Haben Bestatter Schweigepflicht?

Wie sieht es denn beim Bestatter mit der Schweigepflicht und dem Datenschutz aus?

Man ist als Mitarbeiter oder Inhaber eines Bestattungshauses NICHT zum Schweigen verpflichtet, hierzu fehlt es an der gesetzlichen Grundlage. Diese gilt für Ärzte, Rechtsanwälte, Priester und Therapeuten usw.

Aber selbstverständlich gehört eine gewisse Verschwiegenheit zum Berufsverständnis eines jeden seriösen Bestatters dazu. Sich an einen Bestatter zu wenden bedingt immer ein hohes Maß an Vertrauen.

Würde jetzt aber ein Bestatter irgendwann in Bierlaune irgendeine Einzelheit eines von ihm bearbeiteten Sterbefalles am seinem Stammtisch erzählen, und würde ein Betroffener davon erfahren, so gäbe es keine gesetzliche Handhabe, die sich auf den Begriff Schweigepflicht beziehen könnte.
Ein Mitarbeiter eines Bestattungshauses schuldet seinem Arbeitgeber eine gewisse Verschwiegenheit in Bezug auf geschäftliche Belange.

Was das Thema Datenschutz anbetrifft, so sind Bestatter hier im Allgemeinen sehr gut geschult.
Allerdings hat man es eher damit zu tun, daß in Deutschland jedwede Auskunft seitens Behörden oder Firmen in vorauseilendem Gehorsam verweigert wird, weil man befürchtet, selbst die Nennung des eigenen Namens oder Wochentags könne schon einen Verstoß gegen das Datenschutzgesetz darstellen.
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Ditsches Schildkrötenmann ist gestorben: Franz Jarnach

Jahrelang spielte er den meist schweigsamen Stammgast in Dittsches Kultimbiss. Wegen seiner Lederjacke nannte man ihn in der Sendung „Schildkröte“.
Jetzt ist Franz Jarnach alias «Schildkröte» gestorben. Das bestätigte am Montag eine Sprecherin des Westdeutschen Rundfunks (WDR).
Der gebürtige Bad Godesberger ist laut Angaben der «Bild»-Zeitung einem Herzinfarkt erlegen.

Franz Jarnach war der Sohn von Philipp Jarnach, Musikprofessor und erster Direktor der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Als Vierjähriger erhielt er Klavierunterricht, mit zwölf Jahren begeisterte er sich für Rock ’n’ Roll. Franz Jarnach lebte seit 1950 in Hamburg, unterbrochen von einem sechsjährigen Italienaufenthalt in den 1970er-Jahren. Er spielte unter seinem Künstlernamen Mr. Piggi rund vier Jahrzehnte vor allem in Hamburger Rock-’n’-Roll-Formationen als Pianist und Keyboarder. Unter anderem spielte er mit Tony Sheridan, Lee Curtis und den Rattles. Außerdem begleitete er Schlagersänger wie Jürgen Drews und Roland Kaiser.[1] Zuletzt trat Mr. Piggi mit Ralf „Franny“ Hartmann (Franny and the Fireballs) als Schildkröte-Duo auf und präsentierte Rock ’n’ Roll, Blues und Balladen in „piggigantischer“ Weise.
Dem Fernsehpublikum wurde Jarnach bekannt, als er 2004 in Olli Dittrichs Improvisations-Comedyserie Dittsche die Rolle des Baumarktmitarbeiters Schildkröte übernahm, eines wortkargen Imbiss-Stammgastes, der sein Feierabendbier trinkt und in Ruhe gelassen werden will, was er in der Regel mit seinem Standardsatz „Halt die Klappe, ich hab’ Feierabend!“ zum Ausdruck brachte. Namensgebend für die Figur, die beruflich „im Baumarkt an der Säge steht“, war seine Jacke aus Krokodillederimitat.

In der Nacht zum 16. Januar 2017 starb Jarnach im Alter von 72 Jahren nach einem Krankenhausaufenthalt und einer an sich gut überstandenen Operation an einem Herzinfarkt.Wikipedia

http://www.klamm.de/news/dittsches-schildkroete-stirbt-mit-72-jahren-11N2009010117011699896621.html

gemeldet von Henning
Bild: By Hinnerk R, Hinnerk Rümenapf – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3268977

Der letzte Mann im Mond ist tot: Eugene Cernan

Vor 45 Jahren war das letzte Mal ein Mensch auf dem Mond. Nach den Riesensprüngen, die die NASA angesichts des Wettlaufs mit dem Kalten-Krieg-Gegner vollzog, folgten nur noch Hupser, knapp außerhalb der Atmosphäre, wenn man so will.
So richtig mit Weltraumfahrt hat das, was seitdem geschah, nicht wirklich etwas zu tun.
Der letzte Mensch, der auf dem Mond war, war Eugene Cernan.

Und der ist gestern im Alter von 82 Jahren gestorben. Cernan flog an Bord der Missionen Gemini 9 und Apollo 10 ins All und war Kommandant von Apollo 17, der letzten bemannten amerikanischen Mondmission. In dieser Funktion betrat Cernan im Dezember 1972 als elfter Mensch den Mond. (17. Januar 2017)

Quelle: Astronews.com
gemeldet von Frank
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Warnung vor dem Spanner

Ich sitze in Mannheim am Paradeplatz in einem Café und träume vor mich hin. Ich kann das. Einfach nur so da sitzen. Meine Tochter nennt das: „Der Papa ist im Energiesparmodus.“
Und es ist wirklich so, ich entspanne mich, vor allem durch die Einsparungen von Bewegungen jeder Art, die über das Heben der Augenlider oder der Kaffeetasse hinausgehen.
In meinem Kopf arbeitet es auch weiter, aber ansonsten bewege ich mich nicht. Ich nehme Eindrücke wahr und folge meinem schriftstellerischen Prinzip: „Hinsetzen, zuschauen, aufschreiben.“ So entstehen die meisten meiner Geschichten. Dem Volk aufs Maul geschaut, dem Volk einfach zugesehen.
Doch heute soll es anders kommen. Das herzallerliebste Töchterlein schickt mir eine SMS. Das tut das mittlerweile zur jungen Frau gewordene Kind oft. Meist kämpfe ich mich durch einen Wust von jugendsprachlichen Neuwörtern und Abkürzungen, auf die ich im Traum nicht gekommen wäre.

HDL beispielsweise ist keine „Haftpflicht der Landwirtschaft“, sondern wenn Josie das schreibt, meint sie „Hab Dich lieb“. Und ich habe brav gelernt, daß ich darauf mit dem Namen, der mir völlig unbekannten IDA antworten muß.
Oft schreibe ich unter die eingegangene Litanei an Abkürzungen als Antwort einfach nur HDL IDA drunter, in der Hoffnung, daß das eine adäquate Antwort auf GHDSL mim MUMBA ILY sein könnte.
Manchmal gehen meine Nachrichten aber auch in die Hose. Sie ist bei ihrer Freundin Eva, ich möchte ihr mitteilen, daß sie sich bald auf den Weg machen kann, denn ich will Brathähnchen für uns machen:

Doch heute schickt mir das Kind eine lesbare Nachricht:

Wenn Du schon in der Stadt bist, guck doch mal nach Schuhen für mich.
Ich muß doch da auf diesen Ball.
HDL Kussi, Kussi, Kussi.

Welcher Vater könnte bei 3 x Kussi schon nein sagen? Welcher?

Ich stehe kurz darauf in einem Geschäft, in dem Frauenklamotten und Schuhe verkauft werden. Ich persönlich habe auch einige Paar Schuhe. Zwei Paar handgemachte aus Pferdeleder, ein Paar gefährlich aussehende Biker-Stiefel, ein Paar Sportschuhe (wie neu) und die grünen, die ich immer bei Auftritten anziehe. Mehr braucht man(n) nicht. Und ich habe mir sagen lassen, daß ich damit schon drei Paar mehr habe als der gewöhnliche Durchschnittsmann.

Das Schlimme an diesem Geschäft sind die Verkäuferinnen. Die drei jungen Frauen sehen aus, als seien Sie bei „Deutschland sucht den Superstar“ durchgefallen und versuchten nun, durch übertriebene Kosmetik irgendetwas wett zu machen.
„Kann man Ihnen was helfen“, fragt mich eine und in mir keimt unwillkürlich die Frage auf, wie ein Mensch mit so kleinen Füßen und so großen Brüsten überhaupt aufrecht gehen kann. Ich schüttele nur den Kopf und grunze in der mir eigenen Art etwas Unverständliches. Das tue ich immer, wenn Frauen etwas von mir wollen, das ich nicht erfüllen kann, oder zu dessen Erfüllung ich momentan nicht bereit bin. Es ist ja sowieso egal, was man sagt, es wäre ja sowieso verkehrt. Also reicht es, wenn ich nur brumme oder „Klabammbraduli“ sage, die mich auffordernde Frau erwartet gar keine verständliche Antwort. Sie erwartet EINE Antwort, egal welche. Denn welche Schlüsse sie aus meiner Antwort ziehen wird und welche Reaktion sie an den Tag legen wird, steht weiblicherseits ja sowieso schon vor dem Stellen der Frage fest.

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Wie erfährt man wann und wo jemand bestattet wird?

wie und wo erfahre ich, wann und wo jemand beerdigt wird

Es ist manchmal gar nicht so einfach, der Ort und Zeitpunkt einer Bestattung herauszufinden. Wie man da vorgehen kann, erkläre ich in diesem Beitrag.

Dazu stellte mir Leserin Anne folgende Frage:

„Die Großmutter eines Freundes ist vor wenigen Tagen gestorben. Nun hat dieser Freund seit Jahren keinen Kontakt zur Familie. Er würde aber selbstverständlich gerne zur Beerdigung seiner Großmutter hin gehen. Da er aber nicht über die notwendigen Kontaktdaten zu anderen Angehörigen der Familie verfügt, wird die Sache schwer.
Es sind auch Personen darunter, die er auf keinen Fall ansprechen möchte. Was kann mein Bekannter jetzt tun, um beispielsweise herauszufinden, wann und wo seine Oma beerdigt wird? Gibt es da ein Zentralregister über alle Sterbefälle?

Diese Problematik taucht häufiger auf, als man annehmen möchte.
Sehr schlechte Karten hat man, wenn man nicht weiß, in welcher Stadt der Mensch gestorben ist. In einem solchen Fall hat man keinerlei Anhaltspunkt. Man weiß dann nicht, an welcher Stelle man die Nachforschungen beginnen soll.
Da wäre es dann sinnvoll, über seinen Schatten zu springen und doch Kontakt zur Familie aufzunehmen.
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Was ist, wenn jemand im Hotel stirbt? Tote im Hotel

Ich wollte Dich mal fragen, ob es in Hotels denn besondere Vorkehrungen im Todesfall gibt. Abholung nur bei Nacht? Besonders gründliche Zimmerreinigung? Auslegen eines Kondolenzbuches beim Empfang? Hast du so etwas schon mal erlebt? Erzähl doch darüber bitte mal in Deinem Weblog. (Ich muss ja nicht sagen, dass ich ein riesen Tom-Fan bin!) Es ist ja fürchterlich eklig, wenn man bedenkt, wie viele Menschen da schon gestorben sein könnten.

Es liegt in der Natur des Hotelgewerbes, daß man um verstorbene Gäste keinen großen Wirbel macht.
Die Abholung des Verstorbenen muß stets diskret und möglichst so erfolgen, daß keine anderen Gäste etwas davon mitbekommen.
Lieferanteneingang, Tiefgarage, Personalaufzug oder sogar Lastenaufzug, das sind da die Stichworte.
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Anweisungen für die Bestattung gehören NICHT in das Testament

Anweisungen für die eigene Bestattung sollte man keinesfalls in sein Testament schreiben!

Diesen Satz habe ich immer wieder mal hier im Blog geschrieben und sage ihn auch auf meinen Vorträgen.

Aber immer wieder höre ich im Fernsehen, dass sogenannte Experten genau das Gegenteil sagen. Diese Experten mögen gute Rechtsanwälte oder Finanzexperten sein, vom Thema Bestattung, Vorsorge und Testament scheinen sie aber keine Ahnung zu haben.
Anders ist es nicht zu erklären, dass sie immer wieder diese Fehlinformation in die Welt hinaus posaunen.

Es ist nämlich so:

Vom gewöhnlichen Ablauf her wird das Testament oft erst Tage, wenn nicht gar Wochen nach der Beisetzung eröffnet. Darin enthaltene Anweisungen und Wünsche kommen also immer zu spät.

Besser ist es, bei einem Bestatter eine Bestattungsvorsorge abzuschliessen. In diesen Vereinbarungen können alle Wünsche bis ins Detail aufgenommen werden und der Bestatter stellt sicher, dass auch alles so abläuft.
Man erhält nach Abschluss des Vertrages einen sogenannten Bestattungsvorsorgeausweis in mehreren Exemplaren. Eines davon gehört dahin, wo man auch den Ausweis aufbewahrt und sollte immer mitgeführt werden. Ein weiteres Exemplar sollte man einer Person seines Vertrauens geben, bei der man sicher ist, dass sie in jedem Fall vom Tod erfahren wird.
Weitere Ausführungen dienen als Ersatz und zum Aushändigen an Krankenhaus- und Pflegestationen, falls dort mal was sein sollte.

Auf dem Ausweis steht sinngemäß folgender Text:

Bestattungsvorsorgeausweis

Im Todesfall bitte ich unverzüglich das Bestattungshaus xyz zu benachrichtigen:

Tel. 0x233-555xxx653

Dort sind Anweisungen für meine Bestattung hinterlegt.

Es genügt aber im Grunde schon vollkommen, wenn man seine nächsten Angehörigen über seine Wünsche informiert. Erd- oder Feuerbestattung? Welcher Friedhof? Was für ein Grab?
Diese Informationen sind schon sehr hilfreich, damit wenigstens vom Ansatz her alles so gemacht wird, wie man es sich vorstellt.

Schlafen Mönche in Särgen?

In meiner Kumpel haben wir gestritten dass mönche oder wie die Pastors heissen in Kloster in nen Sarg schlafen müssen.
Kloster ist klar aber sarg kann ich nicht Glauben das ist doch stickick und dunkel imho. Ist da jetzt war oder ist das jetzt nicht war? Schlafen die möche von nen kloster in ein sarg?

Die klösterlichen Gemeinschaften werden kleiner, es fehlt an Nachwuchs. Jedoch gibt es keine Ordensgemeinschaften, die so klein sind, daß alle ihre Mitglieder in einem Sarg schlafen könnten, das würde dann doch etwas eng.

Mir ist kein Orden bekannt, dessen Mitglieder in einem Sarg schlafen. Ich kenne Ordenshäuser, in denen werden die Mönche auf einfachen Brettern bestattet, die (früher) vorher Bestandteil des Bettes waren. Vielleicht kommt dieses Gerücht da her.
Vor allem den Trappisten wird immer wieder nachgesagt, sie würden in Särgen schlafen. Aber das gehört in den Bereich der Legende. Trappisten werden überhaupt nicht in Särgen bestattet, sondern lediglich in ein festes Tuch gehüllt und dann beerdigt.

Diese urbane Legende, Mönche würden in Särgen schlafen, hält sich aber schon sehr lange und sehr nachhaltig.
In manchen Ordensgemeinschaften ist es üblich, daß die Mitglieder sich stets ihre eigene Vergänglichkeit in besonderer Weise vor Augen halten.
Ich habe gehört, daß es Orden gibt, in denen ein ausgestellter Totenschädel ein solches Mahnmal sein soll. Aber auch das mag in den Bereich der Legenden gehören.

Natürlich ist die Vorstellung, in einem Sarg zu schlafen etwas gruselig. Und alles was gruselig ist, lieben die Menschen. Es wird gerne weitererzählt, weil es zum Staunen anregt und etwas Besonderes ist.
Aber wie gesagt, mir ist keine klösterliche Gemeinschaft bekannt, bei der das so ist.

Sollte jemand unter den Lesern hier etwas genauer Bescheid wissen, so kann er mir das gerne in die Kommentare schreiben.