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Wasserbett

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Die alte Dame hatte ihre letzten Wochen auf einer speziellen Wassermatratze zugebracht. Ich habe ja auch ein Wasserbett, jedoch mehr aus Gründen der Bequemlichkeit. Bei bettlägerigen Personen soll diese anpassungsfähige Matratze das gefürchtete Wundliegen verhindern, sagte man mir.

Nur hatte der Neffe der alten Dame aus vorauseilendem Gehorsam, um unseren Männern die Arbeit zu erleichtern, so an die 80 Liter Wasser aus der Matratze abgelassen. Was da für eine Logik dahintersteckte, weiß ich nicht.

Dummerweise befindet sich der Stöpsel zum Wasserwechsel unterhalb der Verstorbenen und ich will gar nicht wissen, was der Neffe alles angestellt hat, um da dran zu kommen. Jedenfalls ist ihm die Entsorgung des Wassers nur marginal geglückt, sodaß die alte Dame mehr schwamm als lag.

Notiz: Nicht nur fragen, ob der Arzt schon da war, sondern immer auch dazu sagen: Bitte kein Wasser ins Bett gießen!

Peter Wilhelm 28. Mai 2012


14 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Wääh. Aber wie kommt man auf eine so komische Idee? Ich mein bei einem Normalen Bett zieht man dem Verstorbenen doch auch nicht die Matratze unterm Hintern weg… Komische Leute

    PS: Grüße aus Kanada…

  2. Zumal es „mit ohne“ Wasser noch schwieriger ist, da jemanden rauszuziehen…. Denken ist manchmal echt Glueckssache…

  3. Du hast ein Wasserbett?
    Wie ist das so? Weniger Rueckenschmerzen? Ich scheue das ja wegen der Gefahr des Platzens, und beim Sex soll es unguenstsig sein, weil es den Bewegungen keinen Widerstand entgegensetzt…

  4. Das Wasserbetten die Dekubitūsgefahr verringern, ist ein Mythos, und aus pflegerischer Sicht obsolet. Durch das Einsinken in die Matratze wird der Patient sowohl im Körpergefühl als auch in der (verbliebenen) Eigenbewegung massiv eingeschränkt, und auch, wenn der Druck vermeintlich durch dsa federnde Wasser besser verteilt wird, so ist der Druck auf den dekubitusgefährdeten Stellen (Fersen, Steiß, Ellebogen, Schulterblätter, Hinterkopf,…) immer noch so groß, dass ohne regelmäßige Lagerung in kürzester Zeit Dekubitūs entstehen. Und die Fachkraft, die auf einem Wasserbett eine suffiziente Lagerung durchführen kann, muss erst noch erfunden werden 😉

  5. was man da macht? regelmässiges umlagern, heißt je nach körperlicher Verfassung, alle Stunde, oder in etwas grössern Abständen.
    Ist arbeitsintensiv, aber nicht so aufwendig wie Nichtpflegekräfte meinen.
    Aber, ich hoffe ich komme nie nie nie in die Verlegenheit einen Menschen zu lagern der auf einem Wasserbett liegt.

    Lagern heisst übrigens nicht, auf die Seite legen, sondern in 30 Grad Winkel…oder auch Mikrolagerung mit dünnem Lagerungskissen am Rücken.

  6. Im Krankenhaus gibt es spezielle Anti-Dekubitus-Matten, die mehrere Luftkissen enthalten, die sich abwechselnd aufblasen, so dass immer andere Koerperregionen belastet werden. Moderne Matratzen haben wohl nicht nur mehrere quer gelagerte Rollen, sondern quadratische Kissen.

    Die dazugehoerigen Spezialbetten sind riesige Schiffe und haben ziemlich viele Knoepfe.

  7. @#3

    Für den Rücken ist es auf jeden Fall super und das mit dem Sex klappt nach 1-2 mal proben und entgegensteuern auch super 😛 xD

  8. tom hab immer gedacht du schläfst in nem sarg tja so kann man sich täuschen^^
    särge sind als doppelbett auch unpraktisch

  9. Sandbetten wurden früher bei Verbrennungen verwendet,
    und sind obsolet.
    Die Luftkissenbetten kosten Schweinegeld,und sind für daheim kaum geeigntet,
    ausserdem haben die Leute darin kein Körpergefühl.
    Am besten eine gute Antidecu Matratzen und lagern.

  10. Das lässt sich schon logisch erklären. Wenn mann 80 L ablässt, ist es nicht mehr so prall aufgepumpt. Wenn nun der Bestatter zur Abholung kommt, brauchen die Anghörigen nur von der gegenüber liegenden Seite das Wasser nur zuuuuuuugleich ordentlich aufschaukeln und schwupps schwingt der Tote nahezu von selbst auf die Fahrtrage.

  11. @anon
    Kommt auf die Wassermenge drauf an und zudem ob man auch wirklich ein gutes Wasserbett hat. Für den Rücken ist es auf jeden Fall super und im Winter haste ein vorgeheitztes Bett 😀

  12. Genau wegen solcher Stories hier lese ich den Blog so gern. Allein schon die bildliche Vorstellung an den Neffen und seine „Entstöpsel-Versuche“ bereiten ein unbehaglich-schönen Schauer. Etwas morbide, okay – zu einem gewissen Teil aber auch sehr lustig.

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