Was soll ich tun wenn der Bestatter die Sterbeurkunde zurückhält?

Wir haben ein großes Problem, Herr Wilhelm, bitte helfen Sie uns!
Einen Tag vor Weihnachten ist mein Vater verstorben. Meine Schwester und ich waren dann beim Bestatter und haben dort den nötigen Auftrag erteilt.
Wir stammen aus der Arbeiterschicht, haben kein Vermögen und einige meiner Geschwister beziehen Hartz IV.
Direkt einen Tag nach Weihnachten waren wir auf dem Amt und schilderten unsere Lage. Die Sachbearbeiterin war sehr nett. Wir sollen einen Auftrag für eine einfache Bestattung erteilen, der Bestatter wisse dann schon Bescheid. Würdevoll darf sie sein, aber nicht von den Kosten her ausufern.
Dann sind die Chance größer, sagte die Frau, daß die Kosten übernommen werden. So wie sie die Sache sehe, käme keiner von uns für die Übernahme der Kosten in Frage und das Amt würde das voraussichtlich übernehmen.
„Bleiben Sie mit den Kosten auf dem Teppich, falls doch keine Kostenübernahme erfolgt, haben Sie dann nicht so einen großen Batzen zu bezahlen.“

Beim Bestatter erlebten wir dann unser blaues Wunder.
„Nein, so geht das nicht. Bis die vom Amt das endlich bezahlen, sind 6-9 Monte rum und ich kann auf meine Kohle warten. Und dann schickt einer von euch seine Papiere nicht hin oder vergißt die Hälfte und ich kann dann noch länger warten. Am Ende seid ihr noch Sozialbetrüger.
Ihr habt drei Möglichkeiten:
Entweder ihr findet einen, der eine gute Bonität hat, dann kann ich den Auftrag über meine Factoring-Bank laufen lassen und ihr zahlt das dann in Raten an die zurück.
Oder ihr legt mir sofort die 1.380,- Euro hin, dann ist alles gut, das wäre mir am liebsten, man kennt euch Brüder ja. Oder, dritte Möglichkeit, ihr schlagt einfach die Bestattung aus, dann melde ich das dem Ordnungsamt und die bestatten dann von Amts wegen. Sucht’s euch aus!“

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Ich wünsche Euch ein schönes Jahr 2017

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Leser, allen Faninnen und Fans ein frohes und erfolgreiches Jahr 2017.

Es mag an meinem Alter liegen, aber in der Rückschau kommt es mir so vor, als sei selten ein Jahr so schnell vorüber gegangen, wie das letzte.
Man sagt ja, daß diese Wahrnehmung bei Älteren so sei.

Viele Projekte konnte ich im vergangenen Jahr erfolgreich beenden, neue stehen für 2017 auf dem Plan.
Eine ganz besondere Herausforderung ist meine Tätigkeit als Chefredakteur einer Branchenpublikation für Bestatter.
„Bestatter heute“ heißt das Blatt und erscheint 14tägig. Also nicht einmal im halben Jahr, sondern zweimal im Monat. Man kann sich denken, daß das viel Arbeit ist, und ich sehr viel Zeit dafür aufwende.
Um mich dieser Aufgabe besser widmen zu können, habe ich meine tägliche Kolumne für die Solidar-Sterbegeldversicherung namens „ehrensacheblog“ zum Jahresende eingestellt.
Den ehrensacheblog gibt es noch weiter, aber er wird jetzt nicht mehr von mir geschrieben, sondern von einer Agentur oder Redaktion.

Mit Speck fängt man Mäuse.
Mit Dreck bekommt man nur Läuse!

Im vergangenen Jahr hatte ich sehr viele Auftritte in ganz Deutschland. Einen kleinen Teil davon habe ich ja jeweils in der Seitenleiste des Bestatterweblogs angekündigt.
Angekündigt werden können nur die Auftritte, die öffentlich sind, bzw. bei denen es Karten im freuen Verkauf gibt. Wenn ein Verein, eine Firma oder eine Institution einen Auftritt bucht, ist der eingeladene Personenkreis meist fest umrissen und es können keine weiteren Besucher kommen.
Auch in diesem Jahr wird es wieder Auftritte von mir geben; ich werde mich bemühen, daß etliche davon öffentlich sind.

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich auch mit dem Bereich Technik und Produkttests. Viele dieser Technik-Besprechungen erscheinen in meinem anderen Blog, dem Dreibeinblog.de. Schaut gerne auch mal da vorbei. Da gibt’s immer auch mal Videos mit dem lieben Onkel.

Das Bloggen wird 2017 wieder mehr im Mittelpunkt stehen. Im vergangenen Jahr mußte ich alle Blogs leider etwas vernachlässigen.
Aber auch meine Tage haben nur 24 Stunden und das letzte Jahr hat mir im Schnitt täglich 12-14 Stunden Arbeit beschert. Da muß leider vieles, das ich lieber oder auch noch machen möchte, liegen bleiben.

Im Moment arbeite ich an mehreren Büchern gleichzeitig.
Von „Gestatten, Bestatter!“ wird eine überarbeitete und ergänzte Neuauflage erscheinen, zu „Zum Hieressen oder zum Mitnehmen?“ wird neu erscheinen und zu diesem Satireband wird auch der zweite Band auf den Markt kommen.
So gut wie fertig ist der Thriller „Blut – Süße Tropfen des Todes“.

Bis zum 15. Januar 2017 mache ich noch ein wenig Urlaub zu Hause. Danach geht’s wieder richtig los.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch in diesem Jahr wieder aufmerksam meine Arbeit verfolgen würdet. Ich bin sicher, daß wieder für jede und jeden etwas dabei sein wird.

Euer

Peter

Die Muräne und der Heuschnupfen

Eine Geschichte von Leser Josef, der das so erlebt hat:

Ich möchte es vorweg sagen, ich schreibe diese Geschichte nicht, um Mitgefühl zu erregen.

Es geht mir darum, die Situation eines Hartz-IV-Empfängers aufzuzeigen. Ich erzähle das auch, damit alle die noch nie davon betroffen waren, eine Vorstellung bekommen.

Ich habe gerade meine Frau verabschiede: Die Glückliche, sie geht zur Arbeit.
Ich hingegen erledige zu Hause den Abwasch. Danach schaue ich, wie jeden Tag, auf der Seite der Agentur für Arbeit nach Stellen. Die gibt es nicht.
Leider bin ich keine 24 Jahre mehr alt, habe keinen Bachelor und bin auch nicht der Richtige für eine kreative Teamarbeit in einem jungen Startup in Potsdam.
Und was ein After-sales-Keyaccount-Supervising-Controller-Management-Assistant-Hero-of-the-Burgerbar ist, weiß ich auch nicht, ich möchte es auch nicht herausfinden.
Trotzdem bewerbe ich mich bei allen Stellen, die für mich auch nur im Entferntesten geeignet sein könnten.

Auf zu Feinkost-Albrecht. Da ist es günstig. Dort wo sie Lebensmittel lieben, kann ich schon lange nicht mehr einkaufen, da ist es zu teuer.
Als ich von ALDI zurückkomme, war der Brief Zusteller schon da. Die Klappe des Briefkastens wird an ihren maximalen Öffnungswinkel gedrückt, so dick ist der Briefstapel.

Es sind heute außergewöhnlich viele Absagen, fünf an der Zahl.

„Leider haben wir in unserem jungen, dynamischen und an maximaler Effizienz orientierten Team keine passende Stelle mehr für sie.“
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Alles Gute zum Fest

Liebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche Euch allen ein schönes Weihnachtsfest und ein paar besinnliche Tage.
Vielen Dank für Eure Treue in diesem Jahr und für den lieben Zuspruch.

Einen ganz herzlichen Dank an diejenigen, die mir ein Geschenk zugesandt haben oder eine kleine Spende übermittelt haben.

Das traditionelle Weihnachtsvideo im Bestatterweblog stammt auch in diesem Jahr wieder von den Puppeteers aus Dortmund.

http://puppeteers.de

Er will doch nur spielen – Hol’s Stöckchen! Liebster Award

Ich weiß gar nicht mehr so genau, seit wann ich eigentlich blogge. Die c’t schrieb neulich mal, ich sei ein Blogger Urgestein. Aber so alt fühle ich mich eigentlich noch nicht, um ein Urgestein zu sein.
Auf jeden Fall habe ich schon gebloggt, da gab es WordPress beispielsweise noch gar nicht, es muß also schon ziemlich lange her sein.
In der frühen Zeit der Bloggerei war es allenthalben üblich, sich Stöckchen zuzuwerfen. Ein Blogger machte etwas Ungewöhnliches oder schrieb über etwas Besonderes und warf dann die Aufgabe, ein Ebensolches zu tun, als Stöckchen einem anderen Blogger zu. Der tat ihm dann nach und verpflichtete auch wieder einen anderen usw.
Ich bin aus dieser Stöckchenwerferei ausgestiegen, als das Füße-Stöckchen die Runde machte, bei dem alle möglichen Leute und Leutinnen damals ihre Füße fotografierten. Nein, das war nicht schön, ich hatte sehr lange schreckliche Bilder im Kopf.

© Kumi 2016

Mittlerweile gibt es das nur noch selten, eher noch wird man für einen „Award“ nominiert, der dann auch wieder irgendeine Verpflichtung mit sich bringt.
Dieses Mal bin ich für den „Liebster-Award“ nominiert worden und zwar von Simon Segur.
Ich habe zwar vor zweieinhalb Jahren schon mal mitgemacht, aber warum nicht nochmal.

Er stellt folgende Fragen an verschiedene Blogger.


Glaubst Du an einen Sinn des Lebens?
Was war Dein schwierigster Moment in Deiner Blogger-Karriere?
Welche „Kunst“ betreibst Du neben dem Schreiben noch?
Welches Buch hat Dich in Deinem Leseleben am stärksten geärgert/genervt?
Kannst Du Momente benennen, die Dein Leben „wirklich“ verändert haben?
„Schreiben ist harte Arbeit.“ Wie sehr trifft das, auf einer Skala von 1 bis 10, auf Dich zu?
Welches Buch hättest Du gern geschrieben?
Hast Du schon bemerkt, wie Du Deinen Eltern ähnlich geworden bist oder denkst Du noch: Bloß nicht so werden wie die …?
Welchen unserer Planeten würdest Du am liebsten besuchen (inklusive Pluto, auch wenn der ja nicht mehr als Planet gilt)? Warum?
Wir scheinen uns, was die Schnelligkeit des Fortschritts angeht, geirrt zu haben. Orwell prognostizierte für 1984 den medialen Überwachungsstaat; Kubricks 2011 ist auch schon wieder seit 5 Jahren überfällig. In welchem Jahr werden wir wohl wirklich zu den Sternen reisen?
Welche drei Wörter unserer Sprache magst Du besonders gerne, welche drei nerven Dich?

Ich beantworte sie mal:
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Canon 500D ist weg

Die vor einigen Tagen hier angebotene Spiegelreflexkamera Canon 500D ist weg.
Vielen Dank für die Gebote.
Letztenendes habe ich mich entschieden, sie einer Leserin zu geben, die ein besonderes Fotohobby hat, nämlich sogenannte Lost Places zu suchen und zu fotografieren.
Außerdem habe ich beschlossen, weil bald Weihnachten ist, die Kamera zu verschenken.

Was soll ich mich bei Ebay mit den Leuten herumstreiten. Also lieber so weg und sich freuen, daß jemand sich wiederum über das Geschenk freut.