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Auf das Bauchgefühl kommt es an – Auswahl des richtigen Bestatters

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Ich bekomme sehr viele Anfragen, in denen es sich um Bestatterkosten dreht. Erst neulich konnte ich einem Stammleser des Bestatterweblogs helfen, einen guten Bestatter zu finden, der die gewünschte Bestattung einer Verwandten um starke 1.000 Euro günstiger anbieten konnte. Aber: Hier kannte ich die Beteiligten und konnte die Empfehlung guten Gewissens aussprechen. Diesen Service kann ich nicht immer anbieten, da auch ich die meisten Bestatter gar nicht kenne.

Preisanfragen per Telefon sind meist sinnlos

Wer auf der Suche nach einem Bestatter ist, läßt sich oft dazu verleiten, einzig und allein nach dem Preis zu schauen. Bestatter kennen solche Anrufe: „Was kostet bei Ihnen eine Feuerbestattung?“ Einmal abgesehen davon, dass eine solche Frage kaum eine vernünftige Antwort hervorrufen wird (sie ist etwa so sinnvoll, als wenn man fragt: „Was kostet ein Auto?“), rufen die Anfrager, egal welchen Preis man nennt, sowieso nie wieder an.
Es ist also vollkommen sinnlos, bei Bestattern so pauschal am Telefon nach Preisen zu fragen.

Angebot oder erste Kostenaufstellung einholen

Besser ist es, einen Bestatter aufzusuchen und mit ihm die Bestattung in groben Zügen durchzusprechen. Dann lässt man sich eine erste Kostenaufstellung geben. Mit der kann man nun bei anderen Bestattern eine vergleichbare Bestattung abfragen und dann die Preise vergleichen. Ein frühzeitiger Preisvergleich schützt vor überstürzten Fehlentscheidungen.

Doch der Preis alleine ist nicht entscheidend

Die Überschrift sagt es: Man schaue sicher und mit Blick auf den eigenen Geldbeutel auf die Preise, aber man schaue sich auch den Bestatter bzw. das Beerdigungsinstitut an. Wie komme ich mit dem Menschen klar, der mir gegenüber sitzt? Habe ich ein gutes Bauchgefühl? Fühle ich mich in meiner Trauer betreut und gut beraten? Oder habe ich den Eindruck in einem Verkaufsgespräch zu sein? Werden alle Kosten genannt, auch die, die noch hinzukommen (Glockenläuten, Trägerhandschuhe, Friedhofsgebühren, Grabkosten, Blumen, Deko, Zeitung, alles eben)?

Das Bauchgefühl ist meiner Meinung nach entscheidender als allein der Preis. Ich möchte Individualität verspüren, das Gefühl haben, dass ich und mein Trauerfall das Einzige sind, was den Bestatter beschäftigt. Jegliche Hast, Drängelei oder Unverständnis über mangelnde Entscheidungsfreude sind hier fehl am Platz.

Dort, wo ich mich geborgen fühle, dort wo mir Menschen warmen Herzens begegnen, dort ist ein guter Platz.

Und am Ende habe ich immer eine Kostenübersicht

Oft gesagt und doch nicht oft genug: Man erteilt einem Bestatter niemals einen Auftrag, wenn man nicht eine Kostenaufstellung über alle in Frage kommenden Kosten in der Hand hält und mitnimmt. Man bestellt in einem Autohaus ja auch kein Auto ohne irgendeinen Zettel mitzunehmen. Am Ende ist das Auto 3.000 Euro teurer und man hat nichts in den Händen. Warum sollte das bei einer Bestattung anders sein?


BILDQUELLEN

  • Einkaufen: pixabay

Veröffentlicht von

Hier veröffentlicht der Publizist Peter Wilhelm Informationen und Geschichten rund um den Bestatterberuf.
Mehr über den an Allerheiligen geborenen Autor finden Sie u.a. hier und hier.
Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Texte rein zur Unterhaltung. Keine Rechts-, Steuer- oder Medizinberatung!


    



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Peter Wilhelm 31. Mai 2021

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