Wasserleiche im Pokemon-Spiel entdeckt

„Pokémon Go“ ist der neue Smartphone-Ableger der Monsterkampf-Serie und projiziert nach dem Prinzip der „Augmented Reality“ digitale „Pokémon“-Figuren in die wirkliche Umgebung.
Die wird auf dem Handy als begehbare Landschaft dargestellt, in der man die kleinen Monster erwischen muss.
In Ländern, in denen das Spiel schon verfügbar ist, hat es einen regelrechten Hype ausgelöst und landete in den Download-Charts für iOS-Apps sofort auf Platz eins.

In Wyoming/USA wollte eine 19-jährige n´mit dieser App eigentlich nur ein „Wasser-Pokemon“ finden. Doch was sie wirklich fand war eine Wasserleiche, und zwar eine echte.

Mehr bei Spiegel-Online

gefunden von Christian

Übrigens: Obwohl der Arzt es mir dringend empfohlen hat, gehe ich genau aus diesem Grund nicht joggen oder wandern.
Es sind in 70% aller Fälle immer Jogger oder Wanderer, die Leichen im Wald und am Wegesrand finden.
13% aller Fundleichen werden von Pilzsammlern gefunden und weitere 9% von Leuten, die mit ihrem Hund Gassi gehen.

Nein, ich möchte keine Leiche finden. Ich habe in meinem Leben schon mehr als genug Leichen gesehen, viele davon in sehr schrecklichem Auffindungszustand und manche erst viele Wochen nach dem Tod.
Die Leiche, die wohl am längsten gelegen hatte, war die eines Bundeswehrsoldaten, der am ersten Tag seines Jahresurlaubs in seiner Single-Wohnung an einem Herzinfarkt verstorben war.
Bei teilweise hochsommerlichen Temperaturen lag er wenigstens 3 Monate bei geöffnetem Fenster und heruntergelassenen Rollläden.

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Insekten und Larven das Sofa besiedelten, auf dem der Mann verstorben war.
Von dem Mann selbst war nicht sehr viel übrig. Vor allem ein riesengroßer nasser Fleck an der Wand kündete davon, wo er gelegen hatte.
Das Sofa, mitsamt der Seegrasfüllung, war von den Tieren und der Flüssigkeit so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, daß teilweise nicht mehr erkennbar war, wo der Leichnam aufhörte und das Möbel begann…

Ich denke immer, wie schlimm so etwas oder so etwas ähnliches für jemanden sein muß, der völlig unvorbereitet als Pilzsammler oder Wanderer darauf stößt.

Download PDF PDF erzeugen
  • Veröffentlicht am: 10. Juli 2016
  • 8 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Fundstücke

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

8 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Na, da kann man ja als Pilzsammler trotz guter Pilze zu Schaden kommen. ;-)
    Für much wäre das aber auch nichts. Kann ich sehr gerne drauf verzichten.

  2. An sich ist das neue Spiel gut, dann sich dann unsere Kleinen mehr bewegen, anstatt nur zuhause herumzusitzen.
    Das Auffinden des Verstorbenen war da sicherlich nicht geplant. Den Schock daraufhin kann ich mir gut vorstellen. Jedoch hätte ich jetzt vor einem Leichen fund „in meinem Revier“ keine Angst. Lieber findet diesen Verstorbenen ein Bestatter, der eh schon mit dem Thema vertraut ist, als ein unbedarfter Mitbürger/Mitbürgerin.
    Und wenn man Glück hat, findet man so einen weiteren Kunden. =;-)

    Ich hatte schon einige Verstorbene in Zuständen erlebt, die nicht schön sind, aber das gehört als Ausnahmebegleiterscheinung eben auch zu unserem Beruf. Wichtig ist es danach psychisch dies ablegen zu können und eine Tiefkühlfunktion in der Kühlung.

  3. Dieses Spiel beinhaltet wohl auch, dass man an einem Ort u.U. mehrfach hin und herläuft – was natürlich verdächtig ist. Ich habe irgendwo den Gedanken gelesen, dass es wohl nicht lange dauern wird, bis ein junger schwarzer in den USA wegen des Spiels erschossen wird. Angesichts der seit Jahrzehnten aktuellen Entwicklung in den USA wohl leider kein abwegiger Gedanke.

    Ansonsten waren es ja auch im Fall „Peggy“ Pilzsammler, die die Knochen gefunden haben. Insofern hat Tom ja durchaus recht – gerade Pilze sammeln ist ja wohl prädestiniert dafür, weil man da auch in Ecken des Waldes kommt, in denen sonst keiner rumläuft…. Nee, darauf kann ich verzichten. Mir reicht es, dass ich im Mai bei meinem Vater war, als er verstarb – das ist als Begegnung mit dem Tod durchaus ausreichend.

  4. Vorweg möchte ich mich erstmal für die vielen Interessanten Beiträge bedanken, bin seit einiger Zeit stille Mitleserin.
    Durch den Beitrag stellt sich mir nun eine Frage. Ich habe vorhin folg. Beitrag gelesen:
    http://bestatterweblog.de/warum-wird-eine-leiche-gewaschen/
    Nun wollte ich mal fragen, wenn das in Ordnung ist, wie das bei Wasserleichen ist oder wie das bei dem oben beschriebenen Mann auf dem Sofa mit der Reinigung etc. ist.
    Gut das man bei dem beschriebenen Mann nicht mehr viel reinigen kann leuchtet mir ein. Aber wie wird er dann versorgt? Einfach in einen Sarg rein, am besten verbrannt und „fertig“?
    Oder bei einer Wasserleiche die ja meistens (so wie man das aus den Medien etc hört) sehr auf gequollen sind.
    Wenn die Frage nicht gestattet ist (oder ich einen Beitrag diesbezüglich übersehen habe) dann bitte einfach den Kommentar ignorieren :)

    Lieben Gruß
    Sandra

    • Hallo Sandra,

      ein Verstorbener wird immer so weit hygienisch versorgt, wie es möglich ist.
      Im Zweifelsfall also gar nicht.
      Wir haben einmal aus der Charité einen jungen Mann abgeholt, der dort sechs Wochen vergessen worden war. Sein Leichnam war auf einige Plastiktüten aufgeteilt. Man kann sich vorstellen, daß da an eine hygienische Versorgung nicht zu denken war.

      Was möglich ist, das wird gemacht. Wenn’s aber nicht geht, dann kann man auch nichts machen.

      • @Peter Wilhelm: 6 Wochen vergessen? :-O na super. Echt vertrauenserweckend. Da laß ich mich lieber nicht einliefern. Kommt der Arzt dann zur Visite nur alle 6 Wochen vorbei…

  5. Aus-re-däää!
    Joggen ist eh nicht gut für die Knie, geh lieber Rad fahren. Auf einem Rad mit schön vielen kleinen Gängen je nach Gegend, und immer schön auf glatten, gut besuchten Wegen, da liegen dann auch keine Leute rum.

  6. Genau, Rad finde ich auch besser.
    Und eben nur so radeln, dass da jeweilst kurz zuvor schon genug Leute lang sind, die dort verstorbene finden und melden konnten.
    Und wenn man auf eine Hundertschaft mit Sondierstangen oder eine Rettungshundestaffel trifft wohl besser umkehren…

Schreibe einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Bitte beachte die Nutzungsbedingungen des Bestatterweblogs!

Du bist ein Troll? Fein! Dir kann geholfen werden. Klicke hier!

Dein Kommentar ist nicht erschienen? Dann klicke bitte hier für weitere Informationen!

Diese Smileys kannst Du nutzen, und das bedeuten die Zeichen oben in der Textbox.