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Urne im Friedwald ausgraben?

Von

Sehr geehrter Herr Wilhelm,

wahrscheinlich bekommen Sie täglich einige Nachrichten mit vielen Fragen.
Dennoch möchte ich mein Glück mit meiner Frage versuchen. Es geht um folgendes:

Meine Großmutter ist vor genau 10 Jahren verstorben und dann anonym in einem Friedwald bestattet worden. Jetzt ist es ja so, dass bald die Ruhezeit (15 Jahre) abläuft. Ist die Asche dann noch in der Kapsel vorhanden? Ist es möglich sich die Urne dann aushändigen zu lassen? Irgendjemand von damals muss doch wissen, wo sie beerdigt wurde. Ich würde sehr gerne die Urne an einem Ort beisetzen, wo es ihr gefallen hat und sie sehr glücklich gewesen ist.

Ich freue mich sehr auf eine Antwort!

Für Bestattungen in Ruhewäldern werden Urnen genommen, die sich im Waldboden zersetzen. Schon nach einigen Monaten sind diese durch Regen und Mikroorganismen in Zersetzung begriffen. Nach zehn Jahren ist davon nichts mehr übrig und die Asche ist im Waldboden aufgegangen.
Wenn die Bestattung anonym erfolgt ist, kann sicherlich anhand von Unterlagen der Baum bestimmt werden, an dem die Beisetzung stattgefunden hat. Tatsächlich werden aber solche günstigen Bestattungen in Form von Gemeinschaftsbestattungen mehrerer Urnen an einem Baum durchgeführt. Selbst wenn die Urne noch intakt wäre, was sie nicht ist, wäre es pietätlos gegenüber den anderen Verstorbenen, die dort bestattet sind, würde man dort jetzt anfangen zu graben.

Hat denn die Großmutter eine Ruhewaldbestattung nicht gewünscht?

Die Wahl des richtigen Sarges ist eine wichtige Sache

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Wenn in der Familie ein Sterbefall eingetreten ist, steht man über kurz oder lang vor der Entscheidung, welchen Sarg man auswählen soll.
Der Bestatter wird den Angehörigen verschiedene Modelle zeigen. Zu bevorzugen ist hierbei die Auswahl im Ausstellungsraum des Bestatters. Ein Aussuchen aus dem Katalog hat schon oft zu bitterer Enttäuschung geführt, weil der Sarg dann in echt doch ganz anders aussah. Weiterlesen

Podcast Folge 4 erschienen: zu Gast am Kamin Martin Schaarschmidt

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Martin Schaarschmidt ist Journalist, Autor, PR-Mann und Branchenkenner.
Mit ihm unterhalte ich mich über die Themen Schwerhörigkeit und was man dagegen tun kann.
Den sehr schönen und unterhaltsamen Podcast findest Du hier:

Bitte anhören, abonnieren und unbedingt weiterempfehlen.

Viele denken ja, das Thema Schwerhörigkeit ginge sie nichts an. Oder sie glauben, das sei nur ein Thema für Alte.
Aber weit gefehlt! Jeder Fünfte hört schlecht. Viele Menschen sind erstaunt, wenn sie einmal einen Hörtest machen. „Das hätte ich nicht erwartet, dass ich so schlecht abschneide.“
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Du hast viel zu lange gelebt – wir sind froh, dass Du weg bist

Von

Über Tote soll man nicht schlecht reden, heißt es. Eine Familie aus Texas tat es nun trotzdem. Sie nutzte den Nachruf für den verstorbenen Vater als letzte Abrechnung – und zog so hart wie lustig über ihn her. Aus guten Gründen.

„Leslie Ray C. hinterlässt zwei erleichterte Kinder, sechs Enkel und unzählige weitere Opfer inklusive seiner Ex-Frau, Freunden, Nachbarn, Ärzten, Pflegerinnen sowie wildfremde Personen“, heißt es in dem gnadenlosen Nachruf. „Er lebte 29 Jahre länger als erwartet und deutlich länger als verdient.“

Die ganze Story findest Du hier im Stern

Eingesperrt im Leichenkeller

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Ich habe Platzangst, schon immer. In zu engen Behältnissen fühle ich mich unwohl und es kann ohne weiteres sein, dass eine innere Panik in mir aufsteigt.

Ich bekomme das zum Beispiel, wenn ich auf Kurz- und Mittelstreckenflügen in engen stuhloptimierten Flugzeugröhren sitzen muss, oder in diesem unmöglichen Einpersonenaufzug bei Dr. Brommelkamp. Wo das herkommt? Aus dem Kindergarten. Als kleiner Junge war ich wohl mal frech und habe nicht auf das gehört, was die Kindergartenfräuleins mir gesagt haben. Obwohl, wenn ich mich recht erinnere, haben wir nicht Fräulein gesagt, sondern Tante. Meine Kindergärtnerin war Tante Anne. Und ich war in Tante Anne verliebt und fest davon überzeugt, sie eines Tages zu heiraten. Weiterlesen

Podcast Folge 3 online – zu Gast: Peter Roskothen

Von

Schon wieder ist eine neue Woche da, und mit der neuen Woche kommt auch ein neuer Podcast. Dieses Mal habe ich Peter Roskothen an meinen kleinen Kamin eingeladen.
Peter Roskothen ist Fototrainer, Fotograf und Journalist. Ich kenne Peter schon seit über 25 Jahren. Und bis vor ein paar Jahren haben wir uns gesiezt, obwohl unsere Freundschaft schon genauso toll war, wie heute. Das hatte etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun. Und so dreht sich dieser Podcast unter anderem auch um die Themen Respekt, Liebe, Freundschaft und Altruismus.

Wie immer ist mein Podcast „WORTBILDUNGSMASSNAHME – Gespräche am Kamin von und mit Peter Wilhelm“ ein sehr gemütlicher, ruhiger und interessanter Audio-Beitrag.
Über Zuhörerinnen und Zuhörer würde ich mich sehr freuen. Abonniert gerne den Podcast.

Wenn es Dir Montagmorgens mies geht – Dann schau dieses Video

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Vor langer Zeit bin ich auf dieses Video von der Blue Man-Group gestoßen. Was viele ja gar nicht wissen: Nur in ihrer Freizeit leben die Schlümpfe ihr beschauliches Leben in Schlumpfhausen. Ansonsten sind sie als Blue Man-Group in aller Welt mit ihren Bühnenshows unterwegs.

In diesem speziellen Video präsentieren die Blue Men die Gruppe Venus Hum als musikalische Gäste. Und die Leadsängerin Annette Strean singt den Klassiker „I feel love“. Soweit nichts Besonderes.
Aber schaut Euch die Sängerin an! Einmal abgesehen davon, dass sie den Titel meiner Meinung nach absolut klasse singt, strahlt sie so unglaublich viel Freude und gute Laune aus, dass ich nicht anders kann, als zu schmunzeln und mich zu freuen.

Und ganz passend heißt es im Begleittext zum Video:

Annette Strean radiates pure joy as she sings a cover to I Feel Love. Watching her performance forces you to put a smile on your face no matter what kind of mood you are in. Everything happening on stage is a must see.

Annette Strean strahlt pure Freude aus, wenn Sie das Cover von I feel love singt. Ihren Auftritt zu sehen, zwingt Dir ein Lächeln ins Gesicht, ganz gleich in welcher Stimmung Du gerade bist. Du mußt alles sehen, was auf der Bühne passiert.

Aber schaut selbst:

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Globuli

Von

Wenn Kinder sterben, dann ist das immer ganz besonders bitter. Die Chance, in einem langen Leben Glück, Vermehrung und Weisheit zu erfahren, bleibt ihnen verwehrt. Es ist einfach verkehrt, wenn junge Menschen sterben müssen.

Ich kann es selbst für mich im Kopf nicht klarmachen, weshalb wir überhaupt sterben müssen. Unser Leben ist doch von so viel Mühsal begleitet und wir streben doch danach, immer mehr zu lernen und vielleicht auch, Karriere zu machen. Und genau dann, wenn wir in den meisten Fällen das Höchstmaß an persönlicher Weisheit erreicht haben, dann gibt unser Körper auf. Irgendwie sinnlos, oder? Der für mich befriedigendste Erklärungsversuch scheint, dass wir hier nur Erfahrungen sammeln oder eine Läuterung durchmachen, die für irgendeinen postmortalen Zustand von Nutzen sein kann. Und ob dieses Erklärungsversuchs gibt es ja auch so viele Religionen.

Wenn aber Kinder quasi schon im Anlauf beim großen Spurt ins Leben weggerissen werden, dann denke ich vor allem eins: Wie schade.
Die Herren, die in unseren Gewerberäumen die Verstorbenen zurechtmachten, sind hartgesottene Gesellen. Nicht per se und nicht von Natur aus, aber der Beruf bringt es mit sich, dass man sich über kurz oder lang ein dickes Fell zulegt. Man kann nicht bei jedem Sterbefall oder jeder entstellten Leiche erneut in Schockstarre und tiefe Trauer verfallen. Das Sterben wird zum Alltagsgeschäft, der Tod zum selbstverständlichen Broterwerbs-Vermittler. Doch wenn die Männer, die schon so viel gesehen und erlebt haben, dann vor dem Präparationstisch stehen und ein kleines Kind für die Beerdigung anziehen, dann ist es mucksmäuschenstill. Man könnte denken, sie hören auf zu atmen, während sie schweigend arbeiten. Nur manchmal hört man unterdrückte Schluckgeräusche, die daher rühren, dass diese Männer in solchen Situationen auch schon mal dicke Tränen weinen. Dürfen sie auch, geht mir auch so.

Doch manchmal mischt sich in das Gefühl „wie schade“ und das unterdrückte Tränenwegschlucken auch blanke Wut. Es wallt ein tiefer Zorn in einem. Ich könnte dann, und solche Situationen gibt es nicht oft, tatsächlich zum Mörder werden. Mörder? Ja, ich weiß… Aber wer von Euch hat sich nicht schon einmal ausgemalt, wie es wäre, diesen oder jenen Menschen umzubringen; und sei es nur als fernes Gedankenspiel. Das imaginäre weiße Engelchen auf meiner rechten Schulter hält mich davon ab, den oft verlockend klingenden Einflüsterungen des kleinen schwarzen Teufelchens auf der anderen Schulter zu folgen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ausgerechnet Du kein schwarzes Flüsterteufelchen hast.

Monika lernte ich kennen, als ihre Eltern mich zu einer Vorsorgeberatung in ihr Haus einluden. „Unsere Oma hat Demenz und ist im Heim. So langsam müssen wir uns darauf einstellen, dass sie sterben wird, hat der Doktor Lenz gesagt“, sagte die gutaussehende, schlanke Frau schon an der Eingangstür und gab mir erst dann eine Chance, sie zu begrüßen. „Kommen Sie durch ins Wohnzimmer, mein Mann ist auch schon da, er hat alle Unterlagen rausgesucht.“
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