Der Butt

karpfen

Antonia war unkonzentriert. Ich merkte schon seit Tagen, daß unsere junge Angestellte sich nicht auf die Arbeit konzentrieren konnte und immer wieder ihren Gedanken nachhing. So hatte ich sie beispielsweise gebeten die Monatsrechnung der Tankstelle zu kopieren, damit ich sie in die Akte für den Steuerberater legen konnte.

Eine Viertelstunde später war Antonia immer noch nicht mit der Kopie wieder in meinem Büro. Also bat ich sie höflich um eine gewisse Beschleunigung der Arbeitsabläufe, indem ich lauthals brüllte: „Aaaaaaaaantoooooooniaaaaaa!“

Trotzdem vergingen drei Minuten, bis die etwas übergewichtige junge Frau mit einem Puddingteilchen in der Hand in der Tür meines Büros stand. „Ja, Chef?“

„Wo ist die Kopie?“

„Welche Kopie?“

„Na, Du solltest doch eine Kopie machen. Ich hatte Dir doch diesen Beleg von der Tankstelle gegeben.“

„Mir? Niemals!“

„Also hör mal, vorhin warst Du hier in meinem Büro und ich gab Dir dieses Blatt zum kopieren.“

„Ach das! Das hätte ich kopieren sollen?“

„Ja! Was hast Du denn damit gemacht?“

„Und Sie haben wirklich kopieren gesagt, Chef?“

„Jahaaa!“

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Das muss man gesehen haben. Tausende Figuren aus Papier im Haus des Toten

Lieber Herr Wilhelm,
hallo Tom,
einen besonderen Nachlass (und somit vielleicht auch etwas für das Bestatterweblog) hat Erwin Hapke hinterlassen. Nachdem er sich 40 Jahre in sein Haus zurückgezogen hatte, und somit für den Rest der Welt quasi nicht mehr existent war, ist er nun post mortem mit seiner musealen Sammlung aus gefaltetem Papier für alle Welt wieder sichtbar geworden und hat somit ein Stück Unsterblichkeit erreicht. Mich hat es beim Lesen sehr beeindruckt und vielleicht geht es ja dem ein oder anderen aus deinem Blog ebenso. Deshalb hier der Link mit einen lieben Gruß an Familie und Hund.
Mit besten Grüßen
S.

origami

Ganz herzlichen Dank und liebe Grüße zurück!

Hier der Link:

http://www1.wdr.de/kultur/kunst/geheimes-museum-erwin-hapke-100.html

In diesem Fall hat der Verstorbene zu Lebzeiten ein zurückgezogenes Leben geführt und sich ganz einem künstlerischen Thema gewidmet.
Entstanden sind tausende von Faltfiguren aus Papier.
Sehenswert!
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Hammer! Frau ist tatsächlich in einem Zimmer gestorben!

Wenn Sterbepapiere ausgestellt werden, ist es wichtig, daß genau angegeben wird, an welchem Tag, um welche Uhrzeit und an welchem Ort jemand gestorben ist.

Als Ort käme beispielsweise in Frage: „St. Martins Krankenhaus, Lange Str. 3, 12345 Bumsdorf“

Oder einfach nur eine Adresse.

Manchmal stirbt auch jemand in einem Krankenwagen während des Transports. Wenn es sich die Retter nicht einfach machen und behaupten, der habe bis zum Moment des Eintreffens im Krankenhaus gaaanz bestimmt noch gelebt, dann müssen sie auch schon mal aussteigen und Straßenname und Hausnummer abschreiben.
Da steht dann auch schon mal als Ort: „12345 Bumsdorf, Lange Str. 1-19“.

Aber das hier, das ist schon sensationell verknappt:

gestorben im Zimmer

Todesort: Zimmer
Wie ungenau! Es hätte Bett heißen müssen!

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Ich habe mit einem Toten telefoniert

Eine Leserin hatte eine Begegnung der seltsamen Art. Ein Angehöriger ist verstorben und laut Totenschein war der schon tot, als sie das letzte Mal mit ihm telefoniert hatte.

Looks Natural | Nick Galifianakis

Hallo, ich habe gerade das Problem, ich werde da gar nicht mit fertig!
Auf der Sterbeurkunde eines lieben Menschenstehen steht keine feste Uhrzeit und Datum, sondern „29.06 um 17:30 h und den 30.06 19:11 h“.
Warum ist das so?
Das kann doch gar nicht sein! Wie kann er um 17:30 h verstorben sein, wenn ich noch am 29.06.um 22:50h mit Ihm telefoniert habe??

Zu Ihrem Verlust wünsche ich Ihnen mein Beileid.
Wenn auf dem Totenschein kein genaues Datum und keine genaue Uhrzeit als einziger Zeitpunkt des Todes angegeben worden ist, sondern ein Zeitraum, dann hat das seine Richtigkeit.
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Ärzte rechnen oft falsch ab – Abzocke bei der Leichenschau

Immer wieder beschweren sich Angehörige und Bestatter bei mir, weil Ärzte ganz utopische Summen auf Ihrer Honorarrechnung bei der Leichenschau zusammenaddieren.

Um es gleich vorweg zu sagen: Jede Mühe verdient ihren Lohn!
Wer nachts kilometerweit zu einer Leiche fährt, um diese zu untersuchen, der hat dafür eine anständige Bezahlung verdient. Denn schließlich erwarten wir auch ein hieb- und stichfestes Ergebnis.

leichenschau falsch abgerechnet

Die meisten machen es richtig. Ein Blick auf die Leichenschaurechnung lohnt aber trotzdem

Leider ist die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) seit Ewigkeiten nicht mehr angepasst worden und seit jeher im Punkt Leichenschau sehr sparsam bestückt.

Das führt dazu, daß die Ärzte für eine Leichenschau leider nur sehr wenig abrechnen können.
Und das wiederum hat zur Folge, daß einige der Kollegen hingehen und in der kleinteilig aufgelisteten Sammlung von Gebührenfällen alles Mögliche zusammensuchen, um eine möglichst hohe Rechnung schreiben zu können. Man will ja wenigstens auf seine Kosten kommen.

Leider aber ist das so nicht in Ordnung und kann im schlimmsten Fall den Straftatbestand des Betrugs erfüllen!

Zur Ehrenrettung der Ärzte muß man aber auch sagen, daß die GOÄ nicht unbedingt ein leicht zu verstehendes Werk ist und den Ärzten wenig bis gar keine Hilfe beim Verstehen geboten wird. So kann man leicht auch fälschlicherweise eine Gebührenposition für geeignet halten, die aber in Wirklichkeit gar nicht bei einer Leichenschau rechtens ist.

Hier im Bestatterweblog gibt es eine Serviceseite extra für Ärzte und Bestatter, die beim Verstehen der Abrechnung einer Leichenschau helfen soll.
Sie wurde in Zusammenarbeit mit Ärzten erstellt und kann hier eingesehen werden:

Ärztliche Leichenschau – so wird richtig abgerechnet

Aktuell kam es jetzt wieder in Stuttgart zu Problemen mit der Leichenschauabrechnung.
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Peter Wilhelm kommt nach Halver

Noch in diesem Monat fahre ich nach Halver zu einer besinnlich-heiteren Buchlesung.

In Reichenbach/Vogtland

In Reichenbach/Vogtland

Wer dabei sein möchte:

Halver liegt in der Nähe von Wuppertal, Iserlohn und Hagen. Aber auch das Ruhrgebiet ist nicht weit entfernt. Von Dortmund sind es nur gut 50 km.

Ich bin dort zu Gast am 24.06.2016, also genau ein halbes Jahr vor Heiligabend.
(Wer einen kleinen Tannenbaum mitbringt zahlt keinen Eintritt.)

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und findet statt:

58553 Halver, Elberfelder Str. 27, ev. Friedhofskapelle

Eintritt frei

Jedermann ist herzlich willkommen!

Bitte kurz Personenzahl und Teilnahme formlos anmelden unter: DIESER MAILADRESSE.

Darf ich die Urne meiner Oma ausgraben?

Ich möchte wissen, ob ich die Urne meiner Oma auf dem Friedhof ausgraben und daheim im Garten begraben kann.
Das Grab läuft demnächst ab und ich möchte meiner Oma eine dauerhafte Stätte im Garten herrichten.
Ist das erlaubt?

Nein, das ist nicht erlaubt.
Ich kann Ihnen nicht raten das zu tun – auch nicht heimlich.

Mir ist schon mal zu Ohren gekommen, dass jemand das trotzdem gemacht hat.
Dazu ist diese Person an einem ruhigen Tag, an dem es auch ein bißchen nieselte, auf den Friedhof gegangen und hat die Urne einfach ausgegraben.
Das verurteile ich natürlich auf das Schärfste.

Das entstandene Loch hat derjenige dann mit Erde wieder aufgefüllt und an die Stelle ein paar Stiefmütterchen gepflanzt. So konnte er sein illegales Treiben sehr gut verbergen. Ich finde das ja sowas von schlimm!

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Peter Wilhelm war auf Lesereise

Peter Wilhelm war im Erzgebirgen in Dresden, der Tschechischen Republik und in Fürth.

…und ist jetzt wieder da.
Ist ja erschreckend, wie sehr ich das Bestatterweblog vernachlässigen musste.
Aber die Reise in den Osten Deutschlands und in die Tschechische Republik erforderte einiges an Vorbereitung.
Die Reise dauerte eine gute Woche und am vergangenen Sonntag bin ich wieder nach Hause gekommen.

Die letzte Etappe war Fürth bei Nürnberg, wo ich meinen Reisebegleiter Frank Mischkowski zu Hause absetze, der mich seit Jahren in PR-Fragen berät und ein superguter Freund ist.

Von Fürth nach Heidelberg fährt man sonst so in anderthalb Stunden, wenn’s mal schlecht läuft, braucht man auch schon mal zwei Stunden.

Ich bin aber voll in das süddeutsche Unwetter vom vergangenen Sonntag geraten und habe auf Autobahn und Nebenstraßen dann geschlagene sechs Stunden benötigt, bis ich endlich daheim war.

Alles weiß macht der Mai.

Alles weiß macht der Mai.

Die Reise war ein toller Erfolg. In Reichenbach, Radebeul, Dresden und Franzensbad/Tschechien haben mich die Menschen freudig empfangen und offensichtlich auch Spaß an mir und meinen Texten gehabt. Eine kleine Reportage über die Lesungen gibt es hier zu lesen:

http://dreibeinblog.de/peter-wilhelm-bei-den-krimi-literatur-tagen-im-vogtland/
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