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Fundstücke

Bestatter setzt Urne nicht bei

Berto Biaggi ist Bestatter in Gipf-Oberfrick/Schweiz. Seit zehn Jahren bewahrt er eine Urne mit Asche auf.

Die seltsame Geschichte beginnt mit einem 25-jährigen Nigerianer, der straffällig geworden ist und von den Schweizer Behörden ins Bezirksgefängnis Laufenburg gesperrt wurde.
Von dort flieht der Afrikaner vor zehn Jahren. Während seiner spektakulären Flucht fällt der 25-Jährige in den Rhein und ertrinkt.
Bestatter Biaggi übernimmt den Abtransport des Verstorbenen. Dieser wird auf behördliche Anordnung hin eingeäschert. Es ergibt sich in der Folge ein Streit darüber, wer die Kremationskosten übernehmen muss.

Das vorläufige Ende der Geschichte ist, dass Biaggi auch zehn Jahre nach der Kremation des Leichnams die Urne immer noch bei sich zu Hause hat. Weshalb er ihn nicht beisetzt?

«Weil ich das Gefühl habe, dass sich just dann ein Angehöriger meldet, wenn ich die Urne beigesetzt habe.»

Quelle: Aargauer Zeitung

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  • export-pixabay-efraimstochter-medium: pixabay
Lesezeit ca.: 1 Minute - Tippfehler melden - Peter Wilhelm 24. Januar 2023

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6 Kommentare
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Felix
6 Tage zuvor

Nun fragt man sich natürlich: Gibt es auch in der Schweiz die berühmte Friedhofspflicht? Ist Herr Biaggi überhaupt verpflichtet, irgendetwas mit der nun herrenlosen Asche zu tun oder zu lassen? Oder ist es nur sein guter Wille, der ihn von einer stillschweigenden Entsorgung absehen lässt? Und ist es klug, dass er das ganze publik macht?

Alwin
Reply to  Peter Wilhelm
3 Tage zuvor

Finde ich auch, dass die Sache seine Empathie zeigt. Sehr anständig von dem Bestatter. Vielleicht spricht sich die Sache rum, und ein Artikel erscheint in einer nigerianischen Zeitung. Der Mann wäre heute 35, und die Wahrscheinlichkeit, dass es lebende Verwandte gibt, ist ziemlich hoch.

5 Tage zuvor

Er fliegt aus dem Gefängnis? Ja war da etwa Tag der offenen Tür? 😀

Live aus dem Krematorium
5 Tage zuvor

Mitunter trägt ja die Verbreitung der Geschichte dazu bei, daß sich doch noch jemand findet, dem der Verbleib der Urne nicht egal ist. Ob das dann allerdings bis nach Nigeria reicht?
„Man weiß et nich genau.“




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