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 Angst vor dem Sterben: Wie Leid gelindert werden kann (und ein Aber dazu)

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„Ich habe eigentlich keine Angst vor dem Tod, aber vor dem Sterben!“ Diesen Satz habe ich in verschiedenen Varianten schon öfter gehört. Die Angst vor Schmerzen, Ersticken, langem Leiden, die ist für viele Menschen sehr präsent, wenn es um das Thema Tod geht. Und ja: Sterben ist oft kein Zuckerschlecken, da braucht man nichts beschönigen. Aber es gibt inzwischen sehr viele Möglichkeiten der Palliativmedizin, Leiden zu lindern und ein friedliches Sterben zu ermöglichen.

Schmerzen, Angst und Co: Woran Sterbende leiden

Sterben ist individuell und niemand kann vorher genau sagen, wie es ablaufen wird. Manchmal ist es schnell und leicht, manchmal mühsam und qualvoll, sehr häufig etwas dazwischen. Wie friedvoll oder schwierig das Sterben abläuft, hängt unter anderem von der Erkrankung ab, die zum Tod führt. Bei Menschen, die an Altersschwäche sterben, ist es oft leichter. Bei schweren Krankheiten kann das anders sein. Gerade Krebspatient*innen leiden in ihrer letzten Lebensphase oft unter starken Schmerzen. Aber auch andere  Probleme können in der letzten Lebensphase auftreten: Manche Menschen leiden unter Atemnot und dem qualvollen Gefühl zu ersticken. Andere sind sehr unruhig und haben mit Angstzuständen, Verwirrung, Halluzinationen oder Depressionen zu kämpfen. Wieder andere müssen sich mit massiver Übelkeit und Erbrechen plagen. Die Vorstellung der meisten Menschen vom Sterben ist eng mit Schmerzen und Leiden verbunden. Und manchmal ist das auch so. Kein Wunder, dass viele Menschen genau davor furchtbare Angst haben. Aber: Ein guter Teil der Angst ist unbegründet!

Bild von ar130405 auf Pixabay

Warum du keine Angst vor einem qualvollen Tod haben musst:

Zunächst einmal: Ein großer Teil der Sterbeprozesse verläuft friedlich und ohne quälende Symptome. Längst nicht jeder Tod ist qualvoll, viele sind einfach unkompliziert. Es ist also längst nicht gesagt, dass du oder deine Zugehörigen überhaupt unter schlimmen Symptomen leiden werden.

Und wenn doch? Dann hat die Palliativmedizin eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um Schmerzen und andere Probleme zu lindern:

  • Da ist zunächst einmal Morphin zur Behandlung von Schmerzen. Diesem Thema werde ich demnächst einen eigenen Text widmen, zunächst aber so viel: Es gibt viele längst überholte Vorurteile über Morphin und andere Opioide. Zum Beispiel, dass damit der Tod beschleunigt würde und es deshalb ethisch nicht vertretbar sei, zu viel zu geben. Oder dass es eine Höchstdosis gäbe, die nicht überschritten werden darf. Der Palliativmediziner und Buchautor Gian Domenico Borasio schreibt dazu in seinem sehr guten Buch „Über das Sterben“ (Affiliate-Link) auf Seite 69: „Die bei manchen Ärzten vorhandenen Befürchtungen, dass die Gabe von Morphin oder verwandter Medikamente (sogenannter Opioide) bei Schwerstkranken eine Sucht auslösen oder den Tod beschleunigen könnte, sind längst von der Wissenschaft widerlegt und dürfen heute kein Grund mehr sein, Patienten eine wirksame Therapie vorzuenthalten.“ Auf Seite 71 heißt es: „Durch die Kombination aller vorhandenen Möglichkeiten lässt sich heute bei fast allen Patienten eine zufriedenstellende Schmerzlinderung erreichen. Dass dabei die Schmerzen gänzlich verschwinden, ist nicht zu erwarten, wohl aber, dass sie so gemildert werden, dass die Patienten sie als erträglich empfinden und sich davon in ihrer Lebensqualität nicht mehr wesentlich beeinträchtigt fühlen“.
  • Auch zur Behandlung von Atemnot, Angstzuständen und Übelkeit gibt es sehr gute Medikamente. (Bei der Atemnot ist es interessanterweise übrigens wieder das Morphin, das sehr gute Ergebnisse bringen kann.) Und auch hier gilt: In den allermeisten Fällen gelingt es, die Symptome auf ein Maß zu bringen, das gut erträglich ist.
  • Manchmal sind es gar nicht Medikamente, die die Symptome lindern können, sondern andere Aspekte der Palliativmedizin und Sterbebegleitung: Zuwendung, Gespräche, Mitgefühl, Begleitung, Handhalten und vieles mehr. Was erst einmal banal klingt, kann am Ende tatsächlich den Unterschied machen zwischen einem friedlichen und qualvollen Sterben: Angst verstärkt Atemnot, Atemnot verstärkt Angst, beide verstärken Schmerzen. Kann man diesen Teufelskreis durch Aufmerksamkeit, gutes Zuhören und kreative Lösungsansätze durchbrechen, ist oft schon alles leichter.

Notfallplan: die palliative Sedierung

In den allermeisten Fällen gelingt es, die quälenden Symptome mindestens auf ein Maß zu bringen, das die Patient*innen und ihre Zugehörigen als gut aushaltbar empfinden. Aber es gibt auch Fälle, bei denen es einfach nicht gelingt, zum Beispiel die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Dann bleibt noch ein weiteres Mittel, damit niemand unter Qualen sterben muss: die palliative Sedierung. Dabei werden die Patient*innen in einen narkoseähnlichen Zustand versetzt, in dem sie keine Schmerzen oder anderen Leiden spüren müssen. Die palliative Sedierung kann jederzeit wieder aufgehoben werden. Auf diese Weise ist es möglich, Zeiten zu schaffen, in denen die*der Sterbende wach genug ist, um mit seinen Zugehörigen zu sprechen und Zeit zu verbringen. Wenn die Schmerzen wieder zu stark werden, kann dann die Sedierung wieder hergestellt werden. Manchmal kann eine palliative Sedierung sogar direkt dazu beitragen, schwere Symptome zum Verschwinden zu bringen. Das ist zum Beispiel bei Deliriumsphasen manchmal der Fall. Wenn diese anders nicht in den Griff zu bringen sind und für die*den Sterbenden eine große Belastung darstellen, kann die palliative Sedierung ein guter Ausweg sein. Nach einiger Zeit kann der künstliche Schlaf reduziert werden, um zu sehen, ob die Symptome noch vorhanden sind. Manchmal verschwinden sie auf diese Weise und treten auch für lange Zeit nicht mehr auf.

Wichtig zu wissen:

  • Natürlich kann eine palliative Sedierung nur nach ausführlicher Aufklärung und Einwilligung der*des Patient*in und/oder der Vertreter*innen durchgeführt werden. Niemand MUSS sich in diesen künstlichen Schlaf versetzen lassen, aber die Möglichkeit besteht, wenn nichts anderes mehr geht.
  • Die Medikamente werden immer nur so stark dosiert, wie es zur Leidenslinderung notwendig ist. Manchmal genügt es, das Bewusstsein ein wenig einzutrüben. Manchmal ist ein Tiefschlaf erforderlich.
  • Und: Die palliative Sedierung verkürzt das Leben nicht, sondern kann es womöglich sogar ein wenig verlängern. Es handelt sich also nicht um eine Form der Sterbehilfe.

Für viele Menschen ist es beruhigend zu wissen, dass sie keine schlimmen Schmerzen aushalten müssen, falls diese unerträglich werden. Wenn die Symptome nicht anders in den Griff zu bekommen sind (was, wie gesagt, gar nicht so häufig der Fall ist), bleibt als letzte Möglichkeit immer noch die Sedierung, um einen friedlichen Tod zu ermöglichen.

Wer zu diesem Thema weiterlesen möchte, kann das zum Beispiel hier tun: „Die palliative Sedierung – Was der Hausarzt wissen sollte“

Palliative Begleitung ist auch zu Hause möglich!

Falls dir all das nach „zu viel Krankenhaus“ klang, täuschst du dich: Auch zu Hause sind so gut wie alle palliativmedizinischen Maßnahmen möglich. Das übernimmt dann die sogenannte SAPV, die „spezialisierte ambulante Palliativversorgung“. Dabei handelt es sich um Teams von Palliativärzt*innen und -pflegekräften, die rund um die Uhr erreichbar sind und bei der Symptomkontrolle und anderen Problemen helfen können. Selbst eine palliative Sedierung ist zu Hause möglich. Es gibt also keine bittere Wahl zwischen Krankenhaus und qualvollem Sterben, wie manche vermuten. Auch zu Hause können die Möglichkeiten der Palliativmedizin fast vollständig ausgeschöpft werden. Die Kosten trägt die Krankenkasse, beantragt wird die SAPV normalerweise über die Hausärzt*innen.

Ein Aber gibt es trotzdem:

Mit guter palliativmedizinischer Versorgung kann Leiden im Sterbeprozess sehr effektiv gelindert werden, sodass ein friedliches Sterben in den allermeisten Fällen möglich wird. Das Problem ist bloß: Es kommen noch nicht alle Sterbenden in den „Genuss“ der Palliativmedizin. Das hat verschiedene Gründe:

  • Palliativmediziner*innen werden häufig zu spät oder gar nicht eingeschaltet. Viele Betroffene und leider auch viele Ärzt*innen wissen noch immer viel zu wenig über diese Möglichkeiten oder halten es nicht für notwendig, sich an die Palliativmedizin zu wenden.
  • Das Wissen um Palliativmedizin ist leider gerade in der Ärzteschaft noch nicht so weit verbreitet, wie es notwendig wäre. Es handelt sich um ein recht junges Fachgebiet, das im Studium vieler älterer Ärzt*innen noch gar keine Rolle gespielt hat. Gerade im Bereich der Schmerzbehandlung mit Morphinen herrschen deshalb auch unter manchen Ärzt*innen noch viele Vorurteile und längst widerlegte Gedanken vor. Das führt dazu, dass viele Patient*innen zum Beispiel keine ausreichend hohen Morphindosen bekommen, weil die Ärzt*innen davor zurückscheuen, aber auch keine „Fachleute“ einschalten.
  • Und leider ist die palliativmedizinische Versorgung noch nicht überall in ausreichendem Maße verfügbar. Theoretisch steht jeder*m Sterbenden, bei der*dem Unterstützung nötig ist, die Behandlung durch die SAPV zu. In der Praxis gibt es jedoch Regionen in Deutschland, in denen schlicht und ergreifend nicht genügend Teams zur Verfügung stehen. Mit den Palliativstationen in den Krankenhäusern ist es nicht viel besser: Auch hier herrscht vielerorts noch Mangel, sodass nicht immer jede*r Sterbende ausreichend versorgt werden kann. Der Hauptgrund: Palliativmedizin ist teuer, weil oft viele Maßnahmen notwendig sind und sich die Ärzt*innen und Pflegekräfte außerdem viel Zeit für ihre Patient*innen nehmen müssen. Hier ist mancherorts noch deutlicher Nachholbedarf. Zum Glück wird die flächendeckende palliative Versorgung aber immer besser.

Mein Tipp: Wenn bei dir oder einem deiner Zugehörigen eine Krankheit diagnostiziert wird, die in absehbarer Zeit zum Tod führen wird, dann solltet ihr so früh wie möglich um palliativmedizinische Behandlung bitten oder sie, wenn nötig, vehement einfordern. Je früher eine palliativmedizinische Behandlung ansetzen kann, umso besser. Dann ist die Chance auf einen friedlichen Tod ohne Leiden so hoch wie nur möglich.


Birgit Oppermann 3. Dezember 2020


30 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Es tut mir leid, vielleicht bin ich zu alt, aber wenn das mit dem Gender-Gaga nicht aufhört, werde ich hier nicht mehr mitlesen! Was sollen die Sternchen im Text? Das sind keine Buchstaben, die kann man nicht mitlesen, man kann sie nicht aussprechen, sie behindern das flüssige Lesen und das Textverständnis und sie sind völlig überflüssig! Ich empfinde es auch als extrem nervig, dass so manche Moderatorin im TV den Text vor sich hin stottert und unmotiviert immer wieder nach einer überflüssigen Pause beim Sprechen auch noch ein „innen“ einstreut, das da im Text nichts verloren hat. Noch vor wenigen Jahren hätte man jemanden mit solch einem Sprachfehler zuerst zum Sprachtherapeuten geschickt und dann moderieren lassen. Bitte Deutsch schreiben und sprechen, so wie die Mehrheit der Muttersprachler hier, Deutsch hat keine Sternchen im Text. Danke!

    Ja, ich kenne die dahinter stehende Theorie und sage dazu nur, dass die, die meinen, Frauen seien beim generischen Maskulinum nicht mitgemeint, in der Schule nicht aufgepasst haben und die indoeuropäische/deutsche Grammatikentwicklung einfach nicht verstanden haben aber unbedingt eine Agenda durchdrücken wollen. Bitte verschont uns mit künstlich politisierter Sprache und mit eurem Unverständnis und euren Befindlichkeitsstörungen. So etwas beleidigt meine Sprachempfinden.

    • Ich habe mich sehr bewusst für die Verwendung von Gender-Sternchen entschieden und werde das auch weiter so handhaben. Das Problem lässt sich jedoch ganz einfach lösen: Der Großteil der Texte hier stammt ja immer noch von Peter und er verwendet weiterhin das generische Maskulinum. Wessen Sprachempfinden oder Weltbild also so verletzlich ist, kann einfach meine Texte überspringen und weiterhin die von Peter lesen.

      • > Wessen Sprachempfinden oder Weltbild also so verletzlich ist, kann einfach meine Texte überspringen und weiterhin die von Peter lesen.

        Das hat mit verletzlichem Sprachbild nichts zu tun, sondern mit Sprachgefühl und korrekter Grammatik. Wir hatten ja letztens schon die Diskussion und Du kennst meine Standpunkt.

        Auch wenn ich Deine Beiträge interessant finde, diesen habe ich nur kurz angelesen und es dann sein lassen, weil eben kein Lesefluß zustandekommt, weil man dauernd über die Sternchen stolpert.

        Ein schönes Wochenende Euch allen noch.

          • Mag sein, Aber es nicht meine Aufgabe, sondern die des Autors, das korrekt zu schreiben, wenn er gelesen werden will.

            lks

            • Meine Intention war lediglich, denjenigen, denen sowas helfen würde, die Existenz zur Kenntnis zur bringen. Keinesfalls möchte ich Ihnen ihr mutmaßtes Hobby der fruchtlosen und ressourcenverschwendenden Diskussion mit wildfremden Autoren im Internet nehmen.

              • Ich diskutiere nicht und schreibe keinem vor, wie er schreiben soll. Ich mache einmal drauf aufmerksam das es schlechtes Deutsch ist (ist in einem anderen Thread passiert) und dann ignoriere ich die entsprechenden Artikel. Bei den Kommentaren bin ich nur über den RSS-Feed gelandet und wollte nur klarstellen, daß wenn man die „Gendersternchen“ nicht mag, daß das keineswegs an einem kaputten Weltbild liegt, sondern an soliden Deutschkenntnissen.

      • Ich habe überhaupt kein Problem mit Gender-Sternchen und finde auch nicht, dass es den Lesefluss stört. Eher sehe ich es als tollen Fortschritt. Es ist alles eine Frage der Gewöhnung. Man muss sich auch auf Veränderung einlassen können. Danke für diesen Beitrag!

      • Genau diese Antwort, diese hochfahrende Arroganz dieser Frau Oppermann auf eine doch sehr sachlich vorgetragene Kritik führt nun dazu, dass ich den Bestatterweblog, den ich früher täglich las und wo ich auch gelegentlich kommentierte, nun überhaupt nicht mehr lese.

  2. Auch von mir Dank an Mad Scientist. Werde zukünftig auch diesen Blog meiden aufgrund des Genderns.

  3. Mir persönlich ist gerade aufgefallen, dass mir die Gendersternchen beim Lesen gar nicht aufgefallen sind. Auch, wenn ich früher öfter mal im Lesefluss drüber gestolpert bin. D.h. das menschliche Gehirn scheint dann doch in der Lage zu sein, diese irgendwann genauso schnell wie andere Wörter zu verarbeiten.

    Also weiter so und vielen Dank für die tollen Beiträge.

    An alle, die wir hier zukünftig nicht mehr lesen werden: Gute Reise!

    • Geht mir genauso. Offenbar wie mit Werbung auf Webseiten – irgendwann lernt das Gehirn, den unwichtigen Teil wegzublenden.

  4. Ich bin entsetzt das statt sich auf den Text zu beziehen die Kommentare anderstweitig ausarten… „Don’t Feed The Troll!“

    Wenn jucken die paar Sternchen!? Ach Gott stimmt, wir haben ja keine andern Probleme.

    Gerade das Thema Palliativmedizin für Zuhause hat die Sterbephase meines Vaters (Krebs) extrem erleichtert. Die wenigsten Menschen wissen darüber genaueres…oder denken sogar es handle sich um Sterbehilfe.
    Ich habe das Team von der Mobilen-Palliativmedizin als sehr hilfreich empfunden gerade wenn man wirklich Zuhause sterben möchte und nicht in den letzten Minuten noch ins Krankenhaus gebracht wird.

    • Ich fasse es nicht, unter einem Artikel über den Sterbevorgang und palliativ Medizin, moppern Leute über das Gender Sternchen (fallen mir mittlerweile gar nicht mehr auf!) Dieses Genöle ist wohl eher Ausdruck der Coronafrustration (oder so?)
      Ich muss meine Befindlichkeit über Gendersternchen loswerden, nölen gegen den eigenen Frust!(Deutschland 2020)

      Zum Artikel, ich finde ed zum einen gut, was die palliativ Medizin schon bewirken kann, deummerweise wird sie noch nicht überall entsprechend angewendet.

      • Ja, was die Verbreitung von Palliativmedizin angeht, ist noch Nachholbedarf. Aber es gibt zum Glück viele tolle Leute, die daran arbeiten 🙂

    • Stimmt, es gibt leider noch sehr viel Unwissen zu dem Thema. Umso wichtiger, darüber aufzuklären 🙂 Und zum Thema „Sterbehilfe vs. Sterbebegleitung“ sollte ich auch mal einen Text schreiben, glaube ich.

  5. Bei solchen Worten wie „Ärzt*innen“ stolpere ich auch, ansonsten würde ich sagen – warum nicht?
    Was mir viel mehr aufstößt ist, dass es meinem Empfinden nach das immer noch herrschende Ungleichgewicht Mann / Frau eher betont. Aber wir sind eben (noch?) nicht soweit, dass Gleichheit selbstverständlich ist. Die Sternchen sind ein Versuch.
    Und: Sprache (und Schrift) ist einer ständigen Entwicklung unterworfen!

  6. Vielen Dank, Mad Scientist, für die klaren und deutlichen Worte hinsichtlich dieses absolut unnötigerweise völlig verkrampften Umganges mit der deutschen Sprache!

    Sie, Frau Oppermann, enttäuschen mich mit Ihrer Stellungnahme nun gar sehr, da ich Ihre Beiträge stets mit grossem Interesse lese und verinnerliche, sintemal Sie gerade durch Ihre Schilderungen aus dem Bereich der Hospizarbeit bislang Verborgenes sichtbar machen und sicherlich nicht nur bei mir Denkvorgänge angestossen haben, eine wunderbare Ergänzung zum Thema Tod und Bestattung – schade, dass Sie nun postulieren, Leser, welche sich nicht dem Diktat eines, in Relation zur Gesamtheit der Deutschsprachler letztendlich überschaubaren Kreises von Personen – der allerdings mit seiner „Lautstärke“ und Medienpräsenz eine grosse Menge vorzugaukeln versteht – unterwürfen, gingen Ihnen quasi rückwärtig vorbei und sollten in Hinkunft auf Ihre Beiträge verzichten.
    Etwas hochmütig, möchte man meinen.

    Auch wenn Sie, Frau Oppermann, den Lesern des Bestatterweblogs weiterhin durch die Verwendung dieser hübschen Sternchen de facto die Fähigkeit absprechen, aufgrund eigener Verstandeskräfte zwischen Männlein und Weiblein unterscheiden zu können, so werde ich, wie schon seit langem, regelmässig hier vorbeikommen und mir alle Beiträge, ungeachtet ihres Verfassers, zu Gemüte führen.
    Warum?
    Ganz einfach: weil sie informativ und horizonterweiternd sind, diese Beiträge.
    Und weil es mir fern liegt, mit dem Fusse aufzustampfen und zu grummeln: wer nicht für mich ist, der ist gegen mich und kann hingehen, wo der Pfeffer wächst!

  7. Schade, das war bestimmt ein interessanter Artikel. Aber nach der Notfallplan-Überschrift ist mir echt die Galle übergelaufen. Auf dermaßen totgegenderte Texte habe ich absolut keine Lust.

    So, und jetzt dürft ihr mich gerne mit Gendersternchen bewerfen, bis ich mir der gnadenlosen, an Folter grenzenden Unterdrückung all der Menschen, Mensch*Innen, und M_En?Sc!hin/NeN(s) bewußt werde, deren wahres Geschlecht Topfpflanze ist.

    Tux2000

    • Ich nutze Firefox und habe vor einiger Zeit ein Add-on installiert, welches aus Neusprech wieder lesbare Texte macht. Funktioniert hervorragend.

  8. Wieder mal ein wunderbar aufschlussreicher Artikel, den ich gern gelesen habe.

    Und wieder mal die Trolle, die der Autorin das Recht absprechen wollen, ihren eigenen Schreibstil zu haben (mit dem sie ja nun wahrlich nicht alleine ist).

    Ich freue mich über jeden Artikel von Birgit.
    Und obwohl ich so alt bin, dass mir die Gendersternchen auch recht auffällig ins Auge fallen, bin ich durchaus in der Lage, die Texte flüssig zu lesen.

  9. Liebe Birgit,

    ich finde es schade, dass wegen solcher „Außerlichkeiten“ wie die Sternchen kaum auf den Inhalt eingegangen wird.

    Dass ein Hospizdienst auch nach Hause kommt um einen Schwerstkranken zu betreuen, ist hier im ländlichen Umfeld Österreichs entweder nicht bekannt oder Hinweise darauf werden von den Angehörigen schlicht ignoriert. Das musste ich bei meinem Onkel miterleben, der elendig nur mit der „Betreuung“ durch den Hausarzt an Krebs sterben musste. Anscheinend konnte / wollte auch dieser keine Hospizbetreuung anregen.

    Vielen Dank für einen weiteren tollen Artikel.

    LG Melancholia

    PS: Manche Dinge wie das Gendern von Begriffen brauchen eben noch Zeit, bis sie wirklich angekommen sind. Kleine Anekdote: Ich mache redaktionelle Arbeit für unser Pfarrblatt. Unser Pfarrer schreibt z.B. durchgehend von Ministranten… – ungeachtet dessen, dass es lauter Mädchen sind… 😉

  10. Ich habe das Lesen des Artikels abgebrochen, weil ich nach der Hälfte des Textes bemerkt habe, nur noch auf das Sternchengewitter und den zermatschten Textrhythmus achten zu können und nicht mehr auf den Inhalt – und obwohl ich mich schon vor über zwanzig Jahren an der Uni mit poststrukturalistischer Gendertheorie beschäftigt habe (übrigens zu einer Zeit, als man noch zwischen biologischem, grammatischem und sozialem Geschlecht zu unterscheiden wusste), konnte mir bisher niemand erklären, welchem Zweck diese große Sprachverhunzung dient; ich nehme an: Die Leute durch solchermaßen induzierte Lesevermeidung weiter zu verblöden, aber das ist nur eine Vermutung*in. Grauenhaft.

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