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Isch habbe gar keine Auto

Wir hatten heute folgende Anzeige in der Zeitung:

Bestattungshaus sucht Fahrer

Helfer für die Überführung und pietätvolle Einbettung von Verstorbenen gesucht.
Mindestalter 25, PKW-Führerschein, körperlich und psychisch belastbar, zeitlich flexibel.
PKW und Telefon erforderlich.

Da ruft u.a. heute Mittag eine Frau an:

Sie: „Ich wollt mich mal erkundigen, was man da so verdienen kann.“
Ich: „Von wo rufen Sie denn bitte an?“
Sie: „Ich wohne in xyz (25 km entfernt).“
Ich: „Da wäre es am Besten wenn Sie einmal zu uns kommen.“
Sie: „Wie soll ich das denn machen? Ich habe kein Auto.“
Ich: „Sie haben aber schon in der Anzeige gelesen, daß man ein Auto braucht.“
Sie: „Ich habe einen Führerschein.“
Ich: „Das ist ja gut und schön, aber Sie müssten schon auch zu uns kommen können.“
Sie: „Wie soll ich das machen? Ich bin alleinerziehend und habe zwei kleine Kinder.“
Ich: „Aber unsere Anzeige haben Sie schon gelesen, oder?“
Sie: „Sagen Sie mal, haben Sie was gegen Frauen?“

Nee, nur gegen Doofe.

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Peter Wilhelm28. Mai 2012

15 Kommentare von 140172.

  1. Anrufen kost ja heute nix mehr, seitdem es Einmahlzahlungen fürs Telefonieren gibt bei Alice und Arcor *lol*

    Achso, ich wollte fragen, ich habe grade keinen Wagen, kann ich mich trotzdem bewerben? Dafür kann ich LKW fahren, und außerdem spiele ich gut Fußball.

  2. Sie wissen aber sicherlich, dass Sie da vllt grob rechtswidrig gehandelt haben könnten. Vllt. hilft mal ein Blick ins Anti-Diskr.Gesetz…

  3. @Andreas: Die Überschrift der Anzeige, die ich hier nicht wiedergegeben habe, lautete:

    Fahrer / Fahrerin

    Unter der Anzeige stand der Standardspruch:

    Bewerber/Bewerberinnen melden sich bitte zur Terminabsprache unter Tel xxxxxx. Behinderte werden, bei gleicher Eignung, bevorzugt eingestellt.

    Das mit den Frauen ist mir sehr wichtig. Mein bester Lehrling ist weiblich. Meine Frau übrigens auch.

    Auch das mit den Behinderten ist mir wichtig. Der am längsten bei mir beschäftigte Fahrer ist gehörlos und ein Rollstuhlfahrer macht nach Dienstschluss für uns von zu Hause aus Telefondienst.

  4. Sie: “Ich wollt mich mal erkundigen, was man da so verdienen kann.”

    Ich: “Von wo rufen Sie denn bitte an?”

    Ich verstehe da jetzt wirklich nicht, was der Verdienst mit dem Wohnort zu tun hat. Man kann doch sagen 'soundso' liegt der Stundensatz/Wochenlohn/etc, und dann erübrigt sich vllt. auch das Gespräch, und erst recht die Anreise…

  5. Die Frage nach dem "woher" ergab sich aus der im Telefondisplay angezeigten Vorwahl. Es ist nämlich ungewöhnlich, daß sich Leute aus diesem Ort bei uns bewerben. Wir haben eine sogenannte Standzeit von 1 Stunde. D.h. innerhalb einer Stunde müssen wir am Einsatzort sein können. Das beinhaltet, daß der Mitarbeiter sich im Bereitschaftsdienst bis zu 50 km um seinen Wohnort herum wegbewegen darf. Wenn jemand aber schon über 20 km entfernt wohnt, kommt unser Zeitplan ins Schwanken. Unsere Mitarbeiter müssen, wenn sie Bereitschaftsdienst haben, oft 2-3 Mal in der Nacht anrücken.

    Deshalb ist unsere erste Frage immer nach dem Wohnort.

  6. @Malte: Ich habs auch zweimal lesen müssen, aber das ist nicht die gleiche Person :-) Ich bin nämlich auch drüber gestolpert und dachte mir: "Das wäre ja mal ein Einsatz!" :-)

  7. Erm, also auch wenn kein Auto für den Job erforderlich wäre, finde ich

    > Ich: “Da wäre es am Besten wenn Sie einmal zu uns kommen.”

    >Sie: “Wie soll ich das denn machen? Ich habe kein Auto.”

    schon ein bisschen stark. ich meine, hallo? sollst etwa DU zu IHR kommen um ein bewerbungsgespräch zu führen oder sie vielleicht abholen? wenn ich mich bewerbe, dann muss ich doch selbst schaun, wie ich dort hin komm, falls ich zu nem gespräch eingeladen werd. Noch nie was von Öffis gehört?

  8. Das stimmt schon – ein wenig Eigeninitative muss man schon erbringen.

    Auch wenn sie alleinerziehend und ohne Auto ist kann sie doch nicht jedes x-belibiges Jobangebot anwählen und hoffen dass alles zu ihren Gunsten passiert…

  9. Der Hinweis auf die Diskriminierung ist richtig. Wenn es keinen absolut triftigen Grund gibt, der das Mindestalter von 25 Jahren rechtfertigt, liegt eine Altersdiskriminierung vor. Das kann für die anzeigende Firma sehr teuer werden.

  10. Ist schon verzwickt, was man alles angeblich nicht mehr schreiben darf. Am Besten ist es, man gibt einfach eine Anzeige auf: "Kommt alle vorbei, ich habe einen Job" und sortiert dann…

    Vermutlich ist es Analphabeten-Diskriminierung, wenn ich erwarte, dass einer Lesen und Schreiben kann.

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