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Schimmel -II-

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Früher hat man den Schimmel von Lebensmitteln einfach weggeschnitten und die Sachen trotzdem noch gegessen. Heute weiß man das besser und geht mit Schimmel und Sporen vorsichtiger um.
In der Filiale 2 hängen immer noch die Tapeten herunter und es sind einige Tage vergangen; vom versprochenen Malermeister Plotzmann fehlt jede Spur.
Der Hausbesitzer hat ihn wohl einmal angerufen, ansonsten überlässt er mir den ganzen Rest. Ich darf mich also nun darum kümmern, daß Plotzmann auch kommt und was macht. Bloß, der kommt nicht.
Ja ja, gleich morgen früh käme er vorbei, noch bevor er auf die Baustelle fährt…

…dann stehe ich da, warte auf ihn und keiner erscheint. Also rufe ich nochmals auf Plotzmanns Handy an und nach unendlich vielen Versuchen meldet er sich endlich. Da sei ihm was dazwischen gekommen, er habe es aber noch auf dem Zettel, vielleicht schaffe er das in der Mittagspause, versprechen könne er allerdings nichts.

Für mich bedeutet das jeweils eine Fahrt von 15 Kilometern und ich habe meine Zeit ja auch nicht gestohlen.
Wenn man Handwerkern diese Wartezeiten in Rechnung stellen würde…

Oder wenn man Wartezeiten bei Ärzten in Rechnung stellen würde, dann würde sich kein HNO- oder Augenarzt der Welt mehr die Frechheit erlauben, seine Patienten bis zu drei Stunden warten zu lassen.
Ist doch eigentlich eine Frechheit, was sich da manche Ärzte so erlauben.
Ich meine, ich habe Verständnis dafür, daß es mal bei dem einen oder anderen Patienten länger dauert und man selbst möchte ja auch ausreichend lange angehört, untersucht und behandelt werden. Aber wenn ich sehe, daß die Arzthelferinnen pro Viertelstunde drei Patienten ins Terminbuch schreiben, dann ist es ja vorprogrammiert, daß nach vier oder fünf Patienten ein Stau mit Wartezeiten entsteht.

Plotzmann ist ja nun „nur“ Malermeister und hat trotzdem absolut keine Skrupel, mich fast eine Woche lang zu vertrösten und zu belügen. Am Freitag der Woche hatte ich die Schnauze voll und habe den Vermieter angerufen. Entweder er kümmert sich darum, daß Plotzmann Montagmorgen pünktlich um 8 Uhr auf der Matte steht, oder ich rufe selbst einen Handwerker meiner Wahl.

Peter Wilhelm 1. Juni 2012


20 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Tja, die lieben Handwerker 😉
    Nicht nur beim HNO – Arzt, nein auch beim Augenarzt lässt es sich wunderbar warten bis zu 3 Stunden mit und mehr als 5 Stunden ohne Termin, aber vielleicht war das nur die Ausnahme.

    Ich persönlich glaube, das es bei Ärzten als Statussymbol gilt, wenn das Wartezimmer so voll ist, das es aus allen Nähten platzt, unabhängig ob Allgemeinmediziner oder Facharzt.
    Anders lässt es sich wohl nicht erklären, aber man könnte, wenn man schon ziemlich angenervt ist wegen der Warterei, Unfähigkeit bei der Terminplanung unterstellen.

  2. Handwerker.. *augenroll*

    Ich weiß von einem Fall in dem ein Elektriker eine Waschküche eines Mehrfamilienhauses umgebaut hat – Alle Anschlüsse verfügen jetzt sauber über Zähler, die Steckdosen sind abschließbar usw. Nur Strom ist leider keiner drauf.

    Erst sollte es vor Weihnachten gerichtet werden, Dann ganz sicher noch vor Ostern, dann kurz danach. Und bis heute ist nichts passiert!

    Auf dem Bau ist Hochkonjunktur. Da kann man sich die Rosinen rauspicken. Und genau das wird auch getan.

    Gruß
    Joe

  3. Ja, da kocht die Volksseele. Also ich habe selten Probleme mit Handwerkern, aber ich zahle auch prompt und versuche nicht, die Preise NACH erbrachter Leistung zu drücken. Die Wartezeit beim Arzt lässt sich ganz einfach verkürzen, indem man die Vergütungsätze der Aerzte und Krankenkassenbeiträge erhöht, dann bekommen die Aerzte mehr pro Patient und können sich entsprechend mehr Zeit nehmen, aber das möchte ja auch niemand.

  4. Vergesst mir die Kollegen der Telekom nicht die Termine auch gerne mal versteichen lassen….
    oder Paketfahrer die „gleich“ da sind und auf die man dann auch den halben Tag wartet.

  5. @4: fifi, Dein Beitrag ärgert mich.
    Erstens, weiß ich nicht, gegen wen sich die unterschwellige Anschuldigung richtet, man hätte Ärger mit Handwerkern, wenn bzw. weil man ein säumiger Zahler ist?
    Gegen Tom wird die sich doch wohl nicht richten, oder?
    Zweitens, bei aller zulässiger Kritik am Gesundheitssystem, das Wartezimmerchaos hat mit der Vergütung pro Patient nichts zu tun. Nimmt ein Arzt sich z.B. nicht mehr als 5 Minuten pro Patient, weil er sich bei aktueller Vergütung zu mehr nicht in der Lage sieht, verdient er auch nicht mehr, wenn das Wartezimmer aus allen Nähten platzt. Die Leute warten dann nur länger auf ihre 5 Minuten.
    Ein Gegenbeispiel sind alle Ärzte, bei denen man auf seine 5 Minuten höchstens 15 Minuten warten muss. Die gibt es, ich bin selbst bei solchen. Auch ich habe weder Zeit noch Lust, halbe Tage im Wartezimmer zu verbringen.
    Also bitte etwas weniger pauschal bei so komplexen Themen.
    @6, micha: Über Paketfahrer ärgere ich mich auch des öfteren. Etwas milder stimmt mich der Gedanke, dass ich für das bisschen Lohn vermutlich auch keine kundenorientierte Höchstleistung bringen würde…
    Schöne Grüße an die Volksseele 🙂

  6. Ich kenne beide Seiten.

    Ich stamme aus einer Handwerkerfamilie und weiß, dass es SEHR nervige Kunden gibt, die jeden Service der Welt zu jeder Tages- und Nachtzeit haben wollen, aber nicht bereit sind dafür zu bezahlen, wenn sie denn überhaupt irgendwann bezahlen.

    Ich kenne aber auch genügend Handwerker, die Termine nicht einhalten, weil sie ja nicht dazu gesagt haben, dass eigentlich noch das aktuelle Jahr gemeint war, die die Wohnung als Schlachtfeld verlassen, Pfusch liefern, an dem sie selbstverständlich nicht schuld sind und manch andere Dinge tun, die sich mein Vater niemals erlaubt hätte.

    Diese Wurst hat immer zwei Enden. Ein seriöser Handwerker wird über die üblichen Witze und gelegentlichen Vorurteile lachen können, bellen werden vorzugsweise die getroffenen Hunde.

  7. @fifi: ach? wenn der arzt sich MEHR zeit nimmt (weil er mehr vergütet bekommt) dann würde es ja nicht schneller gehen, sondern es würde länger dauern bis das wartezimmer leer ist.

    lange wartezeiten bei ärzten sind auf schlampige planung seitens der praxis zurückzuführen, bzw. auf rücksichtslosigkeit gegenüber den patienten. wie kann es z. b. sein dass man beim augenarzt für 9 uhr bestellt ist (sprechstunde ab 8.30 uhr) und immer noch sitzt wenn der herr doktor leutselig grüssend gegen 12.30 zur mittagspause das gebäude verlässt? für notfälle usw. hat ja jeder verständnis, aber wenn man beim hausarzt trotz termin generell immer mindestens 1,5 stunden warten muss läuft dort organisatorisch irgendwas schief, und da helfen auch keine höheren vergütungssätze.

  8. @martin III.
    Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen.
    Ich hab nicht ganz freiwillig in den letzten zwei Jahren ziemlich viele Arzt- und Facharztpraxen sowie Klinikambulanzen kennenlernen dürfen. Wartezeiten von bis zu einer Stunde können auch bei gut organisierten Praxen _hin und wieder_ mal vorkommen, wenn Notfälle oder Schmerzpatienten eingeschoben werden müssen. Alles darüber hinaus deutet auf schlechte Praxisorganisation hin. Wenn ich morgens um 9 Uhr nüchtern in einer Praxis aufschlage und bis nachmittags um 16 Uhr immer noch nichts essen konnte (auch wenn es zwischendrin mehrere Stationen mit jeweils Wartezeiten von mehr als 1 Stunde gab), dann stimmt da was nicht, das kann man wirklich besser organisiseren.

    Andererseits hab ich auch schon erlebt, dass ich in einer Praxis sehr höflich um Verständnis gebeten wurde, weil ich wg. eines wirklich dringenden Notfalls nur eine halbe Stunde länger warten musste.

  9. Los machen wir mal einen Wartezeit- Highscore:

    Yetis Score:
    Hausarzt: 6 Stunden (Mit Termin)
    Handwerker: 4 Monate (Handwerker durch Vermieter bestellt, undichtes Dach!)

    Als MTRA mit angeschlossenem Wartebereich muss ich da aber mal meinen Senf dazugeben:

    Der normale Patient macht sich meistens kein Bild davon WARUM man manchmal lange warten muss, egal ob in Kliniken oder Praxen, das liegt an verschiedenen nervigen PATIENTEN, da haben wir:

    1.) den Notfall: dem kann man nicht böse sein, dem gehts WIRKLICH schlecht und mit schlecht ist eine lebensbedrohliche Lage gemeint z.B: Lungenembolie oder Herzinfarkt. Sowas dauert…
    2.) dem „Plötzlich“- Notfall: der hat sein Aua schon 2 Wochen bis ein jahr, aber JETZT, genau JETZT (vorzugsweise nachts:..) ist es supischlimm geworden
    3.) der „Krankschreib“- Notfall: dem gehts so schlecht nicht, aber er will halt krank geschrieben werden und kommt selbstredend ohne Termin
    4.) der hochprivate Patient: Standardspruch „Fräulein, ich bin Allianz und muss SOFORT den Chefarzt sprechen, wissen Sie ich leide an Morbus Dummbatzius und brauche sofort eine PRT, denn Wikipedia sagt das die PRT durchgeführt beim Herrn Chefarzt zu 83,42% zu einer Milderung der Beschwerden führt“, wenn der nicht sofort vorgelassen wird kommt der (reiche) Vollpfosten nie wieder, das will Cheffe natürlich nicht auch wenn er immer schön über den Patienten lästert
    5.) der kritische Frager: hat zu jedem Furz 100 Fragen und will alles ganz genau wissen, selbst ob Aspirintabletten vegan sind oder eine Blutdruckmessung bei Neumond schlechte Auswirkung auf den Eisprung der Großtante hat.
    6.) die Extrawurst: will ein Kernspin, aber bitte nicht so eng, man hat ja Platzangst, und auch nicht so lang weil man hat ja Rücken und schon gar nicht so laut, weil man ist empfindlich und ohne Nadel und Kontrastmittel, weil das ist schlecht. Fazit: Untersuchung für den Arsch, Patient glücklich, Geld von kasse gibts aber trotzdem.
    7.) Das Elter: geboren um sich fortzupflanzen. Der kleine Kaiser wird behütet wie der heilige Gral. Man darf den behandlungsbedürftigen Mini- Buddha nicht böse angucken, ihn am besten gar nicht anfassen und muss ihm eine CT- Untersuchung waldorfgerecht in Hubbi-Bubbi- Sprache vortanzen. Eltern sind Impfgegner und kopfkrank. Todsünde: Eltern des Untersuchungsraums verweisen (mache ich trotzdem gerne).
    8.) Die Alten: Haben 100 Leiden und eine medizinische Vorgeschichte dick wie die Bibel. Wissen aber nix außer „Schwester ich nehme Tabletten, jeden Tag, die sind klein und weiß“ oder „da war was, weiß nicht was, aber das war vor Jahren“. Bis man geklärt hat OB man die überhaupt ins Kernspin schieben darf hat man normale Patienten längst fertig untersucht.
    9.) die Idioten: stürzen zum 100. Mal vom Fahrrad, sind zum 100.Mal tagsüber strunzbesoffen gestürzt, haben zum 100. Mal die Zuckertabletten vergessen, versuchen zum 100. Mal sich (erfolglos) umzubringen. Kommen jede Woche wegen dem selben Mist und verursachen dem Leistungsträger horrende Kosten.

    So! Jetzt wisst ihr mal warum ihr so lange warten müsst. Vielleicht habt ihr euch ja wieder erkannt 😉 Die Archetypen vereinen teilweise auch beliebige Kategorien miteinander z.B: private Kinder hochprivater Eltern u.s.w.

  10. @yeti
    Klar gibt’s diese Nervtöter, und das kriegt man als Normalpatient auch oft genug (wenn auch wohl nicht immer) mit, und glaub mir, ich bedaure das Personal zutiefst, wenn ich sowas sehe.

    Es ist aber eben ein Unterschied, ob ich irgendwo im Wartebereich einer Radiologischen Praxis sitze, gesagt bekomme, ich käme „gleich“ dran, und dann erstmal 3,5 Stunden NIX höre und sehe, geschweige denn erfahre, wie lange es noch dauert oder warum es Verzögerungen gibt.
    Oder ob ich nach 45min Ganzkörperscan stocksteif unter einer Gammakamera hervorkrieche, gebeten werde mich vorsichtig aufzurichten, und nachdem man sich vom stabilen Kreislauf überzeugt hat, um Entschuldigung bittet, dass man ein wenig in Eile ist, weil nebenan ein Notfall in der Röhre liegt und man sich deshalb schnell verabschieden muss (so geschehen in der Nuklearmedizin einer Uniklinik im Süden Deutschlands). DIE Entschuldigung hätte ich wirklich nicht erwartet, weil ich am Rande mitbekommen hatte, das es nebenan hektisch wurde, aber toll fand ich’s trotzdem.

  11. Gut, oute ich mich als hochprivate Löwenmutter. Mein Kind wird nirgends allein gelassen, weil den Ärzten nichts anderes einfällt, besonders gern in Kliniken, alles in das Kind zu stopfen, was es grad nicht umbringt- man aber hervorragend abrechnen kann. Die Mäuse werden ja schneller verkabelt und vernetzt, als man gucken kann. Einmal habe ich sogar erlebt, dass ich ins Krankenzimmer kam und das Kind fehlte. Da hatte die Schwester das Kind abgeholt- Untersuchungen, klar, obwohl ich der SChwester gesagt hatte (oder eben gerade weil..) ich eben zur Verwaltung rüber mußte- hatte keine 10 Minuten gedauert. Ich bin dann sogar ins falsche Gebäude geschickt worden. Als ich dann endlich mein völlig panisches Kind gefunden hatte, man hatte gerade diese Augentropfen verpaßt, war die Bude zu klein. Ich kriege jetzt noch Bluthochdruck, wenn ich daran denke. Die Ärztin war auch frisch von der Uni, ohne eigene Kinder oder so ein AIP Exemplar. Da der Rest nicht meine Sprache verstand, blieb nur der Chefarzt.

  12. Handwerker *augenroll*
    Vermieter *augenroll*

    Mein bisheriger Highscore: Zwischen „Handwerker erbringt mangelnde Leistung“ bis „Handwerker beseitigt dabei entstandenen Schaden“ verging soviel Zeit (6 Monate), dass ich bereits umgezogen war. Das neue Kochfeld kam dann per Post. Der hatte den Herd so angeschlossen, dass im Topf das Wasser nach 10 Sekunden am Kochen war…

  13. Was bleibt Arzthelferinnen denn anderes übrig? Patienten wollen schnell einen Termin und nicht erst in 6 Monaten und wenn man eben zeitnahe einen Termin haben will, muss man eben mit Wartezeiten im Wartezimmer rechnen…. so ist das 🙂

  14. ..zum Glück habe ich bei „meinem“ HNO-Arzt noch nie länger als 1-1,5 Std. gewartet (ob mit oder ohne Termin), aber aus meiner Kindheit erinnere ich mich an Wartezeiten mit Termin beim Orthopäden von 2 bis 4 Stunden!

  15. Ich verlasse ein Wartezimmer grundsätzlich nach spätestens 61 Minuten, entweder Richtung Sprechzimmer oder Richtung Ausgang. Einem neuen Arzt, der mich noch nicht kennt, gestehe ich auch mal 121 Minuten zu. Neulich erst habe ich mich um 11:01 Uhr unverrichteter Dinge aus einer Praxis verabschiedet, Termin war um 9:00 Uhr, Praxisöffnung um 8:00 Uhr. „Der Herr Doktor nimmt sich halt Zeit für seine Patienten..“ Meine Antwort: „Ein Arzt, der seine Praxis nicht im Griff hat, kann auch keine Menschen heilen!“ Alles Erziehungssache.

    Wir dürfen nicht vergessen, dass Wartezimmer Sammelplätze kranker Menschen sind, Bazillenmutterschiffe werden mit Immungeschwächten zusammengepfercht, jede unnötige Minute erfüllt da den Tatbestand der Körperverletzung.

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