Wanderbestatter

Ich habe neulich den Begriff ‚Wanderbestatter‘ gehört. Ich bin der Auffassung, dass damit Bestattergesellen auf der Walz gemeint sind. Stimmt das?

Nein.

Der Beruf des Bestatters ist den handwerksähnlichen Berufen zuzuordnen und wird in der Rolle B der Handwerkskammern eingetragen. Somit kann man nicht den klassischen Ausbildungsgang des Handwerks gehen, also dreijährige Ausbildung, Gesellenzeit und anschließende Meisterprüfung. Zwar gibt es die unterschiedlichsten Bestrebungen, geregelte Ausbildungsgänge zu installieren, aber derzeit ist noch nicht abzusehen, wohin der Weg endgültig gehen wird und ob überhaupt etwas daraus wird.

In der Vergangenheit gab es solche Ausbildungsgänge gar nicht und somit auch gewiss keine Bestattergesellen auf der Wanderschaft oder Walz.

Es ist mit diesem selten gebrauchten Begriff etwas ganz anderes gemeint:

Als Wanderbestatter bezeichnet man, und ich muß zugeben, daß der Begriff wirklich sehr umgangssprachlich und wenig geläufig ist, Bestatter, die ihren Betrieb im Verlaufe der Jahre mal hier, mal dort betrieben haben. Solche Bestatter eröffnen mit viel Getöse ein neues Bestattungshaus, bleiben nur zwei Jahre am Ort, dann ist der „gute Ruf“ verbraucht und sie eröffnen in der Nachbarstadt ein Institut. Auch dort bleiben sie nur 1-3 Jahre, leisten meist keine besonders gute Arbeit und machen dann wieder zu.

In der jeweiligen Stadt hat sich dann zumeist herumgesprochen, was das für ein Vogel ist, aber in der Nachbarstadt hat man diese Erfahrungen noch nicht gemacht. Dort kennt man den Namen vielleicht aus der Zeitungswerbung und denkt, daß es sich um ein ja bereits bekanntes Unternehmen handelt.

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  • Veröffentlicht am: 23. Mai 2008
  • 11 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

11 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. waaahh, wie sieht es denn hier aus?
    das fenster links ist ja wohl nun etwas zu kontrastreich, der titel gequetscht und seltsam.
    und nun blinkt einem auch noch die werbung an.
    fehlt nur noch ton.

    bitte wieder aendern, danke

  2. Ich find es ok, so wie es ist! Immer diese Nörgeleien!!! Und wo bitte blinkt es?????

  3. Lieber Tom, „keine geregelte Ausbildung“? Ich denke, es gibt seit ganz wenigen Jahren den Lehrberuf „Betattungsfachkraft“? *grübel*

  4. @Abraxa: Das ist auch durchaus richtig. Außerdem kannst Du den Ausbildungsgang „fachgeprüfter Bestatter“ machen oder Du machst Deinen „Bstattungsmeister“ oder bildest Dich zum „Funeral Master“ aus oder wirst „Bürokaufmann Schwerpunkt Bestattungswesen“ oder lernst Schreiner, Tischler oder sonst irgendwas.

    Bei so vielen Möglichkeiten und der Tatsache, daß man in erster Linie dadurch Bestatter wird, indem man sich bei der Gemeinde einen Gewerbeschein holt, kann man mit Fug und Recht sagen, daß es keine geregelte Ausbildung gibt. Mit anderen Worten, derzeit ist kein einziger dieser Ausbildungswege eine Zugangsvoraussetzung für den Beruf.

    Gesellen gibt es in keinem dieser Wege, außer im Handwerk das in Rolle A der Handwerkskammern eingetragen ist.

  5. Wow, fürchterlich!!!!!!

    Dieses Werbegeblinke geht ja auf die Augen. Schalte das weg. Ist ja grausam.

    So macht es mir hier kein Spass.

  6. Zugegeben, ich dachte auch erst an diese Handwerksgesellen, die ein Jahr durchs Land ziehen, wie es die Tradition vorsieht.

    Dann waere ein Wanderbestatter sowas wie ne Zecke (drastisch ausgedrueckt natuerlich)?

  7. @Anke: Ist sicher gut gemeint, dass du, wie andere es auch immer wieder machen, hier Reklame für Werbeblocker machst. Man sollte aber auch einmal einen Gedanken darauf verschwenden, warum es überhaupt Werbung gibt. Ich nehme mal an, weil der jeweilige Blogbetreiber sich damit ein bisschen was verdienen will, damit er etwas von den Kosten wieder hereinbekommt.

    Da ist es schon fast ein bisschen unhöflich, wenn man immer wieder allen möglichen Leuten den Rat gibt, diese Werbung doch auszublenden.

    Eher sollte man die wenige Werbung hier anerkennend zur Kenntnis nehmen und das tun, was man halt mit so einer Werbung macht, damit da ein paar Cent zusammenkommen.

  8. Erstaunlicherweise gibt es immer noch Menschen, die ohne Ad-Block und No-script surfen. Hier blinkt nichts und die Beiträge les ich auch sowieso meist mit einem Feedreader. Da blinkt dann schon zehnmal nichts.

  9. Was halt für seine Familie doof ist:
    Die ständigen Umzüge

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