So habe ich das beim Bestatter erlebt

Gestern erreichte mich die lange Mail eines Lesers. Er schildert seine Erfahrungen mit dem Bestatter beim Tod seines Opas vor einigen Jahren.

Im Jahr 2007 starb mein Großvater. In meinen Augen viel zu früh, knapp einen Monat vor seinem 72. Geburtstag. Der Krebs ist und bleibt ein Arschloch… Ich bin im Haus meiner Großeltern aufgewachsen, zusammen mit dem Rest der Familie. Wir hatten ein großes Haus, 3 Etagen, etliche Zimmer, und da meine Familie polnische Wurzeln hat war es keine große Sache, das auch meine Urgroßmutter und Urgroßtante noch mit im Haus lebten, zusammen mit meinen beiden Onkeln, meiner Mutter, mir, einem ganz tollen Hund und einer Katze.

Erst zog der eine Onkel aus, dann der andere, und schließlich meine Mutter. Sie zog in einen anderen Stadtteil, ich war schon auf der weiterführenden Schule (die gleich ums Eck war) und somit stand der Entschluss, das ich dort wohnen bleibe. Mein Vater war zwar immer für mich da, aber da meine Eltern sich getrennt hatten und ich nur wochenweise oder wochenends bei meinem Vater war – immer wenn ich Lust drauf hatte – kam mein Opa quasi dazu, in die Vaterrolle zu schlüpfen. Ich nahm das nie so wahr, er war nunmal katholisch, und ich ein Rabauke. Selten gab es lobende Worte, aber mir war immer und zu jeder Zeit bewusst das er mir eigentlich täglich zeigte, wie lieb er mich hatte. Nur ich, ich selbst tat das nie, bzw. viel zu selten. Etwas, das ich bis heute sehr bereue. Nun kann man die Zeit schlecht zurückdrehen und sein eigenes Fehlverhalten korrigieren. Zwar war ich nie wirklich böse, fies und gemein, aber ich habe mich oft einfach nicht so verhalten, wie er es verdient hätte.

Nachdem die Diagnose „Prostatakrebs“ ihn ereilte beschloss die Familie, ihn nicht ins Hospiz zu bringen, sondern – wie meine Urgroßmutter und -tante vorher schon – ihn zuhause zu pflegen. Meine Oma als pensionierte Altenpflegerin, sowie meine angeheiratete Tante als Krankenschwester im Ruhestand haben das toll gemacht. Der mobile Pflegedienst, der täglich kam um zumindest die Morphiumspritzen zu verabreichen, tat sein Übriges. Aus den „zwei, drei Wochen“ die die Ärzte uns in Aussicht stellten wurden mehrere Monate. Monate, in denen ich oft an seinem Bett saß, seine Hand hielt und ihm einfach beim Schlafen, Dösen, und leider auch unter Morphiumeinfluss beim Halluszinieren zusah. Er magerte immer weiter ab, nahm kaum noch Nahrung zu sich, und schlief immer mehr.

Und wie das so ist: Das Leben schreibt seine eigenen, merkwürdigen Geschichten. Am 22. November saß ich nachmittags an seinem Bett, ausser mir war niemand im Raum. Ich war bedrückt, und wünschte mir innerlich, das er doch endlich für immer einschlafen würde, loslassen könnte, und sein Leid endlich ein Ende hat. Jedoch war es mir ein arges Bedürfnis, ihm auch endlich mal „Danke“ zu sagen. Für alles, was er in seinem Leben für mich getan hat. Er sagte in einem lichten Moment (das Morphium ließ ihm immer weniger Momente, in denen er nicht in seinen Tagträumen unterging) einige Tage vor seinem Tod, als er über die Familie sprach, das er sich freue seinen Vater bald wiederzusehen, unter anderem natürlich auch darüber das er stolz sei, was aus seinen Kindern geworden ist. Er kam dann auch auf mich zu sprechen. Ich hätte es ja auch nicht immer leicht gehabt, und ganz zum Schluss sagte er, er habe noch einen Sohn… Das war der Moment, in dem ich nicht mehr wusste wie ich überhaupt atmen soll. Dieser Satz, so gut er letztlich auch irgendwo tat, stich mir einfach nur ins Herz. Also sprach ich ihn nach mehrmaligen Durchatmen und kurzem Anhalten des Atems (mein kleiner „Trick“, um Tränen zu unterdrücken, sehr wirkungsvoll!) an, und es entwickelte sich ein kurzer Dialog, dessen genauen Wortlaut ich meinen Lebtag wohl nicht vergessen werde:

„Opa? Opa?“
„Ja?“ – er schreckte dabei regelrecht auf, wie jemand, den man aus dem Tiefschlaf reißt, jedoch ließ er die Augen dabei geschlossen.
„Ich wollte dir nur „Danke!“ sagen für alles…“
Er nickte nur ein Mal, kaum merkbar. Und sagte nur „Schon gut!“.

So war er… herzensgut, immer für seine Liebsten da. Und er wollte nie ein Dankeschön, für ihn war das alles immer selbstverständlich. Ich fuhr etwas später nach Hause. Spätabends klingelte dann mein Telefon: „Der Opa ist gestorben!“

Für mich ging die Welt unter. Mir wurde heiß und kalt. Seitdem lässt mich der Gedanke nicht mehr los das er nur darauf gewartet hat, das auch ich mich von ihm „verabschiede“, er vorher nicht loslassen konnte. Ich bin mir sicher: Jeder in der Familie hatte bis dahin schon die ruhigen Minuten, alleine mit meinem Opa genutzt, um auf seine Weise „Adé!“ zu sagen.

Sein Tod traf mich hart. Ich rutschte ab, mein Leben verlief wie hinter einem grauen Schleier, mir wurde alles auf einmal völlig egal. Ich verlor sogar meine Wohnung… Erst mit fremder Hilfe kam ich letztlich wieder auf die Beine, habe mein Leben wieder (und besser!) im Griff als vorher, habe einen tollen Job und bin inzwischen verheiratet. Mein Opa war der erste enge Angehörige, mit dessen Tod ich mich bewusst auseinandersetzen musste. Zwar standen mir auch meine Urgroßmutter und -tante nah, aber ich war 12 bzw. 14 Jahre alt, als sie starben. Ich trauerte natürlich, weinte, aber nahm die Trauer nicht wirklich wahr. Diese ganzen Gedanken drumherum – die hatte ich einfach nicht.

Die Zeit zwischen seinem Tod und dem Ende der Beerdigung ist der Grund, warum ich das Unternehmen hier in unserer Stadt gerne empfehlen möchte. Das Institut hatte bereits meine Ur-Vorfahren bestattet, und daher riefen wir dort natürlich auch wegen meines Opas an. Man beschloss – vllt. auch weil meine Großmutter die Frau des Chefs kennt, woher auch immer – dazu, meinen Opa erst am nächsten Morgen abzuholen. So verbrachte die halbe Familie die Nacht im Haus, hielt Totenwache, nahm Abschied, und am nächsten Morgen kam dann die Chefin zu uns für die Formalitäten. Das Beratungsgespräch fand parallel zur Abholung statt. Was mir im Nachhinein erst wirklich bewusst wurde war die Tatsache, das man meine Oma ganz bewusst „aus dem Zimmer“ haben wollte. Sie hatte bis dahin nicht viel geweint. Als man nun meinen Opa abholte und sie in die Küche zum Gespräch lotste, brachen die Tränen aus ihr raus. Die Fahrer hatten die Türen geschlossen und den Blick auf den Leichensack so verwehrt. In dem Moment wohl das Beste, was sie tun konnten.
Das Gespräch selbst wurde sehr, sehr ruhig geführt. Zu keinem Zeitpunkt wurde meine Oma (Onkel, Tante und ich saßen daneben) irgendwie dazu gedrängt, irgendeinen Sarg oder eine Urne auszuwählen. Vor- und Zurückblättern war kein Problem. Die Dame gab Empfehlungen, ließ aber keinen Zweifel offen dass meine Oma wählen sollte, was ihr gefiel. Dabei herrschte keinerlei Zeitdruck. Auffällig war auch, das keine Preise im Katalog standen, auf Nachfrage wurden sie aber genannt, und eine separate Preisliste gab es zur Not auch. Jedoch hatte ich den Eindruck, das die Preise ganz bewusst nicht aufgeführt waren. Nicht, um uns in irgendeiner Form zu beeinflussen. Ganz im Gegenteil: Meine Oma sollte nur wählen, was ihr gefällt. Als sie dann nach dem ersten Preis fragte hat die Dame ihr auch gleich gesagt, es gäbe auch günstigere Alternativen. Die Art und Weise des Gesprächs hat jedenfalls sehr, sehr gut getan.

Der zweite Grund, warum ich sie empfehlen möchte ist die Bestattung selbst. Mein Opa wurde eingeäschert, und so hatten wir eine Trauerfeier mit Urne, in der Kirche nur eine Eucharistiefeier (bei dieser hat der Pfarrer, den ich seit meiner Kindheit kenne, wohlgemerkt wahnsinnig viele persönliche Dinge über meinen Großvater erzählt, ich war sehr überrascht!). Die Trauerfeier fand in der Trauerhalle des Unternehmens statt, die sie direkt am Friedhof neu gebaut haben. Sehr schön eingerichtet, nicht zu übertrieben, alles sehr dezent. Es spielte leise Musik vom Band, man ließ uns erstmal zur Ruhe kommen und in dieser Atmosphäre trauern. Die Mitarbeiter (3 an der Zahl) hielten sich im Hintergrund, sie fielen kaum auf. Trotzdem waren sie allgegenwärtig. Die Türen wurden einem aufgehalten, all solche Kleinigkeiten. Man sah sie kaum, aber sie waren zum nötigen Zeitpunkt eben dort, wo man sie brauchte. Wortlos, man verständigte sich mit Blicken. So etwas habe ich noch nie erlebt. Als ich selbst kurz zur Toilette musste suchte ich einen Mitarbeiter um zu fragen, wo diese sind. Bevor ich nur einen Ton sagte wies man mir den Weg. Surreal… als ob man mir an den Augen ablas, welches Anliegen ich hatte.

Zur Beerdigung selbst gibt es nicht viel zu sagen, die Ehefrau des Chefs ließ irgendwann die Urne sehr ruhig und bedächtig ins Grab hinab, nachdem sie sie vom Urnenwagen wie ein zerbrechliches Artefakt dorthin getragen hatte. Die sonstigen Kleinigkeiten kann ich nicht wiedergeben, im Gegensatz zum Beratungsgespräch und zur Trauerfeier sind die Bilder von der Beerdigung selbst irgendwie verschwommen, ich kann sie einfach nicht vor mein inneres Auge holen.

Seit dem Tod meines Opas bin ich auch Leser Deines Blogs. Vermutlich, weil ich bis heute nicht wirklich mit dem Tod meines Opas abgeschlossen habe. Selten kann ich an ihn denken, ohne weinen zu müssen, im Gegensatz zu allen anderen nahen Verwandten, die nun nicht mehr unter uns weilen. An jene kann ich denken, und muss wegen meiner Erinnerungen an sie mitunter lächeln und daran denken, das ich sie vielleicht irgendwann wiedersehe. Vielleicht hast Du ja noch irgendeinen Tipp, wie ich einen Abschluss finde. Am Grab muss ich nicht weinen, da denke ich an all die schönen Momente und daran, das es ihm nun endlich besser geht. Aber sonst… alleine während ich diesen Text schrieb, kamen mir mehrfach die Tränen. Und ich merke, dass mir das nicht guttut. Einerseits bin ich froh das ich auf diese Weise immer wieder merke, wieviel er mir bedeutet hat, aber andererseits zieht es mich ungemein runter.

Du kannst diesen Text natürlich gern für Dein Blog verwenden falls gewünscht, in dem Fall aber bitte anonym. Wenn nicht, dann nicht. Ich habe ihn schließlich nicht zu dem Zweck geschrieben, wäre also über eine Nicht-Nutzung keinesfalls böse. Es handelt sich bei dem Beerdigungsinstitut übrigens um ein Inhabergeführtes Familienunternehmen.

Ansonsten: Mach weiter so! Dein Schreibstil ist toll, angenehm zu lesen, und die Artikel (ich lese immer noch rückwärts, bin bei Seite 891 angekommen…) lassen teilweise einfach fühlen, wie die Situation (bei den Trauerfällen) war.

Hochachtungsvoll,

Download PDF PDF erzeugen
  • Veröffentlicht am: 25. Januar 2016
  • 5 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Branche/Kommune

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

5 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Sehr schön geschrieben – ich musste zweimal „kurzes Anhalten des Atems“ durchführen… ^^

  2. Einfach nur erfrischend, endlich mal ein Artikel in tollem oder eher perfekten deutsch und super flüssig geschrieben. Ich bin begeistert, weniger von dessen traurigem Inhalt, als vielmehr vom angenehmen Schreibstil, den man ja heutzutage in Tageszeitungen und sogar amtlichen Schreiben vergebens sucht.

    Und nun eine oder eventuell einige Anmerkungen zum Inhalt. Das selbiger Dir nicht guttut, mag Dir ja vielleicht auf den ersten Blick so vorkommen. Kann es aber nicht vielleicht auch so sein, dass Du genau dann, wenn Du schreibst alles vor Deinem geistigen Auge siehst und dadurch eben auch verarbeitest. Wäre es nicht möglich, dass dieses Schreiben ein wichtiger Teil des Verarbeitens ist. Tränen sind gut und gesund und wenn jemand am Grab nicht weint, bedeutet es mal gar nichts. Das ganze Drumherum und die Trauergäste usw. spielen dort bewusst und unbewusst mit. Sei es auch nur, dass das Unterbewusstsein sagt, nein ich weine hier nicht.

    Was spricht denn dagegen, sich schreibend mit einem so schweren und gefühlsgeladenen Thema auseinanderzusetzen? In der Vergangenheit habe ich gelegentlich mir fremden Leuten gschrieben, um einen Tod eines früheren Schulkollegen, Freundes usw. von dessen Tod ich in der (online) Zeitung las, zu verarbeiten. Diese Briefe, besser wohl Kondulenzbriefe habe ich selbstverständlich nie abgeschickt und meistens auch vom PC gelöscht.

    Damit will ich sagen, stirbt jemand den man von früher kennt, aber seit Jahren oder Jahrzehnten nicht gesehen hat, trifft es einen trotzdem manchmal tief im Innersten. Alle Erinnerungen und gemeinsamen Erlebnisse an die frühe Jugend, die längst vergessen waren, werden wach und sind plötzlich präsent. Schon möglich, dass auch die eigene Vergänglichkeit dort mitspielt, denn im Hinterkopf denkt man möglicherweise, man, der war ja so alt/jung wie Du.

    Letztendlich bleiben irgendwann schlicht und einfach die schönen Erinnerungen an einen geliebten Menschen. Und bis dahin sei Dir gewiss, Dein Opa hat Dir längst verziehen, obwohl es aus seiner Sicht garantiert nichts zu verzeihen gab. Alles was er für Dich gemacht hat und mit Dir erlebt hat, das hat er gerne und aus Liebe zu Dir, seinem Enkel und insgeheim Sohn getan. Ich bin überzeugt, er war glücklich, Dich in den letzten Stunden so nah bei sich zu haben. Daran solltest Du denken und Dich in Zukunft an den schönen Gedanken eurer Erlebnisse erfreuen.

  3. Bis zum Tod des Großvaters konnte ich noch mitlesen (ok, ein paar Zeilen mehr) und ich danke dem Verfasser für diese Darstellung. Ziemlich ähnlich hat es sich bei mit abgespielt. Bis auf den Krebs, bei meinem Opa waren es doch 4 Schlagler (hirnschläge), bis auf mich hatte er niemand mehr erkannt. Und der Moment der Verabschiedung war genau heute vor 15 Jahren, 15 Minuten später war er verstorben.

    Danke für diesen Beitrag.

  4. Lieber Unbekannter,

    in Teilen kam mir deine Geschichte bekannt vor.
    Meine Mutter starb am 17.01.2015 an Krebs. Die Ärzte sagten uns Monate vorher, es wurden 1 3/4 Jahre draus. Aufgeben wollte sie bereits nach 5 bis 6 Monaten, hielt aber uns zu Liebe noch durch. Wir, meine leicht geistig behinderte Tochter und ich, waren noch nicht so weit, sie gehen zu lassen und sie hat darauf Rücksicht genommen, ob bewußt oder unbewußt, mag ich nicht beurteilen.
    Sie war ihr Leben lang Krankenschwester und immer sehr selbstlos und letzteres war sie bis zuletzt.

    Zu Hause pflegen wäre mir nicht möglich gewesen. Ich hätte es einfach nicht gekonnt, obwohl eigentlich so gewohnt… „die Alten bleiben so lange es geht zu Hause“… es ging aber nicht… stattdessen kam sie in ein Pflegeheim eine Straße weiter und meine Tochter und ich waren jede freie Minute da…. frag nicht, wie mein Haushalt aussah, nach der Zeit…

    Sie wurde immer klappriger, wollte dann Weihnachten noch mit uns verbringen, was sie auch tat und hatte Monate vorher schon die chemo aufgegeben. Am 09.01. kam sie ins Krankenhaus und zwar auf die Station auf der auch meine Tochter geboren wurde. Da meine Tochter ein Frühchen war, lag ich damals 3 Monate auf der Station und auch Krankenschwestern von damals waren noch da. Meine Mutter war häufiger auf der Station zu Gast, erst als das Enkelchen geboren wurde, dann mit der eigenen Krankheit. Sie wollte damals Januar 2015 auf die Palliativstation, doch soweit kam es nicht mehr.
    Am 16.01. abends telefonierte ich noch mit ihr. Da brachte sie kaum einen Ton mehr heraus und ich nutzte die Chance und bedankte mich für alles, dass wir sie lieben und immer lieben werden und sagte auf Wiedersehen.
    Morgens am 17.01. rief Schwester Irene an, die ich noch von damals kannte und sagte, dass wenn wir uns verabschieden wollten, wir kommen sollten.
    Wir blieben 3 stunden. Sie reagierte nicht mehr, merkte aber, das glaub ich ganz fest, dass wir da waren. Um 11 gingen wir, um 11:15 rief uns die Station zurück.
    Irene sagte vorher schon, dass die Sterbenden häufig warten bis die Angehörigen da waren und wieder gegangen sind.
    Sie hat auf uns gewartet, dass wir „tschüss“ sagen, ihr sagen, dass sie beruhigt gehen kann, das alles gut ist.
    Sie ist genau da gestorben, wo sie wollte und wie sie wollte. Im Pflegeheim gab es nachher laufend Pflegerwechsel und sie fühlte sich nicht mehr wohl. Und sie ist gestorben, als sie bereit war.
    Wir hatten noch die Chance, ihr alles zu sagen, was uns wichtig war und das wir sie lieben, und dieses Wissen gibt uns die Kraft.
    Ich habe das Gefühl, dass es da deinem Opa ähnlich ging. Vielleicht kannst du aus diesem Wissen ein wenig Kraft für dich ziehen.
    Sei gedrückt
    Claudia

Schreibe einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Bitte beachte die Nutzungsbedingungen des Bestatterweblogs!

Du bist ein Troll? Fein! Dir kann geholfen werden. Klicke hier!

Dein Kommentar ist nicht erschienen? Dann klicke bitte hier für weitere Informationen!

Diese Smileys kannst Du nutzen, und das bedeuten die Zeichen oben in der Textbox.