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Jede Mühe verdient ihren Lohn, ist doch so!

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Ein Magister ist er und weil er Österreicher ist, ist das auch wichtig. Ich bin auch was, aber mir ist das nicht wichtig. Aber er möchte etwas von mir, schrieb er in seiner Mail. Er möchte, um es abgekürzt und brav ausgedrückt zu sagen, ein Unternehmen im Bestattungswesen eröffnen. Ja, und weil ich doch ach so bekannt sei und so einen guten Ruf habe, wolle er mich so gerne als Mitglied seines Beirats gewinnen.

Da ich von solchen Sachen nichts verstehe, habe ich den Herrn, der immer für mich verhandelt und meine Verträge macht, gebeten, sich das alles einmal genauer erklären zu lassen. So sprachen die beiden auch mehrfach miteinander und es zeigte sich, dass es als Entlohnung für diese Tätigkeit ein paar schmale Prozente als Unternehmensbeteiligung geben solle.

Nun ja, dachte ich, so als Beirat hat man nicht viel zu tun, man hört sich alles an, man prüft eventuell Unterlagen, man berät und dafür bekommt man ein paar Firmenanteile. Die sind im schlechtesten Fall überhaupt nichts wert und im besten Fall entwickelt sich das neue Unternehmen so wie Apple, Facebook oder Amazon und schon ein paar Prozentchen sind dann irgendwann Milliarden wert…

Also telefonierte ich dann auch mit dem Herrn Magister, der mich umschwärmte, wie Schmeißfliegen das verrottende Gemächt eines toten Hengstes. Alles sei ja auch für mich so lukrativ und man würde auch nur ganz wenig von mir erwarten.
Ja, was man denn so von mir erwarte, fragte ich, der ja als Beirat nur etwas be(i)raten wollte.

Tja, so an die zehn Stunden pro Monat tatkräftige Mitarbeit würde da schon erwartet.
Welcher Art diese Mitarbeit sei, konnte oder wollte mir der österreichische Herr leider nicht beantworten.
Dafür erklärte er mir, dass auch noch eine gewisse, manchmal mehrtägige Reisebereitschaft erwartet würde.

War es unverschämt, in diesem Zusammenhang danach zu fragen, welche Bezahlung es für die „tatkräftige Mitarbeit“ denn geben solle? Und wer die Reisekosten und Spesen für die „mehrtägige Reisebereitschaft“ übernehmen würde?

Jedenfalls war auf einmal deutlich zu merken, dass dem Herrn diese Fragen nicht behagten. Ob das denn zwingende Bedingungen seien, mochte er wissen.

Meine Antwort kennt Ihr: Jede Mühe verdient ihren Lohn. Für eine gute Arbeit muss auch eine gute Entlohnung gezahlt werden. Und wenn ich für das Unternehmen tätig werden soll, darf es nicht so sein, dass ich noch mein eigenes Geld für Reisen, Hotels und Spesen mitbringen muss.

Seht Ihr das anders?

Jedenfalls bin ich froh, dass sich das Ganze gestern zerschlagen hat.

Peter Wilhelm 16. September 2020


6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Bei der „tatkräftigen Mitarbeit“ und der „mehrtägigen Reisebereitschaft“ dachte ich gleich an die günstigen Einäscherungen in Polen…

  2. Schade um die Anwaltskosten. Die Leute sind ja nichtmal unverschämt in ihrer Selbstwahrnehmung, die sind so von ihrem Käse überzeugt und durch irgendwelche Fernsehserien verpolt, dass die echt denken, „der muss mir doch helfen, ist ja kein großes Ding“…
    Die meisten zumindest. Es gibt auch immer ein paar ganz spezielle Exemplare.

  3. Moin,

    Wenn jemand sich drum drückt, worin die tatkräftige Mitarbeit und mehrtägige Reisebereitschaft bestehen soll, ist das schon mal suspekt. Aber wenn nicht einmal die Kosten dafür gedeckt werden, kann man es sein lassen. Ich hatte auch schon Arbeitsangebote (als IT-Berater) bei denen ich das Gefühl hatte, ich „müsse froh sein bei denen als Kompagnon anzufangen und Geld mitzubringen“. 🙂

  4. Ja, diesen Weg kenne ich. Nach einer (nicht repräsentativen) Umfrage, wer denn in naher Zukunft ‚Exposure Bucks‘ als Zahlungsmittel akzeptieren wird, haben sie die meisten dann auch wieder in den Busch verkrochen, aus dem sie gekommen waren.

    Ich habe mich in der Vergangenheit nur einmal für das Versprechen einer Unternehmensbeteiligung an einem Projekt beteiligt. Aber von dem Projekt war ich auch überzeugt. (Leider kam dann ein Investor nicht mit dem nötigen Geld aus dem Knick, obwohl ein fester Zahlungstermin zugesagt war)

  5. Ja, so ist es mit der Zeit und Arbeit die man investiert.

    Mir wurde schon oft gesagt: „Du musst für Deine Arbeit Geld nehmen …“

    Mache ich bis heute immer noch nicht, da ich ja den Personen, die sich bei mir melden etwas an die Hand gebe, was in Deutschland eine „Ordnungswidrigkeit“ darstellt.

    Hierauf kann ich weder ein Gewerbe anmelden noch in irgendeiner Form eine Rechnung oder Spendenquittung ausstellen.

    Ich kann also nur hoffen, dass Menschen, für die ich im Mittelwert ca. 6 Stunden arbeite, mir meine Kosten als Spende zukommen lassen und mit ein bisschen Glück kommt dann auch mal etwas mehr.

    Meine Feststellung im Laufe von 18 Jahren heißt: „Diejenigen, die das meiste Geld haben, sind die geizigsten unter der Sonne!“

    Letztlich habe ich aber auch zu Geld keinen sonderlich großen Bezug, da wir ja alle wissen: Das letzte Hemd hat keine Taschen.
    Mehr als Leben kann man nicht.
    Gesundheit ist wichtiger als jedes Geld der Welt!

    Meine Nachkommen werden sicherlich nicht auf ein Erbe scharf sein, da sie alle auch ihr Geld verdienen. So wie ich es auch von meinen Eltern gelernt habe.

  6. 10 Stunden Arbeit im Monat und Reisetätigkeit sollten angemessen vergütet werden, wenn er Dich für eine wie auch immer geartete Tätigkeit anwerben möchte.

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