DIREKTKONTAKT

Der Tod – Das Entsetzen

Von

Ich bin sehr froh auf ihre Seiten gestossen worden zu sein. Schuld daran hat mein Freund Helmut, der mich auf sie gestossen hat.
Wir waren heute mit den Kindern nach dem Stuhlkreis im Kindergarten noch am Waldpark spielen. Da sind pädagogisch wertvolle Holzspeilzeuge für Kinder auf dem Spielplatz.
Mit grossem Schrecken haben wir aber gesehen, dass in der Strasse gegenüber, also auf der anderen Seite, dann ein silber grauer Leichenwagen angefahren kam. Ich habe Tobi die Augen zu gehalten weil so was möchte man seinem Kind ja nicht ersparen müssen.
Dann aber hat der Wagen von der Firma noch angehalten und die Klappe auf gemacht. Die Männer haben dann zu unserem aller Entsetzen einen Sarg ausgeladen und sind einfach in dem Haus verschwunden. Abartig! Entsetzlich!
Wir konnten das unseren Kindern nur dadurch nicht ersparen den Sarg noch ein mal anschauen zu müssen indem wir sofort die Städte des Wirkens entsetzt verlassen haben.
Man sollte auch in diesem Gewerbe Rücksicht auf Mütter mit Kindern nehmen. Wirklich! Wenn Kinder zu früh mit diesen Tehema konfrontiert werden können sie Schaden nehmen und es können unliebsame Fragen auftauchen die nicht notwendig sind.
Ist es üblich dass Bestatter auch tagsüber fahren und Särge wie wild durch die gegend tragen?
Ist es nicht sinnvoll so etwas auf die Nachtstunden zu verlegen?
Kann man nicht eventuell ganz normale Autos nehmen, die vielleicht bunt beklebt oder als Staubsaugerwagen verkleidet sind?
Ist es notwendig ein Sarg zu nehmen, ginge da nicht was Farbenfroheres?
Ich meine unsere Welt ist trist und grau und da wäre es schön wenn nicht noch durch Leichen und Särge das Kinderlachen erstorben würde.

Mir ist auch gerade was erstorben.

Hören Sie mir einfach mal ganz aufmerksam zu!

Der Tod gehört zum Leben. So wie durch die Geburt Menschen auf diese Welt kommen, so gehen sie durch den Tod auch wieder von ihr. Das ist einfach so, seit jeher und wird vermutlich auch so bleiben.
Man kann also mit Fug und Recht sagen, daß der Tod etwas vollkommen Normales ist.

Deshalb gibt es auch überhaupt keinen Grund, Kindern nicht beizeiten klar zu machen, daß Menschen eines Tages sterben müssen.

Möglicherweise sind die Kinder bis zu einem gewissen Alter für derlei Erkenntnisse noch zu klein, weil sie sie nicht verstehen würden. Dann aber werden sie auch in einem silbergrauen Bestattungswagen nichts Schlimmes sehen und auch nicht erkennen, daß es sich bei einem Sarg um etwas handelt, das mit dem Tod eines Menschen in Zusammenhang steht.

Sind die Kinder jedoch schon so groß, daß sie diese beiden Gegenstände und die damit befaßten Menschen als Bestattungsfahrzeug, Sarg und Bestatter erkennen können, dann wird es langsam Zeit, daß Sie als verantwortungsvolle Mutter sich mal mit ihren Kindern hinsetzen und ihnen die wichtige Erkenntnis der menschlichen Vergänglichkeit vermitteln.
Sollten Sie dazu nicht in der Lage sein, was ich Ihnen keinesfalls unterstellen möchte, wovon ich aber ausgehe, davon dürfen Sie ausgehen, dann versichern Sie sich doch der Hilfe und Beratung einer Person, die das besser kann.

Man kann über die Themen Tod, Trauer und Bestattung durchaus kindgerecht sprechen, ohne Angst und Schrecken zu verbreiten.
Es ist auch überhaupt nicht schlimm, wenn jemand sagt, daß er das nicht kann. Es gibt Leute, Seelsorger, Pädagogen, Sozialarbeiter, Erzieher usw. die das können. Dann muß man sich aber als aufgeklärter und um die Belange seines Kindes besorgter Erwachsener darum bemühen, dort entsprechende Hilfe zu finden; für sich selbst und für die Kinder.
Wenn einen erwachsenen Menschen der Anblick von Bestattungswagen und Sarg in schieres Entsetzen stürzt, dann stimmt was nicht.

Ich kann verstehen, daß diese Dinge, die einem die eigene Vergänglichkeit unvermittelt vor Augen halten, einem düstere Gedanken verursachen und nicht gerade froh stimmen. Aber es ist nun einmal so, wir alle müssen sterben, eines Tages, irgendwann.
Ach ja, es gibt keinerlei Garantie dafür, daß irgendwann unbedingt sehr weit in der Zukunft liegen muß. Dieses irgendwann kann schon in 30 Minuten sein.

Besser also man stellt sich den Tatsachen und bereitet sich mal in erwachsener Weise auf diese Thematik vor, damit man den Kindern was Gescheites zu dem Thema sagen kann. Vielleicht bekommt man es dann hin, daß die Kinder sich in Bezug auf diese Thematik so entwickeln, daß sie später, wenn sie selbst einmal Kinder haben werden, nicht so abartig entsetzt sind, wie Sie.


Peter Wilhelm 4. Februar 2014

0 0 Stimmen
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
117 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
117
0
Was sind Deine Gedanken dazu? Kommentiere bittex