Sprüche für Todesanzeigen

Manchmal weiß ich nicht, ob ich einen Spruch auf einer Trauerkarte schon mal gelesen habe oder ob der jetzt ganz neu ist und nur so ähnlich klingt wie ein anderer. Zu viele davon habe ich schon gelesen und vorgelesen.

In unserer Vorschlagsmappe haben wir sicher an die 400 Sprüche, die die Zeitung mal geliefert hat, und mindestens genau so viele, die wir selbst gesammelt haben.

Aber manchmal kommen einem dann doch Formulierungen unter, die unabhängig davon, ob sie nun neu sind oder nicht, einfach schön klingen und sehr passend scheinen.

Leserin Marianne aus Mannheim hat in der Zeitung heute folgende Sprüche in einer Todesanzeige für eine knapp 70jährige Frau gefunden:

“Man sieht die Sonne langsam untergehen
und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel wird.”

“Auch wenn es jetzt ihre Zeit war zu gehen,
so verliert man mit den Eltern auch immer
ein Stück seiner Wurzeln.
– Und das tut richtig weh.”

In einer anderen Anzeige in der selben Zeitung heißt es:

“Das Schönste was ein Mensch hinterlassen kann,
ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.”

  • Veröffentlicht in: Fundstücke

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Hier erzählt der Buchautor Peter Wilhelm Geschichten aus dem Bestatteralltag und informiert als Experte und Sachverständiger über die Themen Bestattung, Tod und Trauer. Weitere Informationen findet man u.a. hier und hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Heidelberg.

14 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Der erste gefällt mir am besten. Wahre Worte schön verpackt.

  2. Sehr schön, da wird einem ganz warm ums Herz. verbunden mit dem Menschen, den man verloren hat, hat es dann eine sehr individuelle Bedeutung. Schön geschrieben, auf jeden Fall besser als die 0815 Todesanzeigen….

  3. … und vor allem die üblichen “nach langerer, schwerer Erkrankung, dem metastasierenden Krebs im Endstadium, der Lungenentzündung und den versagenden Nieren, starb im Alter von 104 Jahren plötzlich und unerwartet…”

  4. Na ja, lieber Tom, es steht uns Aussenstehenden nicht an, zu beurteilen, ob das die “richtigen” Worte sind.
    Jeder empfindet den Tod eines Menschen aus seiner “Umgebung” anders und es soll doch möglich sein, solche nzeigen kritiklos hinzunehmen. Das ist jedenfalls meine Meinung.
    Ob solche (oder ähnliche) Anzeigen den eigenen Geschmack treffen, ist ohne Belang.
    Im Übrigen finde ich es wesentlich besser, wenn sich jemand die Mühe macht, die eigenen Gedanken zu äussern statt (verzeih, Tom) auf vorkonfektionierte Massenware zurückzugreifen.
    Gruß
    Hajo

  5. @4 Hajo: Ich kann Deinen Kommentar in keinster Weise nachvollziehen. Wo bitte habe ich diese Texte nicht kritiklos hingenommen?
    Wo bitte siehst Du, daß diese Texte meinen Geschmack nicht treffen?
    Du hast meinen Artikel entweder nicht gelesen oder den Tenor nicht verstanden. (Verheih Hajo)

    Aber mehr als durch:

    “Aber manchmal kommen einem dann doch Formulierungen unter, die einfach schön klingen und sehr passend scheinen.”

    kann ich nicht zum Ausdruck bringen, daß mir die eingesandten Sprüche gut gefallen.

  6. Ja, die ersten Beiden gefallen mir besonders gut. Das Erste ist ein schönes Bild, das Zweite schlichte, klare Worte.

    Übrigens, Hajo, es geht hier weder darum, die Anzeigen zu kritisieren, noch darum, einzuschätzen, ob sie auf den konkreten Anlaß gepasst haben.

    Es sind einfach gute Beispiele dafür, wie man seine Trauer und seinen Verlust in Worte fassen kann. Ob man dafür eigene Worte oder fremde Worte verwendet, halte ich für irrelevant. Speziell in einer Ausnahmsituation wie dem Verlust eines Menschen ist es ohne Weiteres nachvollziehbar, wenn einem buchstäblich die Worte fehlen.

  7. Nr. 3 kommt mir sehr bekannt vor. Ich glaube, den hab ich schon häufiger in der Zeitung gelesen. Er ist ja auch ok…man darf halt nur nicht das Falsche denken…höhö..

  8. @7 LOL! Na toll, der Spruch wäre schon mal ruiniert :-D

  9. @7, @9: manche Menschen machen zweimal Freude, wenn sie kommen und wenn sie gehen – nicht wahr? ;)

  10. Bei mir würde der Spruch gut passen und ich überlege, ob ich ihn nicht für mich vorbestelle. Da gäbe es sicherlich beide Sorten von Menschen, die die froh sind, daß ich weg bin und die die über meinen Blödsinn lachen und lächeln konnten.

  11. Ob das der gleiche Hajo ist, der auch in einschlägigen Taxiblogs sein Unwesen treibt?

  12. @10 :-D Ich geb’s zu, ich bin manchmal leicht zu erheitern.

  13. also auch mir gefallen alle drei Sprüche … mal was anderes …

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