Sprüche für Todesanzeigen

Manchmal weiß ich nicht, ob ich einen Spruch auf einer Trauerkarte schon mal gelesen habe oder ob der jetzt ganz neu ist und nur so ähnlich klingt wie ein anderer. Zu viele davon habe ich schon gelesen und vorgelesen.

In unserer Vorschlagsmappe haben wir sicher an die 400 Sprüche, die die Zeitung mal geliefert hat, und mindestens genau so viele, die wir selbst gesammelt haben.

Aber manchmal kommen einem dann doch Formulierungen unter, die unabhängig davon, ob sie nun neu sind oder nicht, einfach schön klingen und sehr passend scheinen.

Leserin Marianne aus Mannheim hat in der Zeitung heute folgende Sprüche in einer Todesanzeige für eine knapp 70jährige Frau gefunden:

„Man sieht die Sonne langsam untergehen
und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel wird.“

„Auch wenn es jetzt ihre Zeit war zu gehen,
so verliert man mit den Eltern auch immer
ein Stück seiner Wurzeln.
– Und das tut richtig weh.“

In einer anderen Anzeige in der selben Zeitung heißt es:

„Das Schönste was ein Mensch hinterlassen kann,
ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.“

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  • Veröffentlicht am: 15. Oktober 2010
  • 14 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Fundstücke

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

14 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Sehr schön, da wird einem ganz warm ums Herz. verbunden mit dem Menschen, den man verloren hat, hat es dann eine sehr individuelle Bedeutung. Schön geschrieben, auf jeden Fall besser als die 0815 Todesanzeigen….

  2. … und vor allem die üblichen „nach langerer, schwerer Erkrankung, dem metastasierenden Krebs im Endstadium, der Lungenentzündung und den versagenden Nieren, starb im Alter von 104 Jahren plötzlich und unerwartet…“

  3. Na ja, lieber Tom, es steht uns Aussenstehenden nicht an, zu beurteilen, ob das die „richtigen“ Worte sind.
    Jeder empfindet den Tod eines Menschen aus seiner „Umgebung“ anders und es soll doch möglich sein, solche nzeigen kritiklos hinzunehmen. Das ist jedenfalls meine Meinung.
    Ob solche (oder ähnliche) Anzeigen den eigenen Geschmack treffen, ist ohne Belang.
    Im Übrigen finde ich es wesentlich besser, wenn sich jemand die Mühe macht, die eigenen Gedanken zu äussern statt (verzeih, Tom) auf vorkonfektionierte Massenware zurückzugreifen.
    Gruß
    Hajo

  4. @4 Hajo: Ich kann Deinen Kommentar in keinster Weise nachvollziehen. Wo bitte habe ich diese Texte nicht kritiklos hingenommen?
    Wo bitte siehst Du, daß diese Texte meinen Geschmack nicht treffen?
    Du hast meinen Artikel entweder nicht gelesen oder den Tenor nicht verstanden. (Verheih Hajo)

    Aber mehr als durch:

    „Aber manchmal kommen einem dann doch Formulierungen unter, die einfach schön klingen und sehr passend scheinen.“

    kann ich nicht zum Ausdruck bringen, daß mir die eingesandten Sprüche gut gefallen.

  5. Ja, die ersten Beiden gefallen mir besonders gut. Das Erste ist ein schönes Bild, das Zweite schlichte, klare Worte.

    Übrigens, Hajo, es geht hier weder darum, die Anzeigen zu kritisieren, noch darum, einzuschätzen, ob sie auf den konkreten Anlaß gepasst haben.

    Es sind einfach gute Beispiele dafür, wie man seine Trauer und seinen Verlust in Worte fassen kann. Ob man dafür eigene Worte oder fremde Worte verwendet, halte ich für irrelevant. Speziell in einer Ausnahmsituation wie dem Verlust eines Menschen ist es ohne Weiteres nachvollziehbar, wenn einem buchstäblich die Worte fehlen.

  6. Nr. 3 kommt mir sehr bekannt vor. Ich glaube, den hab ich schon häufiger in der Zeitung gelesen. Er ist ja auch ok…man darf halt nur nicht das Falsche denken…höhö..

  7. @7, @9: manche Menschen machen zweimal Freude, wenn sie kommen und wenn sie gehen – nicht wahr? ;)

  8. Bei mir würde der Spruch gut passen und ich überlege, ob ich ihn nicht für mich vorbestelle. Da gäbe es sicherlich beide Sorten von Menschen, die die froh sind, daß ich weg bin und die die über meinen Blödsinn lachen und lächeln konnten.

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