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Sozialbestattung für Kinder

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neulich abends ist im bekanntenkreis ein kleiner junge bei einem unfall ums leben gekommen. die mutter des kindes bekommt nur den sozialhilfesatz der kinderbestattung. :
Neben den Kosten unter anderem für Leichenschau, Leichenbeförderung und einfachen Sarg seien auch die Gebühren für ein Grab ortsüblicher, einfacher Art zu übernehmen. Die Ortsüblichkeit beziehe sich dabei auf den Sterbeort. Kosten für eine Überführung an einen anderen Ort seien hingegen nicht zu übernehmen. Angemessen sei zudem lediglich ein einfaches Reihengrab. Eine Vorfinanzierung der Grabnutzung für Jahrzehnte aus Sozialhilfemitteln sei – so die Richter – aber auch insoweit ausgeschlossen.

heisst das jetzt ganz konkret, dass der junge ohne blumen, luftballons, rede etc. begraben wird?

kann man in form einer spende, incl. der bestattungskosten durchs amt, eine kinderbestattung ausrichten lassen?
gelder sind da, es ist kein aufruf zum spenden.

leider konnten uns die angerufenen bestatter nichts 100 % sagen.

hat wer ahnung?

und was kostet eine dem jungen würdige kinderbestattung?

Es ist immer bitter wenn Kinder sterben müssen. Leider sind unsere Gesetze bezüglich der Sozialbestattung pauschal gemacht und beinhalten nicht viel was sich auf Kinderbestattungen bezieht.

Die Allgemeinheit übernimmt im Rahmen ihres Sozialauftrages (einer steht für den anderen ein) die Kosten der Bestattung. Hierfür sind einerseits bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen und andererseits muß der Anspruchsteller in Kauf nehmen, daß derjenige der bezahlt, auch mitbestimmen darf, welcher Betrag für was bezahlt wird.

Der Sozialträger steht nur für die unbedingt notwendigen Kosten ein. Man sieht das deutlich an den Überführungskosten. Oft stehen die Ämter auf dem Standpunkt, es ist wichtig DASS jemand ordentlich bestattet wird, es sei aber ohne Bedeutung WO er bestattet wird. So kommt es, daß Sozialbestattete oft auf Friedhöfen fernab der Heimat bestattet werden, eben an ihrem Sterbeort.

Die unbedingt nötigen Dienstleistungen und Warenlieferungen des Bestatters beschränken sich auf die Transporte, die hygienische Versorgung, die Lieferung von Sarg, Urne und Wäsche, sowie die Erledigung der Formalitäten.
An behördlichen Kosten übernimmt der Sozialträger die Kosten eines einfachen Grabes, der Trauerhalle, Leichenzelle und die Gebühren für Standesamt, Arzt und Genehmigungen.

Alles andere ist Luxus und für eine Bestattung nicht notwendig.

Wenngleich ich mich oft genug über sture Entscheider bei den Behörden ärgern muß, so muß ich jedoch sagen, daß man mit dem was das Sozialamt übernimmt tatsächlich eine würdige Bestattung ausrichten kann.
Es kommt nämlich weniger darauf an, was man alles kauft, als vielmehr darauf, was man selbst aus der Bestattung macht.

Blumen, Luftballons, Spielsachen, Kerzen, Tücher, Gedichte, Lieder und jemanden der Gitarre spielen kann, das sollte man alles kostenlos bekommen können und schon hat man alles was man benötigt, um die Trauerfeier schöner und eindrucksvoller zu gestalten, als man es für teures Geld kaufen könnte.

Selbstverständlich ist es möglich, daß sich nun jemand an den Bestatter wendet, der von den Angehörigen oder dem Amt beauftragt wurde und aus Spenden oder eigenen Mitteln noch zusätzlich etwas zu buchen. Es ist ja normalerweise so, daß niemand vom Sozialamt an der Bestattung teilnimmt und alles nachkontrolliert.
Ob da nun noch privat Blumen oder Grabschmuck zugekauft wurde, dürfte das Amt herzlich wenig interessieren.

Hat der Bestatter eine Kostenübernahmezusage vom Amt, besteht u.U. auch die Möglichkeit, auf der Basis dieser Unterlage und des Kostenvoranschlags abzurechnen. Zumindest bei unseren Sozialämtern hier gibt es keine Probleme, wenn die Angehörigen dann etwas ganz anderes bestellen, solange sie es selbst bezahlen. Was immer die Bestattung dann im Endeffekt gekostet hat, das Amt wird nur den Satz für eine einfache, würdevolle und ortsübliche Bestattung bezahlen.
Im Zweifelsfall stellen wir zwei Rechnungen, eine über die einfache Sozialbestattung für das Amt und eine über die Zusatzleistungen für den Angehörigen.

Übrigens muß auf eine Trauerrede nicht verzichtet werden. Einerseits kann jeder der möchte eine Trauerrede halten und andererseits übernimmt das auch der örtliche Pfarrer.

So schlimm die Situation bezüglich des Amtes Euch auch erscheinen mag, konzentriert Euch nun nicht auf den vermeintlichen oder tatsächlichen Ärger mit der Behörde, sondern versucht innerhalb der zur Verfügung gestellten Mittel in Absprache mit dem Bestatter das Beste daraus zu machen. Im Mittelpunkt sollten nun der kleine Verstorbene und seine Eltern stehen und kein Geldärger.
Daß keine Geldnot entsteht, dafür steht die Sozialbehörde gerade, für alles Drumherum muß man selbst sorgen, was gar nicht so aufwendig und schwer ist.

Peter Wilhelm 28. Mai 2012


18 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Das muß in der Tat ein ganz, ganz armes Umfeld sein – die Bekannten können sich nicht einmal Großbuchstaben leisten.

  2. @Me: Dein Kommentar ist sehr unpassend… denk nochmal drüber nach….da ist ein Kind verstorben und jemand versucht zu helfen, da ist die Schreibweise ja wohl sowas von egal…

  3. Danke für Deine Meinung. Ich teile sie nicht. Der Fragesteller benimmt sich regelrecht asozial, denn er erwartet kostenlosen Rat, bringt Tom aber nicht einmal ein Mindestmaß an Anstand und Respekt in Form einigermaßen korrekten Schriftdeutschs entgegen.

    [quote]da ist die Schreibweise ja wohl sowas von egal…[/quote]

    Das ist sie keineswegs. Sie ist im Gegenteil gerade in ausschließlich schriftlichen Medien das eigene Aushängeschild, die Visitenkarte.

    Den Satzbeginn und Nomen großzuschreiben lernt man in der ersten Klasse, auch auf der Förderschule. Diese Grundregeln vorsätzlich zu brechen heißt nichts anderes, als das (mithin nicht nur sprachliche) gesellschaftliche Miteinander nicht zu akzeptieren und sich selbst ins Abseits zu stellen. Daß der eigene Freundeskreis ob solch‘ Einstellung aus Transferleistungsabhängigen besteht, wundert nicht allzusehr.

    Aber Hauptsache, „blumen, luftballons, rede etc.“ sind „würdig“. Man ist ja schließlich wer – wenn auch nicht in der eigenen Muttersprache.

  4. @Me du kleiner Troll, geh doch dahin wo der Pfeffer wächst.
    Asozial, nicht der Norm entsprechend, andere träumen davon.

  5. @ Me: auch ich lege in dieser Situation andere Maßstäbe an als
    Du. In erster Linie geht es hier darum, einem kleinen
    Kind eine Beerdigung zu ermöglichen, die seinem Alter
    entspricht. Daß dabei die Schreibweise nicht ganz korrekt
    ist, kann meiner Meinung nach hintenan stehen. Ich könnte
    mir vorstellen, daß auch Tom darin kein asoziales
    Verhalten oder gar Mangel an Anstand und Respekt sieht!
    In meinem Text enthaltene Rechtschreibfehler bitte ich
    zu entschuldigen!

  6. @Me:
    Die „Visitenkarte“ des Fragestellers gefällt mir besser,
    als die Ihre.

    Unsere Muttersprache bezieht sich nicht nur auf eine „korrekte“ Schreibweise, sondern auch darauf,
    mit wieviel Herz wir sie zu unserem Gegenüber tragen.
    Mit der Schreibweise auf ein „asoziales“ Verhalten des fragenden Menschen zu schließen, empfinde ich sehr überheblich und unwürdig dem Fragesteller gegenüber.

    Die Würde des Menschen ist unantastbar,
    schreibt unser Grundgesetz.
    Schulden wir nicht jedem den Respekt,
    diese Würde zu wahren?

    Wenn jemand den Cent sowieso schon zweimal umdrehen muss, dann finde ich es vernünftig, wenn derjenige darauf achtet, wofür er ihn eintauscht.

    Sollten Sie in meinem Text Schreibfehler finden,
    die nicht der Norm entsprechen,
    schenke ich sie Ihnen gerne.
    Die brauche ich nicht mehr.
    Danke. 🙂

    @Tom
    Vielen Dank, für die ausführliche Erklärung und die Tipps darin.

  7. Ich wundere mich ein wenig warum man sich darüber beklagt, dass der Staat so „hartherzig“ sei.
    Wo bitte ist das Problem bei einer einfachen Bestattung? Die ist würdig aber eben einfach – was ich vollkommen gerechtfertigt finde, denn die Bestattung eines völlig Fremden Kindes interessiert 99,9% aller Mitbürger eher wenig und die Steuergelder sind in andere Dinge besser investiert.
    Falls jetzt jemand mault ich sei asozial: Nö bin ich nicht – mir ist jedoch bewusst das die Gesellschaft nur X Ressourcen hat, die nicht alle für Privatvergnügen verbrannt werden sollten.

  8. @8:
    Der Beitrag ist soweit in Ordnung – aber wozu am Schluss noch die „Privatvergnügen“-Provokation?

  9. Traurig alles…
    Aber paar Luftballon’s sollten sich auch Eltern erlauben koennen die vom Sozialamt leben, was kosten die schon, paar Cent vielleicht !
    Blumen kosten auch nicht die Welt, muss ja nicht das teuerste Grabgesteck sein..
    Eine Rose und 5 Ballons und sein Teddy auf dem Sarg sind vielleicht schoener als 100 Ballons und ein teures Gesteck…
    Ich finde es wichtiger das das Kind im Wohnort der Familie beigesetzt wird und nicht irgendwo wo man vielleicht nur mal auf der Durchreise war oder zu besuch.

  10. hallo, me.

    ich wollte hier keineswegs diskussionen anregen, dazu ist mir dieses thema viel zu ernst.
    auch wollte ich dem betreiber des forums keineswegs auf der tasche liegen mit kostenlosen informationen. er hat meine mailadresse, so dass er mir jederzeit eine rechnung schicken darf und vielleicht auch sollte.

  11. Auch mir ist es lieber, wenn Mails an mich fehlerfrei und nicht bloß klein geschrieben sind. Aber erstens mache ich selbst genug Fehler und zweitens ist doch in diesem Fall das Anliegen wichtiger als die Orthographie.

    Wie immer habe ich ich bemüht eine vernünftige Antwort zu geben und meinen Standpunkt zu erklären. Wenn das dem Fragesteller hilft, kann und darf er gerne den Spendenbutton rechts in der Seitenleiste oder über den Kommentaren betätigen, eine Verpflichtung dazu besteht jedoch nicht.

    Nur erst meiner Einladung, mir Fragen zu stellen, folgen und dann eine Antwort erhalten und dann noch maulig zu schreiben: „er hat meine mailadresse, so dass er mir jederzeit eine rechnung schicken darf…“ finde ich ziemlich unangemessen.

    Das hier ist kein Shop, hier gibt es keine Antworten und Tipps für Geld. Ich lade zum Fragen ein und fast jeder bekommt auch eine Antwort und die ist kostenlos.

    Ich mache das freiwillig und nötige niemanden dazu, etwas zu bezahlen. Wenn jemand das aber tun möchte: Es gibt genügend Möglichkeiten das zu tun.

  12. Gut erklärt von Tom, nur hab ich bei den Ämtern immer unterschwellig Angst, dass ein eifriger Beamter mitbekommt wieviel gespendet wurde, und das dann mit der Sozialbegräbniserstattung verrechnet. Zutrauen würde ich es, genügend Beispiele gibt es ja schon in anderen Bereichen.
    Dass eine Überführung an den Heimatort nicht miterstattet wird war mir auch neu.

  13. Ich habe das auch so verstanden wir luzie, dass die Antwort ME galt. Ich finds schade, wenn jemand eine ernsthafte Frage hat (ob mit oder ohne Rechtschreibfehler ist mir in dem Fall sowas von egal), und dann von jemandem wie ME dermaßen angemacht wird.
    Die Beantwortung der Frage fand ich sehr hilfreich.

  14. Hey Tom, ich glaube, die ‚maulige‘ Antwort („Hat meine Mailadresse und kann ruhig Geld verlangen…“)war gar nicht auf dich gemünzt sondern auf ME. (Steht doch auch da als Anrede…)Nicht beleidigt sein.

  15. HAllo, Tom

    ich wollte Dir keineswegs auf die Füße treten, noch maulig antworten.
    Bitte missverstehe das nicht, ich bin ausserordentlich dankbar für Deine Antworten.
    Dass Du nach besten Wissen und Gewissen geantwortet hast, steht für mich ausser Frage.
    Und natürlich steht für mich fest,dass ich den Spenden-Button drücke. Muss mich nur noch mit Pay-Pal auseinandersetzen.
    Des Weiteren bin ich momentan ziemlich angespannt, weil sich der Todetag unseres Jungen sehr nähert.Der Tod des Jungen unserer Bekannten beschäftigt mich mehr, als ich je zugeben würde.

  16. eine altersgerechte und würdige Beisetung sollte mit bescheidenen Mitteln möglich sein, ohne
    das es am Ende billig und trostlos – nur das Nötigste – wirkt.

    Wie schon gesagt, es müssen keine pompösen, teuern Blumengestecke und Trauergebinde sein.
    Eine einzelne Blume in den Händen, ein paar auf der Decke, ein Myrtenkränzchen um die Stirn, ein hübsches Totenkleidchen sehen sicher sehr niedlich und sehr würdevoll aus. Und diese Zutaten sind für kleines Geld zu haben. Luftballons wurden schon angesprochen. Schönes, zum Beispiel zum Schmücken der einfachen Sargaustattung lässt sich auch mit buntem Krepp und Bastelpapier herstellen oder bunten Schleifchen. Dinge die man übrigens auch bei anderen Kinderbegräbnissen wiederfindet. Und sicher hat auch dieser Junge etwas, einen Lieblingsgegenstand, ein einfaches Lieblingsspielzeug o.ä., welches Ihm zu Lebzeiten wichtig war
    und man Ihm natürlich mitgibt. Auch im Sarginneren verteilte Fotos der Familie sind etwas sehr schönes und sollten verfügbar sein. Dahinter würde sicher mehr liebe und Aufmerksamkeit stecken als hinter sündhaft teurem Blumenschmuck und Spielzeug.
    Auch ein einfacher heller Sarg, der ja von Angehörigen bemalt oder mit Buntem beklebt werden kann, muß danach nicht mehr steril und billig aussehen.

    So kann man denke ich mit einfachen Mitteln und Dingen die von Herzen kommen, dem Jungen einen schönen Heimgang bereiten.
    Es kommt nicht darauf an,wieviel das Begräbnis kostet, sondern mit welcher Liebe und Hingabe arrangiert wird.

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