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Werden Kinder automatisch beim Tod der Eltern informiert?

Hallo Herr Wilhelm,

ich habe eine Frage bezüglich der „Benachrichtigung“ von Angehörigen, leider habe ich über die Suchfunktion in Ihrem Blog nichts gefunden…

Mein betagter Vater und ich haben seit einigen Jahren keinen Kontakt mehr, er hat allerdings Nißbrauchrecht in meinem Haus.
Ob er ein Testament gemacht hat weiß ich nicht, ich vermute allerdings nicht.
Würde ich als einzige Tochter im Falle seines Todes von irgendeiner offiziellen Stelle über sein Ableben informiert werden? – ich gehe nicht davon aus, dass seine zweite Ehefrau dies tun würde….

Diese Frage beschäftigt mich ziemlich, für eine kurze Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar..

mit freundlichen Grüßen aus Bremen

Es gibt leider kein zentrales Bürgerregister in Deutschland.
Gäbe es ein solches, wäre es kein Problem jederzeit nachzuschauen wann wer wo verstorben ist und im umgekehrten Fall, wo seine nächsten Angehörigen wohnen.

Tritt also nun ein Sterbefall ein und wird den Behörden gemeldet, geben diese sich mit den Angaben des Meldenden zufrieden.
Unterschreibt dieser die notwendigen Papiere und bezahlt er die anfallenden Kosten, wird die Gemeinde keine Suche nach weiteren Angehörigen unternehmen. Es ist in diesem Fall Familien- und Privatsache, die übrigen Angehörigen zu informieren.

Etwas anders sieht es aus, wenn Geld zu vererben oder einzufordern ist, oder zunächst keine Angehörigen bekannt sind.
Bleiben die Friedhofsgebühren unbezahlt oder hat der Verstorbene ein hinterlegtes Testament gemacht, wird versucht, die Betroffenen zu finden und zu informieren.
Das geschieht aber regelmäßig erst nach der meist schon stattgefunden Bestattung.

Gerade in Fällen einer Wiederverheiratung ist es oft so, daß die Kinder aus erster Ehe gar nichts vom Sterbefall erfahren.

Ich hoffen ich habe Ihnen mit meiner Auskunft weiterhelfen können.
Falls ich etwas falsch verstanden habe oder Sie noch Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte gerne nochmal an mich.

Liebe Grüße
Peter Wilhelm

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Peter Wilhelm11. April 2018

15 Kommentare von 139974.

  1. Wenn einen das Thema beschäftigt, ist einem der Mensch, Vater, offensichtlich nicht (mehr) egal.
    Ich würde im Rahmen dieses Gedankens der Vergänglichkeit eventuell bedenken, ob es nicht doch Sinn macht mal (wieder) einen Kontaktversuch zu starten- am Ende des Tages (oder auch Lebens) sind ja die meisten Gründe oder Verletzungen nicht mehr so wichtig.
    Es kann ja sogar einseitig eine Karte oder irgendetwas sein, auf dass der andere nicht reagieren muss.

    Viel Glück…

    • @twl:

      Ich vermute mal, der Vater ist noch nicht mal der Grund für den Kontaktabbruch, sondern eher die neue Frau…

      • @Sammi ElPadre: Ja, leider sehr oft so… Aber unabhängig vom Grund, wenn man es nicht versucht, wirft man es sich später vor. Sollte es fehlschlagen, dann weiß man, dass es nicht an einem selbst lag…

  2. Ja, der Versuch, den Kontakt noch zu Lebenszeiten zu starten, ist auf jeden Fall das Beste.
    Ich habe auch schon mal nach jemandem geforscht, von dem ich vermutete , er sei gestorben. Dem war auch so. Falls es eine Todesanzeige in der Zeitung gegeben hat, gibt es noch eine andere Möglichkeit. Ich hatte auf der Internetseite Trauer.de , die Todesanzeigen aus der Presse in ganz Deutschland sammelt, den Namen und den vermutlichen Heimatort eingegeben. Dort war dann die Todesanzeige aufgeführt. Nur den Namen eingeben funktioniert übrigens auch . Dann werden halt alle Todesanzeigen dieses Namens aufgeführt und man muss sich durchklicken.

    • @Erica:
      Trauer.de ist aber sehr lückenhaft. Verlassen würde ich mich da auch keinen Fall drauf

  3. Eine andere interessante Frage ist für mich folgende: Wenn ich ein Testament mache und beim Notar bzw. beim Amtsgericht hinterlege. Wie erfährt der Notar bzw. das Amtsgericht eigentlich, dass ich verstorben bin? Wie wird sicher gestellt, dass das Testament nicht „untergeht“?

    • @MK:
      Ist jetzt keine Antwort auf Deine Frage, aber trotzdem:

      Als mein Kind geboren war, wurde vom Landratsamt meine nächste Müllrechnung von 2- Personen-Haushalt auf 3-Personen-Haushalt umgestellt.
      Daß ich da den Familienzuwachs melden muß, wäre mir nie in den Sinn gekommen.
      MUSS man auch nicht – die kriegen es auch so mit.
      Hatte mich damals schon gewundert.

    • Althergebrachter Ablauf: Bei der Hinterlegung wird das Geburtsstandesamt des künftigen Verstorbenen über die Hinterlegung informiert. Tritt der Sterbefall dann ein, erfährt zunächst das Standesamt des Wohnortes vom Tod. Dieses informiert dann das Geburtsstandesamt und von dort gehen dann Benachrichtigungen an Amtsgericht bzw. Notar.

      Seit einigen Jahren gibt es bei der Bundesnotarkammer das Zentrale Testamentsregister, wo bei der Hinterlegung von Gericht/Notar vermerkt wird, wer wo ein Testament hinterlegt hat (nur das eines existiert und wo es aufbewahrt wird, nichts zum Inhalt). Das Register wird bei jedem Sterbefall abgerufen und bei einem Treffer die Verwahrstelle durch die Bundesnotarkammer informiert.

      (Alle Angaben ohne Gewähr ;) )

      • @CP:
        Nicht ganz richtig: Bei einem Sterbefall wird bei Geburt im Inland (im Ausland in bestimmten Fällen) das Geburtsstandesamt in Deutschland informiert, das die dort im Geburtenregister beurkundete Person dort und dort verstorben ist. Es werden Sterbeort, -datum und Registernummer des Sterberegisters mitgeteilt. Die Meldebehörde am letzten gemeldeten Wohnort des Verstorbenen wird ebenfalls informiert. Wenn die verstorbene Person zum Zeitpunkt des Todes verheiratet war, wird auch das Standesamt informiert, das den aktuellen Heiratseintrag führt, da die bestehende Ehe durch den Tod aufgelöst wird. Bei jedem Sterbefall wird die Bundesnotarkammer informiert, dort wird festgestellt, ob ein Testament besteht oder in letzter Zeit hinterlegt wurde. Die früher geführte Testamentskartei gibt es in den Standesämtern nicht mehr, diese Aufgabe hat komplett die Bundesnotarkammer übernommen. Das Familiengericht muss informiert werden, wenn minderjährige Kinder hinterlassen werden.

  4. @twl: es gibt auch Situationen, in denen man es sich nicht vorwirft, nochmal Kontakt aufgenommen zu haben – glaub mir. Wenn man es mehrere Male versucht hat und immer abgewiesen wurde, lässt man es irgendwann sein und macht einen Knopf drunter. Auch mein Vater war in zweiter Ehe verheiratet. Seine Frau informierte uns (meinen Bruder und mich) eine Woche, nachdem er verstorben war, über seinen Tod, vor dem er vier Wochen im Koma gelegen hatte. Wäre eine letzte Chance zum Abschied nehmen gewesen, aber wir wussten ja nichts davon. Da wir anschließend über seine finanziellen Verhältnisse wenigstens Bescheid wissen wollten, beantragten wir beim zuständigen Notariat einen Erbschein. Der Beamte war ziemlich verblüfft, dass es da Kinder aus einer ersten Ehe gibt. Die zweite Frau hatte uns bei der Befragung durch den Beamten schlichtweg unterschlagen…

  5. Mal ein Tipp am Rande.
    Wenn die Entfernung für eine Fahrt zum Vater zu groß ist, dann kann man bei Nachbarn anrufen.
    So finde ich immer sehr viel heraus.
    Ich mache das ähnlich wie Sandra Eckardt bei Vermisst von RTL. :-)
    Falls man die Telefonnummer hat, einfach mal anrufen.
    Ich verstehe sowieso nicht, wie man mit seiner Familie keinen Kontakt halten kann. grübel

  6. Als pragmatischer Mensch gehe ich davon aus, dass es weniger um Kontaktwunsch sondern wielmehr um das eigene Haus geht, in dem der Vater aufgrund des Nießbrauchsrecht lebenslang wohnt – und da wäre es schon interessant, ob er da wirklich noch wohnt oder eine Lebenspartnerin, sofern die in dieses Recht nicht über den Tod hinaus eingeschlossen ist.
    Hat man da als Eigentümer das Recht, Auskünfte beim Einwohnermeldeamt zu bekommen?

  7. Es ist egal,ob der Vater da selbst noch wohnt oder eine Lebensgefährtin. Er könnte die Wohnung sogar vermieten und die Miete einnehmen. Nießbrauch ist nicht nur Wohnrecht, sondern das Recht, die „ Früchte“ einer Sache, in diesem Fall wohl einer Wohnung , zu ernten. Insofern mehr als nur Wohnrecht.
    Nießbrauch ist aber nicht vererbbar.

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