Gedenkkerzen

Eine sehr hübsche Idee entdeckte ich bei der Betriebsbegehung in einem Bestattungshaus im Schwäbischen. Der Kollege hatte mich gebeten, seine betrieblichen Abläufe einmal von außen unter die Lupe zu nehmen, um etwas die Betriebsblindheit abzuschütteln.
Es ist gerade bei Bestattern so, daß man manches seit Generationen so macht und nie über den Tellerrand hinaus schaut. Da hilft einem ein neutraler Begutachter oft sehr schnell und sehr viel weiter.

Bei diesem Kollegen entdeckte ich diese Gedenkkerze:

Ich lege noch ein besseres Foto nach:

Eine dieser Kerzen konnte er mir mitgeben und es liegt nur daran, daß ich sie im warmen Auto liegen gelassen habe, daß die Schrift so ein bisserl schief geworden ist. Anfangs sah sie wesentlich besser aus.

Geliefert werden diese Kerzen mit Wunschmotiv und dem Namen des Verstorbenen und dessen Lebensdaten. Sie sind hübsch in Cellophan mit Geschenkband verpackt.
Der Bestatter bestellt für jeden einzelnen Sterbefall eine solche Kerze und schenkt sie nach der Beerdigung den Angehörigen.
Damit rechnen die Familien nicht und sind immer sehr angenehm überrascht. Da fließen viele Tränen der Dankbarkeit und eine solche Kerze hilft ganz sicher mit, daheim noch etwas dem Verstorbenen gedenken zu können und mit dem Abbrennen und Kleinerwerden der Kerze geht dann auch der Verstorbene symbolisch Stück für Stück und ganz allmählich.

Ich finde diese Idee ganz großartig und habe mir extra die Adresse des klitzekleinen Familienbetriebes geben lassen, der diese Kerzen für einen wirklich absolut annehmbaren Preis herstellt.

Allen Kollegen, die hier mitlesen, kann ich nur ans Herz legen, diese Idee einmal aufzugreifen.
Die Adresse gebe ich auf Anfrage gerne weiter.

Kein Kommerz! Ich verdiene da nix dran! Dauerneider einfach Maul halten!

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  • Veröffentlicht am: 9. März 2011
  • 14 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Branche/Kommune

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

14 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Ich würde mich gar nicht trauen so eine schöne Kerze dann abzubrennen. Eher würde diese in Gedenken einstauben hier. :)

  2. @1: Dem kann man als Bestatter gut entgegenwirken, indem man die Kerze brennend auf einem kleinen Tischchen präsentiert und dann in angebranntem Zustand den Leuten mitgibt.

  3. Ich melde mich per Mail bei Dir. Die Idee ist grandios!
    Ich lasse mir hinten noch das Logo meines Hauses klein darauf machen, das geht bestimmt.

  4. Warum magst Du die Adresse nur per Email weiter geben? Auch für Nicht-Bestatter ist das doch eine wunderschöne Idee, wenn man Einzelstücke erwerben kann.

  5. Als Frau üwrde ich sagen– das qietschgelbe ringelband an der Kerze wirkt ein bisschen billig.- ansonsten nette idee.
    Ich würde sie auch anzünden und nach der Zeremionie mitgeben- das wirkt authentischer weil die Kerze dann an der Trauerfeier beteiligt war.

  6. Als 2007 die Mutter unserer Nachbarin gestorben ist, hat sie (die Tochter) so eine Kerzen von ihrem Bestatter bekommen.

  7. Tom geht jetzt nicht mehr ohne seinen Talisman >Meeresgetier bewaffneten Afrikaner< aus dem Haus, wie man im Hintergrund erkennt.

  8. Meine Nachbarin und beste Freundin stellt auch wunderschöne Kerzen her. Allerdings nicht mit den hier gezeigten Motiven. Dafür haben meine Frau und ich eine tolle Kerze zur Hochzeit bekommen („mit Lifetime-Abo, wenn du eine fast abgebrannt ist gibts ne neue oben drauf“). Ansonsten dominieren bei ihr Bäume und Efeuranken, Einhörner und ähnliches. Total schön. Vor einiger Zeit wollte sie versuchen die Kerzen zu verkaufen, nur war niemand bereit mehr als 5 Euro für eine Kerze zu zahlen, sehr schade. Denn wenn man drei Stunden daran sitzt und noch Arbeitsmaterial zahlen muss reichen die 5 Euro oft nicht einmal für das Wachs..

  9. eine wirklich ganz tolle idee, glaube ich gerne, daß da dann nochmal die tränen vor rührung und dankbarkeit fließen, wenn die angehörigen diese überreicht bekommen. die idee, die kerze im brennenden zustand zu übergeben finde ich übrigens sehr gut !

  10. Computerfuzzi – echt nicht? Sowas. Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass unsere Hochzeitskerze nicht ganz billig war (irgendwas um die 40 Mark damals glaube ich), und wir haben das gerne gezahlt. Die Taufkerze vor etwa 2 Jahren hat um die 30 Euro gekostet. Das fand ich zugegeben eher teuer, aber auch hier – wie oft hat man sowas? Dann gerne etwas, was allen wichtigen Personen gefällt und auch mal ein paar Euro mehr kostet.

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