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Tag der gleichen Bezahlung

Ich glaube gestern war der Tag des Staubsaugervertreters und heute ist eben Tag der gleichen Bezahlung.
Jeder Tag des Jahres ist ja mit solchen Widmungen okkupiert.

Daß es aber einen Tag der gleichen Bezahlung geben muß, das ist ein Hohn.
Wie gerne spiele ich, vor allem in meinen satirischen Geschichten, mit den Mann-Frau-Klischees…
Aber so ganz im Ernst und ohne Schabernack: Warum kommen Arbeitgeber auf die Idee, eine Frau für die gleiche Arbeit weniger zu bezahlen, als einem Mann?

So etwas habe ich noch nie gemacht und ich wäre nicht mal auf die Idee gekommen.

Das Gleiche gilt für das Lohnniveau Ost/West.
Gleich nach der Wende, als alles noch im Umbruch war, da war vielleicht dieses Ungleichgewicht irgendwie zu rechtfertigen. Aber mittlerweile ist das Jahrzehnte her und „drüben“ kostet doch alles genau so viel wie „hüben“, ja wenn man manche Leute aus Mittel- und Ostdeutschland hört, klagen sie über noch höhere Energiepreise, Abwassergebühren und sonstige Kosten, weil gleich nach der Wende modernisiert wurde auf Teufel-komm-raus und nun irgendjemand für die Folgekosten geradestehen muss.

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Peter Wilhelm21. März 2013

42 Kommentare von 138905.

  1. Weil es gar nicht um „ungleiche“ Bezahlung in dem Sinn gibt. Leider werden diese 20% Lohnunterschied oft vollkommen unreflektiert von gutmeinenden Menschen hinausposaunt und geben dabei Gleichberechtigungsgegnern erstmal eine Steilvorlage, denn: natürlich könnte jede Arbeitnehmerin die nachweislich im selben Job bei selber Qualifikation beim gleichen Arbeitgeber weniger verdient beim Arbeitsgericht gegen Diskriminierung klagen!
    Der tatsächliche Lohnunterschied kommt dadurch zustande daß Frauen häufig Teilzeit in Anspruch nehmen oder eine unterbrochene Karrierelaufbahn (Schwangerschaft, Erziehungszeit) aufweisen und nach der theoretisch selben Zeit niedrigere Posten inne haben; aufgrund dieses zu erwartenden und/oder zu befürchtenden Ereignisses in manche besser bezahlten Posten überhaupt nur schwerer aufrücken; in den richtigen Führungsetagen kommen sie durch althergebrachte srtukturelle Benachteiligungen nicht so einfach an die hoch entlohnten Jobs und last but not least haben sich genau die Art von Jobs die traditionell eher von Frauen erledigt wurden (Pflegeberufe, Kleinkindbetreuung, Jobs im eher sozialen und nicht unmittelbar „marktwirtschaftlich messbar gewinnbringenden“ Bereich) zunehmend zu schlecht bezahlten Broterwerben entwickelt…
    Was ich damit sagen will: das Umdenken für wirklich „gleiche Bezahlung“ sollte da anfangen wo Grundsteine dafür gelegt werden daß ALLE Menschen für GUTE Arbeit gut bezahlt werden; und dann darfs auch mal der männliche Kindergärtner sein, der dann für eine wichtige Arbeit anständig bezahlt wird, und die berufsunterbrechende Frau, dies trotzdem zur Abteilungsleiterin schaffen darf – der Chef der sagt: „hey, die ist ja ne Frau, die kriegt 1% weniger Lohn je Brust“ dürfte eher eine Randerscheinung sein….

    • Serena,
      zu 90% stimme ich zu. Genau diese Gründe werden es oft genug sein und die meisten Studien differenzieren da auch nicht. Leider.

      Dass es aber dennoch genügend Fälle ungleicher Bezahlung bei gleicher Arbeit gibt, davon musste ich mich in meinem privaten Umfeld belehren lassen – einigen Frauen im kaufmännischen Bereich wurde im Falle der Übernahme nach der Ausbildung wesentlich weniger Gehalt angeboten als ihren männlichen Bisher-Mit-Azubis. Und da gibt es meiner Meinung nach keine sachliche Rechtfertigung.

      Und auch das geht gar nicht!

  2. Ja, die Argumentation mit der gleichen Arbeit ist immer sehr scheinheilig. Wieviel Frauen hat man z.B. bei den Aufräumarbeiten in Fukushima gesehen? Dürfen solche Männer denn nicht mehr verdienen? Gäbe es eine Pflicht zu gleicher Bezahlung, dann müsste es auch eine Pflicht zu gleicher Arbeit geben. Das fordert komischerweise niemand. Daher klingt es für mich sehr nach Rosinenpicken.

    • Und da fängt sie schon wieder an, absurd ins Lagerdenken zu verfallen, diese Diskussion. Es sollte doch in unserem Jahrtausend nicht mehr darum gehen zwischen die Beine zu gucken und dann Pflichten und Rechte zu verteilen – es geht darum zu schauen daß Menschen unabhängig vom Geschlecht, das nunmal mit der Arbeitsleistung erstmal nichts zu tun hat, für die Arbeit die sie verrichten anständig entlohnt werden. Es gab nicht sehr viele Frauen die zur Bundeswehr wollten und viele junge Männer, die den Wehrdienst verweigerten – heute ist der Frauenanteil dort stark gewachsen und die allgemeine Wehrpflicht für die Männer abgeschafft – gute Sache, für beide Seiten. Daß beim Wegräumen von Strahlenmüll Frauen im gebärfähigen Alter weniger eingesetzt werden hat wohl auch nichts mit dem Privileg der toll gestellten rosinenpickenden Frau zu tun…

      Und wahrscheinlich sind es auch wieder Menschen wie „Herr X“ die bei einem Mann der meint, Erzieher wäre ein spannender Beruf, erst sagen „So ein Weichei“ und dann, wenn der Erzieher sich für anständige Entlohnung einsetzt schreit „hätte er halt was Anständiges, nen echten Männerjob halt, gelernt!“ anstatt mal einzusehen daß es hier nicht Mann gegen Frau geht sondern darum eine allgemeine Schieflage in unserem Wertesystem geradezurücken unter der jeder, der nicht dem allgemeingängigen Männer-Frauen-Klischee entspricht, vollkommen sinnlos auf die eine oder andere Art Lebensqualität einbüst…

      • rein prinzipiell hätte man zum Aufräumen in Fukushima und Tschernobyl nur Frauen jenseits der 50 einsetzen sollen. Jedenfalls wenn’s um „kindererzeugungsfähig“ geht. Männer können (rein prinzipiell) auch noch im hohen Alter Vater werden, bei Frauen gibt’s (warum auch immer) eine biologische Grenze.

        Zum Thema Entlohnung von „klassischen Frauenberufen“ gehe ich d’accord und gebe zu bedenken, dass die Entlohnung dort in vielen Fällen lange Zeit auf „das ist ja nur Zuverdienst bis sie heiratet“ galt. Wobei auch *einige* „klassische Männerberufe“ nicht gerade üppig bezahlt werden – „Müllmann“ als Beispiel.

  3. Diese „Frauen verdienen weniger als Männer“-Geschichten lassen in der Regel außer acht, dass Frauen (vor allem wegen der Kinderbetreuung) meist auch weniger Stunden arbeiten. Wenn man ein männliches 40Std-Gehalt gegen ein weibliches 20Std-Gehalt vergleicht, dann kommt sowas dabei raus. Rechnet man dies realistisch pro Stunde, ist der Unterschied im einstelligen %-Bereich.

    • Mein Reden! Schön wäre es wenn in Deutschland wie in den skandinavischen Ländern die Familie einen so wichtigen Stellenwert hätte daß Teilzeitarbeit wegen Kinderbetreuung nicht oft fast zwangsweise einen Karriereknick bedeuten würde, somit viel häufiger akzeptiert werden würde und dann auch für den Mann eine annehmbare Variante darstellen würde und darüberhinaus dieses Modell nicht per se so als „unehrgeizig“ betrachtet werden würde.

      Ich kenne einige Männer die den Vollzeitjob nur deshalb mit Kind haben weil auf das geringere Gehalt der Frau eher ganz verzichtet werden kann als daß beide in Teilzeit gehen; eigentlich hätten die Männer lieber mehr vom Kind und die Frau wäre eigentlich auch ganz froh wenn ihr nicht den ganzen Tag die Decke auf den Kopf fallen würde… nur leider fehlt dafür in Deutschland oft noch die Möglichkeit, und das nur aufgrund von traditionell gewachsener, rein wirtschaftlich gesehen vollkommen kontraproduktiver Arbeitsweltstrukturen…

      • Und noch besser wäre, wenn man in Deutschland nicht als Mega-Rabenmutter schief angesehen werden würde, wenn man seine Kinder fremdbetreuuen lässt, weil man arbeiten will (oder es sich kaum leisten kann, daheim rumzusitzen). Da sind die meisten europäischen Länder auch viel weiter.

    • Schade, dass so viele Menschen ernsthaft glauben, dass Vollzeitgehälter von Männern mit Teilzeitgehältern von Frauen verglichen würden. Das entspricht nicht den Tatsachen. Es werden entweder Vollzeitgehälter verglichen oder die zum Vergleich herangezogenen Teilzeitgehälter auf entsprechende Vollzeitgehälter aufgerechnet.
      Man sollte die Augen vor solchen Tatsachen nicht zu verschliessen.

      Gleicher Lohn für gleiche Arbeit würde auch heissen, dass Arbeitgeber den Frauen die Möglichkeiten geben müssten, sich gleich weiterqualifizieren zu können wie die männlichen Kollegen. Das ist in vielen Betrieben, die ich kenne leider nicht der Fall. Da wird lieber der Mann zur Fortbildung geschickt, weil das Wissen dann ja bleibt, wenn die weibliche Kollegin doch irgendwann ein Kind bekommen sollte. Ebenso ist die Lohnsteigerung bei Frauen im gebärfähigen Alter geringer als bei den männlichen gleichaltrigen Kollegen – aus selbem Grund. Nach einer Geburt darf Frau dann gnädigerweise in Teilzeit wieder arbeiten gehen. Da bleibt die Lohnsteigerung dann oft gleich nochmal aus.

      Schön wäre, wenn alle daran arbeiten würde, Lohngleichheit herzustellen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es manchen Männern einen Zacken aus der Krone brechen würde, wenn eine Frau gleichviel verdienen würde wie er. Lohngleichheit anzustreben heisst doch nciht, dass Männer weniger verdienen sollten.

      • Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass Männer sich meist besser verkaufen können und eher nach mehr Geld fragen. Frauen neigen dazu, sich schlechter hinzustellen, als sie eigentlich sind. Man braucht halt Eier im Berufsleben – auch als Frau.

        • Interessant dazu: Frauen in Führungspositionen – also da, wo man eigentlich Durchsetzungskraft erwarten würde – haben einen höheren Gehaltsunterschied zu Männern als der Durchschnitt.[1]
          Zu Zeiten der „mehr Frauen in Führungspositionen“-Debatte sollte das doch tendentiell eher umgekehrt sein, da (fähige) Frauen begehrt(er) sein sollten.

          [1]http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/frauen-verdienen-ein-fuenftel-weniger-als-maenner-a-859390.html

    • Und genau über diesen einstelligen %-Bereich sollte geredet werden. Denn hier liegt die Ungerechtigkeit! Und auch die mangelnden Aufstiegschancen von Frauen sind eine Tatsache.

      Und nebenbei ist es auch Tatsache, dass gerade die Berufe, die für die Zukunft Gesellschaft wichtig sind (Pflege- und Erziehungsbereich) so schlecht bezahlt sind. Es sind die typischen Frauenberufe und es sind Berufe, die in einer Leistungsgesellschaft nicht den Wert haben, den sie eigentlich haben sollten.

  4. Ach ja und die gleiche Qualifikation sollte auch mit in die Berechnung einfließen. Dass die Friseurin nicht den gleichen Stundenlohn hat wie der Maschinenbauingenieur hat auch wenig mit dem Geschlecht zu tun.

    • Also daß DAS nicht in den Berechnungen drin ist ist doch irgendwie einerseits klar… und andererseits merke ich aber auch hier wieder daß das eigentliche Problem gar nicht erkannt wird.

      Ich vergleiche nicht den Maschinenbauingenieur mit der Friseurin – wobei sich bereits bei dieser die Frage stellt warum diese für eine Arbeit in bestimmten Städten bei einem Vollzeitjob nicht einmal genug zum Leben verdient und einen Zweitjob braucht, so lange es Nachfrage nach ihrer Dienstleistung gibt? Wenn ich es mir leisten können will die Haare von jemandem geschnitten und gefärbt zu bekommen dann sollte mir diese Handlung auch soviel wert sein daß die Person die sie für mich durchführt davon leben kann – alles andere wäre eine reine Ausbeuterhaltung.

      Aber erkläre mir mal einer, warum ein Kinderpfleger durchschnittlich 5-1000,- weniger Einkommen im Jahr hat als ein Maurer (jeweils gelernt)? Weil in unserer Gesellschaft wacker tapfer Häusle bauen wichtiger angesehen wird als die Erziehung und Bildung unseres höchsten Gutes, der Kinder. Wie traurig ist das denn? Und das zieht sich durch alle Berufsgruppen: wichtig ist nur daß die Wirtschaft brummt und die Dividende stimmt, zur Bereicherung einer immer reicher werdenden Oberschicht (bei denen „unten“ kommt immer weniger an, eine Mittelschicht ist ja bald schon nicht mehr Wirklichkeit), was den Menschen das Leben lebenswert und die Arbeit zu mehr als nur einer Knochenmühle macht – das interessiert doch kaum.

      • Man kann sich aber auch in Dinge reinsteigern. Menschenkinder werden aufgezogen seit es Menschen gibt. Dafür braucht man keine besondere Qualifikation. Klar haben manche Leute etwas mehr Talent als andere, aber im Prinzip kann das fast jeder.

        Moderne Gebäude zu bauen (der Maurer) kann halt nicht jeder. Ich könnte es nicht, weil ich dafür nicht ausgebildet bin. Das erklärt den Unterschied in der Bezahlung.

        • Und warum wird wohl derzeit darüber nachgedacht, ob man für den Beruf des/der Erzieher/in Fachhochschulstudium zur Voraussetzung macht? Schon jetzt dauert die Ausbildung einschließlich der erforderlichen Praktika bzw Anerkennungsjahr 4-5 Jahre, was in keinem Verhältnid zur miserablen Bezahlung steht. Soviel zu diesem ignoranten Kommentar!

          • Weil ihr vorposter nicht versteht das es eine Sache ist ein Kind zu erziehen, das es aber ganz was anderes ist eine Gruppe von Kindern zu haben.
            Und ja Erzieher im Kindergarten oder sonst wo sollen bitte topausgebildet sein. Und auch top bezahlt!
            Sonst wird die stelle Kindergarten zur kinderverwahrstelle. Kindergarten ist aber eigentlich sozialbildung.
            Also aus meiner Sicht. Das ein Kindergarten auch kinderverwahrstelle ist, ist auch klar, aber das darf nur Nebeneffekt sein.

        • Gebäude bauen kann auch jeder. Nur sieht man den Gebäuden eher als den Kindern an, ob derjenige, der am Werk war was konnte oder nicht.

  5. Bei der 20%-Berechnung sind Dinge wie Teilzeitarbeit etc. schon herausgerechnet. Es ist leider wirklich tatsächlich so, dass Frauen im Schnitt bei GLEICHER Qualifikation für GLEICHE Arbeit 20% weniger verdienen als Männer.

    • Das mit der Qualifikation stimmt nicht. 2010 erklärte das Statistische Bundesamt, dass der Verdienstunterschied bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit (bereinigter Gender Pay Gap) bei 8 %.

  6. @Quaselette: Du hast Recht, ich habs grad auch nochmal nachgelesen. Also nochmal laut mitgedacht: die 20% beziehen sich auf den durchschnittlichen Bruttostundenarbeitslohn, womit Teilzeitarbeit berücksichtigt wäre, aber nicht unterschiedliche Qualifikation. Die 8% gelten dann für die gleiche Qualifikation (was immer noch eine totale Frechheit ist).

    • 8% ist aber zu vernachlässigen. Ich kenne auch Leute mit der gleichen Qualifikation wie ich, die nur die Hälfte verdienen. Unabhängig vom Geschlecht. Aber abhängig von dem Unternehmen, bei dem man beschäftigt ist oder wegen der Arbeitsweise oder Persönlichkeit und teilweise ist es auch einfach nur Pech.

      Wenn man anfängt über alles Statistiken zu machen, findet man vielleicht auch heraus, dass kleine Männer weniger verdienen als große oder Brillenträger mehr als Normalsichtige. Jeder findet sich in irgendeiner Randgruppe wieder. Nicht immer ist ein statistisches Ergebnis auch der Grund für das eigene Versagen.

      • In der Statistik ist es so, dass die Genauigkeit von Mittelwerten zunimmt mit der Größe der Stichproben (Gesetz der großen Zahl).

        Wenn man kleine, spezifische Gruppen miteinander vergleicht, mögen die 8% Unterschied bei gleicher Qualifikation eine zufällig Schwankung sein. Falls die 8% aber im Mittel quer durch alle Berufsgruppen für alle gleich qualifizierten Frauen und Männer gelten, so wäre das für mich der Wert, der die tatsächliche Größe des Problems misst und deutlicher zeigt, dass die Gesellschaft hier ein massives Gerechtigkeitsproblem hat.

      • ubarto: Die 8% gelten dann für die gleiche Qualifikation (was immer noch eine totale Frechheit ist).

        Och, ich kenne da Lohnunterschiede von 100%…vergleicht doch mal das Tarifgehalt eines Wissenschaftlers an der Uni (also ÖD, typischerweise TV-L, E13 — natürlich befristet) mit dem seiner ehemaligen Studienkollegen bei Bosch, Siemens, SAP, etc. Die bekommen im Jahr 20-50TEuro mehr und haben oft einen unbefristeten Vertrag.

        Also ungleiche Bezahlung kannst Du nicht am Geschlecht festmachen. Ausserdem warte ich immer noch darauf, dass mir einer dieser „Frauen-werden-viel-schlechter-bezahlt“ – Rufer mir EINEN EINZIGEN Tarfifvertrag zeigt, in dem steht, dass Frauen weniger bekommen.
        Und wenn’s ausertarifliche Gehälter sind, darf jeder für sich selbst mit dem Arbeitgeber aushandeln, was ihre/seine Arbeit wert ist.

        • Ganz ehrlich, ich glaube dem statistischen Bundesamt ja die 8%, aber GESEHEN hab ich die noch nie …
          Ich habe IMMER exakt genau so viel verdient wie meine weiblichen Kollegen, die den gleichen Job in der gleichen Firma gemacht haben, angefangen bei meinem ersten Job als Schüler über meine Jobs während des Studiums bis jetzt im Beruf.
          Daher ist mir ehrlich gesagt etwas schleierhaft, wie die 8% zustande kommen.

        • Die schlechte Bezahlung von Wissenschaftler in öffentlichen Dienst im Vergleich zur Industrie ist auch ein gravierendes Problem insbesondere angesichts der Forderung nach immer mehr Leistung. Meiner Erfahrung nach liegt der Unterschied aber bei maximal 20 TEuro, sofern man nicht fachliche Arbeit mit Management vergleicht, was völlig andere Tätigkeiten sind.

          Das Problem bei der signifikanten Geschlechtsabhängigkeit ist, dass es eben nicht einfach bei einem einzelnen Arbeitgeber oder in einem Tarifvertrag deutlich zu sehen ist, sondern dass es sich „nur“ statistisch zeigt. Wenn Frauen die gleichen Chancen und Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt hätten, würde es bei den großen Zahlen, die hier verglichen werden, nur minimale Abweichungen geben. Das ist nicht der Fall, also gibt es hier eine Ungerechtigkeit. Das große Problem ist nun, herauszufinden, wo sie herkommt und was die Ursachen dafür sind.

    • Die 8% sind wohl eher als Prämie für erweiterbare Verwendung zu sehen.
      Männer hängen halt mal fix 3 Stunden ran wenns irgendwo brennt oder fahren 3 Tage auf Leergang oder erklären sich zu Bereitschaftsdiensten bereit. Tom würde wohl auch einen Fahrer besser bezahlen, der klaglos am Wochenende oder nachts auf Anruf raus kommt als einen, der nur von 9to5 arbeiten kann.
      Auch die bessere und planbarere Verfügbarkeit wegen weniger Krankheit (Kind krank usw) wird so honoriert.

      • Frauen würden natürlich niemals mal eben länger arbeiten, wenns denn sein muss. *kopfschüttel*

        Ich lasse meinen Stift immer um Punkt 5 fallen. Ich kann doch – so als Frau – nicht einfach Überstunden machen.

        Übrigens gibts auch Frauen ganz ohne Kinderwunsch.

  7. bei der debatte über ungleiche bezahlung bei gleicher qualifikation wird aber oft vergessen dass wir nicht alle am schreibtisch arbeiten, es gibt auch noch körperlich anstrengende tätigkeit – und bei der wird eine frau weniger verdienen, weil sie dabei auch weniger verwertbare leistung erbringt. bitte noch warten mit der schnappatmung: das schreibt in der regel schon der arbeitsschutz vor, ich habe hier z. b. ein paar arbeitsplätze in der produktion bei denen frauen laut vorschrift der berufsgenossenschaft nur 2/3 dessen heben dürfen was ein mann hebt, d. h. auch wenn sie vollen einsatz bringen haben sie am ende der schicht ein drittel weniger fertige ware auf der palette als ihre männlichen kollegen – dafür kann man als unternehmer nicht den gleichen lohn zahlen, so ungerecht das auch erscheinen mag. und welcher kunde (auch frauen) wäre schon bereit für „in fairer frauenarbeit produzierte“ ware etliche prozent mehr zu bezahlen?

    und weil weiter oben die bundeswehr erwähnt wurde: das ist so ein beispiel das nun völlig ungeeignet ist für gleichstellung sondern eher das paradebeispiel für vermeintliche verbesserte gleichstellung die im nachhinein eine neue extreme ungleichheit erzeugt hat (die spätere aussetzung des grundwehrdienstes lassen wir mal aussen vor).
    als frauen nur als sanitäterin eingestellt wurden war das natürlich nicht besonders attraktiv, erst als dann alle laufbahnwege offen standen gab es reichlich interessentinnen, logisch. aber um den stumpfen wehrdienst, den man zwangsweise für ein lachhaftes taschengeld leisten und dabei teils herbe einschnitte in privat- und berufsleben hinnehmen musste, um den haben sich die frauen aber merkwürdiger weise nie gerissen, nur der zugang zu den „karrierechancen“ sollte unbedingt möglich sein – wegen der gleichberechtigung …

  8. 21. März Frühlingsanfang
    Internationaler Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung
    Welttag der Poesie
    Welttag des Waldes
    Welttag der Hauswirtschaft
    Welt-Down-Syndrom-Tag

    • Das mit dem Frühlingsanfang kontrollier besser noch mal. Bei uns waren es heute zwischen -1° und 0°C und zudem hat es geschneit bzw. schneit es noch. Bleibt zwar nicht liegen, außer auf Wiesen usw. aber trotzdem nicht ganz so schön. ;-)

  9. Das ich als Kellner in Buxtehude nicht dasselbe bekomme wie in Wien ist klar.
    Auch innerhalb von kleinkleckersdorf kommt es immer darauf an wo man Arbeit.
    Diese Unterschiede werden aber wenn ich es richtig verstanden habe in der Studie auch nicht gemacht. (Richtiger weiße)

    Equal pay meint ja selber job, vergleichbare Qualifikation, selbe Firma.

    Und genau da ist der Kasus knaksus. Da wird nicht gleich bezahlt.
    Und wieso geht das? Da ist der Datenschutz ein zu unrecht benutztes Werkzeug.
    Nein ihr Gehalt ist geheim. Reden sie darüber, ist das ein Grund zur Kündigung.

    • Genau das ist das Problem hierzulande (in anderen Kulturen, z.B. USA, Türkei ist das ganz anders). Über Gehälter redet man nicht. Abgesehen davon daß das ein Kündigungsgrund ist und im Arbeitsvertrag steht. Im Prinzip hätte ich es bei manchem Vertrag sogar meiner Frau nicht sagen dürfen, auch wenn die das auf dem gemeinsamen Konto sieht.

      Ich denke, es wäre alles viel entspannter, wenn zumindest innerhlb des Betriebes alle Gehälter offengelegt würden. Aber dann würden ja manche Vorgesetze in Erklärungsnöte kommen.

  10. Die ganze Diskussion ist unnütz. Würden Frauen bis zu 23% oder so weniger verdienen, wären Arbeitgeber mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie noch Männer einstellen würden.

    Selbst hier in einer Abteilung bei angeblich ähnlicher Tätigkeit kommt es immer noch darauf an, welcher der Mitarbeiter eine Zusatzqualifikation hat, seine Arbeit vielleicht besser/schneller/wasauchimmer abliefert oder auch wer sich möglicherweise einfach nur besser verkauft. Über die Höhe der Gehälter entscheidet der Betriebsrat zumindest hier mit.

    Noch etwas, bei den Versuchen der letzten Jahre, Frauen in so Stellen wie Produktionsleitung, EDV/SAP-Programmierung o.ä. zu bekommen, war die Frauenquote bei den Bewerbungen Null. Genauso hoch ist die Frauenquote jetzt in diesen Fachbereichen. Es gibt keine entsprechend ausgebildeten Frauen oder sie melden sich nicht.

    Die ganze Datenerhebung ist ideologisch bzw. feministisch gefärbt und taugt nicht für ehrliche Diskussionen.

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