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Statt Blumen bitte spenden – Bringt das was?

Immer wieder liest man unter Traueranzeigen und auf Totenbriefen Sätze wie diesen hier:

Anstelle zugedachter Blumenspenden bitten wir um eine Spende an Kinderhospiz Blafasel, IBAN DE12 34567 65432, Stichwort: Max Mustermann

Was hat es mit diesen Spenden auf sich?

Die Angehörigen möchten keine persönlichen Geldgaben. Stattdessen sollen die Trauergäste/Trauernden den zugedachten Betrag an eine meist wohltätige Organisation, ein Hospiz oder eine Palliativstation überweisen.
Dort, so meinen die Hinterbliebenen, ist das Geld besser aufgehoben und kann Gutes bewirken.
Liest man so etwas, so ist es eine gute Sache, diesem Wunsch zu folgen und eine Spende zu überweisen. Das zählt für die Familie genau so, als habe man ihnen Blumen fürs Grab gebracht oder in bar etwas überreicht.

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Kommt das Geld bei der Spendenaktion an?

Wenn man sich an die genannten Empfängerangaben und die IBAN hält, kommt das Geld auch bei der gewünschten Organisation an. Je unbekannter der Empfänger ist, umso dringender werden dort meist Spendengelder benötigt.

Erfährt die Familie, ob ich gespendet habe oder nicht?

Oft wird man gebeten, als Verwendungszweck den Namen des Verstorbenen anzugeben. Dann können die Spendenempfänger nachvollziehen, wer wie viel gespendet hat. Mir ist bekannt, dass einige Organisationen anschließend Listen an die Familie senden, die Auskunft über die Spender geben.
Ob das immer so gemacht wird, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls besteht dann die Möglichkeit, nachzuvollziehen, wer und evtl. wie viel er gespendet hat.

Wie viel sollte ich spenden?

Spende den Betrag, den Du für richtig hältst. Im Grunde ist doch jeder Betrag hilfreich. Würdest Du Blumen oder einen Kranz bringen, müsstest Du diesen kaufen. Nimm einen Betrag etwa in der Höhe des Kaufpreises und überweise ihn.

Kann ich trotzdem Blumen bringen, ich kannte ihn doch besonders gut?

Nein.
Wenn die Familie das nicht wünscht, sollte man sich diesem Wunsch beugen. Vielleicht ist es nur ein kleines Grab und bietet gar keinen Platz für viele Kränze, Schalen und Sträuße.

Kann ich trotzdem Geld an die Angehörigen direkt spenden?

Vielfach ist es ja üblich, dem Kondolenzschreiben einen Schein beizufügen. Manche übergeben den Angehörigen auch einen Umschlag nur mit Geld.
Das kann man trotzdem tun. Möglicherweise kann das so eingegangene Geld ja für die Kosten der Bestattung, die Grabanlage oder später für den Grabstein verwendet werden.
Aber Achtung: Wenn es heißt, dass nicht nur Blumenspenden unerwünscht sind, sondern „Geld- und Blumenspenden“, dann sollte man besser auch auf Geldgaben verzichten, um in kein Fettnäpfchen zu treten.

Warum machen Familien das?

Wie schon gesagt, kann es sein, dass das Grab nicht viel Platz für viele Blumen usw. bietet. Oft wollen die Familien aber auch deutlich machen, dass sie sich aus eigener finanzieller Kraft um alles kümmern möchten.
Außerdem möchten die Hinterbliebenen auf diese Weise ihre besondere Dankbarkeit, etwa zur Hospizbewegung usw. ausdrücken.

Weshalb darf dann die Familie einen dicken Kranz aufstellen?

Weil es ihre Feierlichkeit ist und sie bestimmen, wie der Hase in den Wald ruft.

Ich weiß jetzt immer noch nicht, wie ich mich verhalten soll

Dann sprich die Angehörigen ein paar Tage nach den Trauerfeierlichkeiten an und erkundige Dich.


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Lesezeit ca.: 4 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: | Peter Wilhelm 3. März 2022

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Josef
2 Jahre zuvor

Ich sehe auch mehr Sinn in einer Spende für caricative Zwecke, statt Blumen.

2 Jahre zuvor

Es ist leider nicht mehr so, dass man informiert wird, wer wieviel gespendet hat: Datenschutz.
Ich habe vorletztes Jahr bei der großen Organisation, die ich für die Beerdigung meiner Mutter ausgesucht hatte, sehr hartnäckig nachgefragt: Keine Chance!

Igge
Reply to  Speysight
2 Jahre zuvor

Speysight, danke für die Info.
Das heißt dann wohl, dass man alles so laufen lässt wie die letzten 100 Jahre und sich dann überlegt, ob man eventuelle Geldspenden für die Beerdigung nimmt oder spendet.

Mörion
Reply to  Speysight
2 Jahre zuvor

Wir haben im Januar meinen Opa zu Grabe getragen. Anfang Februar bekamen wir eine Liste mit den Spendern und den Summen. Die Nachnamen waren bis auf den ersten Buchstaben gekürzt.

Felix
2 Jahre zuvor

Ich finde das sehr merkwürdig und übergriffig, detailliert wissen zu wollen, wer wieviel gespendet hat. Was will man damit bezwecken, die Leute hinterher zur Rede stellen, oder es ihnen bei anderer Gelegenheit „heimzahlen“? Creepy.
Mich würde bestenfalls der Gesamtbetrag interessieren.

Thomas D.
Reply to  Felix
2 Jahre zuvor

Das war auch mein Gedanke. Manche(r/s) ist und bleibt eben Spitzel vom Anfang bis zum Ende.

Heather
2 Jahre zuvor

Wieviel andere spenden, kann mir doch egal sein. Ich gebe von Herzen was ich kann, um dem Verstorbenen so eine letzte Ehre zu erweisen, in dem ich vermutlich in seinem Sinne handle.

Simon Brocher Köln
2 Jahre zuvor

Hallo,

also ich finde, dass Geldspenden völlig okay sind.

Solange es eben bei den Organisationen ankommt und es sinnvolle Spenden sind.

Ich bin kein Freund davon, Geld für sehr große Institutionen zu spenden, welche dich mit Werbung zu bomben. Da weiß man ja, dass am Ende nicht viel ankommt.

Vielen Dank für den Beitrag.

Beste Grüße und ein schönes Wochenende

Simon Brocher Köln

Klemens
9 Monate zuvor

Es ist tatsächlich so, dass der Datenschutz die Weitergabe aller Informationen untersagt. Wir handhaben es so, dass es eine Liste aller Spender gibt (zur Info oder zum Bedanken für die Angehörigen) und dazu die Summe der zusammengekommenen Spenden (was ja auch oft eine schöne Information ist).




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