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Kalte Abreise

Was ist eine ‚kalte Abreise‘? Ich habe schon einmal im Zusammenhang mit Bestattern etwas davon gehört, weiß aber nicht, was es bedeuten soll.

Als ‚kalte Abreise‘ bezeichnen Hoteliers, wenn einer ihrer Gäste das Haus auf der Trage eines Bestatters verlassen muß.

Je nach Hotel wird das ganz unterschiedlich gehandhabt. Nachdem der Arzt da war und den Tod festgestellt hat, wird der Verstorbene entweder im Zimmer belassen, bis wir ihn abholen oder man hat extra für solche Fälle einen Raum, meist im Kellergeschoß, wo der Verstorbene zwischengelagert wird, bis wir eintreffen. Solche Überführungen finden oft spät abends statt, damit die anderen Gäste nichts davon mitbekommen.

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Peter Wilhelm28. Mai 2012

13 Kommentare von 140271.

  1. Was ist denn, wenn zB ein Gewaltverbrechen vorliegt und der Verstorbene in die Gerichtsmedizin muss, wird dann auch bis abends gewartet?

  2. Dann wird sich wohl nicht mehr verhindern lassen das andere Gäste nix mehr mitbekommen.

    Polizei, ect treten natürlicherweise nicht gerade zurückhaltend auf. Muss ja jeder wissen das Beamte anwesend sind.

  3. Ich wüsste gerne, in welchem Zusammenhang da von der „kalten Abreise“ gesprochen wird. Murmelt das der Portier dem Rezeptionisten vertraulich über den Tisch, falls Hotelgäste zuhören sollten, ist das ein mundartlicher Terminus, den sich die Hotelpagen kichernd zurufen, oder wird das hochoffiziell in irgendein Verzeichnis eingetragen?

  4. öhhhh wird das extra berechnet? überführen des leichnams in kühlraum? hattest du eine solchige abholung schonmal? liegen die dann ungekühlt?

  5. @Nina
    Das heißt einfach so. :-) Ich hab mich auch gewundert als ich dass zum ersten mal hörte. Hotelgästen gegenüber wird das nicht erwähnt, aber unter Mitarbeitern kennt man den Begriff.
    Ein „Verzeichniss“ gab es da wo ich gelernt habe nicht, auch die Hotelsoftware hatte keinen Button für „verstorben“.

  6. OK passt nicht ganz so zum Thema.
    Aber vor 8-9Jahren in einem Praktikum in einem kleinem einem Kreiskrankenhaus.

    Nach der Mittagspause kam eine Krankenschwester zu mir und meinte ich sollte mich mal schnell um eine andere Praktikanten kümmern.

    Ja was war passiert (ein Patient war kurz vorher verstorben , da er in Einzelzimmer lag und keine entsprechenden Einrichtungen im Keller vorhanden waren , sollte er bis zum eintreffen eines Bestattungsdinstleisters dort bleiben), ok uns hatte niemand informiert und die Dame betrat das Zimmer und wollte ihn wecken um ihn zur Herzgruppe zu holen.

    Ja nicht jeder steckt solche Begegnungen weg und kann weiterarbeiten.
    Ja nach viel gutem Zureden saßen wir dann mit der Chefin bei einer Tasse Kaffee im Keller und hattes sie soweit, das man sie nach hause schicken konnte.

  7. Solche Überführungen finden oft spät abends statt, damit die anderen Gäste nichts davon mitbekommen.
    – ja klar, denn wenn sich das rumspricht, dass hier die Leute sterben, bucht hier niemand mehr. Nicht mal übers Internet. Wer will schon in einem Bett liegen, in dem schon mal ein Toter lag, oder gelegen haben könnte. Allein schon bei dem Gedanken an die Würmer in der Matratze gruselt es mir dass es mich schon überall juckt……..

  8. Nun, ich denke, man sollte sich im Hotel ohnehin nicht überlegen, was da schon alles vor einem im Bett passiert ist…
    Die ganz harten, denen Gruselgeschichten vorm Einschlafen nicht mehr den nötigen Kick bringen, die gucken einfach vorm Licht ausknipsen mal unter das Bettlaken! ;)

  9. Ach ja, ich persönlich finde den Gedanken in einem Bett zu liegen, in dem jemand verstorben ist, nicht so furchtbar.
    Natürlich würde ich es vorziehen, wenn mir im Hotel das nicht gerade beim Einchecken gesagt würde… „Sie haben Zimmer 666, unsere Leichensuite.“ Bei einem normalen Tod dürfte ja auch mit der Matrattze nicht viel passieren. Außerdem reisen die Gäste bei einer kalten Abreise ja vermutlich vor ihrem Buchungsdatum ab, wird wohl keiner noch 12 Tage liegen gelassen nur weil er für 14 Tage gezahlt hat…

  10. […] halten kann. unser oberkellner und ich hatten bei seinem anblick spontan den selben gedanken: hoffentlich verträgt er den prosecco die höhe. […]

  11. Ja, das ist ein Terminus, den man im Hotel kennt und benutzt. Und ich fand ihn zu Beginn meiner Ausbildung, als ein Gast telefonisch nicht erreichbar war und auf seiner Arbeitsstelle schon vermisst wurde, und mir dann gesagt wurde „geh da mal im Zimmer gucken, aber nicht alleine, nicht, dass das ne kalte Abreise ist“ eigentlich auch recht selbsterklärend. (Der Gast war übrigens nicht verstorben, sondern wohl nur versackt am Abend zuvor…)

    Und was das Bewohnen eines solchen Zimmers betrifft: man erzählt sich, dass das Kölner Hilton Gäste hat, die ganz explizit nach dem Zimmer fragen, in dem Nikolaus Sebastian ermordet wurde…

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