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Blick nach vorne

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Hi,
vor nicht all zu langer Zeit, bin ich auf ihre Seite gestoßen …. und wie wohl bereits viele andere vor mir, war auch ich sofort gefesselt. Jedoch hatte ihre Seite und ihre Berichte auch eine ganz persönliche Wirkung auf mich.

Ich arbeite in einer Einrichtung für psychisch kranke Menschen. Ähnlich wie sie mit ihren Toten, versuchen auch wir diese Menschen mit Respekt und Würde zu behandeln, als ob es „unsere eigene Mutter oder Vater“ wäre. Bei manchen Kollegen ist dies nicht selbstverständlich, jedoch sind diese nun mittlerweile so ziemlich alle im Rentenalter… glücklicherweise.
Viele der Patienten werden leider nicht sehr alt. Sie rutschten während ihrer schwierigen Zeit oftmals ab, und pumpten ihren Körper mit allerhand Alkohol, Nikotin und/oder Drogen zu. So sterben sie vorzeitig und wir versuchen sie bis zum Tod bei uns zu behalten.
Im Laufe der Zeit habe ich ohne es zu bemerken, eine große Angst vor dem Sterben entwickelt.
Diese Angst hat mich nahezu fertig gemacht, oftmals konnte ich nachts nicht schlafen, habe für mich und die Kinder überall Gefahren gesehen und angefangen mir bei den kleinsten Kopfschmerzen einen tödl. Gehirntumor einzureden.

Ich habe ihren Blog vom ersten Eintrag an gelesen und bin nun bei Anfang 2012. Heut morgen ist mir ganz plötzlich und ohne jede Vorwarnung bewusst geworden, das meine Ängste fast gänzlich verschwunden sind. Meine Familie hat mich des öfteren darauf hingwiesen, das ich mich positiver verändert habe, doch erst jetzt ist mir dies wirklich bewusst. Ihr schreiben über den Tot, ihr Blog und dies alles, hat mir auf unerklärliche Weise die Angst genommen, so wie manche Menschen sich in ihrer Trauer urplötzlich auf eine längst vergessene Religion besinnen und diese ihnen in ihrer Trauerarbeit hilft.

Inzwischen bin ich auch in einen anderen beruflichen Bereich gewechselt, ich helfe jetzt (noch immer psychisch kranken) Menschen, per Hausbesuch, die nach vielen Jahren den Weg aus dem Heim in eine eigene Wohnung gefunden haben. Langsam und behutsam führe ich sie ins Leben zurück. Ich denke diese Arbeit entspricht mehr meinem Wesen. Diese Entscheidung, und das Lesen ihres Blogs, haben mich sehr sehr verändert.

Ich danke ihnen aufrichtig. Sobals ich den Blog fertig habe, werde ich mir ihr erstes Buch bestellen, ich bin sehr gespannt.

PS.: Neider und „Kaputtreder“ gibt es überall. Lassen sie sich von denen nicht die Freude an ihren schriftlichen Meisterwerken nehmen. Denn: „Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung“ Wilhelm Busch

Peter Wilhelm 16. August 2014


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