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Roland Koch ist tot

Nee, ehrlich, ist wahr!
Zumindest wenn man Bestatter-Kollege Richter glauben darf. In seinem Ort gibt es nämlich die berühmten schwarzen Bretter an die der Gemeindebüttel Sterbezettel aufhängt, damit die Bevölkerung weiß wer gestorben ist und wann derjenige beerdigt wird.

Ein Witzbold hatte gestern am Tag der Wahl an wenigstens zwei dieser schwarzen Bretter Totenzettel aufgehängt, die sinngemäß wohl folgenden Aufdruck hatten:

…beklagen wir das Ableben der hessischen CDU unter ihrem Ministerpräsidenten

ROLAND KOCH

Die feierliche Beerdigung aller Hoffnungen findet am Montag um 8 Uhr statt.

Tja und ratet mal, wieviele Leute heute um 8 Uhr auf dem Friedhof standen? Immerhin vier Personen waren gekommen, die den Roland Koch, der da ihrer Meinung nach gestorben war wahrscheinlich gar nicht kannten, beerdigen wollten, die aber auch nicht wegen der Namensgleichheit stutzig geworden waren und die auch den Text der Zettel gar nicht genau gelesen hatten, sondern einfach nur um 8 Uhr was erleben wollten.

Ich möchte nicht wissen, auf wieviele Beerdigungen diese Leute so in der Woche gehen. Nur mal so, um zu gucken, was die Hinterbliebenen so anhaben, wie sie trauern, was es für Blumen gibt usw. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, daß manch einer sogar so dreist ist, einfach mit zum Kaffeetrinken zu gehen.

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Peter Wilhelm28. Mai 2012

21 Kommentare von 140448.

  1. Ich hab auch erst vor kurzem erfahren das mein Französischlehrer tot ist. Bzw. sein Namensvetter. War komisch, vorallem weil ich ihn nach seinem Sterbedatum lebend gesehen habe. War glücklicherweise / leider doch ein anderer

  2. Vormittags auf Beerdigungen, nachmittags auf Leichenschmaus und wenn da nix los ist dann gibts ja noch das Gericht mit seinen spannenden Verhandlungen. So bekommt man die Tage auch rum ;-)

  3. So halb off topic (wobei die Überschrift diese Assoziation bei mir geweckt hat): Was ist eigentlich wenn in Deutschland Demonstraten während einer Beerdigung auf oder vor dem Friedhof demonstrieren wollen? Geht dies oder wird soetwas in Deutschland sofort abgeschmettert? Ich hoffe ja auf letzteres, aber in Deutschland weiß man ja nie…
    Hintergrund ist, dass einige amerikanische Gruppierungen wohl bei der Beerdigung von Heath Ledger demonstrieren wollten, da er in Brokeback Mountain mitgespielt hat. Dürfte sich zwar jetzt erledigt haben, da er wohl in Australien beigesetzt wird, aber die Situation in Deutschland interessiert mich doch ein wenig.

  4. Lars:
    Ich hab (allerdings nur in ner Zeitung) gelesen, daß da in Deutschland mit Verweis auf das „Andenken Verstorbener“ und die „Totenruhe“ vieles verhindert werden kann.

  5. Gestern hab ich anderswo nach der Wahl gelesen: „Roland Koch gestürzt“

    Mein erster Gedanke: „Hoffentlich hat er sich sonstwas gebrochen!“

    Gemein, ich weiß, aber bei dem Kerl kann ich nicht anders…

  6. So etwas habe ich in meiner wilden Zeit auf großen Hochzeitfeiern gemacht. Manchmal hat es funktioniert und manchmal auch nicht ;-)

  7. Haben sie was gebrochen? – Ja, nen Wurstsalat –

    Im Dorf, wo jeder jeden kennt, vom Einkaufen, vom Wartezimmer beim Arzt, und wo man sich sonst noch ständig übern Weg läuft und ein paar Worte wechselt oder auf den Dorffesten eine Maß trinkt. Warum sollte ich nicht da bei Frau Klemmerle oder Herrn Krämer an der Bestattung teilnehmen? Ich muß selbst entscheiden, wie nahe mir die betreffende Person stand, und wenn ich die Hinterbliebenene auf diese Art kenne, und die von meinem Verhältnis zum Toten wußten, werden sie mich schon einladen. Und wenn nicht —- wußtet Ihr, dass es auch parallele Leichenumtrunke gibt, wo die Nichteingeladenen sich zufällig in einer anderen Lokalität zufällig spontan treffen. Ist dies dann weniger Wert im Gedenken an den Verstorbenen? Vielleicht gehts da sogar ehrlicher zu.
    Was ist, wenn ich mich „selbst“ einlade, ein wenig zum Kaffee und einem Hefezopf bleibe, weil er mir was bedeutet hat, und zusammen mit der Beileidskarte einen 20er oder gar 50er da lasse.
    Ich denke, damit hab ich bewiesen, dass es mir leid tut, dass der Karle nimmer ist. Kommt halt drauf an, ob nur ganz enge Verwandte da hin gehen, sonst geh ich halt mit ins Lamm zu den Anderen. Bei unserm Willi aus der Nachbarschaft haben Alle Friedhofsgäste in seine Kunstschmiedewerkstatt kommen dürfen wo es Kaffee und Kuchen, auch Bier und Wein gab. Dafür bin ich seinen Söhnen und seiner Lebensgefährtin heute, nach Jahren noch dankbar. Schöner hätten sie seinen Abschied nicht gestalten können.
    So viel hab ich auch nicht verfressen können.

  8. @Lars und Anke
    Vorsicht mit solchen Äußerungen. Man kann heutzutage schneller in einem Flugzeug ohne Hoheitskennzeichen sitzen als man denkt *g* ;-)

  9. Hmm … erinnert mich daran, daß hier vor Jahren jemand gestorben ist, der genauso heißt wie ein gewisser Schlagersänger mit sehr vielen Freundschaftsbändchen.

    Zur Beerdigung bin ich zwar nicht gegangen, aber die Todesanzeige hab ich mir aufgehoben ;)

  10. @Kalle: Die Assoziation bei mir lag eher darin, dass die Überschriften bei dem Tod von Heath Ledger so ähnlich lauteten und ich auch erst dachte, dass es ein schlechter Scherz war. Kam ein bisschen falsch rüber…

  11. Gehöre ja normalerweise zur schweigenden Leserschaft, aber zu diesem Betrag gehört einfach folgender Link:

    http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2008/01/26/a0194&type=98

    Grüße

  12. […] da gefällt mir das hier grad sehr gut. Stimmt ja. Kaffee trinken gehen nach der Beerdigung. Und wieviele Leute man da gar […]

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