Home Kontakt Impressum/Datenschutz Service-Portal Shop

Hätten die Juden den Krieg nicht gewonnen, wäre Hitler heute noch Kanzler

Von

Jedes Jahr so ab Mai/Juni sprechen Dutzende von künftigen Schulabgängern bei den Ausbildungsbetrieben uns wegen einer Ausbildungsstelle vor. Ich schrieb ja schon, daß mich Schulnoten nur am Rande interessieren und ich deshalb versuche, im Gespräch herauszufinden, ob die Kandidaten geeignet sind. Ich spreche mit ihnen über das Leben als solches, ihre Interessen und Hobbies und stelle immer auch etliche Fragen aus dem Bereich des Allgemeinwissens. So kann ich mir am Schnellsten ein Bild machen, wie eloquent jemand ist und wie es um seine geistige Flexibilität bestellt ist.

Allgemeinwissen:

„Philipp Scheidewand rief dann die Demokratie aus.“

„Vom Ergebnis her kriege ich kein Resultat raus.“

„Mauerspechte? Moment mal, ich weiß daß das keine Vögel sind, vielleicht so eine Art Ente?“

„Hitler? Ja, kenn ich. Der hat doch sowas mit Juden gemacht und so, war das nicht in Österreich vor dem Krieg?“

„Der Vietnamkrieg hat ja vorzugsweise gar nicht in Amerika stattgefunden, ist aber dort zu Ende gegangen.“

„Eiffelturm… Damit kriegen Sie mich nicht, ich weiß daß der nicht in der Eifel steht. Der steht in Europa, wegen der EU und so.“

„Ein Fuß? Das ist so wie eine Meile, also etwa viereinhalb Liter.“

„Eine Wählscheibe? Und die soll am Telefon gewesen sein? Zum Abstimmen oder was?“

„Das mit dem ersten Weltkrieg war auf jeden Fall bevor das mit Berlin war. Musolini, oder?“

„Ein Diktator ist sowas wie Hitler oder Bush, aber die sind ja jetzt abgeschafft.“

„Mondlandung, die war so ungefähr um 19…., …, …, ja genau, so um 1900. Aber legen Sie mich nicht aufs Jahr genau fest.“

„Carl Benz hat das Benzin erfunden.“

„Latein? Wird das nicht in Lateinamerika gesprochen?“

„Die Chinesen sind das größte Volk der Erde weil sie nur Reis essen und viel Zeit haben.“

„Dschingis? Ich kenn nur Oli.“

„Die Tierkreiszeichen? Keine Ahnung. Hat was mit Biologie zu tun, oder? War ich immer schlecht drin.“

„Schillers Glocke ist ein Musical von Goethe, kann aber auch von Beethoven sein.“

„Martin Luther, den Namen hab ich schon mal gehört. Tot, oder?“

„Napoleon hat die Kölner am Rhein überfallen und sowas wie Düsseldorf ist übriggeblieben.“

„Die vier Jahreszeiten? Wollen Sie mich auf den Arm nehmen? Sommer, Herbst und Weihnachtszeit!“

„Die Planeten, das ist einfach: Sonne, Mond und Erde.“

„Die Milchstraße, …, …, die Milch… straße, …, nee, komm ich jetzt nicht drauf, war vor meiner Zeit.“

„Die Bundesrepublik Deutschland wurde von Kohl gegründet und von Schröder gegen die DDR eingetauscht.“

„Der Rhein fließt von Holland durch Deutschland in die Nordsee.“

Die Donau und der Rhein kreuzen sich bei Nürnberg, also jedenfalls da in der Nähe. Da war ich schon mal.“

„Die Ostsee? Gibt’s die noch? Die war doch für die DDRler, so ein Teil vom Ozean. Ist doch jetzt alles Nordsee, oder?“

„Die Zaren sind ein Reitervolk aus der berühmten Völkerwanderung.“

„Die Griechen sind vor den Türken aus Konstantinopel geflohen, deshalb haben wir hier so viele.“

„Die Türken hatten am Anfang ja nur Fahrräder und Mopeds, deshalb konnten die gar nicht mehr nach Hause.“

„Ein Sansibar? Da kocht man in Russland Tee mit.“

„Das Mittelalter war da wo die Päpste so herumliefen und so.“

„Karl der Große? Ganz ehrlich? Hab ich noch nie was von gehört. Kam bei uns nicht dran.“

„Der Mars ist bedeutend weiter weg als die Erde, wegen der Umlaufbahn.“

„Hörn’se auf mit Auschwitz! Kann ich nicht mehr hören. Die haben doch alles, Israel und so.“

„Das Dritte Reich war schon in der Schule zum Kotzen, jedes Jahr den Hitler.“

„Adenauer, ja das sagt mir was. Das ist der mit der D-Mark.“

„Max Planck? Mein Bruder war auf der Max-Planck-Schule.“

„Hätten die Juden den Krieg nicht gewonnen, wäre Hitler heute noch Kanzler.“

Die zehn häufigsten Antworten zum Thema Hobbies und Freizeit:

„PC, Handy und Fernsehen, mit Kumpels weggehen und shoppen.“

Peter Wilhelm 28. Mai 2012


66 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Na, sei froh dass bei der Frage nach der Ostsee nicht geantwortet wurde „die wurde nach der Wiedervereinigung zur Westsee“.

    Ist aber wirklich ohne Worte…

  2. @Tom: du bist schuld, daß ich jetzt meinen Monitor und die Tastatur putzen muß :-))

    ..und das mit ‚Der Mars ist bedeutend weiter weg..‘ ist ja eigentlich garnicht mal sooo falsch, nur weiß das der urheber sicher nicht B-)

  3. *räusper* ich würde mich als mindestens durchschnittlich intelligent bezeichnen, aber ich muss zugeben bei vielen dieser themen bin ich alles andere als sattelfest! (und das liegt nicht nur daran dass ich nicht deutsche bin…)

  4. „Der Vietnamkrieg hat ja vorzugsweise gar nicht in Amerika stattgefunden, ist aber dort zu Ende gegangen.“…

    Ich kann mich noch dran erinnern. So weit weg von der Wahrheit ist diese Antwort gar nicht. Aber ich bin mir nicht sicher, ob der/die Kandidat/in das auch gewußt hat.

  5. Urrgh, ich mag nicht Anonym sein.
    Irgendwie hat sich die Entertaste selbstständig gemacht. 🙁

    Nummer 4 bin ich!!!

    😉

  6. Also … ich möchte WIRKLICH HOFFEN, daß das da oben der erstaunlichen Fantasie des lieben Tom entsprungen ist.
    Denn wenn nicht … denn wenn nicht, wenn diese Kommentare wirklich so gefallen sind, kann dann bitte irgendwer die Russen zurückholen und diesmal durchmaschieren lassen?

  7. Ich schliesse mich #3 an… und nehme mir ganz fest vor, Dem Kind, sobald es wach ist, sämtliche Hanni-und-Nannis wegzunehmen und durch Geschichtsbücher zu ersetzen. Aber „Hätten die Juden den Krieg nicht gewonnen, wäre Hitler heute noch Kanzler“ finde ich so wunderbar völlig ausserhalb jeder Realität, so unglaublich irrsinnig scheuklappig, so gesellschaftlich blind und taub, dass ich es schon fast wieder verträumt schön finde, wenn es nicht so schrecklich falsch wäre.

  8. Einige der Fragen hätte ich auch nicht sicher beantworten können, aber ganz so hohl wie da oben wären meine Antworten vermutlich trotzdem nicht gewesen 🙂

    BTW, Hobbys: Schreiben, lesen, Musik machen und hören, etwas mit Freunden unternehmen, Computer (spielen, surfen, etc.)

  9. die Antwort mit Hitler und Bush finde ich interessant…

    Mal ganz davon ab…Ich habe mich mal mit amerikanischen highschool-Schülern unterhalten…auch seeeeehr interessant.

    Harmloseres Beispiel:
    18 jähriger bei der Planung einer Tagestour für die kommende Woche.
    Ort eine Stadt in Nordfrankreich (Schüleraustausch)
    Material: Eine Europakarte
    Aussage Er: Wir könnten ja zum Eiffelturm *zeigt auf der Karte eine Strecke* ist doch nicht so weit.(eigentlich ca 4 Stunden Autofahrt ohne Staus)
    Frage:warst Du schon mal auf dem Eiffelturm
    ich: klar
    er: kommt man von da aus gut zum Buckingham-Palace?
    Ich : Kommt drauf an
    er: —?
    Ich :wie gut und schnell du schwimmen kannst.(zeige auf der karte in etwa wo was liegt)
    er: Gibt’s da kein Brücke?
    (damals war der Tunnel noch nicht fertig)
    —-
    Jahre Später in Deutschland
    Besichtigung der Wartburg mit Führung in englischer Sprache!!
    Angesichts der Lampen in den Gängen:
    Oh! did they already have electricity at this time?

    und dann war da noch der Chatpartner der mich ca.1998 fragte: Do you live in GDR or FRG…Are you allowed to use the internet????
    auf dir Frage ob er das mit der Mauer in Berlin nicht mitbekommen hatte, die Antwort doch Er habe kein Zusammenhang gesehen…
    Na.ja immerhin wußte er, daß es mal 2 Staaten gab.

    Ich habe mal als Dolmetscher und mit jugendlichen gejobbt…
    Manchmal habe ich dann lieber an meinem Sprachverständnis gezweifelt.

  10. Diese Antworten sammele ich schon viele Jahre. Sie wurden nicht an einem Tag gegeben und nicht von einer Person. Es mögen Hunderte gute und vernünftige Antworten gewesen sein, aber schätzungsweise auch gut 40% Blödsinn. Nicht jeder kann alles wissen und ich frage ja bewußt auch Dinge, die nicht tagesaktuell sind.

    Ich bin mir sicher, daß auch meine Kinder bei vielen Fragen dummes Zeug antworten würden, obwohl ich mich sehr bemühe, ihnen soviel Allgemeinbildung wie möglich zu vermitteln. Das ist etwas, was die Schulen nicht (mehr) leisten.

    Ich sehe den Hauptgrund für diese, von mir als Verfall betrachtete, Entwicklung, in der Tatsache, daß die Menschen immer weniger lesen. Mit welcher Selbstsicherheit und Überzeugung vorgetragen wird, daß Lesen und Bücher „nichts für mich sind“, ist für mich erschreckend und ich finde das schade. Lesen erzeugt Kino im Kopf, regt die Phantasie an, schult das Hirn und vermittelt Sprachkompetenz. Wer das zugunsten von DVD, Nintendo und PC vernachlässigt, der kann sich auf Dauer nichts Gutes tun.

    Über 70% der Jugendlichen geben an, eine Zeitung bisher höchstens mal für die Schule oder zum Basteln in der Hand gehalten zu haben.
    60% geben an, außer den Schulbüchern und „geschenktem Zeug“ gar keine Bücher zu besitzen.

    Ich bezweifle das „Galileo“ in der Lage ist, den Jugendlichen etwas beizubringen und Dr. Kawasakis Gehirnjogging hilft da auch nicht weiter, wenn jeder zweite Satz des Gehirnjoggers, mit „Alter“ oder „und so“ aufhört. Sehr beliebt auch die Floskel „keine Ahnung“, selbst dann angehängt, wenn man etwas völlig Richtiges gesagt hat, keine Ahnung.

    Zu allen Zeiten beklagten die Älteren der Verfall des Wissens und der Bildung bei den Jüngeren, das ist nichts Neues und die Welt dreht sich weiter. Aber kommt nicht immer mehr Wissen in immer leichter verfügbarer Form hinzu? Ist es nicht schade, daß man sich nicht mehr interessiert.
    Für mich ist es nicht schlimm, wenn jemand nicht viel weiß; ich finde es aber schlimm, wenn jemand damit auch noch angibt und sein Nichtwissen als „chic“ und zeitgemäß empfindet.

    Bleibt zu hoffen, daß wenigstens das leicht verfügbare Wissen (z.B. durch Nachschlagewerke im Internet usw.) intensiv genutzt wird.
    Aber auch hier sehe ich persönlich Schwarz.
    Was viele nicht wissen und was auch im Grunde nichts zu Sache tut: Ich habe oft und viel mit Schülern zu tun und sehe auch hin und wieder Klassenarbeiten und Referate. Es ist erschreckend, wie dumm und platt da 1:1 aus Wikipedia abgeschrieben wird.
    Man empfindet es schon als Denkleistung, wenn man in der Lage ist, das richtige Suchwort einzugeben und aus den Suchergebnissen das halbwegs Richtigste herauszupicken.

    „Vier Stunden haben mein Vater und ich gegoogelt, dann hatten wir ein paar Artikel zu dem Thema gefunden“, sagte neulich ein Schüler zu mir. Ich hatte bei der Vorbereitung nur 5 Minuten gebraucht und alle als potentielle Abschreibquelle in Frage kommenden Stellen gefunden.

    Letztlich sind die meisten, muß man leider ehrlich sagen, sogar zum Googeln zu doof.

    Erfinden oder ausdenken kann und muß man sich sowas nicht. Man stelle sich an eine beliebige Straßenecke und frage einfach die Leute. Es reicht erfahrungsgemäß, wenn man denen eine Deodose unter die Nase hält. Die sprechen in alles rein, wenn sie nur das Gefühl haben „ins Fernsehen zu kommen“. Die Antworten werden einen erschrecken. Die Frage ist völlig egal.

  11. Wobei man zur Verteidigung der Jugendlichen sagen muß: Das Gehirn ist ein träger Muskel. Wenn man unvermittelt zu einem Thema etwas gefragt wird, kommt meistens nur Blödsinn raus.
    Während meines Studiums (Hauptfach Politikwissenschaft) wurde ich mal von einer dieser Umfrageinstitute, Forsa oder Forschungsgruppe Wahlen angerufen. Da wurden so Fragen gestellt wie: Was ist für Sie zur Zeit das wichtigste politische Thema. Oder: Wer ist für Sie der zur Zeit wichtigste Politiker usw.

    Und obwohl ich mich zu der Zeit eigentlich ständig mit Politik beschäftigt habe, konnte ich nur rumstammeln. Mir wäre in dem Moment nicht einmal eingefallen wer gerade Kanzler oder Bundespräsident ist. Da überlegt man gerade wieviel Basilikum man wohl in die Tomatensoße reinschnipfeln sollte und soll dann plötzlich auf was völlig anderes umschalten. Das funktioniert einfach nicht.

    Ich würde glaube ich auch völlig aus dem Konzept kommen, wenn ich beim Bestatter sitzen würde und der plötzlich fragt wo die Donau entspringt oder der Buckingham Palace steht.

    Man merkt das ja auch oft bei Unfällen. Da liegt einer auf dem Boden, dem ragt der Knochen aus dem Arm – und der erzählt einem daß er jetzt los muß, weil er sonst zu spät zur Arbeit kommt.

  12. Ich stelle mit Erleichterung fest, dass ich zu fast allen oben gesagten Dingen, das Entsprechende Vernünftige hätte sagen können.
    Und glücklicherweise sind meine Hobbies: Lesen, Singen im Chor und irgendwann dahinter kommt der Computer. Falls man das überhaupt als Hobby bezeichnen kann.

    Ansonsten kann man nur den Kopf schütteln und dran denken, dass solche Gestalten einem schon nicht den Arbeitsplatz wegnehmen können.

  13. @mez:

    Tom schreibt „sprechen Dutzende von künftigen Schulabgängern bei uns wegen einer Ausbildungsstelle vor“.

    Dass bei einem Bewerbungsgespräch auch Fragen zur Allgemenbildung gestellt werden sollte allgemein bekannt sein.

  14. Frage: How can you save energy?

    Antwort: You can switch off the light in the fridge during the day.

    Bei uns auf Arbeit (Costumer Support) landen auch fast jeden Tag solcher Gehirnakrobaten.. Die Kunst besteht dann darin weiterhin sachlich zu bleiben und nicht zu sagen „lies das Handbuch, falls du lesen kannst“….

  15. Hallo Tom,
    dass jugendliche keine Zeit lesen verwundert mich nicht – das ist auch für mich kein wirklich attraktives Medium. Warum morgen etwas in einer Zeitung lesen, wenn ich es heute im Netz lese?
    Schlimm ist aber in der Tat der Verfall der Buchkultur – den finde ich ebenfalls seltsam.
    Aber vermutlich war es eigentlich shcon immer so, dass viele nur ungern gelesen haben – nur die Wahlmöglichkeiten waren seinerzeit weniger als heute.

  16. Ich verstehe auch diese ewige Hobby Fragerei nicht so wirklich. Was geht das denn den Arbeitgeber an was ich in meiner Freizeit mache?
    Genau so wie meine familären Verhältnisse auch nicht von Belang sein dürften.

  17. >> Ein Diktator ist sowas wie Hitler oder Bush, aber die sind ja jetzt abgeschafft. << Nah dran, nur, daß sie nicht abgeschafft sind.

  18. Tja, das mit dem Lesen… Neulich Kommentar in einer Fernsehsendung zu einem Bücherregal: „Oh Mann, so viele Bücher hab ich ja noch nie gesehen…!“ Tja und ich hab schon so viele gelesen…

    Wer jetzt allerdings meint, einfach nur Lesen nach vorne zu stellen bei den Hobbies… In meinem ca 20 Jahre zurückliegenden Bewerbungsgespräch fragte man mich doch glatt, was ich denn aktuell lesen würde. „John Steinbeck, Früchte des Zorns“ war dann aber auch eine gute Antwort 🙂

  19. >>“Das Dritte Reich war schon in der Schule zum Kotzen, jedes Jahr den Hitler.“

    Die Aussage kann ich aber durchaus nachvollziehen. Ich weiß nicht mehr, wie lange wir uns damals (so vor 20 Jahren) in Geschichte mit dem Thema „Drittes Reich“ beschäftigt haben, gefühlsmäßig jedes Jahr, immer mal wieder unter einem leicht geänderten Aspekt. Irgendwann nervte es nur noch.

  20. falls es dort oben,ja da oben wirklich jemanden gibt, dann sollte sie/er/es *hier bitte globale katastrophe einfügen* schicken, machen, loslassen.
    traurige junge welt. da kommen schlimme gedanken an die zukunft auf.

  21. Wer ist Philipp Scheidewand? 😀
    Befinde mich gerade im Ingeursstudium an der FH. Sonst hätt ich, glaub ich, gut mithalten können.

  22. @Carsten
    Ich vermute gemeint war der 1. Reichskanzler Scheidemann und die Proklamation der Weimarer Republik

  23. Du fragst ernsthaft nach Tierkreiszeichen?
    Kenntnisse über modernen Aberglauben sind Grundwissen?

  24. Wieso denn nicht?
    Jeder Heini kann mir wie aus der Pistole geschossen sagen, welches Sternzeichen er hat. Dann frage ich oft belustigt danach, ob er/sie denn auch die anderen kennt. Ich glaube ja bekanntermaßen nicht an Astrologie, aber wenn jemand schon Horoskope liest, dann scheint er diesem Aberglauben ja ein wenig anzuhängen und dann würde mich interessieren, ob er da auch Bescheid weiß.

    Was ist daran ungewöhnlich?

  25. „Das Dritte Reich war schon in der Schule zum Kotzen, jedes Jahr den Hitler.“

    Dieser Aussage stimme ich aber sowas von zu . Wir sind in keinem Fach ,sei es Geschichte , Politik … (wir haben eigentlich in jedem Fach das 3. Reich gehabt ) über den Weltkrieg hinweggekommen . Nachkriegszeit , Bildung der Bundesrepublik und der DDR ect. fand bei uns gar nicht statt und wenn man zum xten Mal das Gleiche vorgesetzt bekommt schaltet man spätestens beim 3. Mal ab und denkt sich “ lass mich bloß mit dem Scheiß in Ruhe“

  26. Ich denke, dass es Tom um viel mehr als reine Wissensabfrage geht und darum, ob jemand ein wandelndes Geschichts-Lexikon ist. Die Antworten werfen einfach auch ein gutes Licht auf die geistige Beweglichkeit und das Interesse. Stellt Euch vor, der Mensch, der die Antwort „Hätten die Juden den Krieg gewonnen,..“ gegeben hat, könnte an irgend einer Stelle eine Machtfunktion, vielleicht gar noch in der Politik bekommen..

  27. <>

    Oftmals zeigt das Hobby bzw. Freizeitaktivitäten auch viel über die Art eines Menschen – ist er gesellig, kontaktfreudig, kann gut mit Menschen Sprechen? Sowas ist natürlich bei einem Bewerber, der in Vereinen aktiv ist, natürlich eher der Fall, als bei jemandem, der als Hobby „Computer und Fernsehen“ hat.

    Gerade Firmen / Betriebe auf dem Land haben gerne Mitarbeiter, die in den örtlichen Vereinen (Karneval, Schützenverein ….) aktiv sind, da man dann das halbe Dorf auch auf einer privaten Ebene kennt. Bindet kunden und schafft eine persönlichen persönlichen Bezug bei geschäftlichen Kontakten.

    Tiere als Hobby zeigt, dass man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, ehrenamtliche Arbeit, dass man sich für die Allgemeinheit interessiert.

    Bei Rugby-Spielern muss man eher mit verletzungsbedingten Ausfällen rechnen als beim Mini-Golfer…..

    Daher kommt immer die Hobby-Frage und Einheitsantworten wie „Fernsehen, Computer und Lesen“ bringen den Bewerber nicht weiter….

  28. @ tyler:

    Die Tierkreiszeichen sind ja kein Aberglaube, sondern konstante Sternbilder am Nachthimmel, die seid Jahrtausenden der Navigation dienten. Die Pseudowissenschaft Astrologie ist nur eine zwangsläufige Nebenentwicklung, weil die Sterne und Planeten soviel Raum im Leben eingenommen haben.

    Heutzutage kann man Astrologie gerne als den Humbug hinstellen, der er ist. Wenn ich daran denke, dass eine Lehrerin an unserer Baumknutscherschule jedes Jahr ein Horoskop erstellt, an welchem Tag die Sterne am günstigsten stehen, um den Tag der offenen Tür oder den Herbstbazar zu begehen, einen Lachkrampf kriegen. Aber ich lach nur ganz leise auf Lunge. 🙂

  29. @24:
    Die Tierkreiszeichen sind weder modern noch hat ihre Kenntnis etwas mit Aberglauben zu tun. Das ist Grundwissen.

  30. Mit dem Lehrlingsmeister eines Großbetriebes hatte ich mal ein Gespräch über junge Bewerber. Boh ey, da ist hier in dem Beitrag aber garnichts übertrieben. Hat es mal einer bis zu einem Einstellungstest geschafft, und muß einen Aufsatz ohne PC von Hand schreiben – Nein – ich glaubte es nicht, aber man schreibt so wie man spricht. Auch mal im Dialekt. Voll krass.

  31. Viel erschreckender als mangelndes Geschichtswissen in der sog. Unterschicht finde ich, dass man mittlerweile überall schnell ins Smalltalk-Gespräch kommt, wenn man sagt: „Schriftliches Multiplizieren? Das ist doch Mathe, ne davon hab ich gar keine Ahnung, war ich schon immer ne Niete.“

  32. Astrologie wurde seit der Frühen Antike betrieben. Insofern ist das weder Humbug noch neu, sondern für Archäologen, Kulturanthropologen und Historiker mitunter essentiell. Die Gelehrten der verschiedensten antiken Kulturen rund um den Erdball haben ihre Schriften vielfach auf astrologischen Grundlagen erstellt bzw. diese einfließen lassen.

    Sich jetzt also hinzustellen und großmundig zu behaupten „Alles Humbug“ zeugt von ebenso viel Dummheit, wie man der Astrologie vorwirft. Es ist eine Sache, daran zu glauben, eine andere, sie zu verstehen. Wenn ich mich als Archäolgoe breitbeinig auf die Akropolis stelle und rausposaune „Die Götter der Alten Griechen waren dummer Aberglaube!“ werde ich die längste Zeit Archäologe gewesen sein. Man muss nicht an Zeus & Co. glauben, man muss die Mythologie aber begreifen, um die Kultur zu verstehen. Und um sie zu begreifen, muss man sich mit ihr auseinander setzen, was wiederum nur dann möglich ist, wenn man sie nicht überheblich als „Humbug“ abtut.

    Mal abgesehen davon finde ich die Großkotzigkeit, diese unreflektierte Haltung, dass wir heute mit unseren naturwissenschaftlichen Denken so viel klüger und besser wären, erbärmlich. Ich möchte dabei betonen: Ich BIN Naturwissenschafterin. Und ich habe den Betrieb von innen erlebt und auch, wie da mitunter geschummelt, geraten und ignoriert wird. De facto erinnert einen der Betrieb sehr stark an institutionalisierte Religionen, denn auch in der Naturwissenschaft gibt es Fragen, die man nicht stellen darf, andernfalls einem Exkommunikation und Ächtung („Das ist unwissenschaftliches Denken!“) droht.
    Die wirklich großen Köpfe unter den Naturwissenschaftern sind die, die nicht bloß stur in eine Richtung schauen und sehr wohl an den Tabus rütteln. Man lese Erwin Schrödingers „Geist und Materie“ oder verfolge Anton Zeilingers Ausführungen über die Notwendigkeit der Kommunikation zwischen Naturwissenschaft, Philosophie und Religion.

  33. @29

    Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde ich allen Ernstes folgendes gefragt:
    „Auf jedem Stuhl liegt eine Rose, wo sollen wir den sitzen?“

    Anlass war natürlich eine Trauerfeier und der Fragesteller war ein Sohn des Verstorbenen und kandidierte als Landrat für die FDP (nein, wurde nicht gewählt). Beruf: Lehrer

    Mag sich jeder selbst was dabei denken.

  34. Über das Lesen etwas von Helmut Schmidt: „Wer nicht liest, bleibt dumm.“

    Oder ein anderer Schmidt, der Arno: „Es gibt keine Seligkeit ohne Bücher.“

  35. Tom schreibt unter 11, dass das allgemein verfügbare Wissen die Dinge eigentlich leichter machen sollte – Es sind nur die Informationen, die leichter verfügbar sind, Wissen wird daraus erst, wenn ich mich damit beschäftige. Ich denke, gerade die Allgegenwart des Internets führt dazu, dass sich viele nicht mehr mit den Informationen beschäftigen, weil sie ja beliebig abrufbar sind. Daraus Wissen zu machen, heisst vor allem, zu filtern – und das ist bei der Flut an Informationen das Problem.
    Und wer als Hobby Computer angibt, wird meist nicht Wikipedia lesen, sondern WoW oder Ballerspiele spielen, gerade die männlichen Jugendlichen.

  36. So erschreckend leicht die meisten dieser Aussagen zu finden sind und so erschreckend dumm sie sind, eine fällt da raus:

    „Karl der Große? Ganz ehrlich? Hab ich noch nie was von gehört. Kam bei uns nicht dran.“

    Das ist wenigstens ehrlich… und ganz im Ernst, ich konnte außer mit diesem und vll 2-3 anderen Punkten mit allen was anfangen, aber das habe ich großteils nicht der Schule zu verdanken.

  37. „Napoleon hat die Kölner am Rhein überfallen und sowas wie Düsseldorf ist übriggeblieben.“

    Als Ex-Kölner mein persönliches Highlight…

    Danke, Tom!

  38. Allgemeinwissen ist so eine Sache. Sansibar habe ich zwar schon einmal gehört, aber dass das eine afrikanische Inselgruppe ist wusste ich bis vor einer Minute auch nicht. Zeitlich kann ich Karle den Großen auch nicht einordnen.
    Das Problem ist aber auch: das wissen verdoppelt sich im Moment alle 10 Jahre, und das nicht nur in der Quanten-chromodynamik. Das kann die schule auch nicht leisten, und auch im Zusammenhang mit privatem interesse geht das nicht mehr. Dann lieber Leute, die spazialisten sind oder sich in etwas einlesen können, als Personen die zwar eine breite Wissenbasis haben, aber davon die hälfte falsch und die andere hälfte keinen millimeter unter die Oberfläche.
    Eine Menge was als Allgemeinwissen in der Gesellschaft herumgeistert ist einfach falsch. Z.B. wird in der Geschichtswissenschaft immer wieder etwas revidiert.
    Dazu kommen Leute wie Schwanitz, die einem vorschreiben wollten was gefälligst Allgemeinwissen ist.

  39. @Socke: Du, es würde mir schon reichen, wenn Du „Spezialisten“ richtig schreibst und die vielen anderen Rechtschreibfehler wegließest. Wir sind hier doch keine Auffangstation für Bequeme, Faule und Dumme. Bemühe Dich doch wenigstens ein wenig.

    Abgesehen davon ist das eine dumme Ausrede. Das Wissen mag sich zwar verdoppeln, doch in welchen Bereichen werden alle diese neuen Erkenntnisse gemacht?

    Beim Allgemeinwissen geht es um Dinge, die einfach jeder wissen sollte und wissen könnte, nicht um das Spezialwissen in einzelnen Bereichen.

  40. @28
    ohja!
    In meiner Schulzeit sind wir innerhalb eines Schuljahres (5. Klasse) durch die Steinzeit, ueber die Aegypter, zum Mittelalter gerast.
    Danach kam ausschliesslich die Zeit zwischen 1918 und 1945.
    Ich hab keine Ahnung, was vor 1918 war, und ich weiss nur wenig ueber die Zeit nach 1945.
    Allerdings muss ich auch sagen, dass mein Interesse an Geschichte eher gering ist, sodass ich mich auch nicht weiter darum gekuemmert habe, mich darin weiterzubilden.
    Und wenn jetzt einer kommt mit: „Solche Sachen muss man doch wissen… “
    Noe.
    Ich verlang auch von niemandem, dass er sich fuer Mathe/Physik/Informatik interessiert.

  41. @41: Das mit den Rechtschreibfehlern tut mir leid, bin seit knapp 40h wach und es macht sich bemerkbar -_-
    Das Allgemeinwissen verdoppelt sich aber auch: Neue Politiker die man kennen sollte, aktuelle weltweite Situationen, Konflikte etc., monatlich neue Bücher/Filme/CDs die man „gelesen/-sehen/-hört haben muss“ und so weiter.
    Nehmen wir bekannten Musikgruppen: Wenn es nach den meisten Personen über 40 geht muss jeder schon einmal von den Beachboys gehört haben, nach der Meinung der unter 30 Jährigen entsprechend von „Linkin Park“; beide jeweils in der entgegengesetzten Bevölkerungsgruppe nur wenig bekannt, aber trotzdem „Allgemeinwissen“.
    Und was „sollte“ man denn wissen ? Wie viele (sehr) gute deutsche Autoren gibt es von denen man unbedingt mal etwas gelesen haben „muss“ ? 100, 200 ? Und wieviele wenn wir Weltweit schauen ?
    Was macht Romeo und Julia wichtiger als Donald Duck und was Donald Duck wichtiger als „The yellow Kid“, wenn überhaupt ?
    Argumentieren für eine von beiden Positionen können die wenigsten, auch die, die ein großes allgemeinwissen haben.
    Und gerade weil es bei den meisten Menschen beim Allgemeinwissen nicht unter die Oberfläche reicht (auch früher schon) ist es eigentlich nur für drei Funktionen vorhanden:
    1.) Bei Jauch eine Million gewinnen.
    2.) Imponieren
    3.) Smalltalk machen
    Und dafür sind Goethe, Shakepseare und Konsorten eigentlich zu Schade.
    Dem entpsrechend sind mir Personen lieber, die sich mit einer Sache bzw. einem bestimmten Bereich gut auskennen (und natürlich ihr Unwissen in anderen Bereichen auch eingestehen können) als jemand der von vielem wenig Ahnung hat aber beim Stammtisch oder Jauch gut dasteht.
    Wohlgemerkt, ich möchte hier den Kandidaten von „Wer wird Millionär“ nicht pauschal etwas unterstellen, die Sendung sollte nur exemplarisch genannt sein.

  42. Zunächst einmal, auch bei uns gab es in Geschichte eigentlich nur die Hitler-Zeit. Endlich mal griechische Polis im Grundkurs hat da richtig Spaß gemacht, da endlich mal was zu recherchieren war, dass uns nicht schon 100 Mal vorgebetet wurde.

    Jetzt kommen natürlich die ganzen Selbst-Anlesungs-Schreier, aber seit doch mal ehrlich, am Morgen vor der Schule ist ja noch Interesse da, aber nach Frontaluntericht von 08:00 bis 14:00 Uhr und dann noch mal Hausaufgaben von 15:00 bis 17:00 Uhr war _ich_ nicht für weitere Texte aufnahmefähig! Spätestens danach war nämlich Zeit für endlich mal Ausgleichssport im Verein.

    Abgesehen davon fanden für mich Geografie (Welche Flüsse münden wo?) und Geschichte immer so weit im luftleeren Raum statt, dass es da keine Anker für langanhaltende Erinnerung gab. Erst wenn man als Erwachsener durch die Welt reist, interessiert mich auch die Geschichte zu den Orten. Ich habe z.B. auch erst von den Gegenpäpsten gelesen, als ich mal in Avignon war.

  43. „Dr. Kawasakis Gehirnjogging“

    You made my evening! 😀

    Hierzu mal ein passendes Zitat von [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Danny_Kaye]Danny Kaye[/url]: [i]Auch der Dumme hat manchmal einen gescheiten Gedanken. Er merkt es nur nicht.[/i]

  44. Natürlich ist Astrologie kulturhistorisch gesehen von einer riesigen Bedeutung, sie gehörte in ihre Zeiten, in denen den Gestirnen noch mehr Mythisches anhaftete als heute, daher halt die Sternzeichen, die wir heute noch kennen.

    Ich finde das Universum immer noch geheimnisvoll, trotz des Wissens, das sich darüber angesammelt hat, und staune immer noch, wenn ich in klaren Nächten in den Himmel schaue (im Winter habe ich den Jupiter mit seinen Perlenkettenmonden gesehen, wunderbar). Trotzdem halte es aber für Riesenquark, die Sterne für das Ge- oder Misslingen eines Tages der offenen Tür verantwortlich zu machen. Mach Rationailtät dafür verantwortlich, meinetwegen 🙂

    Astrologen in früheren Zeiten waren nicht nur einfache Schamanen, Sterngucker- und deuter, sondern Männer und Frauen in hohen Machtpositionen, die insgeheim die Geschicke eines Volkes lenken konnten, das weiß ich sehr wohl. Auch dass Gottheiten einen anderen Stellenwert hatten als heute (heute sind es eben UFOs und die Aliens, weil es auf Erden kaum noch Geheimnisse gibt). Eine Riesenshow wird es denke ich aber immer gewesen sein. Denn irgendwer muss das ja glauben, was so ein Astrologe weissagt, und wer die beste Show abzieht, hat auch ein großes Publikum, und dann auch die Macht, gelle? 🙂

    Darf ich Astrologie dennoch als Bullshit bezeichnen, wenn ich mir heutige Astrologen ansehe? 🙂

  45. Hmm man definiere mir erstmal „Allgemeinwissen“. Während einige Personen darunter anscheinend auch irgendwelche populären Musikgruppen verstehen, finde ich es doch viel logischer, dass jemand, der sich gebildet nennt, weiß, wann Karl d. Große gekrönt wurde (abgesehen davon, dass Weihnachten 800 n. Chr. nun wirklich leicht zu merken ist, hatte der zweifelsohne gewaltigen Einfluss auf das moderne Europa wie wir es kennen). Wenn man so weitergeht, könnte man aber auch verlangen, dass man etwas mit den Thermopylen anfangen kann (na wenn die Geschichte keine Auswirkungen auf das moderne Europa hatte).. und Hand aufs Herz, wieviele könnten zu dem Thema keine 10 Sätze sagen? 😉

    Achja und was unseren Herren Archäologen und Astronomie angeht: Seit wann gehört Archäologie zu den „Naturwissenschaften“? Das wäre mir doch ganz neu (oha und Wikipedia, der Quell aller Weisheit, stimmt mit mir sogar überein 😉 ) – und ich hoffe doch einfach mal, dass niemand die Vorgehensweise der modernen Physik, o.Ä. mit Astrologie vergleichen will.
    Das hat nichts mit der historischen Bedeutung dieses Faches oder Ignoranz zu tun, sondern einfach damit, dass die Methodik dieses Faches unwissenschaftlich ist.

    Man verwechsle mir also doch bitte nicht Astrologie mit Astronomie – es ist ja doch ein Unterschied ob Altägypter aufgrund von Beobachtungen und Berechnungen nen Kalender erstellen, oder ob mir jemand weismachen will, dass ich mir die Haare am x-ten des Monats schneiden soll weil die Sterne da so toll stehen..

  46. Information is not knowledge, knowledge is not wisdom, wisdom is not truth, truth is not beauty, beauty is not love, love is not music. Music is the best. Wisdom is the domain of the Wis (which is extinct). Beauty is a French phonetic corruption of a short cloth neck ornament currently in resurgence.
    – Frank Zappa, 1979.

  47. Erinnert an das, was vor einer Generation in den Büchern der Reihe „die Knilche von der letzten Bank“ stand. Die waren allerdings manchmal mißverständlich – jedenfalls auf deutsch, denn sie waren aus dem Französischen übersetzt, wo sie „les cancres“ hießen. Immer noch lesenswert!

  48. @ 47: Ich fände es wesentlich höflicher, wenn du von dir sagtest, dass du damit nichts anfangen kannst, als wenn du auch diejenigen als verblendete Idioten hinstellst, die es tun. Ich beispielsweise gehöre keiner Konfession an, habe an jeder für mich persönlich etwas auszusetzen, würde mir aber NIE erlauben, eine bestimmte Religion oder deren Anhänger als dumm oder verblendet zu bezeichnen. Ich stelle mich nicht über andere. Jeder hat das Recht auf seine Überzeugung.

    @ 48: Nochmal lesen, dann schreiben. Ich habe erstens niemals Astrologie mit Astronomie und zweitens nie Archäologie mit Naturwissenschaften gleich gesetzt. Ich habe das naturwissenschaftliche DENKEN erwähnt und bin dann zu den NW übergegangen.
    Die Trennung zwischen Astrologie und Astronomie fand in Europa etwa ab der Neuzeit statt, davor war die mathematische und die mystische Deutung noch nah beieinander.
    Und wenn du ausgerechnet die Ägypter erwähnst (eine Kultur, die sich immerhin mindestens 3000 Jahre gehalten hat): Die Ärzte waren die Magier. Beobachtungen der Natur und Magie waren ein und dasselbe. Und die ägyptischen Ärzte/Magier waren weit über die Landesgrenzen berühmt, sogar die Griechen pilgerten zu ihnen, wenn sie es sich leisten konnten.

    Mir geht diese süffisante Überheblichkeit à la „WIR sind rationale Denker, WIR wissen alles besser!“ schrecklich auf den Keks. Genau deshalb habe ich Schrödinger und Zeilinger zitiert. Weil es unter den Naturwissenschaftern eben auch einige gibt, die NICHT mit Scheuklappen durch die Gegend rennen und glauben, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, und jeder, der nicht naturwissenschaftlich, „rational“ denke, sei verblendet. Leider überwiegt in den NW die Mehrheit der (in diesem Fall wirklich) verblendeten Narzisse.

  49. Und bevor jetzt eine wortklaubt: Ich hatte Schrödinger und Zeilinger [i]erwähnt[/i], nicht zitiert. Das war lediglich ein Verschreiber.

  50. Man kann sich ja jetzt über Allgemeinwissen beklagen wie man will (vor allem an Socke gerichtet), aber… Erstens geh ich mal nicht davon aus dass Tom das als ein Quiz mit Rausfliegen bei falscher Antwort macht, sondern dass er eher versucht im Gespräch herauszufinden ob jemand denn überhaupt Interesse hat, und ob man sich mit ihm/ihr unterhalten kann. Denn in so einem Beruf geht es ja eben auch darum, mit Kunden in unter Umständen sehr schwierigen Lebenssituationen umgehen zu können, und sich mit den komischsten Gestalten unterhalten zu können.
    Klar kann man nicht alles wissen, aber man kann sich ja zumindest für fast alles interessieren…

  51. Mir geht es überhaupt nicht darum, herauszufinden ob jemand etwas weiß. Was man nicht weiß, kann man ja bei Bedarf noch lernen. Es geht mir darum, zu sehen wie sich ein bestimmter Bewerber schlägt, wie eloquent er ist, wie er auf Fragen antwortet usw. Natürlich ist es interessant, zu sehen, was jemand alles weiß, aber ich stehe doch nicht da und stelle wie ein Quizmaster Fragen, sondern wir führen ein allgemeines Gespräch, in dessen Verlauf ich diese Punkte anschneide.

  52. Nina, jetzt komm mal wieder runter vom Kronleuchter 🙂

    So schlimm ist es doch nicht, zum Thema Religionen eine eigene Meinung zu haben. Zumal ich den ganzen klerikalen Zirkus als Ministrant durchgehechelt habe und seitdem mit religiösem oder esoterischem Brimborium jeglicher Art nichts, aber auch gar nichts mehr anfangen kann.

    Was weniger mit meinem Glauben bzw. Spiritualität oder Sinnsuche zu tun hat. Es soll jeder seiner Fasson nach happy sein, das geht schon in Ordnung. Ich beömmel mich halt gerne über esoterisches Zeugs und andere schräge religiöse Weltsichten. Darf ich doch, oder? Andere beömmeln sich sicher über meine Sichtweise mancher Dinge und schütteln den Kopf darüber, dass ich von ihrem Gedöns nicht viel halte. Und das dürfen die auch 🙂

    Übrigens, meine Mutter hat schon die schrägsten Dinge mit ihrem Pendel veranstaltet, die man kaum oder gar nicht erklären und über die ich immer wieder staunen kann. Aber das ist eine andere Geschichte.

  53. @52: Okay ich gebe zu, dass man aus „Ich bin Naturwissenschaftlerin..“ und „wenn ich mich als Archäologe..“ nicht schlussfolgern kann, dass die Dame Archäologie als Naturwissenschaft bezeichnet – man verzeihe die falsche logische Implikation (es war spät und naheliegend :/ ) 🙂

    Aber nur weil man nicht trennt, heißt es nicht, dass es keine Unterschiede gibt. Um das zu verdeutlichen: Ich ziehe den Hut vor den altägyptischen Beamten die den Kalender entwickelt haben, aber diese Leute haben sich – ihrer Zeit entsprechend – einer naturwissenschaftlicher Methodik bedient, das hat nichts mit Astrologie sondern mit Astronomie zu tun.
    Wenn sie ihre Ergebnisse aufgrund fehlender Mittel nicht besser interpretieren konnten, war die mystische Beschreibung genauso legitim wie jede andere (das Kern/Hülle Modell eines Atoms wird ja auch nicht in die Welt der Mythen verdrängt nur weil wir wissen, dass es nicht korrekt ist – war halt eine Hypothese, die widerlegt wurde).
    Das ist doch gerade der große Unterschied zwischen Naturwissenschaften und Religion, Aberglauben oder Mythos: Beides versucht die Welt zu erklären, ich will keinem von beidem sein Existenzrecht absprechen, aber die Methodik und das Ziel ist einfach ein anderes.

    Was die Herren Zeilinger, Schrödinger, Einstein und Co angeht: Bei ihrem Themenkomplex kommt man nunmal nicht drum herum, dass man sich mit Fragen beschäftigt, die aktuell – vielleicht für immer – nicht (natur)wissenschaftlich zu beantworten sind – niemand hat hier die Philosophie verdammt oder? Aber was meiner Meinung nach wichtig ist: Wenn die Herren philosophieren stellen sie klar, dass das nur eine Möglichkeit ist und es keine Möglichkeit gibt das Ganze zu überprüfen/widerlegen – ganz im Gegensatz zu ihren naturwissenschaftlichen Theorien (eine naturwissenschaftliche Hypothese die sich nicht beweisen/widerlegen lässt, ist nunmal keine)

    Meiner Meinung nach, haben sowohl die Philosophie als auch die Naturwissenschaften ihren Zweck und Nutzen, aber auch ihren Einflussbereich – die Religion muss/soll nicht den Gezeitenwechsel erklären versuchen und von Naturwissenschaftlern die pseudowissenschaftlich die Existenz Gottes widerlegen wollen, halte ich genauso wenig..

    PS: Nur aus Interesse – was sind deiner Meinung nach Fragen, die man in den Naturwissenschaften nicht stellen „darf“? Klar gibts Fragen (Existenz Gottes z.B.) die man nicht beantworten kann (vllt. nie können wird), allerdings behauptet die Naturwissenschaft ja auch nicht, dass Gott existiert/nicht existiert, sondern vielmehr, dass man seine Existenz weder belegen noch widerlegen kann – legitim meiner Ansicht.

  54. Die Beispiele Schrödinger und Zeilinger habe ich deshalb gebracht, weil beide etwas wagten, was in den Naturwissenschaften damals wie heute verpönt ist. Schrödinger wurde dafür tatsächlich massiv angefeindet und in etwas fortgeschrittenem Alter gar als seniler Spinner hingestellt, der seinen Zenit überschritten hätte. Was hat er gewagt? Die Frage „Was ist Leben?“ bzw. „Warum leben wir?“ zu stellen.
    Er hat sich als Nicht-Philosoph an solche Themen rangewagt und sie mutig und laienhaft durchgedacht.
    Dabei wurde er übrigens auch von Philosophen belächelt, denn die Philosophie, wie sie heute existiert, ist um keinen Deut besser als die Naturwissenschaft. Ich frage mich ehrlich gesagt, warum es diesen Wissenschaftszweig überhaupt noch gibt. Damals in der Antike war ja noch alles unter einem Hut: Mathematik, Astronomie, gesellschaftliche und Daseinsfragen. Im Laufe der Zeit hat sich eins nach dem anderen aus der Philosophie verselbstständigt, zurückgeblieben ist ein Fragment, das sich eigentlich nur noch mit dem gesellschaftlichen „Warum-und-Wozu“ beschäftigt (überspitzt formuliert), dabei aber eine notwendige Form des Denkens und Formulierens entwickelt hat, an die man sich zu halten hat, andernfalls man eben nicht Philosoph sondern Laie sei. Und weil Schrödinger diese simplen Fragen stellte, die auf der einen Seite „nicht wissenschaftlich“ (im naturwissenschaftlichen Sinne) und „nicht philosophisch“ (da nicht den vorgegebenen Denk- und Wortmustern folgend) seien, wurde er belächelt und abqualifiziert. Dabei ist die Frage „Was ist Leben?“ meines Erachtens jene, die viele Menschen bewegt. Aber so zu denken ist ja nicht wissenschaftlich und damit automatisch auch nicht seriös.

    Übrigens: Mit seinen Überlegungen zum Wesen des Lebens und was dahinter stecken könnte, hat Schrödinger seinerzeit weite Bereiche der Gentechnologie voraus gedacht. Noch ehe Watson und Crick das Doppelhelix-Modell entwarfen. Soviel zum „Spinner“ Schrödinger.

    Zeilinger hat, wie erwähnt, angeregt, dass Naturwissenschaften, Philosophie und Religion endlich wieder ihre Kreuzungspunkte erkennen und miteinander kommunizieren mögen. Weil er der „Vater der Teleportation“ ist, hat ihn deshalb noch niemand ans Kreuz zu schlagen gewagt, gemunkelt und genörgelt wird aber allemal über eine solche Häresie.

    Abschließend: Das „ich“, das ich im Vergleich mit dem großmäuligen Archäologen gebrauchte, war ein rhetorisches. Das ist nicht mit dem „ich“ gleichzusetzen, mit dem ich mich einen oder zwei Absätze weiter wirklich selbst beschrieben habe.

  55. Ich muß ehrlich sagen, dass ich nix gegen die kleinen Möchtegernvampirchen aus der Mittel- bis Oberstufe einzuwenden habe.
    Klar – verstanden haben sie nix.
    In manchem Alter stolpert man halt ahnungslos durchs Leben und probiert einiges aus, um dann ernüchtert festzustellen, dass es einem auch nicht hilft, seinen Platz im Leben zu finden.

    Einfach ein bißchen Geduld mit den Pseudosatanisten haben. Früher oder später merken die, dass Satanismus wirklich nicht das ist, was Omma von nebenan darüber denkt.

    Und besser Aushilfszombie als Ausländerverprügler!

  56. [quote=“anouk“]Aussage Er: Wir könnten ja zum Eiffelturm *zeigt auf der Karte eine Strecke* ist doch nicht so weit.(eigentlich ca 4 Stunden Autofahrt ohne Staus)[/quote]
    Na ja, ich kenne reihenweise Amerikaner (kommt daher, dass ich in Amerika lebe) fuer die vier Stunden Autofahrt jetzt nicht so wirklich viel sind…

  57. Echt heftig, wenn man sich vorstellt, dass das Menschen sind, die doch wenigstens nahe dem Erwachsenenalter sind oO
    Wir haben mal in der Schule einen langen Aufsatz zur Analyse eines Buches schreiben müssen, in dem es um den Holocaust ging.
    Beim Abgeben sagte jemand damals zu mir: „Sag mal, nur um sicher zu gehen, war das jetzt erster oder zweiter Weltkrieg?“
    Sowas finde ich schon extrem, gerade weil die Menschen schon ein klein wenig sensibilisiert sein sollten, was den Holocaust angeht, gerade hier in Deutschland natürlich.

  58. mhh… wer gibt eigentlich vor was „Allgemeinwissen“ ist ? Ich denke, dass sich das in den nächsten Jahren deutlich verschieben wird.
    Ok, ich bin 32, hätte davon vieles beantworten können/ sollen, weill irgendwann mal gelernt, alles wusste ich auch nicht. Aber ich denke auch, dass vieles von dem was zur meiner Schulzeit gelernt wird in den nächsten Jahren nicht mehr so ausführlich besprochen wird, wie auch, es geschehen immer neue Themen
    Wer weiss schon ob in 50 Jahren noch der 1. bzw in 80 Jahren noch der 2. Weltkrieg aos ausführlich besprochen wird wie jetzt, oder aber eher der 1. Golfkrieg usw.
    Auch hätte man andere Fragen stellen können z.b. aus wieviel Kb ein Mb besteht, sehe ich als wichtig an in der heutigen computergesteuerten Zeit. Evtl hätten das ja mehrere gewusst.
    Denke nicht, dass die heutige Jugend dümmer wird, nur das Interesse verschiebt sich, dementsprechend auch das Allgemeinwissen. Dass das für uns älteren befremdlich wirkt… kann schon sein. Aber auch ältere Personen sind nicht immer die schlausten wenn man z.b. in TV Reportagen Umfragen sieht, was da immer so genatwortet wird.

  59. Ich bin bei meiner Suche nach einem Zitat das ich einst gelesen habe hier gelandet. Als ich mir die Überschrift durchlass achte ich: „Na klasse, schon wieder so ein Forum das man besser schliessen sollte“ Doch trügte mich diesmal der Schein und schon nach den Mauerspechten schwangte ich zwischen Grinsen und Lautem Gelächter. Klar sollte man sich nicht über die Dummheit anderer Lustig machen, aber es ist doch so: Da will sich ein Junger mann der eine Junge Frau um einen Job bewerben und hat wahrscheinlich keinerlei Ahnung davon was die EU und der Bauer auf dem Dorf mit der Milch im Supermarkt zu tuhen haben. Selbst wenn unter Hobbys Fernsehn steht glaube ich nicht das auch nur ein Jugendlicher mal die Zeit nimmt sich die Narichten mit bedacht und Logik anzuschauen. Auch ich musste diese Erfahrung machen. In meinem Betrieb hatte ich das zweifelhafte Glück für 12 Leute gerade zu stehen. Einer glaubte Deutschland hätten den Krieg gewonnen, 2 dachten Das fehlen durch Krankheit wird vom Urlaub abgezogen und ich gehe jede wette ein das keiner von denne die hauptstadt von Island kennt. (Ok, ist auch schwer, aber wer einmal den namen Reykjavik gelesen hat vergisst ihn bestimmt nicht mehr so schnell). Wenn ich mir unser Schulsystem anschaue wundert es mich nicht sonderlich. Einheitsbrei der mit stumpfen Auswendiglernen zum (Schul)Erfolg hilft. Eine Abiturientin (Das ist mein absoluter ernst, kein Witz, EHRLICH) Wollte mir mal allen ernstes erklären die Protestanten hätten die Juden gekreuzt. Noch heute sorgt diese Geschichte in meinem Freundeskreis für ziemlieche Lacher. Ich weiss das hörrt sich verrückt an, aber die Geschichte ist wirklich war. Sie ist wirklich das beste Beispiel dafür das Schulabschluss und Geistigereife sowie Allgemein wissen NICHTS aber auch absolut gar nichts miteinander zutuhen haben. Das werden nach her die Leute sein die ich dann als sogenannter Helfer untergestellt bekomme von denen keiner weiss wie man geradeaus läuft. Immer wieder sehe ich Junge Leute in unserem Betrieb, mit einem Super Schulabschluss aber Null Algemeinwissen und kein Intresse daran wirklich sich einzubringen. Doch bevor ich mich hier Rage schreibe, bedanke ich mich lieber für diesen Doch sehr unterhalsamen Thread und wünsche mir noch mehr dieser unterhaltsamen Bewerbungsgespräche. Hat zufälligerweise jemand einen guten Link zur Hand?

  60. Ich denke, dass ich ein gesundes Allgemeinwissen habe. Beim Lesen dieser Beiträge habe ich mich aber gerade bei folgendem ertappt:
    Bei einigen Fragen hätte ich auch gestutzt, bzw. hätte ich versucht mich elegant aus der Affäre zu winden. Anstatt aber nun gleich mal meine Wissenslücken hier im Internet zu füllen, habe ich meine kostbare Zeit damit vertrödelt, alle Kommentare zu lesen. Dies war sehr unterhaltsam, aber eben nicht lehrreich.
    Das Internet ist eine riesige Change, an Informationen zu kommen. Aber wer ist schon immer in der Lage oder in der Stimmung diese Change auch zu nutzen?
    Ich glaube, die Tatsache, dass das Internet für viele kinder und Jugentliche zum „Leseersatz“ geworden ist, macht es den Kids nicht leichter, sondern nur schwerer. Es ist nicht immer leicht, mit diesem Medium effektiv umzugehen. Als man noch lesen konnte, ohne über blau unterstrichene Textpassagen zu stolpern, war lesen irgendwie „intensiver“.

  61. Der Eiffelturm heißt tatsächlich wegen der Eifel so. Die Eltern von Gustave Eiffel waren deutsche Aus- bzw. Einwanderer (je nachdem von welcher Seite der Grenze man es betrachtet) und hießen Bönickhausen. Dann wurde „Eiffel“ dran gehängt und schließlich Bönickhausen fallen gelassen. https://de.wikipedia.org/wiki/Gustave_Eiffel

Schreibe einen Kommentar

.


Nutzungsbedingungen | Trollhilfe | Kommentar fehlt? | So gehen Abstände!


Datenschutzerklärung