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Bestatter: Bestechung im Seniorenheim?

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Hallo und danke, dass es Ihre Seite gibt.

Ich habe eine Frage zur Wahl des Bestatters und wer diesen auswählt. Ich habe den Eindruck, dass manche Seniorenzentren mit Bestattungsunternhemen zusammnarbeiten und die Abläufe da nicht korrekt sind. Wäre eine Auskunft zu diesem Thema möglich?

Mir ist da ein Fall bekannt, der mich stutzig gemacht hat.

Für eine Antwort bedanke ich mich schon vorab. Vielleicht bis bald

Ja, das ist leider so. Es gibt Seniorenheime, die fest mit einem Bestatter zusammenarbeiten. Das ist auch zunächst nicht verwerflich. Denn es kann ja sein, dass dieser Bestatter besonders gute Arbeit leistet oder sich in die besonderen Gegebenheiten vor Ort gut einfindet. Wenn Sie privat einen Klempner benötigen, rufen Sie ja auch immer wieder den, den Sie gut finden und der gut arbeitet.

Natürlich gibt es auch Orte, in denen es nur einen Bestatter gibt, der dann aus naheliegenden Gründen gerufen wird.
Oft herrscht auch der Irrglaube vor, man müsse immer einen Bestatter aus dem gleichen Stadtteil nehmen, oder man sei verpflichtet, falls vorhanden, den städtischen Bestattungsdienst zu rufen.

Problematisch wird das in Bezug auf die Altenheime aber, wenn der Bestatter Provisionen zahlt oder das Heim beschenkt. Es ist auch nicht statthaft, dass eine Heimleitung alte Menschen dazu zwingt, Bestattungsvorsorgen mit immer dem selben Bestatter abzuschließen. Hier kann jeder selbst wählen.
Auch wenn Angehörige eines verstorbenen Heimbewohners gedrängt werden, den „Hausbestatter“ zu nehmen, ist das nicht statthaft. Auch hier kann jeder immer noch frei entscheiden, welchen Bestatter er beauftragen möchte.

Ob man etwas dagegen machen kann, dass Bestatter Heimpersonal besticht und korrupte Pflegebedienstete ihn dann bevorzugen?
Nun, wenn es konkrete Beweise gibt, kann man Anzeige erstatten oder auch mal die Presse einschalten. Aber in aller Regel ist das ein sehr stilles Geschäft, das man nicht beweisen können wird.

Peter Wilhelm 24. Januar 2020


11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Was ist Bestechung?
    Jede Woche einen Blumenstrauss fuer die Chefin?
    Einmal im Monat 50 Euro ins Sparschwein der Kaffeekasse?
    Alle 3 Monate 200 Euro fuer die Freud und Leidkasse?
    Immer alle 6 Monate 500 Euro fuer den Betriebsausflug?
    Einmal im Jahr 1000 Euro fuer die Weihnachtsfeier?

    Natuerlich alles Cash und ohne Quittung.

    Kleine Geschenke erhalten die Geschaeftsfreundschaft.
    Didi

  2. Als Altenpfleger kenne ich aus verschiedenen Heimen die „Gewohnheit“ das Bestatter beim abholen der Leiche ein Trinkgeld für die Kaffeekasse da lassen, allerdings ohne daran Wünsche zu knüpfen.
    Werden die Pflegekräfte dann nach einem guten Bestatter gefragt, erinnern sie sich vielleicht daran.
    Die Wahl des Bestatters ist aber immer den Angehörigen überlassen.
    Ist das schon Bestechung?

    • Mich irritiert die grundsätzliche Frage. Kann das Seniorenheim überhaupt eigenständig einen Bestatter rufen? Wenn die Angehörigen informiert sind, ist das deren Recht und Pflicht. Das Heim hat kein Mitspracherecht.
      Ich würde der Heimleitung was erzählen, wenn hinter meinem Rücken und ohne meine Zustimmung ein Bestatter informiert wird.
      Hat der Verstorbene keine Angehörigen, ist das was anderes.
      Sind Angehörige da, braucht kein Heim und kein Krankenhaus einen Bestatter rufen, außer die Angehörigen wünschen das.

      • Lies doch mal andere Beiträge hier nach: wer erstmal die Leiche hat, hat sie. Wenn die Angehörigen dann einen anderen Bestatter wünschen, ist das natürlich möglich, wenn Sie dann hier bitte einmal quittieren für Abholung, Kühlung, Neuüberführung… ja, sicher, beim Auftrag würden wir das natürlich verrechnen, aber…

        Salat

      • Hallo Michael.

        Bei uns hat das Heim bei der Aufnahme gefragt, ob es schon einen Betatter gibt. War einfach ein Feld im Aufnahmebogen zwischen Hausarzt und Stammapotheke. Hatten wir alles nicht, weil die beiden frisch dort hin gezogen sind. Hausarzt wurde der, der eh jede Woche ins Heim kommt. Ob sich das mal so ergeben hat oder ob die Heimleitung das forciert hat, kann ich nicht sagen. Das war beim Vorgänger des Arztes schon so und im Heim war auch niemand mehr lange genug da, um sich an den Anfang zu erinnern. Apotheke wurde dann auch sinnigerweise die einzige im Ort, aus praktischen Gründen. Der Hausarzt wäre nicht meine Wahl gewesen, aber Opa mochte ihn, also ist es dabei geblieben. Beim Bestatter hat man uns ganz explizit niemanden empfohlen. Weil es da eben nicht den Verdacht geben soll, dass da Geld fließt. Wir wurden aber gebeten uns damit in unserem eigenen Interesse schon mal zu befassen und dann einfach Bescheid zu sagen wen sie informieren sollen. Genau so haben wir das dann auch gemacht und es hat super funktioniert. Sie haben uns nach Opas Abholung aber gebeten dem Bestatter auszurichten, dass sie sich sehr gefreut haben wie hervorragend das geklappt hat, weil sie mit dem Platzhirsch (unserer kam vom anderen Ende des Landkreises und ist nur selten in dem Heim voller Einheimischer…) weniger schöne Erfahrungen gemacht haben. Muss ja nicht immer alles erzwungen sein. Oft ergibt es sich auch einfach. Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass das Heim gegen unseren Willen handelt, hätte ich die beiden sofort da raus geholt

    • Ich kenne das auch so. Ich habe mal in einem Krankenhaus im internen Transportdienst gejobbt und da wurde ebenfalls eine Kaffeekasse für das Pflegepersonal geführt. Jetzt weiß ich auch, wieso 😀

  3. Es ist wohl zu menschlich, das der eine oder andere Kollege da nach hilft. Ich habe mich oft gewundert, das wir in manche Altenheime selten bis gar nicht rein kamen. Aber auf der anderen Seite habe ich mich auch gewundert, wo wir so manche Aufträge weg hatten…..

  4. Hallo Salat, der Ablauf den Du beschreibst wird es wohl häufig so geben und in wie weit man Angehörigen zumuten kann hier richtig zu reagieren ist fraglich, aber eigentlich ist der Ablauf in so einem Fall rechtlich klar geregelt.

    Wenn das Heim einen Bestatter beauftragt, muss dieses auch für die Kosten aufkommen. Wünschen die Angehörigen einen anderen Bestatter so überführt dieser ab dem vorherigen Bestatter bzw. ab dem Friedhof auf den der Verstorbene überführt wurde. Sollte sich ein Bestatter weigern die Leiche herauszugeben ist dies mit einem Anruf bei der Polizei recht zügig geklärt.

  5. Und dann gibt es noch die Heime, die bereits bei der Aufnahme fragen, welcher Bestatter denn von der Familie gewünscht wird und das in die Akte schreiben.
    Aber auch darauf reagieren manche Leute sehr pikiert.

  6. Ach Kinners, wer geschäftlich im Leben unterwegs ist kennt den gegebenen Grundkommentar. Passt ja auch.

    Was aber immer wieder auffällt, es wird eher unterstellt, das „schlechtes“ passiert als eher gutes. Auch wenn ich in anderen Branchen unterwegs war, das gute hatte bislang überwiegt. Das Schlechte war eher im Bereich, ups, einer von 1 von 1000(0) hat Eigeninteresse gehabt. Und auch gegeben: die bösen dabei waren nicht ewig unterwegs, die waren schnell weg vom Markt. Und manche sind wohl heute noch auf Staatskosten gut untergebracht.

  7. ALs meine Mutter gestorben ist, hatten wir dann den Notarzt gefragt. Der hat uns dann einen Bestatter empfohlen. Bei dem bin ich dann geblieben, als mein Vater dann auch gegangen ist. Meine Mutter starb übrigebns Zuhause, meine Vater im Krakenhaus. Ich hätte denen was erzählt, wenn die irgendeinen Bestatter gerufen hätten.

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