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Wer kann eigentlich einen Hospizverein in Anspruch nehmen?

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In ambulanten Hospizvereinen arbeiten Ehrenamtliche, die schwer kranke und sterbende Menschen besuchen und sie und ihre Angehörigen unterstützen. Doch wer kann diese Unterstützung eigentlich beantragen? Wann ist ein sinnvoller Zeitpunkt? Und wie lange „darf“ so eine Begleitung dauern?

Hospizvereine sind für alle da

Zunächst einmal das Wichtigste: Ziel der ambulanten Hospizvereine ist es, ihre Unterstützung allen Menschen zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet: Alter, Herkunft, finanzielle Mittel und Religion spielen keine Rolle. (Vielleicht mit kleinen Einschränkungen bei den wenigen kirchlich getragenen Hospizvereinen. Wie stark diese auf die Religion schauen, kann ich nicht einschätzen.) Die Begleitung ist komplett kostenlos und soll dadurch für jeden erreichbar sein.

Hände

Bild von Sabine van Erp auf Pixabay

Wer stellt den Antrag?

Der Hospizverein wird meist vom Patienten selbst oder von den nahen Angehörigen angerufen. Manchmal meldet sich auch das Pflegepersonal aus dem Heim oder (selten) dem Krankenhaus. Das ist vor allem dann möglich, wenn es keine Angehörigen mehr gibt, die sich zuständig fühlen würden. Egal, wer anruft: Eine Begleitung findet am Ende nur statt, wenn der Patient selbst das auch möchte.

Wie erreicht man einen Hospizverein?

Die Hospizvereine, die ich kenne, haben eine Telefonnummer, die rund um die Uhr besetzt ist. Schließlich weiß man nicht immer vorher, wann es ernst wird mit dem Sterben. In den meisten Gegenden Deutschlands gibt es inzwischen eine weitgehend flächendeckende Versorgung mit ambulanten Hospizvereinen. Also: einfach „Hospizverein“ und die nächste größere Stadt googlen und dann direkt anrufen. Dort erfahrt ihr dann, wie es weitergeht.

Wann sollte man einen Hospizverein anrufen?

Bei vielen Begleitungen werden wir erst sehr spät informiert, nämlich dann, wenn das Sterben schon kurz bevorsteht. Das ist völlig in Ordnung, manchmal aber auch ein bisschen schade. Denn eigentlich könnten wir noch viel mehr leisten als die Feuerwehreinsätze am Lebensende. Wenn wir rechtzeitig mit ins Boot geholt werden, können wir eine Bindung zum Patienten und seiner Familie aufbauen und dadurch natürlich viel besser unterstützen. Und Hilfe ist oft nicht erst in den letzten Tagen oder Wochen sinnvoll, sondern schon weit vorher. Ihr könnt einen Hospizverein schon dann informieren, wenn eine Krankheit diagnostiziert wurde, die das Leben verkürzen wird, auch wenn das vermutlich noch dauern wird.

Wie lange dauert die Begleitung?

Da die Arbeit im Hospizverein von Ehrenamtlichen getragen wird, gibt es keine festgelegte Höchstdauer. Die Begleitung dauert normalerweise bis zum Tod, egal, ob es bis dahin nur noch wenige Stunden oder (im Extremfall) mehrere Jahre sind. Sollte es dem Patienten doch wieder besser gehen, kann die Begleitung natürlich nach Absprache pausieren oder auch enden. Ihr müsst aber keine Sorge haben, dass die Begleitung womöglich „zu früh“ auslaufen könnte. Das wird nicht passieren.

Welche Fragen habt ihr noch zur Arbeit eines ambulanten Hospizvereines und zum Ablauf einer Begleitung?

Birgit Oppermann 16. September 2020


4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo liebe Birgit,

    ich habe eine gewisse Zeit in der ambulanten Hospizbegleitung gearbeitet.

    Mir ist, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, damals gesagt worden: „Wer in ein Hospiz geht, da wäre so eine Art der max. Lebenserwartung ca. 3 Monate.“

    Ich weiß, dass es recht schwierig ist, überhaupt einen Hospizplatz zu bekommen. Kosten hierfür liegen bei ca. 7.000 € und ein großer Teil muss durch Spenden realisiert werden.

    Also, wenn es so wäre, dass man da auch Jahre verbringen könnte, dann wären womöglich genau die Menschen im Nachteil, die wirklich eine Begleitung für das in näherer Entfernung liegende Ende benötigen würden.

    Vielleicht ist das aber auch von Ort zu Ort bzw. von Region zu Region unterschiedlich.

    Bin sehr auf Deine Antwort gespannt.

    Liebe Grüße
    Ingrid

    • Birgit Oppermann

      Liebe Ingrid,
      das ist einer der großen Unterschiede zu einem stationären Hospiz: In der ambulanten Hospizarbeit besuchen wir ja Menschen, die zu Hause oder in einem Pflegeheim leben. Sie ziehen also gar nicht in ein Hospiz, daher ist die Länge der Begleitung nicht so entscheidend. Bei den raren Hospizplätzen stimme ich dir zu, die können natürlich nicht ohne Weiteres so lange belegt werden.
      Viele Grüße,
      Birgit

  2. Hallo liebe Birgit,
    dann hatte ich Dich falsch verstanden. Sorry, und danke für die Aufklärung.
    Wünsche Dir noch einen schönen Abend.
    Liebe Grüße
    Ingrid

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