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Was muss ich machen, wenn bei mir zu Hause jemand stirbt?

Bestatter

Was muss ich machen, wenn bei mir zu Hause jemand stirbt? Es ist einer der schwersten Momente im Leben eines Menschen: Ein Angehöriger, Partner oder Freund verstirbt in den eigenen vier Wänden. Neben Trauer, Schock und Hilflosigkeit stellt sich oft sofort die Frage:

„Was muss ich jetzt eigentlich tun?“

Eine entlastende Nachricht vorweg: Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie in einer solchen Situation alles wissen oder sofort die richtigen Entscheidungen treffen. Es gibt klare Abläufe, an denen Sie sich orientieren können.

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Ruhe bewahren und den Tod feststellen lassen

Wenn eine Person zu Hause verstorben ist, muss zunächst ein Arzt den Tod offiziell feststellen.

War der Verstorbene schwer krank?

Wenn die Person bereits schwer erkrankt war und von einem Hausarzt betreut wurde, können Sie zunächst den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 kontaktieren.
Der behandelnde Hausarzt ist immer die beste Wahl. Er kennt die Krankengeschichte des Verstorbenen.
Bei fremden Ärzten kann es sein, dass selbst bei klarer natürlicher Todesursache Zweifel bei dem Arzt bleiben und dieser nicht „natürliche Todesursache“ ankreuzen will.

War der Tod unerwartet?

Wenn der Tod plötzlich eingetreten ist oder Sie sich unsicher sind, wählen Sie den Notruf 112.

Die Rettungskräfte oder ein Arzt werden prüfen, ob tatsächlich ein Todesfall vorliegt und die notwendigen Maßnahmen einleiten.

Der Arzt stellt den Totenschein aus

Der Arzt führt die sogenannte Leichenschau durch.

Dabei prüft er:

  • ob der Tod eingetreten ist,
  • wann der Tod ungefähr eingetreten sein könnte,
  • ob die Todesursache natürlich oder ungeklärt erscheint.

Anschließend stellt der Arzt die Todesbescheinigung und den Leichenschauschein aus, die oft auch als Totenschein bezeichnet wird.

Ohne dieses Dokument darf kein Bestatter tätig werden.

Müssen Verstorbene sofort abgeholt werden?

Nein.

Viele Menschen glauben, ein Verstorbener müsse sofort aus der Wohnung gebracht werden. Das ist in den meisten Fällen nicht notwendig. In vielen Bundesländern darf ein Verstorbener mehrere Stunden, teilweise sogar deutlich länger, zu Hause verbleiben. Meistens sind es 36 Stunden, auf Antrag beim Gesundheitsamt auch länger.

Das kann Angehörigen die Möglichkeit geben:

  • Abschied zu nehmen,
  • Familienmitglieder zu informieren,
  • in Ruhe Entscheidungen zu treffen.
  • Kosten zu vermeiden, die durch eilige Einsätze enstehen würden

Sprechen Sie darüber mit dem Arzt oder dem Bestatter.

Einen Bestatter auswählen

Erst nach der Todesfeststellung sollten Sie einen Bestatter beauftragen. Sie sind nicht verpflichtet, den erstbesten Anbieter zu nehmen.

Wenn es die Situation erlaubt, können Sie Preise vergleichen, Empfehlungen einholen und mehrere Angebote anfordern.

Ein seriöser Bestatter wird Ihnen alle Kosten transparent erläutern.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Der Bestatter benötigt später verschiedene Dokumente.

Dazu gehören meist:

  • Personalausweis des Verstorbenen
  • bei Ledigen Geburtsurkunde
  • bei Verheirateten Heiratsurkunde oder Familienstammbuch
  • bei Verwitweten die Sterbeurkunde des Ehepartners
  • bei Geschiedenen das Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk
  • Krankenversicherungskarte
  • Rentennummer

Keine Sorge: Falls nicht alles sofort auffindbar ist, kann der Bestatter häufig bei der Beschaffung helfen.

Darf ich den Verstorbenen noch sehen?

Ja.

Viele Menschen möchten sich noch einmal verabschieden. Das ist grundsätzlich möglich und wird von vielen Angehörigen später als hilfreich empfunden. Lassen Sie sich dabei nicht unter Druck setzen. Jeder Mensch trauert anders. Manche möchten noch Stunden beim Verstorbenen bleiben. Andere möchten dies nicht. Beides ist völlig in Ordnung.

Muss die Polizei kommen?

Nur in bestimmten Fällen.

Die Polizei wird in der Regel hinzugezogen, wenn:

  • die Todesursache unklar ist,
  • ein Unfall vorliegen könnte,
  • Hinweise auf eine Straftat bestehen,
  • der Arzt keinen natürlichen Tod bescheinigen kann.

In diesen Fällen ist das ein normaler Vorgang und bedeutet nicht automatisch, dass etwas Verdächtiges vorliegt.

Muss ich einen Pfarrer holen?

Das hängt von der persönlichen Bindung an die Kirche ab.
In vielen Religionen gibt es Rituale, die einem Sterbenden Trost und Wegbegleitung geben sollen. In der katholischen Kirche sind das beispielsweise die Sterbesakramente. Ist ein Mensch bereits verstorben, wird die Aussegnung im Rahmen der Trauerfeier vorgenommen. Es ist also nicht unbedingt erforderlich, direkt nach dem Eintritt des Todes einen Geistlichen zu rufen.

Es kann aber für die Hinterbliebenen sehr trostspendend sein, mit einem Seelsorger zu sprechen. Deshalb müssen Sie diesen Punkt ganz für sich persönlich entscheiden.

Was sollte man jetzt noch nicht entscheiden?

Viele Angehörige fühlen sich unmittelbar nach einem Todesfall unter Druck gesetzt.

Dabei müssen längst nicht alle Entscheidungen sofort getroffen werden.

Oft genügt es zunächst, den Tod feststellen zu lassen, einen Bestatter auszuwählen und die wichtigsten Angehörigen zu informieren.

Verfallen Sie nicht in einen blinden Aktionismus. Viele meinen, es kämen nun unendlich viele Aufgaben auf sie zu. Das ist nicht so. Das meiste nimmt Ihnen der Bestatter ab. Das tut er sowieso und sie sparen so gut wie nichts, wenn Sie das selbst in die Hand nehmen. Er kennt alle Abläufe und mit ihm können Sie besprechen, was Sie eventuell noch machen können/müssen.

Mit dem Bestatter besprechen sie Fragen wie:

  • Erd- oder Feuerbestattung?
  • Welche Musik?
  • Welche Blumen?
  • Welche Traueranzeige?

Wer informiert Arbeitgeber, Banken und Versicherungen?

Das müssen Sie nicht sofort in den ersten Stunden machen. Denn in den ersten Stunden nach einem Todesfall hat dies keine Priorität.
Diese Formalitäten können meist in den folgenden Tagen erledigt werden.
Der Bestatter unterstützt häufig bei vielen organisatorischen Schritten und kann erklären, welche Stellen benachrichtigt werden müssen.

Die wichtigste Regel

  1. Wenn bei Ihnen zu Hause jemand stirbt, müssen Sie nicht alles allein schaffen.
  2. Rufen Sie einen Arzt an. Lassen Sie sich Zeit. Holen Sie Angehörige oder Freunde hinzu. Und suchen Sie sich einen Bestatter Ihres Vertrauens.
  3. Seit Jahrzehnten begleiten Bestatter Menschen genau in solchen Situationen. Sie kennen die Abläufe und können Ihnen viele organisatorische Lasten abnehmen.
  4. Gerade in den ersten Stunden nach einem Todesfall ist es wichtiger, sich um die Menschen zu kümmern, als um Formulare.
  5. Denn auch wenn viele bürokratische Schritte folgen werden: Im Mittelpunkt steht zunächst der Abschied von einem Menschen, der Ihnen wichtig war.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wen rufe ich zuerst an, wenn jemand zu Hause stirbt?

Zunächst einen Arzt. Bei erwarteten Todesfällen den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117), bei unklaren Situationen den Notruf 112.

Muss der Verstorbene sofort abgeholt werden?

Nein. In den meisten Fällen kann der Verstorbene noch einige Zeit zu Hause bleiben, damit Angehörige Abschied nehmen können.

Wann darf der Bestatter gerufen werden?

Sobald ein Arzt den Tod festgestellt und die Todesbescheinigung ausgestellt hat.

Wer bezahlt die Bestattung?

Grundsätzlich die Erben beziehungsweise die bestattungspflichtigen Angehörigen nach den jeweiligen Landesgesetzen.

Muss ich sofort alle Unterlagen bereithaben?

Nein. Viele Dokumente können auch später nachgereicht werden. Bestatter helfen häufig bei der Beschaffung fehlender Unterlagen.

Ratgeber

In dem wertvollen Ratgeber „Bestatter: Abzocke und Fehler vermeiden“ bekommen Sie wichtige Tipps, um einen Sterbefall ohne Probleme beim Bestatter abwickeln zu können.

Der wunderbare Ratgeber „Wenn die Trauer kommt – so geht sie wieder“ hilft Ihnen durch die schwersten Stunden und bei der Bewältigung der Trauer in den Monaten danach.

Fazit

Ein Todesfall in den eigenen vier Wänden gehört zu den Situationen, auf die man sich kaum vorbereiten kann. Selbst wenn der Tod erwartet wurde, geraten viele Menschen zunächst in einen Zustand von Schock, Trauer und Unsicherheit. Das ist völlig normal.

Die wichtigste Botschaft lautet deshalb: Sie müssen nicht alles sofort wissen und nicht alles sofort entscheiden. Der erste Schritt besteht darin, einen Arzt zu verständigen, damit der Tod offiziell festgestellt werden kann. Danach hilft Ihnen ein seriöser Bestatter dabei, die weiteren organisatorischen Aufgaben zu bewältigen.

Nehmen Sie sich Zeit für den Abschied. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und treffen Sie wichtige Entscheidungen erst dann, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen. Viele Dinge können noch warten – der würdevolle Umgang mit dem Verstorbenen und die Fürsorge für die Hinterbliebenen nicht.

Auch wenn in den nächsten Tagen zahlreiche Formalitäten auf Sie zukommen werden: In den ersten Stunden nach einem Todesfall geht es vor allem darum, innezuhalten, Abschied zu nehmen und sich gegenseitig Halt zu geben. Für alles andere gibt es Menschen, die Ihnen helfen können.

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(©si)