrecht bevölkert waren. Ich sah sogar Mütter mit ihren Kinderwagen, die ganz offensichtlich nur auf dem Friedhof spazieren gingen. Der Gipfel jedoch: Da überholt mich ein Friedhofsarbeiter auf einem Fahrrad. Ich bin wirklich entrüstet, dass so ein Friedhof entweiht wird. Das ist doch kein Park!

Doch.
Friedhöfe spielen auch als Grünflächen und Parkanlagen eine wichtige Rolle. Ihre Bedeutung im Gesamtkonzept des städtischen Grüns ist nicht zu unterschätzen. Solange sich die Besucher dort der Würde des Ortes angemessen verhalten, sind sie auch aus Sicht der Friedhofsträger gerne willkommen. Extra dafür werden ja Bänke aufgestellt und die Anlagen entsprechend gepflegt und gestaltet.
Daß dort Frauen mit Kinderwagen unterwegs sind, ist auch nichts Ungewöhnliches, sind doch die großen Friedhöfe oft die einzigen leicht erreichbaren Parkanlagen in vielen Wohngebieten.
Der Friedhofsarbeiter wird sein Dienstfahrrad sicherlich nicht einsetzen, um dort für die Tour de France zu trainieren, sondern um die doch oft recht weiten Wege auf dem Friedhof schneller zurücklegen zu können. Auf manchen Friedhöfen fahren sogar Autos oder sie werden von Linien des öffentlichen Nahverkehrs durchquert.

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  • Veröffentlicht am: 4. Juni 2008
  • 48 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

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  1. also ich muss mit meiner Tochter sogar jeden tag zweimal über den friedhof, weil gleich dahinter der Kindergarten ist. Außerdem finde ich es gut, wenn der Freidhof für Kinder kein ort des schreckens ist. Ich selber gehe da auch gern spazieren,w eil es eben ruhig ist, oftmals wunderschöne Grabbepflanzungen zu sehen sind oder auch schöne Grabsteine. Meine Kinder wissen auch, wie man sich auf einem Friedhof benimmt – und es hat sich auch noch niemand beschwert.

    und wenn jemand in tiefer trauer vor einem Grab steht (und das erkennt man ja) oder eine Beerdigung im Gange ist, dann nimmt man ohenhin Rücksicht.

  2. Wenn meine Oma früher zum Friedhof diverse Gräber für kranke Nachbarn giessen ging, bin ich als Kind immer gern mitgegangen. Ich fand die Atmosphäre dort toll (für Insider: der Alte und der Neue Friedhof in Potsdam), ein grosser Park mit altem Baumbestand.

  3. Mit Kinderwagen war ich seinerzeit auch auf unserem Friedhof unterwegs. Es war wunderschön ruhig dort und ich konnte mein Kind auch mal laufen lassen ohne Angst haben zu müssen, dass es von Radfahrern umgenietet wird. Auch heute gehe ich noch gerne auf den Friedhof, wegen der Ruhe.
    Der/die Leser schreibt selbst, dass das zu besuchende Grab sehr weit entfernt ist. Warum soll dann ein Friedhofsgärtner bzw. -angestellter, der die Strecke u.U. mehrfach am Tag zurücklegen muss zu Fuß dort hin gehen?

  4. ich gehe auch gerne auf Friedhöfen spazieren. Wegen der Ruhe. Als Kind fand ich es spannend, die Grabsteine zu lesen. Da war ich mit meinen Freundinnen dort und wir haben auf dem Friedhof gespielt.

    maya

  5. Immerhin, der Leserbrief kann nicht von einem Wiener stammen, denn die verbringen ein geschätztes Drittel ihres Lebens am Friedhof. Ich glaube nicht, dass es hier irgendjemanden gibt, der sich nicht über eine solche gekünstelte Entrüstung wundern würde.

  6. Ich bin mit meinen Kindern oft über den Friedhof gegangen. Als Babies war es für sie in der Großstadt ein wunderbarer Ort zum Schlafen. Ich habe nie eine negative Reaktion erlebt. Vielmehr wurden wir oft von ältereren Menschen angesprochen, die von ihren Kindern erzählt haben und ihrem Leben als junge Erwachsene.

  7. Die meinem Büro am nächsten liegende Grünfläche ist der Alte Friedhof- wie der Name schon sagt: Alt.
    Mit Gräbern aus dem 18. Jahrhundert bis heute- bekannte Namen aus dem Ort, wunderschöne alte Denkmäler, uralter Baumbestand. Wunderbar erholsam, und mitten in der Stadt gelegen. Da kann man nicht meckern.
    Lily

  8. Bei einem markierten Wanderweg, der mitten durch einen Friedhof führte, war ich zuerst auch erstaunt.

    Aber warum nicht? Besser, als durch Wohnstraßen und die Bewohner wird es nicht stören.

  9. Was die Leute immer so übertreiben müssen „Ich bin wirklich entrüstet, dass so ein Friedhof entweiht wird“. Was macht derjenige dann wenns mal wieder Spinner gibt die sich an Grabsteinen vergreifen und aus Prunzsau Brunzsau mit Edding machen? Gibts dann nen Herzkasper und derjenige legt sich gleich daneben? Ich finde diese künstliche Aufregung total drüber,

  10. Das einzige was mich bei Friedhöfen immer wieder wundert, ist wenn Hunde mit reindürfen.
    Aber ansonsten schätze ich Friedhöfe ebenfalls als ruhige schöne Parks für Spaziergänge und nostalgische Gedanken beim Grabinschriften lesen.
    Als Kind wohnte ich bereits direkt einem Friedhof gegenüber, auf dem wir im Sommer oft Mückenlarven aus den Brunnen fischten. Der Friedhof stellte eine Abkürzung auf dem Schulweg dar, und ich kann mich nicht erinnern, dass sich jemals jemand daran gestossen hätte. Mir wurde schon früh beigebracht, dass man auf Friedhöfen still sein muss und auf den Wegen bleiben soll.

  11. Mein großes Hobby sind Pilze – und es gibt kaum einen besseren
    Ort (speziell für wärmeliebende Arten) als Waldfriedhöfe. Zwar
    sammele ich dort normalerweise keine Speisepilze, bin aber
    häufig in liegender Haltung beim Fotografieren zu ‚bewundern‘.

    Bisher hat sich noch niemand beschwert, aber neugierige Blicke
    und Fragen bin ich inzwischen gewohnt.
    Beste Grüße
    Thomas Wallner

  12. Ich bin auch jedesmal totalst entrüstet ob meiner eigenen Rücksichts- und Respektlosigkeit, wenn ich mich auf dem Friedhof hinsetze und ein Buch lese, den Vögeln lausche oder die Fledermäuse beobachte. Obwohl ich gar keine toten Verwandten dort zu liegen habe, sondern nur ein kleines Laufpäuschen eingelegt habe. Schlimm Schlimm.

    Wir brauchen deutlich mehr Friedhofspolizei und Entrüstungsmäuschen.

    @ Tom: Das wollte nur in den Blog. :-)

  13. Eine gewisse Würde darf man sicherlich schon auf dem Friedhof erwarten. Irgendwo zwischen Picknicken und abendlichen Parties hört für mich der Spaß auf.

  14. Viele städtische Parks waren früher Friedhöfe. Das ist nicht immer offensichtlich, aber welchen Grund sollte sonst eine grosse Parkfläche mit schönen alten Bäumen mitten in einer Stadt denn haben?

  15. Wir waren mal auf einem Seminar, Stadt, Betonklotz, miese Stimmung. In der Pause fragten wir, wo man mal paar Schritte gehen kann. Antwort: klingt zwar blöd, aber geht auf den Friedhof. War auch schön und interessant, weil viele alte Gräber von Firmendynastien und sonstigen „oberen Zehntausend“ erhalten waren.
    Mal nebenbei: soll eine Mutter jetzt den Babysitter holen, wenn sie nach Uromas Grab sehen will? Manche Leute haben Probleme…

  16. Wieso nicht picknicken? In anderen Ländern hat es Tradition, sich an bestimmten Feiertagen auf den Gräbern der Angehörigen zum Picknick zu versammeln.

  17. ich bin früher sehr gerne auf Friedhöfe gegangen. Eine ganz besondere Erinnerung habe
    ich an den Pariser Friedhof Père Lachaise. Wir wollten den besichtigen da sehr viele
    Prominente dort beerdigt sind. Aus der Besichtigung wurde dann eine Tagestour.

    Dieser Friedhof war ein Höhepunkt der Parisreise und ist mir bis heute immer noch in
    bester Erinnerung. Er strahlte etwas aus was ich irgendwie nicht oder nur schwer
    beschreiben kann. Es war so etwas wie eine grüne Oase in einer hektischen Großstadt
    und man fühlte sich dort sofort wohl. Hier mal ein Link zu dem Friedhof:
    http://www.pere-lachaise.com/

  18. auch wenn ich mich wiederhole, ich finde es faszinierend wo sich manche Leute Gedanken drüber machen und aufregen können.

    vielleicht sollte der Friedhofsmitarbeiter pietätvoll leise heulend zwischen den Gräbern herlaufen …

  19. Oder man denke an den jüdischen Friedhof in Prag. Da werden ganze Heerscharen von Touristen drüber geführt…Und es regt sich auch keiner auf.

    Wir haben bei uns einen wunderschönen und recht grossen Waldfriedhof. Wie oft bin ich da mit meinem Vater Sonntags spazieren gegangen, wenn er nach dem Grab seiner Schwiegereltern gesehen hat. Aber Hunde dürfen da auch nicht drauf.

    Gruss
    S.

  20. bestes Bespiel: Hamburg. Da kann man sogar mit dem Auto über den Friedhof fahren.

    Der größte Friedhof Europas (oder sowas), mehr dazu auch auf Wikipedia

  21. Ich hab mich früher immer mit meiner Cousine vor den elend langweiligen Verwandschaftskaffeekränzchen auf den Friedhof Melaten gerettet. Wir haben die Eichhörnchen gefüttert (heute füttert man die Halsbandsittiche), alte Grabsteine zu entziffern versucht und natürlich Gevatter Tod unsere Aufwartung gemacht.
    War unbedingt eine schöne Zeit.

  22. Wir Wiener sagen gerne über unseren Zentralfriedhof, dass dieser nur halb so groß wie Zürich sei, aber dafür doppelt so lustig. Dort dürfen Radfahrer und Autos fahren, es gibt sogar eine eigene Autobuslinie (mit einem besseren Intervall als so manche Linie am Stadtrand). Auch die Friedhofsgärtner und alle anderen, die hier beruflich zu tun haben, sind hier motorisiert unterwegs. Und mitten im Friedhofsgelände gibt es einen Park der Kraft und Ruhe. Ja, sogar Jagden finden hier statt, um das Wild unter Kontrolle zu halten.

  23. ich spazier auch öfter mal durch unseren friedhof. find es einfach interessant mir die grabsteine anzugucken.
    man findet auch mal kuriositäten wie dieses katzenhaus(?)neben einem alten grab

    http://cg.nfserv.de/forum/fried_01.jpg

  24. @MrA:
    Hamburg hat nicht nur einen Friedhof. Was du meinst, ist der Freidhof Ohlsdorf.
    Wirklich eine beeindruckende Anlage, die mehr an einen Park erinnert als an einen Friedhof. Dazu gibt’s zwei Buslinien, die nur Haltestellen auf dem Friedhof bedienen, hinterm Eingang einen Taxistand und für alle Fälle sogar Notrufsäulen.

  25. Der Friedhofsmitarbeiter war mit einem Fahrrad unterwegs? Ist der noch ganz dicht? Bei uns nehmen die Stadtgärtner immer ein Moped mit Anhänger, eine Vespa Ape oder gleich den Unimog…

  26. Na klasse. Solche Leute liebe ich ja. Das sind dann im übrigen genau die, die sich beschweren, wenn der Friedhofsgärtner nicht schnell genug alle Gräber gepflegt hat. Da ihm ja das Radfahren verboten wurde und er somit ewig lange Strecken hinter sich lassen musste. ;-)
    Ich find’s auch ganz gut, wenn auf Friedhöfen auch Nicht-Trauernde zu sehen sind. Spaziergänger sowie spielende Kinder. Solange es sich im Rahmen hält. Die Ruhe muss natürlich bleiben. Und ich fänd es auch nicht besonders vorteilhalft, wenn da welche Fußball spielen und die Grabsteine als Tore benutzen würden. ;-) Das muss nun wirklich nicht sein. Ansonsten kann ich mich meiner Vorrednerin Manja nur anschließen. Ein Friedhof soll was Normales sein, was zum Leben nunmal dazugehört und kein Ort des Schreckens.

  27. In Hamburg gibt es ZWEI Friedhöfe aus denen Buslinien fahren und Autos erlaubt sind
    (Öjendorf und Ohlsdorf)

  28. „Es lebe der Zentralfriedhof
    und alle seine Tot’n,
    da Eintritt is für Lebende
    heut ausnahmslos verbot’n… “
    (W. Ambros)

    Die größten Friedhofsterroristen sind in meinen Augen keine Menschen, die Ruhe, Entspannung und die Nähe zu den Toten suchen. Joggen auf dem Friedhof? Kein Problem!

    Nein, diejenigen, die mich tierisch annerven sind geschwätzige Rentner, die den lieben langen Tag auf dem Totenacker abhängen. Steht man dann vor dem Grab und will in Ruhe mit dem Toten reden, kommen sie angeschlichen. Sie zwingen einem ein Gespräch auf und überschütten einen mit nichtigem Klatsch und Tratsch – und man kann noch nichtmal das Weite suchen!!!

    Der absolute Höhepunkt ist dann erreicht, wenn sie einem erzählen wie schlimm und tragisch es doch sei, daß derjenige, mit dem man sich eigentlich gerade unterhalten wollte das Zeitliche gesegnet hat, wenn einem quasi von jemand Fremdem das eigene Leid vorgeheult wird.

    Ich schwöre mir jedesmal: „Beim nächsten Mal nimmst du einfach die nächste Schaufel die rumliegt, holst weit aus und…“

  29. waldfriedhof münchen, alter teil: fahrradfahren verboten (mit verbotsschildern). die friedhofsmitarbeiter sind fröhlich aufm fahrrad unterwegs und das ist ja auch ok so. sonst geht man stundenlang…aber was mich dort stört ist wenn die mutti vom einkaufen kommt, hinten mit kind im anhänger und den hund freilaufend daneben. kommt öfter vor. genauso wie leute die da spazierenfahren oder ihre trainingseinheit machen. hallo? irgendwo ist halt ne grenze die man nicht überschreiten sollte. verbotsschild ist verbotsschild und satzung ist satzung. man kanns gut finden oder nicht, aber daran halten sollte man sich auf jeden fall.
    bänke oder dergleichen findet man da übrigens auch vergeblich.

  30. Tja, Hunde.

    Warum haben Leute Probleme mit Hunden auf Friedhöfen?
    ich respektiere ein Verbot, allein nachvollziehen kann ich es nicht.

    Das es nicht okay ist wenn ein Hund anfängt in einem Grab zu buddeln oder an einem Grabstein sein Bein zu heben ist klar, aber ein erzogener Hund, noch dazu von mir aus angeleint, wird das kaum tun. Also bleibt der Hund lediglich Begleiter des Menschen, vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen alten Menschen der seinen vierbeinigen Begleiter gerne an seiner Seite hätte am Grab seiner Liebsten.
    Aber nein, ist verboten.

    Ich verstehe nur nicht warum. Solange man auf das Benehmen achtet, passt das doch.

    Gibts da andere Gründe für?

  31. Nunja, dass sich in Prag über den Massentourismus auf dem jüdischen Friedhof niemand aufregen würde, kann man so nicht sagen. Das bekommt der gemeine Tourist halt nicht mit.

  32. @Nicolas: Du hast sicher Recht. Aber wenn ich mich nicht irre, geht das ja seit ein paar Jahren wohl auch nur noch in geschlossenen Reisegruppen, und nicht mehr auf eigene Faust. Ich hab es selber leider nie geschafft, mir den Friedhof anzusehen, weil ich mich selber immer ungerne Reisegruppen anschliesse. Ich hab mir Prag an vielen vielen vielen Wochenenden von meinem Vater und seiner Sekretärin zeigen lassen, da hatten wir mehr Ruhe.

    Gruss
    S.

  33. Dazu passt ganz gut folgende Meldung:

    http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/leute/2008/06/04/jacob-sisters/aerger-nach-der-beerdigung.html

    Wobei ich mich bitghost anschließe. Hunde, die angeleint sind, nicht bellen und sich vernünftig benehmen, sollten kein Problem sein.
    Aber die Jacob-Sisters?

  34. Ich wohne direkt neben einem Kirchhof und habe aus einigen Fenstern meiner Wohnung einen schönen Blick über die Gräber ins Grüne. Es ist wunderschön. Morgens früh singen die Vögel, wie man es in der Stadt wohl kaum jemals hören wird, tagsüber schaue ich auf grüne Bäume, schön bepflanzte Gräber; und ich sehe die alten Witwen „ihre Männer begiessen“, und dabei reden sie miteinander, verabreden sich auf einen Kaffee, erzählen sich ihre Geschichtchen und helfen so einander über ihre Trauer hinweg, besser als jeder Pfarrer oder Psychologe das könnte.

    Weil der Weg über den Kirchhof eine gute Abkürzung zwischen zwei wichtige Straßen ist, haben wir auch einiges an „Durchgangsverkehr“, Leute mit Einkaufstüten, Kinderwägen und Haustieren an der Leine… Alles kein Problem, im Gegenteil: Ich finde es schön, wieviel LEBEN auf unserem Kirchhof stattfindet.

    Was mich stört, sind die Drogenhändler, die sich nachts dort zu finsteren Geschäften treffen und die Betrunkenen, die da am Morgen ihren Rausch ausschlafen und manchmal die eine oder andere Oma fürchterlich erschrecken… Aus diesem Grund patrouilliert auf meine Bitte hin auch der KOB ab und zu über den Kirchhof, muss leider sein…

  35. @bitghost:
    du hast vollkommen recht. ein gut erzogener hund macht sowas nicht und gehorcht aufs wort. aber wieviel prozent der hunde sind das? ich habe das gefühl kaum ein hundebesitzer geht noch zur hundeschule (bei den meisten hunden und v.a. besitzern wäre es bitter nötig) und die leine wird sehr gerne abgenommen „weil der hund ja seine freiheit braucht“. dabei wird übersehen dass der eigene hund nicht hör oder folgt.
    aus diesem grund sind hunde auf friedhöfen meist verboten. weil die besitzer zu dumm sind. und wenn es nur 10% aller hundebesitzer sind, diese ruinieren den ruf und schupps ist das verbot da…
    haste nur einen ausreisser haste ein enormes problem. oder wie willst du den angehörigen erklären dass das grab von einem hund umgegraben wurde oder n haufen am grabstein ist?

  36. Zum Thema Hunde: Die sollten schon angeleint sein. Wo will man da sonst die Grenze setzen? Da kann ja dann jeder Besitzer behaupten: „Normalerweise hört der auf mich.“ Und viele sind auch – wie schon gesagt – zu doof, um Hunde zu erziehen, geschweige denn den Schuss gehört zu haben.

  37. Städtische Arbeiter sind auch öfters noch bei der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz, kann das da gerade ein alarm war ;-)

  38. Ich mag es sehr, auf Friedhöfen spazieren zu gehen – gerade wegen der Ruhe und Würde, die dieser Ort ausstrahlt. 30 min auf dem Friedhof sind so entspannend wie ein halber Tag im Stadtpark, wo ich ständig damit rechnen muss, dass mir ein Frisbee an den Kopf knallt und ich alle 10 min verloren gegangenen Bälle an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgebe :-).
    Spaziergänge auf Friedhöfe sind ok, solange man sich ruhig verhält und niemanden stört. Viele Friedhöfe bieten ja auch Prospekte mit den Lageplänen besonders schöner Grabsteine oder geführte Rundgänge an.

  39. Auf Friedhöfe zu gehen ist für mich festes Touri-Programm. Ich informiere mich meist vorher, ob es besondere Tipps gibt. Meine Freunde/Bekannten gucken auch nicht mehr komisch, wenn ich sie bei Besuchen frage, ob es in der Nähe ´nen netten Friedhof gibt.

    Gerade alte Großstadtfriedhöfe rocken!

    Mein letztes Highlight war die Nekropolis in Glasgow im März ;)

    Wobei ich ja parkähnliche, verwinkelte mit Statuen bevorzuge.

  40. Picknick auf dem Friedhof?

    Ist für die Zukunft fest eingeplant.

    Wenn ich mit Muttchen (81) an ihrem zukünftigen Grabe auf der Bank sitze und wir angeregt Plauschen („erinnerst du noch …“), fehlt uns gelegentlich eine Stärkung. Der Wagen ist zwar nur 100m entfernt (Ohlsdorf), parkt aber nicht so schön, wie die Grabstätte bzw. die Besucherbank liegt.

    Für den Anfang nehmen wir Kartoffelsalat (nach Muttchens Art, klar) und Wiener Würstchen aus der Thermosflasche.
    Getränke sind vorgekühlt. Für die Winter-Saison plane ich Glühwein.

    Sie findet den Gedanken beglückend, dass ich das später auch so handhaben werde, wenn sie nicht mehr mitkommen kann, weil sie ja dann schon dort ist.

    Das hat doch was, oder?

  41. Ich kann dem entrüsteten Schreiber nur raten, mal nach Mexiko zu fahren und sich den tag der Toten anzusehen:

    [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Tag_der_Toten/]Tag der Toten[/url]

  42. in hamburg gibts noch mehr friedhöfe mit bussen…in bergedorf fährt zwar keine eigene buslinie nur aufm friedhof rum, aber tagsüber fährt eine buslinie extra da hin und auch übers gelände und früh morgens und abends übernimmt eine andere linie das. die fährt dannaber nicht mehr aufs gelände rauf weil das tor dann geschlossen ist…die „friedhoslinie“ fährt bis zur grösseren kapelle und hat den passenden endstationsnamen „friedhof kapelle 2“. ich finds praktisch den berg nicht rauf laufen zu müssen wenn ich zum familiengrab fahr…

    wir haben sogar mal mitm religionsunterricht nen schulausflug zum friedhof gemacht(oho wie böse) und sind da kreuz und wuer in scharen rumgelaufen und haben sprüche und so von den grabsteinen abgeschrieben. ist auch keiner von gestorben…(ok, das war ejtzt fies, aber es passte einfach so gut)

  43. Wir wohnen hier neben dem Ostpark, seines Zeichens einer der Älteren Friedhöfe in Dortmund. Und wie der Name schon sagt, ist es eher ein Park als ein Friedhof. Natürlich wird im vorderen Teil auch heute noch beerdigt, aber im hinteren Teil stehen die wunderschönen Grabanlagen von Großindustriellen und Bergleuten und Menschen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben, sowie die Gräber des anliegenden Franziskanerklosters.
    Auch ein alter jüdischer Teil ist da.
    Es gibt nichts schöneres, als früh Morgens oder des späteren Abends hier einen Spaziergang zu machen, oder sich auf eine der Wiesenbänke zu setzen und dem Gras beim Wachsen zuzusehen (oder ein Buch zu lesen).
    Die Luft riecht hier anders, der Verkehrslärm durch das Rauschen der Bäume kaum noch auszumachen, und „Besuchsverkehr“ muss man um diese Tageszeiten auch nicht unbedingt fürchten. Es ist einfach schön hier.

    [ Außerdem hoffe ich ja immernoch einer der berüchtigten Satanischen Messen, von denen in der Nachbarschaft gemunkelt wird, mal live zu erleben ;-)]

    Trotzdem darf meine Tocher nicht alleine her, da, wie in einem der oberen Beiträge schon erwähnt, hin und wieder allerlei zwielichtiges Gesocks hier rumschleicht.
    Was uns aber nicht davon abhält, eben zusammen hierherzukommen.

  44. Wir fanden als Kinder, dass die Kastanien auf dem friedhof viel schöner und besser geraten seien als die von draussen. Wenn die Frau sich schon über ein Fahrrad aufregt, dann hat sie noch nie gesehen, wie ein Bagger ein Grab aushebt. die denkt immer noch, das macht ein alter Mann von Hand.

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