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Erlebnis auf dem Friedhof

Von

Leser Andreas teilt mit uns eine Geschichte, die sich neulich zugetragen hat:

Heute ging ich nachdem ich mit unserer Kleinen (6 Jahre) auf dem Spielplatz war über den Friedhof zu unserem Auto zurück.
Was lag mitten auf einem Friedhofsweg? Ein menschlicher Rückenwirbelknochen.
Kein anderer Friedhofsbesucher in der Nähe! Gut so! Aus den Untiefen meiner Hosentaschen kramte ich ein paar Servietten (Burger King sei Dank) hervor und barg den Knochen. Pietät und so.
Jetzt kommt’s.

Frage meiner Kleinen: „Was machen wir mit dem Rückenknochen?“ (Woher weiß sie das?)

Schweißausbruch meinerseits.

Kleine schaut mich fragend an. Ich schaue verzweifelt und momentan etwas sehr ratlos zurück.

Kleine, zu mir flüsternd: „Wir sagen jetzt ‚Stein‘ dazu, sonst kriegen die Leute hier noch Angst.“

Ja, Stein war gut, mir zumindest fiel ein Riesenstein vom Herz.

Ich: „Wir müssen den besonderen ‚Stein‘ jetzt ganz geheim und vorsichtig wegbringen.“

Kleine: „Ich weiß wohin. Und spurtet mir voran hinter das Arbeitshäuschen zu den Aushubhaufen.“

Und dort haben wir dann relativ pietätvoll den Rückenwirbel in einem Erdhaufen wieder beigesetzt.

Kleine: „Das sagen wir aber nicht zu Hause daß wir hier ein Stück Rücken beerdigt haben, gelle, Papa?“

Großes Wolfsehrenwort!


Veröffentlicht von

Hier veröffentlicht der Publizist Peter Wilhelm Informationen und Geschichten rund um den Bestatterberuf.
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Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Texte rein zur Unterhaltung. Keine Rechts-, Steuer- oder Medizinberatung!


    



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Peter Wilhelm 11. August 2013

12 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

      • Mein verzweifelt-ratloses Gesicht war mit Sicherheit Geld wert.
        Die Anatomiekenntnisse hat die Kleine von ihren „Monster-High“-Puppen.
        Und ich hatte erst mal einen Black-out in Sachen „wohin jetzt mit dem Rückenwirbel“.
        Mülltonne? Nein, so was macht man nicht.
        In die Hosentasche und im heimischen Garten vergraben? Auch nicht das wahre, oder?
        Und an die Aushubhaufen dachte ich in diesem Moment erst mal überhaupt nicht. Aber die Kleine. Gut so!

  1. Kindermund – herrlich!!!
    Das sind die wunderbaren Erinnerungen von morgen. Am besten aufschreiben, man vergisst es sonst zu schnell.

  2. Die Kleine ist ja der Hammer! Ein absolut aufgewecktes Mädchen und ein liebevoller Papa, klasse!

    Was sind denn nun „Monster High“ Puppen?! Da muss ich ja gleich mal gucken.

    Vielen Dank für diese wundervolle Geschichte!

  3. Die neue „Bones“ alias „Knochenjägerin“, viel Spass beim zukünftigen Studium Forensik/Anthropologie!

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