Der bekannte Fußballspieler Lukas Podolski erhebt schwere Vorwürfe: Als der Leichnam seiner Großmutter vom Bestatter im Krankenhaus abgeholt wurde, fehlte wertvoller Schmuck.
Dazu fragt Leserin Lotte79
Schauen wir uns erst einmal an, was die Medien so berichten:
Lukas Podolski erhebt Vorwürfe nach Tod seiner Großmutter
Der ehemalige Nationalspieler Lukas Podolski hat schwere Vorwürfe gegen ein Krankenhaus erhoben. Nach Angaben des 41-Jährigen soll seiner Ende Dezember 2025 verstorbenen Großmutter im Krankenhaus Schmuck entwendet worden sein.
Wie Podolski gegenüber der Bild-Zeitung erklärte, habe seine Großmutter Helene zum Zeitpunkt ihres Todes noch ihren Ehering und weiteren Goldschmuck getragen. Als der Leichnam im Januar vom Bestattungsunternehmen aus der Pathologie übernommen worden sei, habe der Schmuck jedoch gefehlt.
Podolski sprach von einem “Skandal” und bezeichnete den Vorfall als “absolute Sauerei”. Besonders schmerzlich sei für die Familie, dass damit der letzte Wunsch seiner Großmutter unerfüllt geblieben sei. Sie habe ausdrücklich gewollt, mit ihrem Ehering beerdigt zu werden. Nach Angaben des Ex-Profis sei das Krankenhaus über diesen Wunsch informiert gewesen.
Das betroffene Krankenhaus äußerte sich zu dem konkreten Fall nicht. Eine Sprecherin verwies auf Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte und erklärte, man könne grundsätzlich keine Angaben zu Patienten machen. Laut Podolski habe die Klinik den Angehörigen jedoch zugesichert, den Vorfall zu überprüfen.
Keine Vorwürfe gegen den Bestatter
Um es gleich klarzustellen: Der Bestatter wird nicht beschuldigt, den Schmuck entwendet zu haben. Vielmehr ist es dem Bestatter aufgefallen, dass da Schmuck fehlt.
Passen Bestatter auf den Schmuck auf?
Ja, das tun sie. In der Branche ist es üblich, dass bei der Übernahme eines Verstorbenen haarklein dokumentiert wird, was an Schmuck, Uhren und Piercings vorhanden ist.
Wir haben das immer in das sogenannte Schmuckbuch eingetragen. Hierbei gilt das Vieraugenprinzip.
So kann der Bestatter jederzeit nachweisen, was da war. Er klärt dann mit den Angehörigen, was mit den Wertsachen geschehen soll. Eheringe bleiben oft am Finger, während der andere Schmuck in den meisten Fällen ausgehändigt wird. Gegen Quittung, versteht sich. Das Schmuckbuch muss am Ende ja wieder stimmen.
Wie kann denn der Schmuck weggekommen sein?
Als Bestatter sind wir in hunderten Fällen den persönlichen Habseligkeiten von Verstorbenen hinterhergelaufen.
Wenn der Bestatter einen Verstorbenen aus dem Krankenhaus abholt, liegt oft eine Patiententüte mit dem Eigentum der Person dabei oder wird dem Bestatter ausgehändigt. Manchmal bitten die Angehörigen aber auch darum, dass der Bestatter alles mitnehmen soll.
Krankenhäuser sind riesengroß. Kurz vor dem Tod kommen Patienten oft noch auf eine andere Station, dann muss alles immer ganz schnell gehen, und auf einmal sind Mensch und Hab und Gut getrennt.
Nach meinem Dafürhalten tun Krankenhäuser alles, damit nichts wegkommt.
Aber es passiert leider immer wieder, dass persönliche Gegenstände nicht sofort auffindbar sind.
Ich wurde einmal in einen Raum geführt, der in Regalen wenigstens hundert Taschen und Plastiktüten beherbergte, in denen sich Patientengut befand, das niemandem zugeordnet werden konnte.
Ich habe auch mal einen älteren Herrn ins Krankenhaus einliefern lassen. Seine Tasche habe ich dem Rettungsdienst mitgegeben. Bis in die Notaufnahme hat die Tasche es geschafft, dann war sie urplötzlich verschwunden.
Sie blieb auch sechs Wochen lang unauffindbar. Dann tauchte sie ganz plötzlich an der Rezeption des Krankenhauses auf. Niemand wusste, wo die Tasche die ganze Zeit gewesen war, und wie sie dann an die Rezeption gelangt war.
Ich habe aber grundsätzlich die Erfahrung gemacht, dass in ganz vielen Fällen die Sachen mit Verzögerung wieder auftauchen.
Vorbeugen ist besser
Es gilt aber der Rat: Nehmen Sie keine unnötigen Wertsachen mit ins Krankenhaus.
Geben Sie Schmuck und Wertgegenstände Ihren Angehörigen mit nach Hause.
Alles andere schließen Sie bitte in Ihrem Patientenschrank ein.
Bei Untersuchungen und Abwesenheit von der Station können Sie den Schrankschlüssel im Stationszimmer zur Aufbewahrung hinterlegen.
Bleibt der Ehering am Finger?
In vielen Fällen wird der Wunsch geäußert, der oder die Verstorbene möge doch bitte den Ehering anbehalten.
Bei einer Erdbestattung wird der Ring dann mitbeerdigt.
Bei einer Feuerbestattung fällt Metall am Ende als Bestandteil der Asche an. In vielen Krematorien wird das Metall aussortiert und verwertet.
Ist Lukas Podolskis Oma beraubt worden?
Nein, einen Verstorbenen kann man nicht berauben.
Man kann allenfalls die Totenruhe stören, indem man am Leichnam etwas wegnimmt.
Ob das hier der Fall ist, weiß keiner. Fakt ist nur, dass angeblich vorhandene Schmuckstücke nicht mehr aufgefunden werden können.
Es darf aber auch nicht verschwiegen werden, dass in Krankenhäusern gestohlen wird. Mitpatienten, durchreisende Gaunergruppen und mitunter auch Pflegepersonal kommen als Täter in Betracht. Alles schon da gewesen.
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Einen Diebstahl durch „Besucher“ halte ich neben Peters anderen Ausführungen auch nicht für unwahrscheinlich. Krankenhäuser sind nun mal sehr offene Einrichtungen. Die Familie tut mir leid, weil sie sich jetzt in ihrem Kummer damit rumschlagen muss. Ebenso Mitarbeiter und Verwaltung des Krankenhauses, die vermutlich nichts falsch gemacht haben.
Um es irgendwie aufzufangen und verarbeiten zu können, fällt mir nur ein geschmackloser Scherz ein: hoffentlich wurde die Oma auf dem Bauch bestattet. Denn sie wird sich im Grabe umdrehen. 🙁