Wenn in Südostasien ein Taifun eine Küstenstadt verwüstet oder wenn Bangladesch von einer Sturmflut heimgesucht wird, dann können die Behörden und Hilfsaktionen nach einigen Tagen recht genaue Opferzahlen liefern. Soundsoviele Menschen sind verstorben, soundsoviele wurden verletzt, wurden obdachlos oder sind vermisst.
Anders sieht das aus, wenn das Wetter zu hohen Temperaturen führt, wie das derzeit in Deutschland der Fall ist. Temperaturen weit über 30°C, ja bis zu über 40°C, machen den Menschen zu schaffen. In einer Region, in der man sich traditionell eher gegen kalte Winter schützt, gibt es zu wenig kühle Orte, Schattenplätze und klimatisierte Räume.
Dass solche hohen Temperaturen dem Menschen gesundheitliche Probleme bereiten, muss ich gar nicht erklären. Das ist Fakt. Aber vor allem Ältere, Kranke und Vorbelastete können bei diesen Wetterlagen auch an der Hitze versterben.
Im Gegensatz zu den ziemlich genau bekannten Opferzahlen bei der Sturmflut oder dem Taifun in Asien lassen sich die Zahlen der hitzebedingt Verstorbenen aber nicht exakt beziffern.
Die einen Medienvertreter sprechen von 1.000 Toten pro Woche, andere reden von „Tausenden Hitzetoten in ganz Europa“ und das deutsche RKI beziffert die Zahl aktuell auf rund 5.100 Verstorbene.
Dass überhaupt von „so vielen Toten“ die Rede ist, ist aber eindeutig ein Pressephänomen. Wir befinden uns mitten im Sommerloch. Spannende Nachrichten trudeln während dieser Saure-Gurken-Zeit oft nur spärlich ein. Es scheint so, als fühle sich derzeit jeder Lokaljournalist dazu berufen, seinen örtlichen Bestatter anzurufen, um nach den Hitzetoten zu fragen.
In großen Städten kommt es momentan zu einer Häufung ungeklärter Todesfälle. Das liegt einfach daran, dass mehr Menschen in ihrer Wohnung, unter freiem Himmel oder in anderen Situationen versterben, die nicht den klassischen Sterbeorten Bett und Krankenhaus entsprechen. Hier wird dann oft ein Not- oder Bereitschaftsarzt gerufen, der den jeweiligen Verstorbenen nicht kannte. Das führt vermehrt dazu, dass „ungeklärte Todesursache“ angekreuzt wird. In solchen Fällen wird die Polizei verständigt, die wiederum einen vertraglich gebundenen Bestatter ruft, der die sogenannten „Polizeiabholungen“ durchführt.
Es liegt auf der Hand, dass diese Bestatter von einer gravierenden Zunahme von Sterbefällen sprechen.
Über die tatsächliche Zahl der Verstorbenen über einen gewissen Zeitraum hinweg sagt das aber gar nichts aus.
Es sagt nur aus, dass einige bestimmte Bestatter aus ärztlich-polizeilichen Gründen derzeit mehr zu tun haben.
Nun sind aber die eben beschriebenen Lokaljournalisten unterwegs und suchen nach einer spannenden Sommerstory. Sie rufen also den örtlichen Bestatter an und fragen: „Hey, sagen Sie mal, haben Sie durch die Hitze auch so viel zu tun?“
Es ist aber eine Eigenheit nicht nur dieser Branche, dass keiner sich wirklich in die Karten gucken lässt, und dass immer viel zu hohe Sterbefall- und Umsatzzahlen genannt werden. Man will vorne mit dabei sein und angeben.

Ich war einmal auf einer Tagung eines Bestatterverbandes. Im Saal etwa 120 Bestatter. In den Gesprächen gaben die Bestatter Sterbefallzahlen an, die bedeutet hätten, dass allein diese 120 Bestatter quasi sämtliche Verstorbene Deutschlands abholen würden. Alles nur Aufschneiderei. Selbst ein Dorfbestatter aus dem hessischen Odenwald, der vielleicht realistisch 80 Todesfälle im Jahr bearbeitet, erzählte von 600 Leichen, die er jedes Jahr holen würde.
Ein weiterer Aspekt des aktuellen Geschehens liegt darin, dass selbstverständlich durch die Hitze tatsächlich mehr Menschen versterben, als sonst zu dieser Zeit.
Das wird überhaupt nicht in Abrede gestellt, fraglich ist nur die vermeintlich hohe Zahl.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der in der öffentlichen Diskussion häufig untergeht: Nicht jeder Mensch, der während einer Hitzewelle stirbt, ist automatisch ein Hitzetoter. Ebenso wenig lässt sich bei vielen Verstorbenen eindeutig feststellen, ob die Hitze die alleinige Todesursache war oder lediglich ein auslösender beziehungsweise beschleunigender Faktor. Gerade bei hochbetagten oder schwer vorerkrankten Menschen wirken oft mehrere Ursachen zusammen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Flüssigkeitsmangel, Infektionen, Medikamente oder eine ohnehin stark eingeschränkte körperliche Belastbarkeit. Die Hitze kann dann der sprichwörtliche Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Deshalb spreche ich eher von hitzebedingter Übersterblichkeit und nicht von einer exakt zählbaren Zahl an Hitzetoten. Diese Werte werden statistisch berechnet und nicht dadurch ermittelt, dass auf Totenscheinen als Todesursache einfach “Hitze” eingetragen wird. Wer diese Zusammenhänge kennt, versteht auch, weshalb unterschiedliche Institutionen zu unterschiedlichen Zahlen gelangen können, ohne dass zwangsläufig jemand falsche Angaben macht.
Doch man müsste sich einmal anschauen, wer da im Moment verstirbt. Es sind nicht überwiegend junge Menschen, Kinder, Gesunde und Aktive. Es sind vor allem Alte und Kranke.
Man kann also durchaus sagen, dass die Hitze oft genug gerade denen jetzt den Rest gibt, die ohnehin früher oder später gestorben wären.
Ein Bestatter aus Bayern sagte mir gestern am Telefon: „Die, die wir jetzt mehr holen müssen, die fehlen dann im Herbst.“
Überhaupt habe ich mit ganz vielen Kollegen telefoniert. Und es ist erschreckend, wie weit die Rückmeldungen der Kollegen von den Pressemeldungen abweichen.
„Nicht einen Toten mehr als sonst.“
„Bei uns war es eine extrem dicke Person, sonst keiner.“
„Auch nicht mehr als sonst.“
„Sonst sind es 12, jetzt haben wir 15.“
„Hier im Norden sogar weniger als letztes Jahr.“
„Als ich gestern im Krema war, habe ich mir auch die Kühlräume angesehen. Alles im normalen Bereich, kein großes Sargaufkommen. Auch meine Kollegen im Umfeld sagen, es sei normal oder ruhig.“
„Heute in unserem Sonntagsblatt waren 2 Todesanzeigen, normal ist eine ganze Seite mit 8-10 Anzeigen.“
„Es scheint regional total unterschiedlich zu sein, was ich mir aber auch nicht erklären kann. Auf dem Plan unseres Dorffriedhofs stehen in der kommenden Woche 2 Beerdigungen und in der darauf folgenden Woche nur eine Beisetzung. Sonst haben wir insgesamt mit den Kollegen 6-8 Bestattungen in der Woche.“
Weiterhin ist es so, dass die Medien anderen Veröffentlichungen in nichts nachstehen wollen. Da wird dann gerne mal berichtet, das Krematorium in XYZ habe sogar ein Kühlzelt aufstellen müssen, um der vielen Hitzetoten Herr zu werden. Gar nicht erwähnt wird in dem Bericht, dass in diesem Krematorium derzeit planungsgemäß ein Ofen abgeschaltet ist, weil er renoviert werden muss.
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an ein Schlagwort aus der Corona-Zeit: Übersterblichkeit.
Damit bezeichnet man die Zahl der Verstorbenen, die über der Zahl der üblicherweise verstorbenen Menschen liegt.
Wenn also sonst in einem Zeitraum 100 Menschen sterben und im selben Zeitraum eines anderen Jahres 130, dann haben wir eine Übersterblichkeit von 30 Personen.
Wir müssen also bis ins nächste Frühjahr abwarten, um feststellen zu können, ob und eventuell wie viel die Übersterblichkeit in diesem Jahr ausgefallen ist.
Erst dann können wir sagen, ob die Hitzewelle tatsächlich zu mehr Toten geführt hat, als es in anderen auch kühleren Jahren der Fall war.
Derzeit können wir nur sagen, dass es offenbar mit großen regionalen Unterschieden, vor allem in den Großstädten, eine Häufung von Aufträgen bei ganz bestimmten Bestattern gegeben hat.
Auch wenn es kein schöner Satz ist, der oben gesagte Satz trifft es ganz gut: Dass die Hitze oft genug gerade denen jetzt den Rest gibt, die ohnehin früher oder später gestorben wären.
Mit anderen Worten: Wir wissen, dass wir eigentlich gar nichts wissen.
Fakt ist, dass durch die Hitze Menschen sterben.
Würde mehr darauf geachtet, dass Alte, Alleinlebende und Schwache ausreichend trinken, könnten viele Todesfälle derzeit vermieden werden.
Gäbe es mehr Klimaanlagen, müssten derzeit nicht so viele Menschen sterben.
Ob es aber tatsächlich eine Welle von Verstorbenen gibt, die Krematorien, Friedhöfe und Bestatter über ihre Grenzen hinaus belastet, bleibt fraglich.













Man könnte auch ganz fies sagen „wenn heute die Menschheit ausstirbt, dann ist nicht ein Mensch mehr gestorben als sowieso mit der Zeit gestorben wären“
Fand es auch zur Coronazeit schon schwierig wo viele versucht haben den Ernst der Lage über die Zahl der Toten zu vermitteln. Als meine Oma an Schnupfen, Erkältung, grippaler Infekt, Grippe oder sonst was gestorben ist, hat das keine Sau interessiert… hat die Grippe aber nen Namen, da drehen se alle am Rad. Hab immer geunkt „so lange die Leichen nicht wöchentlich zur Abholung am Straßenrand deponiert werden, gibt es keinen Grund zur Panik.“
Genau. Es geht nicht darum, ob jetzt viele sterben, sondern darum, ob auf Jahressicht das wirklich ein paar tausend Tote allein durch die Hitze waren.
Es sterben durchschnittlich jede Woche zwischen 17.000 und 19.000 Menschen in Deutschland. Wenn das RKI jetzt von 4.000 Toten durch die Hitze innerhalb von ein bis zwei Wochen spricht, ist das einfach keine Größe, die sich zu irgendwas in Bezug setzen lässt.
Und selbst am Jahresende muss man dann noch den demographischen Wandel abwarten und in ein paar Jahren kann man dann wirklich rückwirkend schauen ob das Jahr 2026 ein Ausreißer war oder nicht… alles andere sind wilde Behauptungen…
Es ist sicherlich schwer „Hitzetote“ richtig zu beziffern und einzugrenzen! Fakt ist im KH gibt es wesentlich mehr Notfälle aller Altersklassen, Hitzschlag, Herz Kreislaifversagen, unnötig extreme Sonnenbrände, Dehydrierung usw. Das ist normal. Und Ja klar sterben grade ältere, vorerkrante Menschen dann schneller! Aber auch eben jüngere vorerkrante Menschen.
Sehr, sehr viele Menschen wohnen in miserabel isolierten Wohnungen, vernünftige Klimaanlagen sind nur für gutverdiendende erschwinglich! Und alle betroffenen Personen sind bei 38°-40° an ihr körperliches Limit gekommen (incl mir) und „wir“ werden beim nöchsten Mal wieder in unseren schäbigen Mietbuden durchgekocht… Die Vermieter werden ganau nix an ihren Häusern machen, außer pünktlich die Miete zu erhöhen.
Dehydratation ist nach meinen Beobachtungen eine der häufigsten Todesursachen bei sehr betagten Menschen und vor allem bei Personen, die zu Hause gepflegt werden.
Ich habe es miterlebt, wie ein sehr betagter Verwandter sich um seine pflegebedürftige Frau kümmerte. Es war ein Kampf den ganzen Tag lang, um die Frau dazu zu bewegen, wenigstens ansatzweise das Erforderliche zu trinken.
Was das Wohnen anbetrifft, so wohnen ja nicht alle Menschen unter den von Dir beschriebenen Verhältnissen, wo man „in schäbigen Mietbuden durchgekocht wird“.
Ja, es gibt mit Sicherheit Menschen, die da wo sie wohnen, wohnen müssen, weil sie keine Alternative haben und nichts anderes finden.
Aber egal wo ich mich in meinem sehr großen Bekanntenkreis umschaue, ich finde niemanden, auf den das zutreffen würde. Im Grunde haben sich die Menschen ihre Wohnungen nach teils langer Suche selbst ausgesucht, weil sie ihren Anforderungen entsprachen und weil sie die Wohnungen schön finden.
Die lange Dauer der Mietverhältnisse spricht auch dafür, dass die Menschen da gerne wohnen.
Nun leben wir aber in einer Region, in der seit Jahrhunderten der Schutz vor Kälte ganz oben auf der Prioritätenliste stand. Heizungen sind bzw. waren das A und O.
Auf die veränderten Bedingungen durch das Wetter müssen sich alle erst einstellen.
Ich beobachte eine gewisse Zurückhaltung bei der Anschaffung von Klimaanlagen. Ihnen hängt noch der Ruf an, sie seien extrem teuer in der Anschaffung und im Betrieb. Verglichen mit früher stimmt das aber so längst nicht mehr.
Ein bißchen Schuld an diesem Umstand haben aber auch die Unternehmen, die so etwas liefern und einbauen. Während man sehr gute Klimaanlagen schon für 700 bis 1500 Euro kaufen kann, bieten die Profis nur Anlagen großer Hersteller zu absolut überzogenen Preisen an. Einem Nachbarn wurde erst jetzt von einer Fachfirma ein Angebot über 12.000 Euro für den Einbau einer simplen Split-Anlage unterbreitet.
Er hat dann selbst eine Anlage einer renommierten Marke gekauft und von einer Türkenfirma einbauen lassen, alles zusammen für 1.800 Euro.
Im Sommer ist halt irgendwann die Wärme im den Mauern, genauso wie im Winter die Kälte.
Meine Überlegung ist aber die: wenn wir irgendwann alle eine Klimaanlage haben sollten – woher soll dann der ganze Strom kommen??
Aus der selben Richtung, von der Sonne… wir müssen unsere ungenutzten Dachflächen mit Photovoltaik ausstatten und sauberen Strom in rauen Mengen produzieren, dann ist der Wirkungsgrad von Stromspeichern, Heizungen, Klimageräten und Fahrzeigen plötzlich zweitrangig…
… und damit noch weiter die lokalen Temperaturen erhöhen, ja klar.
Miss mal die Oberflächentemperatur eines Paneles bei Volleinstrahlung. Da bist du leicht bei 100 Grad. Und dann denk weiter was das bei einem Solarfeld macht. Eine riesige Hitzeglocke.
Nebenan noch ein Propellerfeld, das die natürliche Luftbewegung massiv reduziert und schon gehts in Richtung Hitzestau.
(Energie geht nicht verloren, sie wird umgewandelt. (Bewegungsenergie in elektrische/mechanische Energie))
Aber wir haben ja jetzt Strom für Klimaanlagen, um das wieder auszugleichen, für die, die es sich leisten können.
Es geht vorwärts … nur noch einen Schritt …
Ein Dach in praller Sonne ist auch nicht kalt, sondern kann zum Braten verwendet werden. Dass das Solarpanel eine höhere lokale Temperatur verursacht, wäre zumindest dann korrekt, wenn die Energiemenge, die durch niedrigeren Albedowert (eines Solarpanels verglichen mit dem einer durchschnittlichen innerstädtischen Dachfläche) zusätzlich nicht reflektiert wird (also zusätzlich -lokal- ins System eingetragen wird), höher ist als die in elektrische Energie umgewandelte Energiemente (also zusätzlich -lokal- entnommen wird). Möglich, dass das so ist. Haben Sie Zahlen?
Nein, Zahlen habe ich selbst nicht und kann auch mit dem „Albedowert“ nichts anfangen.
Ich kann aber zwei Artikel von Frank Hennig zur vorurteilsfreien Lektüre anbieten. Frank hat einiges für mich nachvollziehbar vorgerechnet. Die Links zu tichyseinblick, dort als Kolumne, setze ich aber nicht, das ginge Tom bestimmt zu weit. Das Thema Spiegelnde Plattenheizkörper im Sommer entfernt sich zu sehr vom Ursprungsthema der Überschrift.
Albedo ist das relative Maß der Reflektion – perfektes Schwarz ist 0, perfekter Spiegel ist 1. Ein Solarpanel ist umgangssprachlich schwarz, reflektiert also kaum – wird aber nicht so warm wie eine schwarze Fläche anderen Materials, da einfallende Energie teilweise als elektrische Energie abgeführt wird.
Habe eben paar typische Werte rausgesucht. Roter Ziegel (der zumindest hier häufig ist und auf Dächern nun mal durch Solarpanele überbaut wird) reflektiert ca. 10-30% des Sonnenlichts, ein Solarpanel viel weniger (deutlich näher an 0%), wandelt aber ca. 20% (teilw. mehr, aber Wirkungsgradverlust bei höheren Temperaturen als 20°C) des eintreffenden Sonnenlichts in elektrische Energie um. Grob überschlägig scheint sich das also die Waage zu halten.
Mit anderen Worten – für die Erwärmung des Planeten insgesamt ist es vmtl. nachteilig, weniger Licht zurück in den Weltraum zu reflektieren (wenngleich wir uns damit CO2-Emissionen ersparen, die dann für immer temperaturerhöhend wirken, ohne dass wir daraus nochmal Elektroenergie gewinnen könnten – bei gleicher Temperaturerhöhung also lieber Solarpanele als CO2-Ausstoß). Lokal dürfte es aber keinen Unterschied für die Lufttemperatur ausmachen, ein (bspw.) rotes Ziegeldach mit Solarpanelen zu belegen.
Ein Solarfeld auf die grüne Wiese an der Autobahn zu stellen ist sogar noch günstiger für den zusätzlichen Energieeintrag (d.h. weniger schlimm als aufs Dach), denn Wiese, Wälder usw. haben einen geringeren Reflektionsgrad für Sonnenlicht als ein Dach (ist auch logisch, denn das Ziel der Pflanze ist ja gerade die Verwertung des Lichts). Das erscheint nicht einleuchtend, denn eine Wiese ist typischerweise kühler als ein Solarpanel – aber das liegt am Wasser, das dann eben verdunstet und damit kühlt, was ein Solarpanel nicht tut. Interessiert neben der Autobahn aber auch niemanden.
Bei Gelegenheit gehe ich mal die Artikel suchen – aber weiß jetzt, dass der lokale Effekt größenordnungsmäßig nicht sonderlich relevant sein kann.
Naja, bei Ziegeldächern vielleicht nicht so, aber diese Solarfelder sind deutlich messbar für das lokale Klima. Nebenbei geht viel landwirtschaftliche Nutzfläche verloren. In naher Zukunft gibt es dafür ersatzweise preiswerte Labornahrung.
Das ist wiederum praktisch, um den Bogen zum Thema zu bekommen, für Altenheime – ein Bissen und alles dabei, zum Wiederaufpäppeln kurz vor dem Hitzetod. Gruselig, wie ich finde.
Ich laufe nicht über die Dächer… die Wärme darf gerne nach oben gen Himmel abgestrahlt werden. Die Energie trifft die Oberfläche so oder so, Energie bleibt wie erwähnt erhalten… und wenn sie nicht reflektiert wird, dann geht sie ins Material… außerdem bleibt das Haus darunter dafür schon etwas kühler wenn es aufgedoppelt installiert wird… von Windenergie halt ich relativ wenig, aber der Mix macht es… alles besser als Atom/Gas/Kohle…
Ich bin Geisteswissenschaftler und kein Physiker.
Aber bei mir knallt die Sonne auf ein großes Flachdach. Nach meiner Vorstellung könnte ich diese Fläche gut für Solarpanels nutzen.
Von meinen Asienreisen kenne ich die auf Autos montierten Tropendächer. Bleche mit einigen Zentimetern Abstand zum normalen Dach. Die Abschattung soll eine noch stärkere Aufheizung des Fahrzeugs verhindern.
Wäre das nicht bei einem Solardach auch so? Und würde ich dann nicht zusätzlich noch Strom produzieren?
Ich erkenne den Punkt nicht, an dem das Solardach zu einer zusätzlichen Aufheizung führen soll.
Ob ich die Spiegeleier nun auf dem Blechdach oder den Solarpanels braten könnte, ist doch egal.
Ich sehe keine Konstellation in der eine Photovoltaik das Gebäude unter sich zusätzlich erwärmt, das abschatten ist da viel entscheidender, genau wie der Energieerzeugung der als Strom abgeführt wird. Außerdem dürften Dachziegel dann deutlich länger halten. Spannend wird es in Zukunft noch wenn Dächer direkt mit Modulen „gedeckt“ werden und die Ziegel als zweite Schicht entfallen.
Naja, was heißt Expertise, hab nen techniker und an der Schule in einigen Projekten mit Photovoltaik gerechnet… hab da jetzt auch keine Zahlen/Formeln mehr im Kopf, aber was bleibt ist ein relativ gutes Gefühl zur Abschätzung… spannend finde ich z.b. auch die Thematik das es Module gibt die weit über 20 Jahre alt sind und immer noch entspannte 80% der ursprungsleistung liefern, sprich das unangenehme Thema Ressourcen, muss in den kommenden Jahrzehnten anders gewertet werden… der Clou wird sein einfach die Energie zu ernten, diese möglichst simpel/kostengünstig/umweltschonend zu speichern (ggf. umwandeln in Wasserstoff), und so die schlechten Wirkungsgrade erträglich zu machen…
Pumpspeicherwerke zum Beispiel.
Mach dich doch bitte erst mal schlau über Wasserstoffproduktion, Lagerung, Handel und Wirkungsgrad, einfach die Wasserstoffwertschöpfungskette. Nicht unmöglich, aber völlig unökonomisch.
Wieviel Strom durchgängig für die Elektrolyse gebraucht wird, Speicherbedingungen und Verbrennung … leider nur unter Experten wohl bekannt. Wasserstoff ist ein offizielles Dogma.
Um jetzt krampfhaft den Bogen zum Thema Hitzetod zu bekommen, lasst uns wieder Erdlöcher und Höhlen bewohnen, dort gibt es stabile Temperaturen. Die Sprache entwickelt ja sich schon zurück zu Grunzlauten und Abkürzungen, die Literatur zur Bildersprache, und unter zerfetzter Kleidung die Kriegsbemalung auf der Haut, passt alles zum Trend. Kaum noch Hitzetote.
Wasserstoff ist als Treibstoff für Autos ungeeignet… es gibt aber experimentellen Hausanlagen die mit relativ lausigen Wirkungsgraden laufen, aber bevor man den Strom gar nicht speichert, ist das ja gar nicht so verkehrt, zumal es nicht ewig viele Ressourcen braucht und quasi umweltneutral zu verarbeiten ist.
In Gasnetzen für Heizungen wird auch schon lange mit Wasserstoff experimentiert, und das wohl recht erfolgreich. Grünflächen für Solar zu nutzen ist Quatsch, wir haben genug Häuser und Hallendächer. Und wenn der Strom im Überfluss produziert wird, ist die Effizienz der Speicherung nur noch zweitrangig und mit den Jahren sicherlich lösbar. Und dann kommt man eben zu einer guten und klimaneutralen Klimatisierung der innenräume, wenn du den Bogen nochmal zum Anfang geschlagen haben willst.
Ich halte das für zu kurz und oberflächlich gedacht.
„…alles besser als Atom/Gas/Kohle…“, ja wenn du das sagst, wird es schon stimmen. Ich lese fundiertes Hintergrundwissen heraus und werde vielleicht deinen Glauben annehmen.
Na aus der Steckdose, du Dummerchen.
scnr
Ich habe in dieser heißen Zeit mittags in der „Knallhitze“auch einige betagte Spaziergänger und Radfahrer gesehen…nun jeder wie er will…
Dass die da schon wieder wach sind? Ich meine, die müssen doch morgens um sieben schon beim ALDI vor der Tür stehen…
Zu den „tausenden Hitzetoten“ kommen dann noch völlig unerwartet viel mehr Motorrad-Unfälle im Sommer als im Winter, und demnächst wird eine Studie veröffentlicht, die offenlegt, daß das Tanken an Autobahnraststätten teurer ist als in den Städten…
Ja, die Hitze gibt sicher Menschen, die schon – durch was auch immer – schwer angeschlagen sind, noch einmal einen Schlag obendrauf. Und wie der Kollege sagt: „Die fehlen dann im Herbst.“
Allein die Hitze dürfte kaum einen sonst gesunden Menschen, der verantwortungsbewußt damit umgeht, aus dem Sattel hauen.
Antwort auf Kommentar #comment-591757, da dort z.Zt. kein Antwortlink eingeblendet ist:
Strom im Überfluß, aber nicht mit Solar und Propeller. Wenn schon, dann ist die Speicherung und deren Effizienz vorher zu perfektionieren.
Äähm, nicht das wir aneinander vorbeireden, ich meine keine Insellösungen für Berghütten, Häuser im „nirgendwo“ oder ähnliches. Das mag funktionieren, nicht aber ein ganzes Industrieland.
Klimaneutralen Klimatisierung, ja-ja, mach nur, … irgenwie habe ich das Gefühl, mit einem Fernseher zu kommunizieren.
Ich respektiere deinen Glauben, sehe das aber dennoch etwas anders.
Hitzetote ist ohnehin ein seltsam variables Wort, jeder versteht etwas anderes darunter. PS, es soll auch Dunkeltote geben, nämlich diese jene welche bevorzugt nachts in dunklen Räumen versterben.
Wie bei so vielen Begriffen, die in der heutigen Zeit verwendet werden, sollte man immer erst vorher definieren, was alle Gesprächspartner gemeinsam darunter verstehen. Wie in der Mathematik.
Das ist aber nunmal nicht die natürliche Entwicklung der Dinge… Effizienz und Rentabilität steigt erst mit der Verbreitung… sprich wir müssen erstmal genug überschüssigen Strom im Netz haben, damit die Industrie die Lösungen entwickelt/liefert. Aufgrund von Hoffnung wird da nichts entwickelt, geschweige denn gebaut.