Sarg im Flur

Bei uns im Haus ist jemand verstorben. Als wir neulich nach Hause kamen, stellten wir mit Schrecken fest, daß unten im Flur ein offener, leerer Sarg stand. Fürchterlich! Mir sind fast alle Haare steil zu Berg gestanden. Das war für unsere Kinder ein großer Schrecken und ich habe nun die Befürchtung, daß meine Kinder einen psychischen Schaden erleiden. Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugetan. Ist das nicht sogar verboten, Särge in Wohnhäusern aufzustellen, das ist ja voll eklig.

Ich verstehe die grundsätzlichen Bedenken, die Du in Deiner Zuschrift äußerst, es verbindet sich aber natürlich damit die Frage, inwiefern die psychische Schädigung durch den Anblick eines Sarges noch einen Schaden hervorrufen kann.

Zunächst einmal sind Särge etwas völlig Sauberes, es gibt nichts daran, wovor man sich ekeln könnte, sie bestehen aus reinem Holz.
Es ist auch nicht verboten, Särge in Wohnhäusern zu haben, ja manche Familien bahren ihre Verstorbenen wenigstens für ein paar Stunden sogar zu Hause auf.

Daß der Sarg im Treppenhaus stand, hängt vermutlich damit zusammen, daß die betroffene Familie sich eine Abholung des Verstorbenen in einem Sarg gewünscht hat. Die meisten Treppenhäuser lassen es aber nicht zu, einen beladenen Sarg aus einem höher gelegenen Stockwerk zu transportieren. Es ist einfach zu eng. Mit einer schmalen Trage, die selbst nicht viel wiegt, ist das wesentlich leichter zu bewältigen.
Möchte die Familie aber die Überführung in einem Sarg, so stellt der Bestatter diesen häufig im Treppenhaus ab und der Tote wird mit einem Bettlaken über die Treppe transportiert und dann unten im Treppenhaus zunächst notdürftig eingesargt.

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  • Veröffentlicht am: 13. Mai 2008
  • 36 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

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  1. Ergänzung zu dem bereits gesagten:
    Ich habe bei meinen Mädels festgestellt, dass sie besser mit der Tatsache
    „Menschen sterben und sind dann tot“ klarkommen, als andere.
    Meine Älteste musste im Krankenhaus mit dem Tod von mehreren Kindern, die
    sie gut kannte, klarkommen und hat später mal (auf der Beerdigung einer
    Bekannten) zur jüngeren gesagt: „Die schläft jetzt – für immer und ewig“.
    Damit war die Sache auch für die Jüngere klar.

  2. Der Tod gehört zum Leben. Auch Kinder können das verstehen, wenn man sie darauf vorbereitet. Ich finde, einen Sarg zu sehen, ist nichts Unnatürliches und schon gar nicht eklig. Den Tod auszuklammern und als Tabu-Thema zu sehen, das ist nicht in Ordnung.

  3. Ich kann das Problem des Schreibers überhaupt nicht nachvollziehen. Ich meine ein offener Sarg mit einem Toten drin und keinem Bestatter oder Angehörigen in Sicht das ist etwas anderes. Aber das Kinder einen psychischen Schaden durch einen leeren Sarg bekommen kann ich mir schwer vorstellen da sehen die normalerweise ganz andere Sachen

  4. Ich kann mir nicht helfen, wenn die Kinder vom Anblick eines Sarges nen Schaden kriegen solllen, dürfen sie kein Fernsehen schauen, keine Zeitung in die Hände bekommen 8und das Internet muss natürlich auch strengstens verboten bleiben, genau so wie das Verlassen des Hauses! Ich meine, überall könnte ja plötzlich ein Toter mit nem Sarg unterm Arm um die Ecke kommen und BUH rufen! Und Bestatter gehören sowieso alle aus der Stadt verbannt und dürfen nur noch 10 km weg vom nächsten Haus mitten im Wald arbeiten.

    Wer den Scherz findet bekommt nen Keks.

  5. Jemand, der »das ist ja voll eklig« schreibt, hat auch sonst nicht alle Latten am Zaun.

    Direkt neben einer Grundschule in unserem Ort west ein Bestatter, der auch im Schaufenster seines Untnehmens Särge ausstellt. Den Blagen ist das sowas von egal. Vielleicht war der Schrecken und das darauf folgende Theater des Schreibers für die Kinder der größere Schock als der harmlose Sarg. Voll Bescheuert :-)

  6. Ich kann verstehen das ein Sarg im Flur im ersten Augenblick irritierend ist, allerdings stimme ich den vorherigen Postern so weit zu, dass auch ich denke das ein Sarg nicht traumatisierender ist als ein IKEA-Regal.

    Man mag sich gar nicht vorstellen, was wohl passiert währe wenn sie in dem Moment den zukünftigen Bewohner die Treppe runter getragen hätten. ^^

  7. Abgesehen davon, das die Ausdrucksweise etwas überzogen ist, kann ich mir schon vorstellen, das man ziemlich erschrickt, wenn man heimkommt und über einen Sarg „stolpert“. Der gehört da nicht hin, man rechnet nicht damit und plötzlich ist man dem Tod ganz nah.

    In einem Schaufenster eines entsprechenden Geschäfts ist das normal, alltäglich, gehört so.

    Ich glaub, ich hätt mich auch erschrocken und ein anderes Gefühl im Bauch, als wenn da wie sonst der Kinderwagen oder ein Fahrrad parkt.

    Aki

  8. die (offentlich besorgte) mutter ist auch offensichtlich ein wenig panisch was das Wohl ihrer Kinder angeht. Verbietet ihren lieben kleinen auch sicher zu anderen kindern zu gehnen, weil die ja ihre schönen sportverletzungen herzeigen könnten (was ja quasi immer gesprächsthema nr 1 is, wenn wer sowas hat; und die ja nun wirklich wesentlich grausiger sind als ein auf natürliche weise verstorbener mensch).
    Für die Kinder is das wahrscheinlich völlig „normal“, im sinne von „Sieh an, ein Sarg. Mal schaun wie sowas ausschaut … Aha … Hab ich mir spannender vorgestellt“ und ne stunde später is es schon quasi wieder vergessen.
    Ich frag mich nur was die betreffende macht wenn sie zu mittag hendl macht, was ja nun wirklich nicht schön anzusehn is. ich mein man wühlt in nem toten viech herum um die eingeweide raus zu kriegen und stopft das teil dann auch noch mit fülle (je nach belieben) die selbst die konsistenz und das aussehn von etwas ausgekotztem hat. wie kann man sowas nur seinen kindern gegenüber verantworten? ;)

  9. Die Frage ist, ob die Kinder dadurch einen psychischen Schaden bekommen, oder ob der Schreiber / die Schreiberin ihn schon HAT…

  10. Es ist in meinen Augen kein gutes Zeichen, einen psychischen Schaden in Angsicht eines leeren Sarges zu befürchten. Wenn man versucht den Tod total aus seinem Leben (oder aus dem seiner Kinder) auszuklammern, dann ist der „psychische Schaden“ um so grösser, wenn man dann mal direkt damit konfrontiert wird, weil z.B. eine bekannte Person verstirbt. Allerdings würde ich vermutlich auch etwas erschrecken, wenn ich beim betreten meines Treppenhauses unerwarteterweise an einen offenen Sarg stolpern würden, aber nur weil es ein Objekt ist, das ich nicht tagtäglich sehe und nicht unbedingt im Treppenhaus erwarte.
    So wie ich meine Katzen kennen, würden die vermutlich schnurrend in dem Sarg liegen und sich wundern, weshalb sie da schnell wieder rausgescheucht werden ;-)

  11. Noch was:

    Sich auf dem Bestatterweblog rumtreiben, wo man tagtäglich mit dem Tod zu tun hat, aber einen Sarg im Flur »voll eklich« finden, super.

    Ich würde jetzt auch nicht noch einem psychischen Schaden ausgehen, aber von einem gehörigen Nagel in der Kappe. ;-)

  12. Hier kann offensichtlich jemand nicht mit dem Tod umgehen.
    Klar, ein Sarg im Flur ist schon erstmal erschreckend (genau so wie das obligatorische Pferd) – aber man kann es doch nur als psychisch belastbar oder eklig finden, wenn man den Tod nicht als Teil des Lebens annehmen kann.
    Kinder sind noch eher mit der Natur und dem Zyklus des Lebens und Sterbens vertraut. Immerhin verwelken auch Blumen. Sie können da noch Parallelen ziehen, wo ein Erwachsener schon meint, sich nicht mit Pflanzen oder Tieren gleich setzen zu müssen. Von daher kann der psychische Schaden nur vom Umgang der Eltern damit stammen.
    Beispiel: Ein Kind fällt hin und schaut auf die Eltern, wie sie reagieren. Kommt der Elternteil panisch angerannt und schaut, dass das Kind sich auch ja nix getan hat, kann es nur schlimm sein und das Kind weint. Tut der Elternteil jedoch nicht dergleichen oder lacht und sagt „Ups, schnell wieder aufstehen und weiter laufen.“ wird das Kind nicht weinen (außer es hat wirklich Schmerzen).
    Bezogen auf den Sarg: „Oh mein Gott, ein Sarg, wie eklig, schnell weg schauen und dran vorbei laufen!“ Was lernt das Kind wohl daraus?

  13. Können deine Kinder ihren Namen tanzen, haben Gartenbau im Unterricht und werden sie nur mit runden Dingen geschlagen? Dann würde ich es auch eklig finden, wenn ich auf der Waldorfschule wäre…

  14. @kumi: Der Bestatter in unserem Ort ist direkt gegenüber vom Kindergarten. In der Auslage hat er Särge, Urnen, Totenhemden und Grablaternen. Ab und an öffnet sich das große Rolltor und ein Leichenwagen rollt in gemessenem Tempo heraus. Das ist für die Kinder total spannend und meines Wissens hat sich noch nie jemand darüber aufgeregt. Es ist halt auch ein katholischer Kindergarten und der macht auch mal einen Herbstspaziergang über den Friedhof oder bearbeitet im November das Thema Leben und Sterben.

  15. Vor ein paar Jahren kam ich von der Uni nach Hause und stand vor einem offenen Sarg in meinem Flur mit meinem Opa drin (!) Ich wohnte damals bei Ihm im Haus und aus platzgründen war er wohl kurz da zwischengelagert worden!
    Geschockt war ich zunächst schon, aber ich muss sagen, dass mir keine Schäden zurückgeblieben sind!

  16. Ach ja: Es gab mal eine „Sendung mit der Maus“, wo es ausschließlich um Tod und Beerdigung ging: Vielleicht durfen die Kinder diese Sendung auch nicht gucken. (Obwohl sehr schön und einfühlsam gemacht)

  17. Die armen Kinder! Da ist ja wirklich ein ausgiebiger psychischer Schaden zu befürchten! Kann man sowas nicht mal vors Jugendamt bringen?
    Dann kriegen die vielleicht vernünftige Eltern… ;-)
    Das kommt davon, wenn man das Leben nicht bis ans Ende denkt und das Ende einfach ausklammert. Wenn ich als (toter) Angehöriger „voll eklig“ bin, dann möchte ich lieber nicht deren Angehöriger sein. Leider kann man sich sowas nicht aussuchen. Insofern stimme ich der Schreiberin/dem Schreiber bei: ich befürchte auch, dass ihre Kinder irgendwann einen psyschichen Schaden erleiden. :-(

  18. @kumi:
    > „in unserem Ort west ein Bestatter“

    Hat er seinen Beruf nicht richtig gelernt? ;-)

  19. Ein Kommentar mit der Schreibe eines kleinen Kindes, „voll eklig“…
    nun, wenn man sich dann womöglich noch mit dem Partner über diesen Sarg aufregt und daraus eine große Sache macht, dann mag es die Kinder belasten.

    Ansonsten sollte man es ihnen recht gut erklären können. Menschen sterben nun einmal.

  20. verfrühte Hallowenn Deko 8)

    (da hat wohl Mama mehr Panik,
    Kinder verkraften sehr viel,
    aber vielleicht solltest mit deine Kids einen Gesprächskreis bilden,und das ganze bei einer Tsse Kräutertee mit einem Thrapeuten besprechen 8))

  21. Ich finde das nicht schlimm. Kinder sind von Natur aus neugierig. Und Tod bzw. Sterben eine ganz „normale Sache“. Erklärt man dem Kind genau was passiert ist, so ist die Angelegenheit doch erledigt. Wer hat den noch nicht am Friedhof einen Knochen gefunden. Ich denke schon jeder. Hihi, da müsste die Psychologenpraxis hilflos „überlaufen“ sein. :)

  22. ..und wieder der Beweis, dass allmählich ganz normale Dinge das „Pfui-Bäh“-Siegel bekommen.
    Ich finde auch fast niemanden, der ein „rohes“ Salbeiblatt vom Stengel probieren will, sogar nicht-gefriergetrockneter Schnittlauch wird argwöhnisch betrachtet, Göttergatte isst Spinat auch nur püriert, und bei der längst vergessenen „Die alm“-Serie von Pro7 wurde als Ekelprüpfung(!!) verlangt, frische Kuhmilch ohne Umweg über das Glas zu trinken, worüber die Krauss sich 5 Minuten lang den Horror laberte.
    Der Kleine hat gestern bei Oma mein vor 25 Jahren beerdigtes Karnickel ausgebuddelt (ich hätte den Sandkasten nicht da hin gestellt!) und war völlig begeistert:
    „Jetzt bin ich Palrärontolologe!“

  23. @ muerre:

    > Können deine Kinder ihren Namen tanzen …

    Nö.

    > haben Gartenbau im Unterricht …

    Natürlich. Ist das problematisch bzw. nicht lehrreich?

    > und werden sie nur mit runden Dingen geschlagen?

    Natürlich nur mit stumpfen Gegenständen, die keine Spuren hinterlassen.

    > Dann würde ich es auch eklig finden, wenn ich auf der Waldorfschule wäre…

    Tja, so hat jeder sein Päcksken zu tragen (Vor allem, wenn man keine Ahnung hat). :-)

    Die Schule neben dem Bestatter ist übrigens unsere katholische Grundschule. Bislang konnte bei keinem Kind ein bleibender Schaden festgestellt werden können. Kinder gehen mit Tod und Sterben gelassener um, sofern sie nicht schon von den »voll angeekelten« Alten geimpft sind.

  24. Das Erschrecken der Schreiberin beim Anblick des offenen Sarges im Treppenhaus kann ich nachvollziehen, das wäre mir wahrscheinlich ähnlich gegangen (bevor ich das Bestatterweblog mitgelesen habe :-) ).

    Meiner Meinung nach liegt viel dieses Erschreckens auch daran begründet, dass nach 1945 geborenen Generationen überhaupt nicht mehr mit dem Tod in Verbindung kommen, sofern nicht irgendwelche Sendungen geschaut bzw Computerspiele gespielt werden, bei denen das Blut aus den Geräten tropft. Während des Krieges war es ja wohl eher „normal“, auf offener Straße über eine Leiche zu stolpern, während heutzutage ja jeder auf der Straße rumliegende Tote ziemlich schnell zugedeckt wird, und die Umgebung abgesperrt.

    Vor ungefähr 10 bis 15 Jahren hab ich selbst mich mal erschrocken – während des Studiums war ich bereits am frühen Nachmittag im Anflug auf Zuhause, biege gerade um die Ecke und sehe, dass in vielleicht 50 m Entfernung zwei Männer so’n komisches Ding in das Haus tragen, in dem ich wohnte. Da dort noch einige alte Leute wohnten, kombinierte ich messerscharf, dass jemand gestorben ist und das eine Totentrage ist (was auch stimmte).

    Ich hatte absoluten Horror, im engen Treppenhaus den Trägern mit der beladenen Totentrage zu begegnen, und hab die letzten Meter und die Stockwerke zu meiner Wohnung in einem nie wieder erreichten Spurt zurückgelegt.

    Wobei ich glaub die absolute Krise hätte, wenn ich in ein Haus reinkomme, in welchem unten ein offener Sarg steht, und der Bestatter grad dabei ist, eine Leiche einzusargen.

  25. Ich habe es vor Jahren erlebt, dass ich von der Schule nach Hause kam (eher Jahrzehnte…) und die Haustür aufmachte. Drinnen stand ein Bestatter, der mir freundlich aber bestimmt deutlich machte, kurz draußen zu warten. Es war ein Mietshaus, eine alte Frau war gestorben. Ich habe mich natürlich tierisch erschreckt, weil ich nicht wusste, ob es jemand von meiner Familie war. Hat sich dann aber geklärt, und bleibende Schäden habe ich keine (meine Freundin sagt was anderes…)
    Viel heftiger war eine andere Szene: Ich komme ins Treppenhaus (selbes Haus), und am ersten Treppenabsatz klebt eine dunkelrote, stückige Masse an der Wand. Ein alter Mann war gestürzt – und hatte dabei ein Glas Marmelade an der Wand zerschmissen. Er war zwar verletzt, aber nicht lebensbedrohlich. Meine Schwester kam nach mir nach Hause und hatte fast einen Nervenzusammenbruch, als sie das gesehen hatte.

  26. „Bei uns im Haus ist jemand verstorben. Als wir neulich nach Hause kamen, stellten wir mit Schrecken fest, daß unten im Flur ein offener, leerer Sarg stand. Fürchterlich! Mir sind fast alle Haare steil zu Berg gestanden. Das war für unsere Kinder ein großer Schrecken und ich habe nun die Befürchtung, daß meine Kinder einen psychischen Schaden erleiden. Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugetan. Ist das nicht sogar verboten, Särge in Wohnhäusern aufzustellen, das ist ja voll eklig.“

    Zuckerei…

  27. Zustände wie in den USA

    *noch* schlimmer als der Anblick eines Sarges ist für kleine Kinder eigentlich nur noch, wenn sie eine weibliche entblösste Brust sehen

    Da ist dann lebenslanges Trauma angesagt

  28. Ich kann übrigens meinen Namen tanzen…
    Geile Sache, ähnlich cool wie der Lampenschirmparty-Gag.
    Komischerweise gehe ich trotzdem meist allein nach Haus %-)

  29. Der psychische Schaden für diese Kinder entsteht mit Sicherheit durch die Art und Weise wie in dieser Familie mit dem Thema Tod und Sterben umgegangen wird.

  30. Schade das Eltern so reagieren.
    Der Tod gehört zum Leben, genauso wie die Geburt.
    Nur leider wird er in unserer Gesellschaft verdrängt und findet hinter verschlossenen Türen in Krankenhäusern, Altenheimen usw. statt.
    Das ist vollkommen falsch, Tod sollte den Menschen nahe gebracht werden ales etwas, das zwar im Unbekannten endet, aber halt einfach dazu gehört.

    Ich bin davon überzeugt davon, das Kids mit dem Tod und auch dem Anblick eines Verstorbenen ohne große Probleme umgehen können, wenn ihnen beigebarcht wird, dass das Sterben nichts unheimliches ist. Nur das dumme verstecken des Sterbens durch Erwachsene ist für mich unverantwortlich.

    Es ist verständlich, das ein Sarg im Treppenhaus zuerst erschrecken lässt, aber gerade hier sollte der Ansatzpunkt genutzt werden um aufzuklären.
    Nur jemand der weiss das er Sterben kann, wird auch den nötigen Respekt gegenüber dem Leben haben.

    LG
    Michael

  31. @ Dorien G:

    Den »Lampenschirmpartygag« musste mir mal erklären, denn kenne ich noch nicht.

    Zum Namen-tanzen:

    Neulich bei der Monatsfeier in unserer Schule. Vorne auf der Bühne eine Eurythmie-Vorführung, die verstrahlte Eurythmielehrerin völlig entrückt an der Seite, die wedelnde Souffleuse gebend. Ein Vater aus meiner Klasse und ich guckten uns nur die ganze Zeit wissend an, hart an der Grenze zum Kichern. Eurythmie ist sicher gut für Geist und Körper, sieht aber bisweilen ganz schön bescheuert aus.

    Plötzlich eine Stimme 2 Reihen hinter uns: »Boah, ey, watt is datten für eine tuntige Scheiße da vorne? Kanndowonnichwaasein! Sowas schwuchteliges hab ich ja schon lange nich mehr gesehen! Waaahahaha!«

    Da ging aber ein Ruck durch die volle Aula.

    Danach beim Rausgehen großes Gemurmel und Salbader »Unverschämtheit« »Wie kann der nur?« »Der ist sicher nicht von uns.« Ich und mein Kollege dachten nur: »Wo der Mann Recht hat, hat er recht. Dat sieht tuntig aus.«

    Nuja, er hätte auch schweigen können … auch das ist manchmal ein großer Vorteil :-)

  32. Ich kann schon nachvollziehen, dass man von einem Sarg im Haus erstmal geschockt (im Sinne von überrascht) ist. Man erwartet ihn dort nicht, und befasst sich dadurch zwangsweise mit dem Tod – auch wenn man das garnicht möchte.

    Ich glaube durchaus, dass die Schreiberin den Sarg insofern „eklig“ fand, als dass die Kinder wahrscheinlich nachgefragt haben: was und wofür dieser Gegenstand ist. Als Elternteil kommt man dann in Erklärungsnot, und weil man es in seiner eigenen Kindheit vermutlich selbst nicht erklärt bekommen hat, hält man es für verkehrt, es den Kindern zu erklären. Dabei wäre dies sehr sinnvoll, wenn die Kinder mal den Umgang mit Sterben und Tod lernen sollen.

    Ich glaube nicht, dass die Kinder durch das Sehen des Sarges einen Schaden davon tragen – höchstens von der Erklärung der Eltern. Wenn hier einer einen Schaden davon trägt (nicht im beleidigenden Sinne), dann die erschreckte Mutter, die gemerkt hat, dass sie nicht weiss, wie sie ihren Kindern gegenüber mit solchen Themen umgehen soll.

  33. Wieso geht eigentlich jeder davon aus, dass die Frage von einer Frau gestellt wurde? Es gibt auch blonde Männer.

    Abgesehen davon könnte man die Person in jeglicher Hinsicht beruhigen. Es gibt wohl nichts harmloseres, als einen Toten, die meisten Nachbarn sind im lebenden Zustand wesentlich unerträglicher. Und selbst wenn sich der Leichnam dazu entschließen sollte, als Wiedergänger sein Unwesen zu treiben, ist der/die Fragesteller/in in keinster Weise bedroht. Zombies ernähren sich von Hirnen.

  34. @Bisch,
    Du hast meinen Text geahnt, und mir das Schreiben erspart. so wollte ich es auch ausdrücken.

  35. Nina, Du bist die unschlagbare Profilerin.
    Da wär ich nie drauf gekommen.

  36. ..der Kleine guckt seit vorgestern (also, nicht am Stück) Tim Burtons „A Corpse Bride“ und meint ganz begeister: „Wenn ich mal tot bin, will ich aber auch eine Made im Auge!!“

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