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Thanatopraktiker- Ausbildung zur Bestattungsfachkraft

Ich suche nach meinem Abitur für das Jahr 2015 eine Ausbildungsstelle zur Bestattungsfachkraft (Deutschlandweit) mit dem nachfolgenden Ziel Thanatopraktiker zu werden. Ich denke ich habe mit meinem Ziel genau den Beruf für mich gefunden, der meine naturwissenschaftlichen Interessen sowie meine privaten Interessen der ästhetischen Visagistik (arbeite nebenbei in einem Fotostudio als Visagistin) vereint und extrem anspruchsvoll ist. Für mich stellt sich nur folgende Problematik:
Darf ein Beruf, der vom Tode der Menschen lebt, Spaß machen? Und wenn ja, wie verpacke ich das ganze so, dass ich für einen Ausbildungsbetrieb interessant bin, aber nicht „durchgeknallt“ wirke?
Denn der Grund, warum ich Bestattungsfachkraft werden möchte, interessiert den Ausbildungsbetrieb ja schließlich auch.
Meine Ziele klar auszudrücken, aber den eigentlichen Ausbildungsberuf in diesem Sinne nicht abzuwerten, empfinde ich grade als äußerst schwierig, besonders weil eben dieser ja das ganze Fundament bildet.
Ich hänge grade wirklich an diesem Punkt fest und erhoffe mir ein klein wenig Hilfe, damit ich einen geeigneten Ausbildungsbetrieb finden kann der mich bei meinem Werdegang unterstützt.

P.s.: Weiter so mit dem Blog, ich finde ihn genial!

L.

Natürlich darf der Beruf des Bestatters Spaß machen. Probleme hätte ich damit, wenn ein Henker sagen würde, ihm mache sein Job Freude und bringe Spaß.
Der Bestatter hat es mit Menschen und Schicksalen zu tun, kommt mit Trauer und Abschiednahme in Berührung, hat aber weder die Schicksale, noch die Trauer zu verantworten, sondern leistet eine Hilfestellung bei der Bewältigung.
An diesem Tun darf er sich selbstverständlich erfreuen und das Gefühl haben, daß ihm sein Beruf Spaß macht.

Das bedeutet ja nicht zwangsläufig, daß man ständig lustig herumhüpft und andauernd Späße macht.

Ich finde, man sollte auch bei der Bewerbung durchaus durchblicken lassen, daß man Lust auf den Beruf hat und daß einem die zu erwartenden Tätigkeiten Spaß machen werden.
Sie formulieren Ihre Ziele doch sehr deutlich und sind eine der Wenigen, die nicht warten, bis ein Bestatter mit einem Ausbildungsvertrag zu Ihnen nach Hause kommt, um sie im heimischen Wohnzimmer auszubilden, sondern Sie schreiben ja, daß Sie bundesweit suchen. Das allein ist schon ein großer Vorteil.

Die Ausbildungsplätze sind rar. Man muß sich viel bewerben und auch u.U. viele Fahrten zu Vorstellungsgesprächen in Kauf nehmen.
Wenn man aber bereit ist, auch einen Umzug in Kauf zu nehmen, hat man schon sehr viel bessere Karten.

Ich wünsche Ihnen viel Glück!

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Peter Wilhelm4. Mai 2014

3 Kommentare von 138847.

  1. Zitat: „meine privaten Interessen der ästhetischen Visagistik“

    dazu empfehle ich das Buch von Evelyn Waugh: „Tod in Hollywood“ *)
    ——

    *) ACHTUNG: schwarzer Humor.

  2. Ich find es toll, wenn ein junger Mensch diesen Beruf ergreifen möchte und auch konkrete Vorstellungen hat. Und warum soll man nicht auch Spaß am Job haben, auch als Bestatter? Aber ich denke, dass sind eher die Vorurteile bzw. das Nichtwissen und Verdrängen vieler Leute. Mein Mann arbeit seit einiger Zeit als Bestattungshelfer (er ist im Unruhestand) und sein „Chef“ sucht händeringend noch einen festangestellten Mitarbeiter (einen hat er noch). Aber die wenigsten wollen sich darauf einlassen, teilweise wegen der Arbeitszeiten, oft wegen der toten Menschen, mit denen man da zu tun hat oder die Angehörigen sind gegen diesen Job…
    Ich wurde sogar schon von LBekannten gefragt, wo mein Mann denn seine „Arbeitssachen“ (sprich Anzug, etc.) hinhängt zu Hause. Am besten in die Scheune??? Mann beim Heimkommen desinfizieren??? Ohje, ohje… Und wenn ich dann vom Bestatterweblog erzähle und von Peter Wilhelms Büchern, dann kommen schon mal Blicke wie „naja, bissel komisch war sie ja schon immer..“
    Aber wir lassen uns davon nicht beirren, lesen weiter fleißig das Webblog – und dafür am Peter einmal ein dickes DANKE!! Und ja, mein Mann hat auch Spaß in seinem Job, natürlich steht dabei der Respekt vor den Verstorbenen und deren Angehörigen an erster Stelle. Aber wer Freude an seiner Arbeit hat, macht sie einfach besser und das ist dann ja für alle gut.
    Ich wünsche der Briefeschreiberin viel Erfolg bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle, aber vielleicht findet sie ja sogar durch den Bestatterweblog etwas…

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