Leute, bisher habe ich nur nebulös über die Erkrankung der Allerliebsten geschrieben. Es wird Zeit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
Meiner Frau ging es seit etwa Weihnachten schon schlecht. Schmerzen in der Brust, Atemnot, Gewichtsverlust.
Als nur rudimentär medizinisch informierter Geisteswissenschaftler tippte ich auf Herz.
Der Hausarzt sah aber die Ursache in einer Verspannung der Brustwirbel. Röntgenaufnahmen bestätigten das nicht, aber die Radiologin sah am Rand des Bildes möglicherweise Wasser in der Lunge.
Es folgte eine Antibiotikum-Behandlung, nach der es meiner Frau nicht besser ging.
Mittlerweile waren Wochen vergangen und ich drängte auf weitere Untersuchungen. In einer Klinik in einem benachbarten Bundesland wurde dann ein CT gemacht. Das ergab dann, dass Herz und Lunge angegriffen sind und vor allem, dass sich am Herzen ein Thrombus, also ein Blutgerinnsel, gebildet hatte.
Noch am selben Tag musste die Allerliebste bei einem Arzt vorstellig werden, um eine Notfallspritze zu bekommen. Am nächsten Morgen in aller Frühe kam sie dann ins Krankenhaus.
Ihr Zustand wurde als lebensbedrohlich eingestuft.
Dringend müsse sie am Herzen operiert werden.
Doch das geschah nicht. Warum nicht?
Bei einem MRT, das bessere Bilder liefert als ein CT, wurde noch etwas festgestellt, das als großer Tumor eingestuft wurde.
Das war auch der Zeitpunkt, als ich hier im Blog das erste Mal darüber schrieb.
Die Allerliebste gewann den Eindruck, man mache jetzt sowieso nichts mehr mit ihr, weil das mit dem Krebs schon so schlimm sei.
Ich musste nach einem Gespräch mit den Ärzten den Eindruck haben, dass ich froh sein könnte, meine Frau überhaupt noch einmal nach Hause holen zu können.
Ihr könnt Euch vorstellen, wie es uns mit diesen Aussagen gegangen ist.
Es folgten zwei Wochen, die von einem Hin und Her geprägt waren. Einerseits konnte die dringend erforderliche Behandlung des Herzens mit blutverdünnenden Medikamenten nicht eingeleitet werden, da eine mögliche Tumoroperation im Raum stand. Andererseits waren sich die Krebsspezialisten einer anderen Klinik nicht sicher, ob es sich überhaupt um einen Tumor handelte.
Tage des Bangens, Betens, Hoffens und der Angst folgten.
Dann die Entwarnung. Kein Tumorgeschehen. Ab ans Herz!
Der Allerliebsten wurde eine LifeVest angepasst, eine Lebensrettungsweste, die sie auch jetzt noch und für weitere Monate ständig tragen muss. Ähnlich wie ein Defibrillator soll diese Weste im Falle eines plötzlichen Herzstillstands das Leben meiner Frau mit gezielten Stromstößen retten.
In einer Operation wurden ihr nun Stents eingesetzt, kleine Röhrchen, so könnte man vereinfacht sagen, die zu eng gewordene Gefäße am Herzen offen halten.
Die blutverdünnende Therapie wurde eingeleitet. Dazu muss die Allerliebste eine Kombination verschiedenster Medikamente einnehmen.
Eine Herzklappe funktioniert nicht richtig. Darum will man sich ggfs. später kümmern. Emphyseme in der Lunge, COPD, allgemeine Herzschwäche, Pleuraergüsse, und und und…
Aber erst muss der Thrombus sich mal auflösen, der Körper entwässert werden, und dann sieht man im April weiter.
In absolut geschwächtem Zustand wurde die Allerliebste dann recht schnell und zügig aus dem Krankenhaus entlassen.
Mitgegeben wurden ihr ein Brief, der an den Hausarzt adressiert ist. Ein Medikamentenplan und einige Rezepte für die dringend benötigten Medikamente.
(Nebenbei: Daheim nehme ich den Arztbrief und entdecke zuerst, dass neben „unserem“ Brief noch einer für einen ganz anderen Patienten mit in den Umschlag gesteckt worden war.)
So, Scheiße ist immer mit noch mehr Scheiße verbunden: Natürlich ist unser Hausarzt ausgerechnet in dieser Woche in Urlaub.
Also fahren wir zu einer Ärztin im Nachbarort, die die Vertretung übernommen hat.
Diese Ärztin nahm sich richtig viel Zeit. Sie studierte den Arztbrief, der ja in Ärztedeutsch verfasst ist und zur Kommunikation zwischen Medizinern dient. Deshalb ist er auch an den jeweiligen Arzt adressiert, und nicht an den Patienten. Aufgrund der vielen Abkürzungen und Fachbegriffe könnte ein Patient, der sich anhand dieses Briefes orientiert, zu falschen Schlüssen und einer Fehlmedikation kommen.
Stück für Stück ging die Vertretungsärztin jedes einzelne Medikament durch, zählte auch nochmal für sich die Anzahl der verordneten Medikamente ab, und stellte am Ende nochmals Rezepte aus.
Ich bin dann in die Apotheke gefahren und habe alle Medikamente geholt. Die, die das Krankenhaus verordnet hatte (nur Kleinstpackungen im Rahmen des Entlassmanagements), und die, die die Ärztin verschrieben hatte (die gleichen, und auch wieder Kleinpackungen, weil Vertretungsärzte keine größeren verordnen dürfen).
Damit war dann das kommende Wochenende abgedeckt, bis unser Hausarzt montags wieder aus dem Urlaub zurück wäre. Vielleicht sogar noch einen Tag länger, da der Mann am ersten Tag nach dem Urlaub immer von Patienten überrannt wird, und dementsprechend genervt und unleidig ist.
Die Allerliebste hat alle Medikamente, die auf dem Medikationsplan des Krankenhauses aufgelistet waren, sorgfältig eingenommen. Ich war ihr beim Einsortieren und Dosisbestimmen behilflich.
Alle verordneten Medikamente waren da und wurden vorschriftsmäßig genommen.
Natürlich habe ich den Arztbrief sorgfältig gelesen, ganz ungebildet bin ich ja nicht. Darin wurde beschrieben, was die Allerliebste alles hat, was man im Krankenhaus für sie getan hat, und es werden Empfehlungen für die Weiterbehandlung ausgesprochen.
Freitags waren wir bei der Vertretungsärztin, Medikamente waren alle da, die Allerliebste nahm alles ein. Samstag war alles soweit okay, ich fragte mich nur, wie es weitergehen soll.
Schwach, gebrechlich, durch die LifeVest und das stets umgehängte Rettungsgerät in der Beweglichkeit gehemmt, Hämatome am ganzen Körper…
Am Sonntagmorgen erlitt meine Frau einen Herzinfarkt.
Ich fand sie im Wohnzimmer in gekrümmter Haltung und vor Schmerzen jammernd vor.
Bei Männern äußern sich Herzinfarkte oft typisch mit Brustschmerzen und Schmerzen im linken Arm, bei Frauen verlaufen Infarkte oft mit Symptomen, die man ganz anderen Ursachen zuschreibt.
Die Allerliebste ist sofort ins Krankenhaus gebracht worden und kam auf die Intensivstation.
Ab Freitagnachmittag ist es scheiße, ins Krankenhaus zu kommen. Natürlich sind die Kliniken auch am Wochenende auf Notfälle eingerichtet, aber so richtigen Betrieb gibt es immer erst ab montags wieder.
Montags wurde dann festgestellt, dass die neu gesetzten Stents alle schon wieder zu waren.
Und? Die Schuld gab man meiner Frau! Sie habe nicht alle verordneten Medikamente eingenommen. Mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Medikamente habe sie nicht genommen.
Jedoch:
- Diese Medikamente stehen nicht auf dem Medikationsplan, den das Krankenhaus uns mitgegeben hat.
- Diese Medikamente stehen nicht auf den Rezepten, die das Krankenhaus ausgestellt hatte.
- Diese Medikamente sind auch nicht von der sofort aufgesuchten niedergelassenen Ärztin verordnet worden.
Bleibt die Frage: Wie hätten wir wissen sollen, dass da noch wichtige Tabletten fehlen?
Meine Sichtweise:
Da hat man eine Patientin aus dem Krankenhaus entlassen, mit der Maßgabe, eine Fülle von Präparaten einzunehmen. Man hat aber vergessen: a) alle Medikamente auf den Medikamentenplan zu schreiben, und b) diese auch mitzugeben und c) für die nächsten Tage zu verordnen.
Früher war ein Herzinfarkt eine furchtbar schlimme Sache, bei der die Patienten wochenlang im Krankenhaus waren, anschließend in REHA gingen und noch eine Kur machen mussten.
Heute bekommst Du sonntags einen Infarkt, bist zwei Tage auf der Intensivstation, und wirst mittwochs schon wieder nach Hause geschickt.
Seit gestern ist mein Mädchen wieder zu Hause. Jetzt haben wir alle Medikamente.
Aussage des Arztes im Krankenhaus: Für die Vollständigkeit und Aktualität von Medikationsplänen übernehmen wir keine Haftung.
Mit anderen Worten: Wenn Du als Patient sicher sein willst, musst Du sofort nach der Entlassung mit dem, für die meisten Laien unverständlichen, Arztbrief zu einem Arzt, der dann die lückenlose Versorgung mit Medikamenten sicherstellt.
Haben wir gemacht. Hat auch nichts gebracht. Auch die Vertretungsärztin hat sich strikt an den Medikationsplan des Krankenhauses gehalten. Aber da stand halt nicht alles drauf.
Frage: Ist das „Shit happens“ oder ist das einfach Scheiße?
Wichtiger Hinweis
Die in diesem Beitrag geschilderten Vorgänge beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen, Eindrücken und subjektiven Wahrnehmungen. Es handelt sich ausdrücklich nicht um die Feststellung objektiver Tatsachen, sondern um meine individuelle Sichtweise und Bewertung der Geschehnisse.
Ich kann nicht ausschließen, dass einzelne Abläufe von mir unvollständig oder missverständlich wahrgenommen wurden. Ebenso ist es möglich, dass mir Hintergründe oder fachliche Zusammenhänge nicht bekannt sind, die zu einer anderen Einordnung führen könnten.
Die im Text enthaltenen Schlussfolgerungen und Bewertungen stellen daher persönliche Meinungsäußerungen dar und keine überprüften oder abschließend feststehenden Tatsachenbehauptungen über Dritte.
















Das tut mir so leid, ich hoffe, dass ihr jetzt endlich die üble Zeit hinter Euch habt und es nur noch aufwärts geht!!
Ich habe hier auch ein Krankenhaus das ich nie wieder als Patient oder Angehöriger eines Kranken betreten will…
Shit happens oder gar systemisches Versagen würde ich sagen.
Meine Herzallerliebste hat für die beiden Eltern sowie 2 weitere Familienangehörige aus eigenem Pflichtbewusstsein die Versorgung inne. Das beinhaltet dann auch Begleitung zum Arzt oder ins Krankenhaus. Selbst durch eigene schwere Krankheiten gezeichnet kennt sie sich da auch etwas besser aus als der Durchschnitt.
Aber was da alles an Fehlern zusammen kommt ist haarsträubend! Diagnosen werden anscheinend zum Teil gewürfelt, Kommunikation ist Glückssache. Ein Arzt spricht schon davon, sich langsam Gedanken über eine Beerdigung zu machen, der andere will Tags drauf entlassen. Manchmal stehen im Arztbrief Dinge, die beim Krankenhausaufenthalt anders oder gar nicht waren. Da verordnet dann Doktor1 Medikamente, Doktor2 Medikamente und Doktor3 sagt, die würden sich nicht miteinander vertragen (obwohl jeder den Medikamentenplan vorliegen hatte).
Was wir da mit der Zeit mitbekommen habe lässt einen nur noch zweifeln am sehr teuren Gesundheitssystem. Von den Unterschieden zwischen den Behandlungen bei Privatpatienten zu gesetzlich Versicherten will ich erst gar nicht anfangen…
Ich weiß, das bringt dir in der jetzigen Situation nichts. Außer vielleicht den Gedanken nicht alles direkt so schwarz zu sehen wie die Mediziner es ausdrücken. Die Chance, dass es doch besser ausgeht stehen immer gut.
Gute Besserung und starke Nerven!
Shit auf jeden Fall. Beste Genesungswünsche an die Herzallerliebste.
Es sei mal angemerkt, das Arztbriefe erstens selten mit der erforderlichen Ruhe geschreiben werden und zweitens oft aus zusammengeklickten Textbausteinen bestehen. Das eine bedingt das andere.
Und ob dann Ärzte oder Kliniken für Fehler wie fehlende Medikamente haftbar gemacht werden können, entscheiden Richter, nicht irgendwelche Sternchen-Texte im Kleingedruckten.
Ob man in einer solchen Situation (Ehepartner schwer krank) noch die Zeit, Ruhe und Geld findet, das alles mit einem kundigen Anwalt zu besprechen und vor Gericht zu bringen, ist eine ganz andere Frage.
Selbst wenn, wird das kaum etwas am System Krankenhaus ändern. Wenn man Leute chronisch überlastet und ihr Helfersyndrom ausnutzt, bringt das keine gute Qualität. Schon gar nicht, wenn man Krankenhäuser nach rein wirtschaftlichen Interessen betreiben muß.
Das deutsche Gesundheitssystem ist irgendwie ein Abbild des ganzen Landes: Vollkommen überreguliert, die Leute am Rand ihrer Kompetenz bzw. völlig überlastet, sei es durch zu wenig Zeit für den eigentlichen Job, sei es durch überbordende und überflüssige Bürokratie, und insgesamt abgeschalteter gesunder Menschenverstand. Ich habe auch schon tolle Geschichten in Krankenhäusern erlebt, muss aber ehrlicherweise sowohl den Ärzten als auch dem Pflegebereich in den meisten Fällen zugestehen, dass sie sich redlich bemühen, aber das System kommt ihnen immer wieder in die Quere.
Meine Schlussfolgerung gerade im Bereich des Gesundheitswesens: Man muss sich als Patient immer bemühen, soweit wie möglich die ganze Sache nachzuvollziehen. Gewisse humanmedizinische Grundkenntnisse und ein vernünftiges medizinisches Wörterbuch in Verbindung mit dem jeweils aktuellen MSD-Manual helfen schon enorm weiter. Das Grundvertrauen, das man früher teilweise noch hatte, sollte man jedenfalls schleunigst überarbeiten.
Ihnen beiden auf jeden Fall weiterhin alles Gute und vor allem auch gute Nerven! Ich drücke weiter alle mir zur Verfügung stehenden Daumen!
Ich wünsche gute Besserung, und Gewichtszunahme. Außerdem viel Freude an dem ersten Tag der neuen Zeit, also jedem Tag.
Dann empfehle ich unbedingt, eine detaillierte Rezension des Vorfalls bei Google. Das ist es, was die meisten Krankenhäuser fürchten wie die Pest und dann auch Verbesserungen vornehmen.
Fühlt Euch umarmt.
Wollen wir gemeinsam hoffen und beten das nun das Schlimmste überstanden ist und es täglich besser wird. ☦️
Ich wünsche gute Besserung.
Gegen das Wasser würde ich noch viele, viele Kürbiskerne kauen (frisch schmecken die sogar), hilft mir immer.
Und zu den Krankenhäusern hier sag ich lieber nichts.
Bei meinem (GsD leichten) Schlaganfall hab ich zu hören bekommen, ich wäre nur übermüdet und soll mich halt mal richtig ausschlafen.
Bei meinem Kind hat der Arzt in unserem Beisein gegooglet, was das Kind haben könnte (es war dann der Blinddarm, google hatte richtig getippt)
Ich bin vor über 20 Jahren mit den Symptomen eines Schlaganfalls ins Krankenhaus gekommen. Da zählt ja jede Minute.
Obwohl ich in der Notaufnahme die Symptome und den Verdacht schilderte, musste ich anderthalb Stunden warten, bis sich überhaupt ein Arzt kümmerte.
Meine Mutter erlitt bei mir im Auto einen Schlaganfall. Da ich das leider von meinem Vater kannte bin ich sofort zum naheliegenden Khs nach Bad homburg gefahren. Wir waren 5 mins nach dem Ereignis da wo die Krankenwagen vorfahren. Die diensthabende Ärztin sagte kein Problem wir haben da gut 2h Zeit. Ich verwies auf „da zählt doch jede Minute“. Nein das wäre nicht so. Sie wurde nur untersucht und dann per RTW 40 mins in ein anderes Khs verlegt. Nach1,5h bekam sie endlich die lyse. Halbseitenlähmung und mühsam wieder sprechen und schlucken lernen. Danach Heim.
Danke für nix!
Wichtig, NIEMALS den Arztbrief beim Arzt abgeben ohne eine Kopie zuhause zu haben. Wenn der Rettungsdienst kommt ist dieser eine wertvolle Hilfe auch für die Wahl des richtigen Krankenhauses. Ach ja, ich hoffe du hast umgehend den Hausarzt gewechselt.
Diese Unterlagen sind immer das Erste was abfotografiert und später auch gescannt wird.
Der Hausarzt war’s ja nicht. Der war leider in Urlaub. Deshalb sind wir nach der Entlassung zu dessen offizieller Urlaubsvertretung.
Euch allen ganz herzlichen Dank für die Genesungswünsche und die liebe Anteilnahme.
Als Person mit med Ausbildung, „selbst schuld“ ist in diesem Falle eine ungerechtfertigte Beschuldigung der Patientin! Sowas gibt es aber Patienten sind eben keine Fachkräfte und dass der med Plan ausgehändigt durchs KH unvollständig oder gar teils falsch ist, kann auch passieren.
Ich habe es bei mir selbst erlebt und auch bei meiner Mutter, Ärzte und med Personal sind nicht unfehlbar, Flüchtigkeitsfehler kommen vor, oder kollidierende Meinungen von Ärzten.
Es tut mir sehr leid, was in diesem Falle passiert ist, und ich weiß nicht wie das bei voranschreitenden Ärzte und Pflegekräftemangel besser werden soll!
Gute Besserung!
Ich habe seit längerem schon die These das man auf Ärzte nicht viel geben kann. Bei mir blieb z.B. eine Rheumatische Erkrankung gut 20Jahre unentdeckt, obwohl die Symptome und Verlauf nach Lehrbuch waren. Ich war bei etlichen Ärzten, Symptome wurden behandelt, und da es in Schüben verläuft, sind halt auch nicht immer Beschwerden da. Erst ein Physiotherapeut hat mir das richtige Stichwort genannt, und selbst dann kam von zwei Ärzten erstmal „Ne, kann nicht sein…“, „viel zu unwahrscheinlich …“ usw usw. Erst als ich drauf bestanden habe darauf hin zu testen, kam heraus das es zutrifft… kann ich mir nur leider nix von kaufen und 20Jahre ohne Behandlung haben leider auch ihre unumkehrbaren Folgen…
Ich kann nur jedem raten, vertraut auf euer Gefühl und bleibt hartnäckig, alles was über nen Beinbruch (physikalische Probleme) hinaus geht, ist unsere Medizin kaum besser als ne Kräuterhexe aus dem Mittelalter.
Bei mir streiten Fachärzte seit 2016 ob ich „nur“ Reizdarm oder Colitis habe! Jeh nach jährlicher Darmspiegelumg mal Ja Colitis oder Reizdarm (die Bezeichnung für keine Ahnung, warum Durchfallschübe passieren). Zeitgleich soll ich unbedingt zunehmen (lol) wie wenn Alles was ich esse, schneller wieder aus mir rauskommt als mir lieb ist.
Ich knalle mir halt Kortison rein, was Anderes fällt den Gastroenterologen nicht ein.
Oh ja, das kenne ich. Bei mir wurde dann eine Divertikulitis als tatsächliche Ursache diagnostiziert und behandelt. Alles ist gut geworden.
Das tut mir undendlich leid! Ich bin ein sehr langer Leser Deines Blogs und weiß, dass es Euch/ Dich in den letzten Jahren schon mehrmals gebeutelt habt. Aber ihr macht das großartig, viel Kraft Euch beiden weiterhin. Ein bisschen erschreckend finde ich die medizinsche Betreuung – ihr wohnt ja schließlich in einer Gegend mit den besten Uni-Kliniken, für die andere extra viele Kilometer anreisen.
Ihr habt bestimmt keine Schuld!
Alles Gute für Dich, Deine Frau und Deine Kinder
Vielen Dank.
Zuerst einmal gute Genesung an Deine Frau.
Mir ist es vor 10 Jahren ähnlich gegangen, nur bei mir war der damalige Hausarzt schuld. Der Lungenfacharzt hat bei einer Röntgenaufnahme etwas an meiner Milz festgestellt, daraufhin Arztbrief an meinen Hausarzt. Keine Reaktion. Nach zwei Monaten schrieb der Lungenarzt mich an, ob sich etwas ergeben hat? Ich wusste von nichts. Also ab zum Hausarzt, der kam mit seinem Uralt-Ultraschallgerät, hat natürlich nichts gefunden und mich nach Hause schicken wollen. Zum Glück war ich hartnäckig, habe um eine Überweisung ins Krankenhaus gedrängt.
Lange Rede, kurzer Sinn: Nachdem viele Wochen sinnlos verstrichen waren, hat man bei mir ein Gallengangs-Karzinom festgestellt.
Einen Tag vor heilig Abend bekam ich die Diagnose mit dem Spruch: Warum kommen sie jetzt erst?? (Man hatte mich schon aufgegeben)
Ergebnis, Galle raus, 3/4 der Leber entfernt.
An der Milz war übrigens nur ein Blutschwamm.
Soviel zu Ärzten (mittlerweile neue Hausärztin mit viel Zeit und Geduld)
Meine Güte, da hast Du aber nochmal richtig Glück gehabt!
Aber Du beschreibst genau das, wovor ich am allermeisten Angst hatte. Da wird fast 14 Tage hin und her untersucht und in der Zwischenzeit wird meine Frau immer schwächer und hilfloser. Ich hatte sooooo Angst davor, dass es auf einmal geheißen hätte, jetzt sei alles zu spät.
Meine Güte, da habt ihr ja was durchgemacht!
Ich drücke die Daumen, dass es deiner Allerliebsten bald wieder besser geht.
…Und den Schreibern des Arztberichts und Medikamentenplans wünsche ich juckende Furunkel an den Hintern und zu kurze Arme zum Kratzen!
Wir wissen gar nicht, was wir machen sollen.
In genau dieser Kardiologie bin ich vor ein paar Jahren sehr gut behandelt worden und habe einen Herzschrittmacher bekommen.
Nun das!
Jetzt ist es so, dass wir ja hier in einer Ecke mit unglaublichen vielen Kliniken wohnen. Aber bei näherer Betrachtung ist das auch wieder etwas anders.
Wegen meiner körperlichen Einschränkung sind die Krankenhäuser in Heidelberg nur schwer erreichbar und da will meine Frau auch nicht so gerne hin.
Hier in Mannheim gibt es das große Klinikum. Da will die Allerliebste wegen der Größe des Krankenhauses und der weiten Wege nicht hin. Und man hört immer mal wieder von Behandlungsfehlern.
Also bleiben die zwei konfessionellen Krankenhäuser. Nun werden die aber derzeit zusammengelegt. Das bedeutet: In dem einen gibt es nicht mehr alles, und in dem anderen gibt es manchen noch nicht.
Ein sehr unerquicklicher Zustand.
Will man es sich unter diesen Umständen mit der Ärzteschaft eines Krankenhauses verderben?
Nein, natürlich nicht.
Das ist ja leider oft das Problem: am liebsten würde man die ganze Bande verklagen, aber man ist auf sie angewiesen und muss sich daher ihr Wohlwollen erhalten.
Kotz.
Ein Klinikum oder eine Uni Klinik, sind in der Situation aber ratsamer. Weil die gebündelter untersuchen können. Ich habe selbst ein konfessionelles KH vor der Nase, würde ich freiwillig nie rein wollen, und wenn mich Jemand fragt rate ich umgehend zu den Kliniken in Köln! Ob OPs oder Baby kriegen… Das örtliche konfessionelle KH hier, ist ein rückständiger Alptraum mit Ärzten die das vordere Becken bei Bandscheibenvorfällen röntgen und solche Sachen…
Muss die betroffene Patientin wissen.
Nee, so ist das eben nicht.
Was bei Euch in Köln zutrifft, muss ja hier nicht unbedingt auch so sein.
Oh, nein! Ich hoffe, deiner Frau geht’s inzwischen wieder stabil besser.
Da ist ja einiges schiefgegangen, was nicht schiefgehen sollte. Verklagen muss man ja nicht grad, aber ich finde, dass man verlangen kann, dass die Klinik sich das intern anschaut und Rückmeldung gibt. QMS und Fehlermanagement und so. Die Aussage, dass sie für die Richtigkeit des Medikamentenplanes bei Austritt keine Garantie übernehmen, geht auch nicht. V.a. nicht, wenn da wichtiges wie die Blutverdünnung (das war es wohl) fehlt.
Dass so Fehler dann weitere Fehler nach sich ziehen (bei Hausarzt und Apotheke) ist auch klassisch.