Netz um die Urne

Erstmal tolles Blog, bin hier (fast) täglich am reinschauen… Weiter so ;-)

So: Wenn wir schon bei Fragen sind, hätte da auch mal eine:

Ich war letzt bei ner Urnenbeisetzung in der Mauer dabei. In dem “Mauerfach” stand schon eine andere Urne (die des Mannes der Verstorbenen), allerdings war diese in einer Art Netz (sah so ähnlich aus, wie ein Netz in dem Orangen/Zitronen/Zwiebeln verkauft werden, nur schwarz und ja ich weiß, komischer Vergleich *g*). Jetzt ist die Frage, wozu ist sowas gut und passiert das mit jeder Urne?

Erstmal danke für Dein Lob :-)

Was Du da beschreibst ist in meinen Augen ein klassischer Beisetzungsfehler.

Um eine Urne in das Erdloch abzusenken, befinden sich auf beiden Seiten üblicherweise zwei kleine Knöpfe oder Schlaufen. An diesen kann man beidseitig eine Schnur aus der Überurne herausziehen und an diesen die Urne ins Loch absenken.

Manche Urnen und insbesondere die reinen Aschenkapseln haben keine solche Beisetzungshilfen. Hier verwenden die Friedhofsmitarbeiter eine Art Netzschlauch. Er ist, wie Du korrekt beschreibst, einem Zitronennetz nicht ganz unähnlich. Das etwas flexible Material ist dunkel, auf einer Rolle und wird stückweise abgeschnitten, unten zugeknotet und da hinein gibt man die Urne. Mithilfe dieses Netzes wird die Urne dann in die Erde versenkt. Geschickte Friedhofsmitarbeiter bringen es fertig, sich dann hinunterzubeugen und mit einem Handgriff das Netz zu entfernen, oft wird das aber auch nicht gemacht oder erst später, wenn die Angehörigen weg sind.

Das alles bezieht sich auf eine Beisetzung der Urne im Erdreich. Um die Urne in eine Urnenwand einzustellen, bedarf es einer solchen Beisetzungshilfe nicht. Wieso auch? Es gibt kein Loch, in das man die Urne ablassen müsste.
Dass diese im vorliegenden Fall dennoch benutzt wurde und dann auch noch nicht einmal entfernt wurde, ist für mich eher in den Bereich der Nachlässigkeit des städtischen Personals einzuordnen.

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  • Veröffentlicht am: 14. August 2007
  • 6 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
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Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

6 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Danke erstmal für die rasche Antwort! :-)

    hm… ist ja irgendwie schon komisch, dass das Netz dann nicht mal abgemacht wurde, nachdem die Mauer nochmal geöffnet wurde. Schade eigentlich, vor allem, weil das ja für alle Angehörigen auch sichtbar war.

  2. Könnten da die Angehörigen sich nicht an die Friedhofsmitarbeiter wenden das die das bitte ab machen?

  3. Wenn ich das richtig verstanden habe, befindet sich die Urne in einer Mauer, deren Öffnungen mit den Urnen durch eine Platte verschlossen ist. Ich würde klären, wer die Platten anbringt, ob das evtl. der Steinmetz macht oder die Friedhofsleute. Dann würde ich zwanzig Euro winken lassen und meine Bitte vortragen.

    Man könnte auch fragen, ob Einwände dagegen bestehen, dass man das selbst macht, sofern sich die Platten problemlos abnehmen lassen.

    Eventuell geht der Friedhofsmann einfach mit und macht das eben.

    Auf jeden Fall bringt hier der "kleine Dienstweg" mehr, als eine offizielle Beschwerde.

  4. Dankeschön! Ich werd das mal so an nen Angehörigen weitergeben, da ich selbst eigentlich nur als "Unterstützung" für nen guten Freund dabei war.

  5. Mich interessiert, wie Du mit dem Tod umgehst.

    Glaubst Du, dass Du anders über den Tod denkst als Deine Mitmenschen?

    Simon

    Ps. Dein Blog ist spizzze!

  6. Ich hab letztens einer Urnenbestattung beiwohnen duerfen, als die Urne mit so einer Art ueberdimensionaler Bratzange, die man mit zwei Haenden bedienen musste, in der Erde versenkt wurde.

    Der Moeglichkeiten scheint es einige zu geben…

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