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Billiger unter die Erde

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Selbst auf ihrem letzten Weg schauen viele Deutsche – oder besser deren Angehörige – zunehmend aufs Geld: Discount-Bestattunger boomen. Verbraucherschützer sehen den Trend mit Sorge. Nicht nur aus Pietätsgründen.

Quelle und mehr
gefunden vom Shopblogger, danke!

Peter Wilhelm 31. Mai 2012


10 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Das ist wirklich ein Verfall der Sitten. Meine Ma kam vor kurzem auch völlig aufgelöst vom Friedhof wieder, alle ihre Freunde lassen sich feuerbestatten, weil niemand der Kinder bereit wäre, ein Grab zu pflegen. Zuviel Arbeit, keine Zeit.

    Kinder kommen spätestens ab dem 6. Monat in den Hort, später Schule+Hort bis 17 Uhr in den Ferien gibt´s verschiedene Camps, dann Abi und raus aus dem Haus, dann arbeiten bis aus die Maus, dann später als Alte ins Heim und dann wird man billig verpulverisiert und in die Luft geblasen, wunderbar.

  2. Hallo,
    Ich habe vor gut 5 Jahren eine Bekannte… sie hatte mit ihrem Mann zusammen auch alles vorher geregelt (gut weitere 10-15 Jahre davor) und soweit war alles auch gut und schön.

    Da ich der begünstigte war und die Bekannten halt mein lebenlang kannte, wurden wir vom Bestatter gefragt, ob das soweit alles ok ist, oder ob wir noch bei den geplanten (offenen) Sachen Änderungen haben wollen oder ob das lt. Planung und Kosten passt.

    Wir haben dann ein wenig beim Preis des Grabstein die Augen gerollt.

    Da meine Eltern zeitlich da ein wenig näher dran waren, haben sie bei einem Steinmetz eine wirklich sehr hübsche und nahezu gleiche Alternative angefragt.

    Und obwohl alle Merkmale identisch mit dem Wunsch der Verstorbenen waren (und beide Firmen direkt aus der Umgebung) war das Alternativangebot fast um die Hälfte günstiger.

    Die Leistungen des Bastatters waren trotzdem sehr gut.

    Wie auch in vielen anderen Lebenslagen… billig geht immer… günstig bei guter Leistung erfordert etwas genauere Betrachtung.

    Grüße
    Andreas

  3. Hm, ich weiß nicht, ob man das als Verfall der Sitten bezeichnen soll. Wenn man etliche Autostunden vom Grab entfernt wohnt, wird die Grabpflege tatsächlich ziemlich schwierig. Nicht jeder hat die Mittel, das in Auftrag zu geben. Und dann wofür? Für die Nachbarn?
    Um in Gedanken bei mir zu sein, muss man keine Blumen auf mein Grab pflanzen. Ich kann mir für mich einen Baum oder auch jede andere einfache und unaufwändige Stelle mit der _Möglichkeit_ zum Gedenken besser vorstellen als ein aufwändiges Erdgrab mit der _Plicht_ zur Pflege. Die Vorstellung möglicherweise eine Weile in den Herzen derer zu bleiben, die was mit mir anfangen konnten liegt mir näher als die, in einem teuren Sarg unter widerwillig gepflegter Bepflanzung und unter einem dicken Stein zu vermodern. Wär mir auch viel zu schwer auf dem Bauch 😉

  4. @Kall

    Du für Dich, ok, du willst ja aber freiwillig in den Ofen. 🙂

    _Diese_ Leute wohnen alle in demselben Ort und ich denke nicht, dass es mit viel Aufwand verbunden ist, ab und an mal Unkraut zu zupfen und max 2mal im Jahr ein paar Pflänzchen zu verbuddeln. Es ist schon seltsam, das die anderen Generationen das so hinbekommen haben und die hatten viel weniger Komfort im Leben als wir, z.B. auch noch einen eigenen Garten (nee, nicht den mit Zierrasen und Sitzmäher, sondern mit Obstbäumen und Sense) und Hausvieh.

    Diese Menschen, von den ich schrieb, würden sich gerne normal bestatten lassen, aber wenn man niemanden hat, der sich kümmern will? Dann bleibt ihnen wohl keine andere Wahl. Ich habe meiner Ma gesagt, darüber soll sie sich bloß keine Gedanken machen, das wäre schon ok so. Wir haben die Feuerbestattungen in der Familie schon hinter uns und die Erfahrungen zeigten _uns_, das _wir_ das nicht noch einmal machen möchten. Mein Großvater hat es auch nur noch machen lassen, weil er es damals mit Oma so abgemacht hatte. Er hat sich nicht damit abgefunden, keine Grabstelle zu haben und ist dann zum Grab seiner Eltern gepilgert. Das muss aber jeder für sich selber wissen!

    Es ging hier allein um die Wahl der Bestattung aufgrund der zwei Aspekte _Finanzen_ und _Arbeitsaufwand_. Und das wird bei der Auswahl derzeit immer wichtiger, höher als religiöse oder andere ethische Aspekte. In jedem Bereich des Lebens doch derzeit zu beobachen!

    Wenn es nun nur noch darauf ankommt, dass alles auf der Welt billig ist und bloß keinen Aufwand bedeutet und Finanzen und Arbeitsaufwand die einzig wahren Werte geworden sind, ist das für mich ein Verfall.

    Wenn du gerne erdbestattet werden möchtest, aber es nicht geht, weil keiner sich kümmern will, dann finde ich es traurig.

  5. Mir scheint, hier werden mehrere Sachen durcheinander geschmissen. Zumindest auf unseren Friedhöfen ist es problemlos möglich, sich erdbestatten zu lassen OHNE das irgendjemand anschließend das Grab pflegen muss. Und nein, dass ist auch keine anonyme Fläche, sondern da bekommt jeder seinen Stein. Natürlich muss man diese „Strauchpflanzen“ mögen, die dann die Gräber überwuchern, aber ansonsten?

  6. Grabpflege, bei einem „normalen“ Erdgrab ist schon ein wenig mehr als nur ab und an mal Unkraut zu zupfen und max 2mal im Jahr ein paar Pflänzchen zu verbuddeln. Früher hat man evtl. mehr auf „die Leute“ geschaut (Nachbarn, Bekannte,…), daß die nicht schlecht reden. War immer so ein Spruch meiner Oma: „Was die Leut‘ wohl denke“?
    Es sollte jeder selbst entscheiden. Meiner Oma sagte ich immer: „Sch*** auf die Leut'“!

  7. @Tzosch: Wärmste Zustimmung.

    Meine Oma hat es offenbahrt, befragt, wie sie sich mal nach ihrem irdischen Abgang ihre letzte Ruhe wünsche. „Sche**ß auf die Leut, mir reicht die anonyme Wiese“. Ein wunderbares Fotobuch von ihren Lebensstationen, uns überreicht nach ihrer Urnenbeisetzung bei Kaffee und Kuchen, ist viel eindrucksvoller als regelmäßig zum Friedhof zu pilgern, um zu gießen und pflanzen. Das ist kein Sittenverfall, sondern gelebte Erinnerung, so, wie meine Oma es wollte.

    Natürlich sind all die, die sich eine Erdbestattung wünschen, nicht aussen vor. Nur das sich-drum-kümmern ist dann etwas aufwendiger (alte Rechtschreibung, ich steh´ dazu!).

    Kommunikation VOR dem Tod ist alles.

  8. Hierzulande wird noch öfter aufwendig als aufwändig (Urnenwand) bestattet… so daß auch Sozialbestattungen noch als Erdbestattungen durchgeführt werden.
    Allerdings gestaltet sich die Grabpflege auch wesentlich einfacher: Marmor- oder Granitplatten wollen nur ein- bis zweimal im Jahr abgewischt werden und sind ansonsten ziemlich anspruchslos.

  9. Was ich interessant finde:

    Ich habe dort unter dem Artikel vorgestern in einem kurzen Kommentar drauf hingewiesen, dass diese „Suchdienste“ Provisionen kassieren, total überflüssig sind und zusätzliche Kosten verursachen und jeder gut beraten ist, selber mal direkt vor Ort sich bei mehreren Bestattern zu informeiren.

    Scheinbar sind nur Kommentare mit Bestatter-bashing erwünscht, denn meiner ist bis heute nicht zu sehen.

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