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Sollen Beerdigungskosten übernommen werden? Von wem?

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In einem Kommentar schrieb ein Bestatter:

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Natürlich bekommt der Kunde dann nicht nur ein Blatt mit als sogenannter Vertrag, sondern mehrere Seiten, in denen er das Besprochene im stillen Kämmerlein nachvollziehen kann.
Was die Mehrwertsteuer betrifft, so weisen wir diese gesondert schon in der Auftragsbesprechung aus (eine kürzlich Kontrolle des Finanzamts sprach nicht dagegen) mit dem Hinweis, dass früher der Staat Anteil an der Trauer genommen hat und Sterbegeld zahlte.

Heute müssen die Angehörigen für ihre Trauer bezahlen.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie Rechnungen mit Nettopreisen erstellen und die Mehrwertsteuer gesondert ausweisen.

Das bedeutet aber nicht, dass Kaufleute im Umgang mit Endverbrauchern Nettopreise als Preis nennen dürfen. Der Kunde darf sich immer darauf verlassen, einen Preis genannt zu bekommen, auf den hinterher nichts mehr aufgeschlagen wird.
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Wenn Du 2 Minuten zu lange trauerst, kostet das 175 Euro

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175 Euro musste ein Velberter zusätzlich für die Nutzung der Kapelle auf dem Waldfriedhof zahlen. Die städtischen Betriebe wollen damit Bestatter sanktionieren.

Gerd Krümmel staunte nicht schlecht, als er vor einigen Tagen seine Post öffnete. Dort fand er den Friedhofs-Gebührenbescheid für die Beisetzung seiner Mutter auf dem Waldfriedhof, die vor kurzem gestorben war. Was ihn allerdings stutzig machte, war der Tarif für Paragraf 9,1B. Dieser beträgt 175 Euro für „jede weitere angefangene Viertelstunde der Kapellenbenutzung“.

Krümmel brauchte nicht lange zu überlegen, er wusste es sogar: die „normale“ halbe Stunde, die Trauernden in Velbert erst einmal grundsätzlich zur Verfügung steht – übrigens bereits für den Preis von 350 Euro – hatte er um exakt zwei Minuten überschritten.

Quelle: WAZ

Dieses Problem ist aus vielen deutschen Städten bekannt.
Ich erinnere an die beliebte Geschichte aus dem Bestatterweblog und einem meiner Bücher: Schneewittchen einst im Sarge lag.

In dieser Geschichte waren die Angehörigen nur unter Schwierigkeiten dazu zu bewegen, ihrer Trauer Einhalt zu gebieten und die Trauerhalle endlich zu räumen.

So etwas kommt immer mal wieder vor, wenn auch nicht so extrem, wie in dieser Schneewittchen-Geschichte.

Auf großen Friedhöfen mit vielen Bestattungen müssen die Zeiten für die Trauerfeiern eng getaktet sein. Jede Familie möchte natürlich, dass ihre Trauerfeier pünktlich anfängt. Das funktioniert am besten, wenn die Angehörigen der vorherigen Trauerfeier bereits weg sind, wenn die Familie des nächsten zu Befeiernden kommt.
Denn das ist ja auch noch so ein Aspekt: Wenn sich die Trauergäste mehrerer Feiern vor der Trauerhalle vermischen, ist es oft sehr unübersichtlich, wer da die lange nicht gesehene Tante Trude und wer ein ehemaliger Arbeitskollege von vor 20 Jahren ist. Da sind auch schon mal falsche Leute mit zum Kaffeetrinken gegangen.

Aber einmal davon abgesehen: Eine gewisse Übergangspause muß in der Terminplanung einkalkuliert sein. Es muss ich ja nur mal jemand bei der Trauerrede verhaspeln, oder ein gespieltes Lied dauert 3 Minuten länger… Gründe kann es viele geben, bis hin zum Enkel, der noch spontan ein Gedicht für seinen Opa aufsagen mag.

In der Trauer läuft nichts normal. Gerade der Beerdigungstag versetzt die Angehörigen noch einmal in einen ganz besonders schwierigen Zustand. Oft ist der Kopf wie in Watte gepackt. Die Augen sind vom Weinen dick und gerötet. Man bekommt von der Umwelt fast gar nichts mit.

Und der Bestatter kann auch nicht mehr tun, als auf Einhaltung des Zeittaktes zu drängen. Niemand kann die Leute auf den Sekundenschlag zwangsweise aus der Trauerhalle entfernen.

Es ist in meinen Augen ein Unding und sehr pietätlos, wenn für eine wenige Minuten betragende Überziehung eine Gebühr verlangt wird. Und wenn, dann darf diese 10 oder 20 Euro ausmachen, so als kleiner Denkzettel.

Bild: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Immer wieder die Mehrwertsteuer – Wenn Bestatter betrügen und abzocken

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Mir gehen ja die Worte Bestatter und Abzocker immer nur sehr schwer über die Lippen. In all den Jahren habe ich mich immer sehr bemüht, einen fairen und neutralen Standpunkt einzunehmen. Viele, die mir geschrieben haben, sind bestimmt enttäuscht gewesen, weil ich nicht -so wie sie- in allen möglichen Kleinigkeiten einen böswilligen Betrug gesehen habe.

Es ist nach wie vor so, dass Trauernde in einer Ausnahmesituation sind und sich während des Beratungs- und Verkaufsgesprächs nicht immer über die gesamten Kosten im Klaren sind. Deshalb stutzen sie oft bei der späteren Bestatterrechnung und möchten dann von mir wissen, ob da alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
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Sigmund Jähn verstorben

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Der DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn ist im Alter von 82 Jahren verstorben.

Jähn flog am 26. August 1978 in der sowjetischen Raumkapsel Sojus 31 zusammen mit Waleri Fjodorowitsch Bykowski zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Der Flug dauerte 7 Tage, 20 Stunden, 49 Minuten und 4 Sekunden. Während der 125 Erdumkreisungen führte Jähn zahlreiche Experimente durch. Dazu zählten wissenschaftlich-technische Experimente mit der Multispektralkamera MKF 6 zur Erdfernerkundung, materialwissenschaftliche Experimente, Experimente zur Kristallisation, Formzüchtung und Rekristallisation sowie Züchtung eines Monokristalls, medizinische Experimente, Untersuchung der Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf das Sprechvermögen, arbeitspsychologische Untersuchungen, Überprüfung der Hörempfindlichkeit der Stammbesatzung, biologische Experimente zum Zellwachstum in der Schwerelosigkeit und zur Verbindung von Mikroorganismen mit organischen Polymeren und anorganischen Stoffen.

Bild: Von Bundesarchiv, Bild 183-T0709-148 / Peter Koard / CC-BY-SA, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5818133
Text: Wikipedia, Sigmund Jähn

Leichentourismus oder Vernunftfrage?

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Aktuell wird in Österreich das diskutiert, was in Deutschland schon lange Realität ist. Verstorbene, die eingeäschert werden sollen, werden nicht im nächstgelegenen Krematorium verbrannt, sondern in weit entfernten Anlagen, weil es billiger ist.

Diese Krematorien, die günstige Preise und auch Boni für Bestatter anbieten, sowie oft einen besseren Service, können an anderem Ort in Deutschland (bzw. Österreich) liegen oder auch jenseits der Grenzen in Tschechien oder den Niederlanden usw.

Oft regt man sich darüber auf, es handele sich dabei um einen gerne so genannten Leichentourismus und es wird auch gerne von Dumpingpreisen und unseriösem Verhalten gesprochen.

Um es ganz klar sofort zu sagen: Bestatter, die den Angehörigen eine teure Einäscherung vor Ort verkaufen und dann günstig anderswo einäschern lassen, handeln betrügerisch.

Aber wenn die Angehörigen darüber informiert sind, spricht zunächst nichts dagegen, wenn kommunale Krematorien außen vor bleiben.
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Luigi Colani ist tot

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Der Designer Luigi Colani ist heute verstorben.

Colani beeindruckte seit vielen Jahrzehnten mit seinen organisch wirkenden Entwürfen. Viele seiner Kreationen haben auch Eingang in unsere Alltagswelt gefunden.

Erst neulich sah ich einen Bericht über Luigi Colani und fragte mich, wie alt der wohl sein möge. Ich war erstaunt, wie alt Colani schon war. Es betrübt mich etwas, dass ich heute lesen musste, er sei nach schwerer Krankheit gestorben. Das wünscht man niemandem.
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Falsche Kleidung

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Ich wende mich in der Hoffnung auf Rat an Sie.

Ich bin mir nicht sicher, ob Sie mir wirklich weiterhelfen können, da die Frage eher den Rand Ihrer eigentlichen Tätigkeit berührt,aber den Versuch ist es wert.

Meine Grossmutter ist am letzten Mittwoch nach mehrjährigem Aufenthalt in einem Pflegeheim gestorben.

Nun muss dazu gesagt werden, dass die Behandelung, die sie dort seit einem Personalwechsel der Leitungsebene 2017 erfuhr, immer schlechter wurde. Auch einstweilige Beschwerden und Gespräche brachten nichts.

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Da hatte ich mehr erwartet

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Olli Dissert kam eines Tages zu uns ins Bestattungshaus und fragte nach Arbeit. Der 27-Jährige hatte eine geschiedene Frau, seine aktuelle Gattin und insgesamt 4 Kinder zu versorgen. Der schlanke, aber hochgewachsene Mann versprach Fleiß, Pünktlichkeit und Flexibilität.

Da ich gerade halbherzig jemanden suchte, stellte ich Olli zur Probe ein.
Wenn jemand bei uns zur Probe arbeitete, dann bedeutete das, dass er jederzeit ohne Nennung von Gründen weggeschickt werden konnte, beispielsweise wenn mir seine Nase nicht mehr gefiel, oder so. Es bedeutet aber nicht, dass dieser Mensch, der Zeit und Arbeitskraft investiert, ohne Bezahlung bleibt.

Ich habe für Arbeitgeber, die Menschen ohne Bezahlung „probearbeiten“ lassen, überhaupt kein Verständnis.
Ebensowenig verstehe ich die Leute, die ihren Mitarbeitern nur den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Der Name Mindestlohn beinhaltet es doch schon: Es ist das Mindeste, was gezahlt werden MUSS. Es bedeutet aber nicht, dass man auf gar keinen Fall mehr zahlen sollte, darf oder kann!

Wenn heute einer halbwegs über die Runden kommen soll, dann benötigt er allerwenigstens 10 Euro/Stunde, besser 12,50 Euro.
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