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Was passiert mit meinen Pickeln wenn ich sterbe?

Hallo Tom,

da ich mich in Reaktion auf ein Medikament mit ein paar sehr unangenehmen Eiterpickeln herumschlage und Du die Tage erklärtest, was nach dem Tod mit Tattoos passiert, kam mir die Frage in den Sinn, was nach dem Tod eigentlich mit Pickeln, Ausschlägen und derartigen Dingen geschieht.
Kannst Du mir das erklären?
Wenn ich da mit meinen teils beschränkten Anatomiekenntnissen rangehe, würde ich sagen, die Rötung müsste irgendwann mangels Blut verschwinden, aber ansonsten bin ich da völlig überfragt.

Liebe Grüße und im Voraus vielen Dank
S.

„Wir sind gekommen, um zu bleiben“, hieß einmal der Titel eines recht eingängigen Liedes.
Das gilt auch für Pickel. Die darf man auch nach seinem Tod behalten, die nimmt einem keiner weg.
Im Allgemeinen handelt es sich ja, einmal ganz laienhaft ausgedrückt, bei Eiter um weiße Blutkörperchen, die versuchen, Bakterien zu bekämpfen. Wer es genauer wissen will, kann hier nachlesen.
Grob gesagt ist der Sinn und Zweck dieser Ansammlung, zu verhindern, daß im Eiter des Gefechts die Bakterien frei im Blutkreislauf verfügbar sind und eine Sepsis auslösen könnten.
Oftmals ist eitriges Geschehen mit einer entzündlichen Abkapselung des Eiterherdes verbunden.

Zum Zeitpunkt des Todes kommt aber der Blutkreislauf zum Stillstand, allein die Schwerkraft und die Lage der Leiche bestimmen dann noch, wo die Körperflüssigkeiten sich sammeln.
Nichts wird die eitrige Substanz abtransportieren oder beseitigen.
Leichte Rötungen können tatsächlich im Einzelfall verschwinden, die Pickel bleiben aber.

Für den Bestatter bedeuten solche Stellen, es können ja auch größere offene Abszesse sein, dahingehend ein Problem, als er hier im Falle einer offenen Aufbahrung, besondere Sorgfalt walten lassen muß. Solche Bakterienherde sind natürlich eine bestens geeignete Angriffsstelle für weitere Bakterien, die die Zersetzung des Leichnams beschleunigen und einer größeren Geruchsentwicklung Raum bieten könnten.
Desinfizieren, abdecken und ggfs. geruchsbindende Maßnahmen sind dann notwendig.

Kleine Pickel würde man eher auf kosmetischer Basis durch Schminken abdecken.

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Peter Wilhelm21. Februar 2013

18 Kommentare von 140256.

  1. Was für ein Zufall. Ich wollte heute aus Neugierde mal googeln, woraus Pickel bestehen (das weiße Zeug) und siehe da:
    Heute ein passender Bio-Aufklärungs-Artikel für mich im Bestatterblog. Danke (ernst jetzt)

    Im Prinzip ist das Thema für manche ja unaussprechbar und ich selber würde mir überhaupt keine Gedanken über meine postmortem Kosmetik machen.. aber so sind die Leute nun mal^^

    Die Hartgesottenen Leser können jetzt noch youtube anwerfen und sich ultimative Schocker ansehen (hab ich schon gemacht!)…

    Und Ausschläge? Worauf soll Oma noch allergisch reagieren?
    Außer dass sich im Körper allg. Bakterien vermehren (logisch), werden die meisten Verwandten Oma´s „Pfirsichhaut“ nicht weiter unter die Lupe nehmen…

  2. um die kümmert sich der Leichenkosmetiker, dicke Schicht Puder oder abdeckende Creme.
    Ausdrücken wäre weniger ratsam, das könnte größerflächige Spuren hinterlassen.

  3. lach oh Mann Tom… da les ich deine Seite seit Jahren und immer wieder finde ich diese kleinen feinen sprachlichen Kostbarkeiten..
    „die darf man auch nach seinem Tod behalten, die nimmt einem keiner Weg“ ich schmeiss mich da gleich weg vor lachen…

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