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Was verdienen Bestatter?

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Was verdienen Bestatter? Der Beruf des Bestatters ist eine Schnittmenge aus Handwerker, Veranstalter, Organisator, Berater und Seelsorger. Die reine Versorgung von Verstorbenen ist meist nur ein kleines Teilgebiet der beruflichen Tätigkeit. Je nach Größe des Bestattungsinstituts kann ein Bestatter Generalist sein, also alle o.g. Tätigkeiten ausführen, oder auf bestimmte Teilbereiche reduziert/spezialisiert tätig sein.

Was verdienen Bestatter? Betriebsgröße ist mitentscheidend

Ebenfalls von der Betriebsstruktur abhängig ist die Arbeitszeit. Diese kann sich auf normale Bürozeiten beschränken oder aber mit zusätzlichem bis überwiegendem Nacht- und Wochenenddienst verbunden sein. Zahlreiche Bestatter arbeiten nur auf Aushilfsbasis. Ihr Chef bezahlt sie deshalb dann also auch nur für die geleisteten Stunden. Das muss man auch berücksichtigen, wenn es um die Frage geht „Was verdienen Bestatter?“

Immer noch üblich in der Branche sind unbezahlte Bereitschaftsdienste, bei denen sich die Bestatter rund um die Uhr bereithalten müssen, um bei einem Trauerfall sofort einzuspringen.

Was verdient ein Bestatter? Mindestens 20 Euro müssen es schon sein

Als korrekte Bezahlung sehe ich also mindestens 20 Euro pro Stunde. Auf der anderen Seite sollte sie für gelernte Bestattungsfachkräfte bei 25 Euro/Stunde liegen. Wie auch immer, in den Anfangsjahren kann der Verdienst auch niedriger liegen.

Für eine schlechte Entwicklung hat die Einführung des Mindestlohns gesorgt. Viele Inhaber von Bestattungsunternehmen tun so, als sei dieser ein Vorschlag oder gar eine Vorschrift. Deswegen kam es sogar dazu, dass Leute, die ehemals 15 Euro/Stunde erhielten, auf einen Mindestlohn von unter 10 Euro heruntergestuft wurden.

Angesichts der Margen in der Branche sind alle Gehälter/Löhne unterhalb von 20 Euro/Stunde im Grunde unzumutbar. Hierfür wird zu viel Fachwissen, Organisationstalent und im Falle der Leichenversorgung und -bergung auch Überwindung abgefordert.

Besonderes die Tätigkeit im Nacht- und Polizeidienst verlangt den Beschäftigten einiges ab. Sie stehen mitunter vor großen Herausforderungen, was den Umgang mit lang gelegenen, teils nicht mehr intakten oder unter besonderen Umständen umgekommenen Verstorbenen betrifft.

Aufgrund dessen ist es unverständlich, dass hierfür Löhne an der unteren Grenze der Lohnskala bezahlt werden. Das gilt umso mehr, als dass Bestattungsunternehmer insbesondere den Einsatz ihres Personals sehr heftig auf ihren Rechnungen beziffern. So lese ich immer wieder Rechnungen, in denen alles in allem allein für das Abholen des Verstorbenen weit über 1.400 Euro berechnet werden.
In Wirklichkeit wendet der Bestatter nur die Abschreibung des Kfz, etwas Benzin, zwei mal zwei Stunden Arbeitszeit und ein paar Pumpstöße aus der Desinfektionsmittelflasche auf.
Wir alle wissen, dass da noch mehr Kosten dranhängen. Aber zwischen 1.400 Euro Einnahme und 64 Euro Bruttolohn für die beiden Männer gibt es noch genug Luft, um den Männern auch ehrliche 100 Euro (25 €/Std.) zu zahlen.

Wer unter 18,51 € pro Stunde verdient, finanziert damit nur eine Rente, die unterhalb der Armutsgrenze liegen wird.1

1 https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arm-im-alter-welcher-stundenlohn-vor-altersarmut-schuetzt/20235558-2.html

https://bestatterweblog.de/reicht-ein-bestattergehalt-fuer-eine-immobilie/


Peter Wilhelm 8. Juni 2022

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