Suizid, was schreibt man da?

Was schreibt man bei Selbstmord / Suizid in die Traueranzeige und wie kann man kondolieren?
25 Textvorschläge im Bestatterweblog.

Hallo Tom,
ich hab schon via google gesucht, habe aber kein befriedigendes Ergebnis gefunden: wenn sich jemand selbst das Leben nimmt, gibt es für die Todesanzeige da passende Sprüche? Wenn sowas passiert hat man wahrscheinlich nicht den Nerv, da noch lange zu suchen. Hättest Du ein paar auf Lager? Das wär super! Ich dank Dir schon mal ganz herzlich! Und mach weiter so, wir lieben Dich!!!!!!!!!!
Grüßchen
A.

Eine schwierige Frage.
Ich finde es auch immer ganz schwierig, in solchen Situationen, wie auch bei kleinen Kindern, jungen Müttern, Bräuten usw. etwas Passendes zu finden. Ich höre dann gut zu, lasse die Angehörigen reden und versuche aus dem Gehörten etwas herauszufiltern, was sich als Spruch für Karten und Anzeigen eignen könnte.
Das findet dann sehr oft großen Anklang, weil sich die Hinterbliebenen damit besonders gut identifizieren können.

Suizid

Bitte lies auch die anderen Artikel zum Thema Suizid im Bestatterweblog.

Textvorschläge bei Suizid

  1. Vorschlag:
    Eine Zeile oder zwei aus einem Lied zu finden, das der Verstorbene gemocht hat und die zu ihm passen.

  2. Vorschlag:
    „Einschlafen dürfen, wenn man müde ist und eine Last fallen lassen dürfen, die man lange getragen hat, das ist eine köstliche, wunderbare Sache.“

  3. Vorschlag:
    „Wir haben es dann doch recht schlicht gehalten, als Bild nahmen wir eine Betende Hand und als Text hat mein Vater „Wir Trauern um unseren Sohn Bruder usw. dann die Namen der Familie und das wars dann, achja und zeit und Ort der Trauerfeier. So sah unsere Traueranzeige aus. Weniger ist oft mehr.“

  4. Vorschlag:
    Die Todesart nicht thematisieren. Evtl. ein klassisches Rilke(?)-Zitat wählen: „Wenn ihr an mich denkt, denkt an die Stunde, in der ihr mich am liebsten hattet.“

  5. Vorschlag:
    Evtl. doch auf die Umstände eingehen: „Er hat seine Entscheidung alleine getroffen“, „Er hat seine Entscheidungen stets selbst getroffen“. Vielleicht auch ein Hinweis, was zum Suizid geführt hat: „Die Ereignisse in letzter Zeit haben seine Kräfte überfordert“.

  6. Vorschlag:
    Für einen Christenmenschen empfehle ich Jesaia 54, 10a: Es sollen wohl Berge hinfallen und Hügel wanken, aber meine Gnade soll nicht von Dir weichen.

  7. Vorschlag:
    Ein Gedicht von Peter Huchel:
    Von Nacht übergraut
    von Frühe betaut
    so zogest du fort.

    Du winkst und es wehn
    die dämmernden Seen
    im Traum noch dein Wort.

    Im Sande verrollt
    die Woge aus Gold
    Und winkt es auch her:
    Du bist es nicht mehr.

  8. Vorschlag:
    „In die zerbrochene Schale fiel der letzte Traum. Ein letztes Lächeln sank ins Dunkle und verklang. Nun ist der Falter frei und regt die Flügel. Nun darf er fliegen – fliegen heim ins Licht.“

  9. Vorschlag:
    „Finde das Glück des Friedens, das dir Welt nicht geben konnte“

  10. Vorschlag:
    „Die letzte aller Türen
    doch nie hat man
    an alle schon geklopft.
    (Reiner Kunze)“

  11. Vorschlag:
    Diese Wut erfüllte dich. Und das Schlimme ist: Sie geht nicht weg. Ich fürchte, sie bleibt für immer.

  12. Vorschlag:
    Er ist nun frei und unsere Tränen wünschen ihm Glück.

  13. Vorschlag:
    “Erst am Ende unseres Weges stehen die Antworten.“ (Laotse)

  14. Vorschlag:
    You are someone else; I am still right here

  15. Vorschlag:
    Kein Halt fand er/sie auf Erden, so sucht er/sie es im Tode

  16. Vorschlag:
    Gott gab dir das Leben, aber nehmen durfte er es nicht.

  17. Vorschlag:
    Eine Kerze brennt bis das Ende erreicht,
    dein Lebenslicht hätte noch länger brennen können.

  18. Vorschlag:
    Kämpfen für das Leben, aufgeben für den Tod

  19. Vorschlag:
    Ihr, die ihr mich so geliebt habt,
    seht nicht auf das Leben, das ich beendet habe,
    sondern auf das, welches ich beginne.

    Aurelius Augustinus

  20. Vorschlag:
    Du wolltest gehen,
    wir mussten Dich gehen lassen,
    obwohl wir es noch nicht verstehen.

  21. Vorschlag:
    „Dein Herz hat aufgehört zu schlagen. Wolltest nicht mehr bei uns sein?
    Offen bleiben uns so viele Fragen: Warum musste das so sein?
    Dein Lebensweg ist nun zu Ende, still ruht dein müdes Herz,
    still ruhen deine fleißigen und hilfsbereiten Hände,
    erlöst bist Du von Verzweiflung und Schmerz,
    Wir vermissen dich so sehr …..“

  22. Vorschlag:
    „Er ist nun frei und unsere Tränen wünschen ihm Glück“

  23. Vorschlag:
    „Jeder Engel findet einen Platz zum landen..“

  24. Vorschlag:
    Oben in der Anzeige: „Es tut mir leid, ich konnte nicht anders!“

  25. Vorschlag:
    Ein Sohn beging Suizid. Die Anzeige:
    oben rechts:
    Denn es geschehen Dinge, die wir nicht begreifen können.
    Wir stehen machtlos und stumm daneben.
    Unter dem Namen mit Geburtsdaten:
    wir sind verzweifelt, weil wir nicht begreifen können, wie einsam (Name) in seinem Innersten war. Unsere Liebe zu ihm hat ihn nicht halten können.

Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Suizid

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  • Veröffentlicht am: 16. Juli 2010
  • 55 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Frag den Bestatter

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

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  1. Mein Vorschlag wäre da (gut ich bin sehr musikbezogen) eine Zeile oder zwei aus einem Lied zu finden, das der Verstorbene gemocht hat und die zu ihm passen. Aber eine Pauschalantwort kann es da nicht geben, es nützt ja nichts, noch so wundervolle und passende Bibelzitate zu kennen (als Beispiel) und die Leute sind dann Atheisten.

  2. „Einschlafen dürfen, wenn man müde ist und eine Last fallen lassen dürfen, die man lange getragen hat, das ist eine köstliche, wunderbare Sache.“

    Finde ich passend für einen Suizid, weil dem doch ein langer Leidensweg vorangeht.

  3. ich kann da leider aus eigener erfahrung sprechen vor 8 Jahren hat mein Bruder sich das Leben genommen, ist mit dem Wagen gegen ein Baum gefahren, wir standen damals auch vor der Frage was schreiben wir, was machen wir, wir haben es dann doch recht schlicht gehalten, als Bild nahmen wir eine Betente Hand und als Text hat mein Vater „Wir Trauern um unseren Sohn Bruder usw. dann die Namen der Familie und das wars dann, achja und zeit und Ort der Trauerfeier. So sah unsere Traueranzeige aus. Weniger ist oft mehr.

  4. Ich hätte jetzt auch keinen Universalvorschlag zu machen, aber wie wärs, wenn du dich auf die Person und das LEBEN der Person konzentrierst, nicht ihr Sterben?

    Der tote Mensch, er war eine einzigartige Persönlichkeit und die kann man auch oder gerade bei einem Suizid hervorheben.

    Ich würde aber Allgemeinplätze „zu früh von uns gegangen“ weglassen, dass passt nu gar nicht.

    Und vielleicht nix vorgefertigtes, sondern etwas, was aus DIR heraus kommt. Ich mag die vorgefertigten Sprüche alle nicht sehr gerne, sie sind halt – Massenware.

  5. Ich hatte leider auch schon mal das gleiche Problem, habe die „Todesart“ aber nicht thematisiert, sondern ein eher klassisches Rilke(?)-Zitat gewählt:
    „Wenn ihr an mich denkt, denkt an die Stunde, in der ihr mich am liebsten hattet.“
    Das war in unserem Fall passend, da viele Leute auf die Selbsttötung mit einem gewissen Anteil Wut reagiert haben.

  6. Muss das in die Todesanzeige? Was geht das die Lebenden an? Schließlich ist Suizid immer noch ein Tabuthema. Verleugnen ist aber auch nicht richtig: „…leider viel zu früh verstorben“. Verpackt: „Er hat seine Entscheidung alleine getroffen“, „Er hat seine Entscheidungen stets selbst getroffen“. Vielleicht auch ein Hinweis, was zum Suizid geführt hat: „Die Ereignisse in letzter Zeit haben seine Kräfte überfordert“.

  7. Für einen Christenmenschen empfehle ich Jesaia 54, 10a:
    Es sollen wohl Berge hinfallen und Hügel wanken, aber meine Gnade soll nicht von Dir weichen.

    Sonst ein Gedicht von Peter Huchel:
    Von Nacht übergraut
    von Frühe betaut
    so zogest du fort.

    Du winkst und es wehn
    die dämmernden Seen
    im Traum noch dein Wort.

    Im Sande verrollt
    die Woge aus Gold
    Und winkt es auch her:
    Du bist es nicht mehr.

  8. Bei uns im Nachbarort gab es vor ein paar Jahren mal einen Fall, bei dem sich ein junger Mann das Leben genommen hatte. In der Traueranzeige (und ich meine auch später auf dem Grabstein) stand „Jedem das seine“. Ich erwähne das hier explizit nicht als Vorschlag, sondern nur, weil die Geschichte thematisch passt und ich die Hoffnung habe, dass mir vielleicht einer erklären kann, was die Familie sich bei der Auswahl dieses Spruches wohl gedacht haben könnte. Für mich ergibt es – wenn man die Erklärung von Wikipedia zugrundelegt (http://de.wikipedia.org/wiki/Jedem_das_Seine) – nämlich nicht viel Sinn. Wir waren alle jedenfalls ziemlich erstaunt und ratlos…

  9. @Alleswisser: Klingt nach „Das war seine Entscheidung, mit der wir nicht einverstanden sind.“
    Auf jeden Fall klingt’s negativ und nicht nach liebender Erinnerung. Oft wird in solchen Fällen unterstellt, daß der Verstorbene vor Problemen davongelaufen ist anstatt sich ihnen zu stellen. Ich würde den Spruch zumindest so deuten.

  10. Ich habe mal in Zusammenhang mit Suizid folgenden Spruch gelesen:

    In die zerbrochene Schale fiel der letzte Traum. Ein letztes Lächeln sank ins Dunkle und verklang. Nun ist der Falter frei und regt die Flügel. Nun darf er fliegen – fliegen heim ins Licht.

    Den hab ich diesbezüglich ganz liebevoll gefunden…

  11. @ Tom Müller: „Das war seine Entscheidung, mit der wir nicht einverstanden sind“ Das trifft es doch, ich kenne niemanden der mit dieser Art (d.i.d.R. sehr brutal) aus dem Leben zu gehen einverstanden ist?
    Ich bin leider im zweifachen Sinne selbst betroffen und ich muss sagen als Angehörige habe ich erst einen Schock gehabt und dann eine maßlose Wut. Die Opfer sind letztlich immer die Hinterbliebenden, die mit dem Tabuthema auch erstmal umgehen müssen. Es bliebt nichts mehr so wie es war.

  12. @ Karin,
    ich finde der passt nach langer schwerer Krankheit oder wenn jemand besonders alt war, aber nicht bei Suizid…

    Ich finde den ganz passend: Finde das Glück des Friedens, das dir Welt nicht geben konnte

  13. so pauschal lässt sich das m.E. nicht beantworten, es ist doch schon ein Unterschied, ob es sich um einen jungen Menschen handelt, der/die sich aus Liebeskummer, Problemen in der Schule u.dgl. umbringt oder ob es ein alter Mensch ist, der das Leben nicht mehr lebenswert (wegen Krankheit, Alleinsein etc.) erachtet. Beides ist unendlich traurig, bedarf aber einer anderen Formulierung.

    Sorry, aber eine – ausdrücklich flapsig formulierte – Anzeige (vor Allem für Personalsachbearbeiter geeignet) wäre: „er/sie hat aus auf eigenen Wunsch verlassen“ – ich entschuldige mich, aber „Lebbe geht weiter“

  14. Selbstmord

    Die letzte aller Türen
    doch nie hat man
    an alle schon geklopft.
    (Reiner Kunze)

    @Pumuckel:
    Diese Wut, die du beschreibst, erfüllt auch mich. Und das Schlimme ist: Sie geht nicht weg. Ich fürchte, sie bleibt für immer.

  15. @ Pumuckel und Pu der Zucker: Worin besteht die Wut genau? Dass derjenige, der sein Leben beendet hat, keinen anderen Weg gesehen hat? Dass er Euch das antat? Dass er kein Vertrauen zu Euch hatte? Ich fände es schlimm, wenn dem Andenken immer die Wut beiwohnen würde.

  16. @11 & 14: Jeder dieser Fälle ist ja nunmal individuell. (Phrasenalarm) Die Wut ist bei mir sehr schnell durch die Traurigkeit ersetzt worden, daß ich (und andere) nicht im Vorfeld helfen bzw. besser helfen konnten. Der/Die Betroffene muß sich ja in einem Zustand dermaßen tiefer Verzweiflung befinden, daß kein anderer Ausweg sinnvoll erscheint, auch wenn das für den Rest der Welt sehr schwer nachvollziehbar ist. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich jemand umbringt, um die Hinterbliebenen zu ärgern. Und auch wenn es als „Hinterbliebener“ sicherlich eine ganze miese Zeit war … ich lebe … ich kann noch das Beste aus meiner Zukunft machen. Jemand anders kann das leider nicht mehr. Darum finde ich den Spruch „Die Opfer sind die Hinterbliebenen“ … ich sag jetzt mal … für meinen Fall unpassend.

  17. bei uns gab es einen Fall, da stand der Spruch:

    Er ist nun frei und unsere Tränen wünschen ihm Glück.

  18. @Tom Müller & Pumuckel: Danke für die Antwort. Das würde es für mich wirklich erklären.

  19. Ehrlich gesagt halte ich eine Wut von Hinterbliebenen für ganz schön, hm, einnehmend. Wer sich selbst tötet muss doch das Gefühl haben, dass das Leben nichts mehr bietet, was sich zu leben lohnt und so stellt auch er seine „Zahlung“ an das Leben ein. Wer als Hinterbliebener dann wütend ist, erwartet damit quasi Leistung ohne Bezahlung. Für mich erscheint das, als wäre ein Firmenchef wütend, weil ein Mitarbeiter kündigt, bei dem man schon vor längerer Zeit die Lohnzahlung eingestellt hat.
    Klingt verrückt, aber diese Denke ist bei uns ja recht weit etabliert. Vielleicht nehmen auch daher nur wenige Menschen ein Ehrenamt an, da die Leistung nicht gewürdigt wird aber das Ausscheiden aus persönlichen Gründen zu Wut der Nutznießer führt.

    Als Hannoveraner habe ich vor dem Hintergrund auch den Tod Robert Enkes verfolgt. Da kamen dann auch so Stimmen, wie „wie kann man das dem Lokführer nur antun?“. Leute, bedenkt wie schwer es all die Sicherheitsmaßnahmen in jedem Lebensbereich einem Menschen machen sich umzubringen wenn man das möchte. Wer dann noch Verantwortungsgefühl hat, springt nicht von einem Turm (unten könnte jemand stehen), fährt sich nicht zu Tode (andere werden fast immer mit in den Unfall verwickelt) oder nimmt eine Waffe (Querschläger sind immer möglich). Was bleibt da schon außer der Bahn?

    Also bitte, so lange wir keine „Suicide Boths“ wie bei Futurama haben, macht den Selbstmördern keine Vorwürfe und wenn ihr wütend auf Familienmitglieder seit, die sich getötet haben, fasst euch mal an die eigene Nase und überlegt, ob ihr vielleicht nur genommen und gefordert, aber nie selbst gegeben habt.

  20. @ 3-plus-1

    Also das ist ja mit Abstand das Unsinnigste was ich je gelesen habe…

    „wie schwer es all die Sicherheitsmaßnahmen in jedem Lebensbereich einem Menschen machen sich umzubringen wenn man das möchte“…

    Also wer das unbedingt möchte und dabei keinen Anderen einbeziehen und schädigen will – und wird!!!, der sollte wenigstens noch einmal den Kopf einschalten oder mal guhgeln, was es noch für Möglichkeiten gibt…ohne dass ich jetzt hier Anregungen geben will…

    Unfassbar…

  21. @ 3-plus-1
    Eine Wut bei Suizid ist immer normal und wenn jemand suizidal ist, kann keiner der Aneghörigen, Freunde oder Außenstehenden ihn davon abbringen, wenn er die Entscheidung für sich getroffen hat. Ich habe drei Suizidfälle in der Familie und im Freundeskreis gehabt, berufsbedingt auch sehr viel damit zu tun und es ist unmöglich jemanden abbringen zu wollen. Man kann ein noch so guter Freund, Partner oder nahestehendes Familienmitglied sein… man steht hilflos daneben.. und wenn jemand sich selbst das Leben genommen hat wird man wütend, ein Arzt sagte mir mal: Wer den Mut hat sich umzubringen, der hätte schon dreimal den Mut zu Leben…

  22. @ 3-plus-1:
    Bitte berichtigen Sie mich, wenn ich falsch liege, aber mir scheint, dass Sie außer Herrn Enke aus dem Stadion (noch) keinen Suizidenten näher gekannt haben. Seien Sie nur froh darüber! Mit einem Suizid hautnah konfrontiert zu werden, ist kein Spaß. Und hinterher kommen dann auch noch solche wie Sie mit Ihrer Küchenpsychologie, die den Hinterbliebenen versuchen, eine Schuld einzureden oder ihnen sagen, wie und wie lange sie trauern sollen. Oder ihnen Eigennutz unterstellen. Erst durch solches Geschwätz werden Hinterbliebene zu „Opfern“.
    Meine Wut ist nicht die Wut des trotzigen Kindes, dem man ein Spielzeug weggenommen hat oder dem man verboten hat, weiter mit dem kleinen Heinz von nebenan zu spielen! Meine Wut ist eine andere. Und übrigens: Ich BIN ehrenamtlich tätig, kriege dafür keinen roten Heller und bin darüber kein bisschen wütend!

    @ Anni:
    Danke dass du fragst. Zunächst: Ich fühle mich nicht als „Opfer“ seines Suizids. Denn ich bin überzeugt davon, dass er nicht in einem Anfall von Trotz oder momentanem Ärger handelte, sondern dass jahrelang gut verborgene Depressionen vorausgingen, die in einem psychotischen Zustand endeten, der eine Umkehr unmöglich machte. Das mit der Wut ist schwer zu erklären und ich weiß nicht, ob ich das verständlich rüberbringe. Die Wut kommt dann, wenn es etwas Schönes gibt, das er nicht mehr miterleben kann. Im Mai zum Beispiel, wenn die Bäume blühen, das war immer seine Zeit. Ich kann das sehen, ich erlebe es, finde es wunderschön, aber er erlebt es nicht mehr. Das macht mich wütend. Und natürlich die Wut über mich selber, dass ich nicht „gesehen“ habe (obwohl mir so viele Leute, darunter Ärzte und Psychologen, versicherten, es hätte nichts zu „sehen“ gegeben, was auf einen Suizid hindeuten hätte können).

    @ Tom Müller:
    Ich finde, du hast völlig Recht. Jeder Fall ist ein individueller (das ist keine Phrase, sondern Tatsache). Und natürlich trauert auch jeder anders. Du bist traurig, dass du nicht helfen konntest, ich bin halt wütend. Aber wütend auf mich, nicht auf ihn.

  23. @23

    Meinen Einwand zum Ehrenamt habe ich anders gemeint als Sie ihn interpretiert haben. Worauf ich hinaus wollte ist, dass sollte „Puh der Tucker“ eines Tages das Ehrenamt – für das Sie ja nichts bekommen sondern nur geben – aufgeben müssen, würde ich nicht von Ihnen Wut erwarten, sondern entweder von Ihren Kunden/Klienten oder der Organisation, die Ihre Arbeit disponiert. Also nicht „Danke für die gearbeitete Leistung“ sondern „Wie kann der bloß die Arbeit, an die wir uns gewöhnt haben ohne dafür zu bezahlen, plötzlich einstellen!“.

    @21

    Sie zitierten „Wer den Mut hat sich umzubringen, der hätte schon dreimal den Mut zu Leben…“ doch ich kann jeden, der am Anfang einer langen Reise bergab steht (unheilbarer Krebs bei einem Sportler, vielleicht auch Alzheimer bei einem Germanisten, etc.) verstehen, wenn er nicht weiterleben will, wo er weiß, dass ihm bald das genommen wird was seine ganz persönliche Identität ausmacht.
    Außerdem hat der Satz für mich was sehr diktatorisches. Für mich persönlich klingt das als würde man sagen „Was hier demonstrieren Menschen für bessere Arbeitsbedingungen? Wie können die bloß! Mit der Energie, mit der die demonstrieren sollen die gefälligst wieder an die Arbeit gehen.“. Das hat auf mich ein zu mechanistisches Weltbild wo jeder zu funktionieren hat.

  24. @Pu: Danke für die kurze Antwort. Ich hatte das „wütend“ tatsächlich als Wut auf den, der gestorben ist, bezogen.
    Wütend auf mich bin ich nicht … ist vielleicht auch ein wenig Selbstschutz. Die Chance etwas zu ändern ist eh vorbei.

  25. Wut .. hmm, ich kann mich an meinen ersten Suizidfall erinnern, der im Freundeskreis stattfand. Wir waren noch halbe Kinder damals. Und wir waren stinkesauer. Nicht auf den jugendlichen Toten, sondern auf dessen Familie, die ihn maßgeblich in den Tod getrieben hatte, um dann eine völlig neutrale, nichtssagende Todesanzeige in die Zeitung zu stellen. Als wäre er eines natürlichen Todes gestorben, als hätte alles seine Richtigkeit gehabt. Das hatte es eben nicht! Für jeden Suizid gibt es Gründe. Der Respekt vor dem Toten sollte gebieten, dass zumindest angedeutet wird, dass dieser Mensch – für ihn oder sie zumindest – triftige Gründe hatte und das man diese respektiert, wenn es auch schwer fällt. Suizid ist kein leichter Schritt und das Ende einer als ausweglos empfundenen Situation. Ich finde, wenn man dem Verstorbenen gerecht werden will, sollte man dies auch so darstellen. Unverständnis, Wut, in gewisser Weise eine ordentliche Portion Egoismus ist hier fehl am Platze.

    In meinem angeführten Beispiel häte ich mir zumindest ein WENIG Reue gewünscht. Er ist 16 Jahre alt geworden.

  26. „sondern auf dessen Familie, die ihn maßgeblich in den Tod getrieben hatte“

    Das ist ganz, ganz dünnes Eis, auf das Du Dich da begibst. Mit solchen Unterstellungen von außen sollte man SEHR zurückhaltend sein und mit Schuldzuweisungen sowieso.

    Die Schuldzuweisungen werden ja ganz gern an allen Ecken und Enden ausgepackt, oft auch um die eigenen Schuldgefühle, die allerdings genauso unangebracht sind, zu relativieren.

    Das passiert bei Suiziden genauso wie bei den den von 3-plus-1 angeführten Krebserkrankungen, von denen er/sie anscheinend ebenfalls eher nur vom Hörensagen einen Eindruck hat. Wenn man selbst betroffen ist, sieht das in der Regel ganz anders aus.

    Es fällt anscheinend sehr schwer, bei Schicksalsschlägen der verschiedensten Art Trauer, Enttäuschung und auch Wut auf sich selbst oder wen auch immer einfach erstmal GANZ WERTFREI zuzulassen OHNE krampfhaft einen Schuldigen oder eine vermeintliche Ursache zu suchen. Man kann auch ohne Schuldzuweisung wütend sein.

    Anscheinend wird für die eigene Rechtfertigung immer jemand oder etwas gebraucht, dem man etwas in die Schuhe schieben kann, um sich selbst besser zu fühlen.

  27. Ich schmeiße mal von der „anderen Seite“ ein paar Bröckchen rein:

    Als ich den Entschluss gefasst hatte, waren mir Angehörige, Freunde und eventuelle geschockte Finder vollkommen egal. Ich war nicht in einer rationalen Denkschiene, sondern recht eingeengt (dies trug mit zum „Scheitern“ bei). Hätte ich einen Schuldigen für den Zustand, hätte ich den das auch spüren lassen, da der Entschluss nicht spontan fiel, sondern über Wochen langsam reifte. Aber da war niemand, auf den ich mit dem Finger hätte zeigen können. Höchstens die ganze Welt, und die hätte ich ja immerhin ziemlich ratlos zurückgelassen.
    Ist man erstmal beim Entschluß angekommen, dann ist man wieder ruhiger, und vor allem: man spricht nicht mehr drüber, denn es soll ja klappen. Bei mir war es so etwas wie ein „Zufallsurteil“. Helfen die Leute mir, dann ist das okay, helfen sie nicht, ist das auch okay. Das Denken des letzten Tages war eher zur Methode: Möglichst niemandem zur Last fallen, und möglichst sicher. Ich hatte keine Kraft und Lust mehr, „klärt die Probleme untereinander, wenn ihr wollt, ich bin dann mal weg“…

    Vielleicht wäre es irgend ein Zitat aus „Hurt“ (NIN/Cash) geworden.

    You are someone else; I am still right here

    (Das ist jetzt ein paar Jahre her, also bitte nicht wild Sirenen zu meiner IP schicken)

  28. Warum sollte man denn unbedingt auf die Todesursache bei der Anzeige eingehen?
    Im Allgemeinen steht doch auch nicht wer an welcher Krankheit usw. gestorben ist.
    Bestenfalls steht da irgendwas wie: „Nach langer schwerer Krankheit usw.“
    Oder sollte da stehen: „Diesmal hats geklappt.“ Wirkt aber wohl nur bei mehreren erfolglosen Versuchen.

  29. Wir haben damals aus dem Freundeskreis in der Anzeige unter dem Namen+Daten einfach den Text von „Nur zu Besuch“ von den Toten Hosen in die Anzeige geschrieben.

    Die Familie hatte sinngemäß etwa das hier geschrieben: „Du bist viel zu früh gegangen. Hoffentlich geht es dir jetzt gut. Wir vermissen dich so sehr.“ Sinngemäß, formuliert war es viel besser.

  30. Ist euch das eigentlich nicht aufgefallen, dass es schon ein wenig komisch ist, wenn er gleich nach EIN PAAR passenden Kommentaren sucht?

    Ich persönlich bin der Meinung, dass da viel spezifischer unterschieden werden muss. Nämlich, ob das eine aktive Euthanasie war, ein Suizid unter psychischen akuten Störungen oder ein wohlberechneter. Ob die Leute um ihn sich der Gefahr bewusst waren oder nicht. Ob es eine akute Ursache gab oder es eine Entwicklung über Jahre hinweg war.
    Das kann man nicht einfach unter ein Programm bringen, das geht nicht.

    Es gibt Fälle, in denen der Tod eine willkommene Erleichterung sein kann, genauso wie Fälle, in denen es eine kurze akute Gefahr war, eine Art Kurzschluss.
    Aber die Wut, die kann ich in fast jedem Fall gut verstehen.

  31. Bei uns wird sehr oft von den Angehörigen genommen:

    1.) Kein Halt fand er/sie auf Erden, so sucht er/sie es im Tode

    2.) Gott gab dir das Leben, aber nehmen durfte er es nicht.

    3.) -Warum?-

    4.) Eine Kerze brennt bis das Ende erreicht,
    dein Lebenslicht hätte noch länger brennen können.

    5.) Kämpfen für das Leben, aufgeben für den Tod

    Ich finde es auch sehr schwer Texte zu finden wenn wir einen Fall von Suizid haben, meist wollen die Angehörigen nicht einmal eine Anzeige.

  32. @Wanderkeks: Ich verstehe dich. Eigentlich hat einem keiner etwas getan, aber man fühlt sich von der ganzen Welt verlassen.

  33. Aus eigener, leidvoller Erfahrung kann ich nur eines sagen:
    Wenn ein geliebter Mensch sich das leben nimmt, hat man das recht wütend, traurig und fassungslos zu sein.

    Bei meiner Freundin gab es nur eine schlichte Anzeige mit Geburtsdatum und Todestag. Das persönlich war, das der Name auf der Anzeige ihrer Handschrift entsprach.
    Der Grabstein zeigt auch nur ihren Namen mit ihrer Handschrift.

  34. Ihr, die ihr mich so geliebt habt,
    seht nicht auf das Leben, das ich beendet habe,
    sondern auf das, welches ich beginne.

    Aurelius Augustinus

  35. Als ich mich damals[tm] umbringen wollte, gingen jahrelange Depressionen voraus.
    Ich hab wochenlang geflennt und mich schlecht gefühlt ohne dass mir ein Grund eingefallen wäre.
    Ich war so verzweifelt.
    Ich habe vor Kurzem ein Kind zur Welt gebracht und die körperlichen Schmerzen dabei waren nichts im Vergleich zu den seelischen Schmerzen, die ich während dieser Depression monatelang hatte.
    Ich hab mich einfach elend gefuehlt, leer und ausgebrannt. Jeder Handschlag war eine Qual.
    Und ich war der festen Überzeugung, dass meine Familie ohne mich besser dran wäre.
    Die ständigen Ermahungen von allen Seiten, wann ich denn mit dem Studium fertig sei, wann ich endlich einen Beitrag zum Gemeinwesen leisten würde, anstatt immer nur der Allgemeinheit auf der Tasche zu liegen…
    Ich hatte ein schlechtes Gewissen und hab mich gefühlt wie ein Schmarotzer. Ich wollte kein Schmarotzer sein, war aber nicht in der Lage, meinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen.
    Ich war tatsächlich der Meinung, dass ich allen einen Gefallen tun würde, wenn ich mich schleunigst umbrächte.
    Es war reiner Zufall, dass es nicht passiert ist und 3 Wochen später ist mein damals bester Freund von einer Brücke gesprungen.
    Als ich gesehen hab, was es in seiner Familie und in seinem Freundeskreis angerichtet hat, hab ich die Zähne zusammengebissen und mich weiter durchs Leben gequält.
    Nicht nur die Tatsache, dass er tot war, sondern auch, dass er freiwillig aus dem Leben schied, was darauf schliessen liess, wie furchtbar er gelitten hat vorher, hat die Leute schwer erschüttert.
    Erst 10 Jahre später, als mein Kind auf die Welt kam, war ich froh, dass ich es nicht getan hab, weil es sonst dieses Kind nicht gäbe. Nur deshalb.
    Und jetzt habe ich den Anspruch an mich, aus meinem Kind einen gluecklichen, anständigen Erwachsenen zu machen.
    Keine leichte Aufgabe, die auch nicht jedem gelingt.

  36. @ 37: Da wünsch ich Dir ganz viel Kraft für die Erziehung Deines Kindes! Und wenn Du merkst, dass Du Hilfe brauchst, dann hol Dir welche. Auch ein Kind schützt vor Depressionen nicht und Rückfälle kann es immer mal wieder geben! Alles Gute!!!

  37. @ namenlos
    Danke für Deinen offenen Bericht. Auch ich wünsche Dir von Herzen alles Gute. Aus Erfahrung weiss ich, dass es, im Leben mit Kindern bei a l l e n Müttern und Vätern Situationen gibt, wo man an seine Grenzen kommt und das Gefühl hat, „ich kann nicht mehr.“ Sprich mit andern jungen Eltern darüber oder schreib es Dir von der Seele. Ich wünsche Euch beiden ein glückliches, erfülltes Leben mit allen Höhen und Tiefen.
    VIOLETTA

  38. „Mögest du im Tod den Frieden finden, der dir im Leben nicht vergönnt war“

    Zumindest würden die Hinterbliebenen bzw. die Familie damit demonstrieren, dass sie den Grund kennen und nicht leugnen – wie es bei einem Freund eines Freundes der Fall war. Einfach nur „Warum?“ zu schreiben, zeugt letztlich nur von derselben Egozentrik, die die Hinterbliebenen schon zu Lebzeiten daran gehindert hat, den Verstorbenen zu verstehen und zu akzeptieren.

  39. Ich kanns auch von beiden Seiten sehen. Als meine Freundin aus dem Fenster gesprungen war, hatte ich noch wochenlang ganz lebhaft die bildliche Vorstellung, ich müßte sie festhalten in diesem letzten Moment. Ich hab mir keine bewußten Vorwürfe gemacht, aber irgendwie doch ein schlechtes Gewissen gehabt.
    Als ich selbst so tief in der Depression steckte, war alles grau und unfreundlich. Die Menschen um mich herum guckten alle richtig böse und sagten: „Hau ab, du störst hier nur“. Stets war ich von einer inneren Aufforderung begleitet: „Mach dich davon, was willst du hier. Völlig abartig, was du hier treibst, das wird doch sowieso nix… also weg mit dem Schaden!“
    Nun bin ich von Geburt an sowas von schwer trotzig, daß ich um mein Leben geradezu gekämpft habe. Nach dem Motto:
    „NU GERADE NICHT!“
    Aber es war eine gräßliche Zeit und jeder, der Selbsttötung betrieb hat mein Mitgefühl.
    Weil ich weiß, wie schlimm es ihm oder ihr vorher gegangen sein muß.
    Und den meisten Hinterbliebenen kann ich nur schreiben – „Ihr hattet keine Chance und habt deshalb auch keine Schuld.“

    Aber ich denke, einen Extraspruch braucht es nicht. Tot ist tot und weg ist weg.
    Und der Verlust ist groß.

  40. Nachtrag:
    Dabei haben die Menschen meistens nett geguckt und freundliche Worte gesprochen.
    Nur der Deprikrebs in meiner Birne hat mir das einfach umgedeutet.
    Das finde ich im Rückblick am fiesesten an einer Depression – und deshalb hat die menschliche Umgebung auch so selten eine Chance, erfolgreich einzugreifen.

  41. passt gerade zu dem was ich als trauerkarte schreiben soll.
    noch habe ich nicht alle beiträge gelesen, nehme mir am abend die zeit dazu.

    der schwiegervater meiner schwägerin hat sich per schusswaffe das leben genommen. wir erfuhren erst gestern davon.

    nun obliegt es uns eine trauerkarte zu verfassen. tja, was schreibt man da!? *seufz*

    grüße zum wochenbeginn.
    Luzie

  42. Hab ich mal so oder so ähnlich gelesen:

    Du wolltest gehen,
    wir mussten Dich gehen lassen,
    obwohl wir es noch nicht verstehen.

  43. Bei meinem Exfreund stand sinngemäß in der Anzeige:
    Wir wollen nicht trauern um das, was wir verloren haben.
    Sondern wir wollen dankbar sein für das, was wir hatten.

    @ 17
    Er ist nun frei und unsere Tränen wünschen ihm Glück.
    Gerade bei Suizid nach Depressionen finde ich diesen Spruch unheimlich passend. Jeder, der Depressionen kennt, weiss wie das Leben dadurch bestimmt und eingeschrängt wird.

  44. „Dein Herz hat aufgehört zu schlagen. Wolltest nicht mehr bei uns sein?
    Offen bleiben uns so viele Fragen: Warum musste das so sein?
    Dein Lebensweg ist nun zu Ende, still ruht dein müdes Herz,
    still ruhen deine fleißigen und hilfsbereiten Hände,
    erlöst bist Du von Verzweiflung und Schmerz,
    Wir vermissen dich so sehr …..“

    Mike K. verstorben durch Suizid in 2014

  45. Hallo…eigentlich war ich hier nur auf der Suche nach einen passenden Spruch…
    mein Bruder hat sich vorgestern das Leben genommen..ich kann das alles noch garnicht glauben…er hatte Anfang des Jahres einen Schlaganfall…und irgentwie hat er sich immermehr zurück gezogen…wenn man fragte was er hätte „nix alles ok“…war lustlos…
    Ich hab hier einen Spruch gefunden der eigentlich alles sagt

    „Er ist nun frei und unsere Tränen wünschen ihm Glück“

    ich hab bisschen umgewandelt für seine Anzeige

    „Du bist nun frei und meine Tränen wünschen dir Glück“

  46. Vor kurzer Zeit wählte ein toller Mensch aus meiner Familie den Freitod..

    „Jeder Engel findet einen Platz zum landen..“

  47. In der Anzeige für meine Freundin heute steht ganz oben: „Es tut mir leid, ich konnte nicht anders!“

  48. Mein Sohn beging Suizid. Unsere Anzeige:
    oben rechts:
    Denn es geschehen Dinge, die wir nicht begreifen können.
    Wir stehen machtlos und stumm daneben.
    Unter dem Namen mit Geburtsdaten:
    wir sind verzweifelt, weil wir nicht begreifen können, wie einsam (Name) in seinem Innersten war. Unsere Liebe zu ihm hat ihn nicht halten können.
    Die Gerüchteküche fing gleich am nächsten Tag an zu brodeln. Von „Kopf weggeschossen“ …Er hat sich erhängt.
    Unser Sohn war ein fröhlicher junger Mann, bis seine Freundin ihn betrog. Er wurde stiller. aber redete nicht. Seinen Entschluss müssen wir hinnehmen. Aber begreifen werde ich es nie. Und depressiv war er überhaupt nicht.

  49. An all Diejenigen die einen lieben nahestehenden Menschen
    auf eine unbegreifliche Art verloren haben,
    denen möchte ich dies schreiben damit Ihr seht das trotz allem das Leben weiter geht
    auch wenn es oftmal´s unbegreiflich und sinnlos erscheint .

    Als unsere Tochter 9 Jahre alt war nahm sich meine Frau das Leben,
    3 Jahre später kam mein Bruder unverschuldet bei einem Autounfall ums Leben,
    letztes jahr verstarb mein jüngster Bruder an Bauchspeicheldrüsen Krebs .
    Doch denkt dran :
    Die Erinnerung an einen Menschen geht nie verloren, wenn man ihn ihm Herzen behält.

    • @Joe:
      Da hast Du ganz recht. Im Herzen habe ich meinen Sohn stets. Und das Leben geht tatsächlich weiter. Diesen Spruch möchte man auf einer Beerdigung allerdings nicht so gerne hören. Später erkennt man es dann aber selber. Trotzdem habe ich noch so einige Probleme mich damit abzufinden, daß ich ihn nie wieder knuddeln und in den Arm nehmen kann. Ich rede mit ihm, bekomme nur keine Antwort mehr, außer in meinen Gedanken. Seit Ende Nov. lebe ich von den Erinnerungen. Er fehlt mir so.

      • @Dorothee,
        Nun,
        die Erinnerungen an Ihn,
        tja die tun sehr weh und auch das grübeln was man falsch gemacht haben könnte zehrt an einem,
        doch weine nicht weil du Ihn verloren hast,
        sondern freue dich über die Stunden an denen du glücklich warst als er da war.
        Tja,
        bei meiner Frau waren es am Januar 15 Jahre,
        und nicht die Zeit heilt die Wunden( dass ist ein dummer Spruch )
        sondern du lernst mit den Schmerzen umzugehen .

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